Meine alten Kollegen von hypediss haben ihren neusten Streich gelauncht: berlin.unlike ist ein City Guide, aber auf nem neuen Level. Keine Touri-Kacke sondern die spannendsten Locations in Berlin gibt es hier vom ausgewählten Redaktionsteam. Dazu kommt alles an Funktionalität, was es derzeit im Web an spannenden Ideen und Konzepten gibt. Natürlich auch alles fürs Handy bzw. iPhone aufbereitet. Wird höchste Zeit, dass ich mal wieder nach Berlin komme und den Praxistest mache.
Archive for the 'Web' Category
In Berlin hat vor ein paar Stunden die republica 08 begonnen, die wohl wichtigste Web-Konferenz (Blogger-Konferenz wäre mir zu einseitig) in Deutschland, bei der das Anzugträger-Shirtträger-Verhältnis positiv ist. Ich kann leider nicht dabei sein (jaja, die Festanstellung…), aber bin dabei auch der gefühlt einzige aus der Web-Szene. Dabei ist es rein von den Inhalten her nicht mal ein Problem, nicht vor Ort zu sein. Den mit Video-Livestream (in überragender Qualität von Hobnox bereit gestellt) aus dem Hauptsaal und Audio-Streams aus einigen kleineren Räumen, kann man wirklich viel extrem viel mitbekommen. Von Twitter ganz zu schweigen. Trotzdem irgendwie schade, ganz viele Freunde, die dort sind, nicht zu treffen.
Wenn ich mir die deutschen Twitter-Charts so ansehe, fällt mir auf, wieviele unter den Top40 ich inzwischen persönlich kenne oder mit wievielen ich zumindest Kontakt über Twitter und andere Tools habe. Für mich zeigt das, dass wir hier eine gut vernetzte Community haben, die Twitter vor allem als Kommunikationstool untereinander benutzen.
Heute Morgen habe ich im Zug die erste Session aus dem SXSW 2008 Podcast (iTunes-Link) gehört.In ‘Social Strategies For Revolutionaries‘ stellt Charlene Li von Forrester Research die Grundthesen aus ihrem demnächst erscheinenden Buch “Groundswell: Winning in a World Transformed by Social Technologies” vor. Bin immer wieder beeindruckt, mit welcher Souveränität und Sachkenntnis die Forrester-Leute Inhalte vermitteln.
Eine Aussage ist mir besonders hängen geblieben, die ich hier grob wiedergeben will:
Wenn Unternehmen bei ihrer Social-Media-Strategie kein Unbehagen bekommen, gehen sie vermutlich zu zaghaft vor. Es geht hier um Beziehungen und Beziehungen fühlen sich niemals sicher an.
Ich glaube, dass hier ein Knackpunkt liegt, der darüber entscheiden kann, ob ein Unternehmen mit seiner Social-Media-Strategie Erfolg hat oder nicht. Wenn es ein Unternehmen schafft, nicht mehr in Begriffen wie ‚Konsument‘ zu denken, sondern auf Augenhöhe mit Menschen in Dialog treten zu wollen, ist der erste Schritt geschafft.
Mit dem Verständnis von Social Media als Beziehungen dürfte auch schnell klar werden, dass es für den Erfolg eine Langzeitstrategie braucht. Wer nur mit kleinen Kampagnen arbeitet setzt quasi auf One-Night-Stand-Beziehungen. Wer aber langfristig denkt, wird die Sache langsam und Stück für Stück angehen und dadurch viel intensievere Beziehungen zu seiner Community aufbauen können. Zu einer langfristigen Beziehung gehören natürlich auch immer wieder Highlights, die das „Feuer“ anfachen. Aber sie sind nicht die Grundlage.
Ich konnte es persönlich noch nie nachvollziehen, warum sich Menschen bei StudiVZ anmelden. Wenn man ein bisschen die Nachrichten geschweige denn die Blogosphäre verfolgt, liest man gefühlte alle zwei Tage von irgendwelchen unglaubliche Datenschutzproblemen, fragwürdigen Werbespots, seltsamen Verhalten der Gründer usw. Wer noch nicht genug hat, kann einfach mal beim Don nachlesen.
Nun leistet sich StudiVZ das nächste Ding und schickt meinem Barcamp-Buddy Peter eine dicke Abmahnung (2000€) wegen einer kleinen Studentenwebseite, die halt VZ im Namen hat. Klar, nicht sehr schlau das. Aber ein einfacher Anruf hätte mit Sicherheit genügt, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Wir brauchen in Deutschland endlich ein verdammtes Gesetz, um Privatpersonen vor dem aktuellen Abmahnwahn zu schützen. Ich halte euch auf dem laufenden, sobald Peter seine Spendenseite eingerichtet hat. Den im Gegensatz zu StudiVZ hat Peter eine echte Community hinter sich. (via Andre)
Update: Peter hat gerade über Twitter verlauten lassen, dass die Sache wohl vorbei ist.
Update2: Alles weitere bei Spiegel Online.
heise online - XING-Nutzer protestieren gegen ungewollte Profil-Werbung:
Zu sehen sind Werbebanner derzeit offenbar nur für Xing-Mitglieder, die nicht als zahlende Premium-Mitglieder eingetragen sind und den Dienst kostenlos nutzen. Diese finden sich nun beim Abruf jeglicher Art von Profilen mit Werbebannern konfrontiert. Premiumkunden sehen dagegen keine Werbung, müssen sich aber gefallen lassen, dass ihre Profile als Werbeträger genutzt werden. Eine explizite Information der Nutzer fand nicht statt.
Nach all dem Trouble, den Webanbieter in den letzten Monaten mit ihren Communities hatten (unter anderem flickr wegen Zensur, Facebook wegen allem möglichen, StudiVZ wegen allgemeiner Geldgeilheit, etc.), sollte man meinen, die anderen Anbieter hätten daraus gelernt. Aber denkste, Xing setzt den Reigen munter fort und kleistert sich unschön und unsauber mit Werbung voll.
Haben die Anbieter von Communities alle kein Fingerspitzengefühl im Umgang mit ihren Nutzern? Auf der einen Seite gibt es sicher die Anbieter, für die die Nutzer das notwendige Übel zum Kohlemachen sind. Aber auf der anderen Seite gibt es auch die, die ernsthaft daran interessiert sind, ihren Nutzern einen sinnvollen und hilfreichen Dienst anzubieten. Und zu denen würde ich auch Xing zählen.
Man hat’s aber auch nicht leicht mit so einer Community. Die will gehegt und gestreichelt werden. Und vor allem ist sie furchtbar allergisch auf alles neue. Als Community-Betreiber braucht man sich da gar keine falschen Vorstellungen machen. Jedes neue Feature, das man einführt, wird mit Argwohn, Ablehnung und vielen angedrohten Austritten begrüßt werden. Das ist praktisches Community-Gesetz. Wir lehnen einfach grundsätzlich alles ab, was neu ist. Zumindest so lange, bis wir uns daran gewöhnt haben.
Die Frage ist, ob man als Anbieter hinter dem Feature steht und denkt, dass es der Community dient. Dann gilt es den Kritikhagel auszustehen, abzuwarten und die Hinweise der konstruktiven Stimmen zu beachten. Irgendwann wird die Community merken, was mit dem Feature eigentlich möglich ist und anfangen, es zu akzeptieren. Bestes Beispiel für diesen Vorgang ist der News-Feed auf Facebook (mit dem man sehen kann, was die Freunde bei Facebook machen), für den Facebook bei der Einführung zerrissen wurde. Inzwischen gilt der News-Feed als eine der Innovationen im Social-Network-Bereich und wird von allen kopiert.
Für eins habe ich aber überhaupt kein Verständnis: miese oder gar keine Kommunikation mit der Community. Aus Angst vor der Kritik oder anderen niederen Motiven gehen Anbieter immer mehr dazu über, neue Features heimlich und ohne Ankündigung einzuführen in der Hoffnung, dass der Aufschrei klein bleibt. Aber kollektiver Intelligenz sei dank geht das grundsätzlich immer schief und bewirkt den gegenteiligen Effekt. Viele Anbieter, ob flickr, Facebook oder StudiVZ, haben nach heftiger Kritik reagiert und Dinge geändert oder zurück genommen. Das ist schon mal ein Anfang. Aber das hätte man sich auch ersparen können, wenn man direkt mit der Community gesprochen hätte.
Ich glaube, dass 2008 die Anbieter einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil haben werden, die ihre Communitymitglieder ernst nehmen und authentisch und ehrlich mit ihnen kommunizieren. Mal sehen, wer die Eier dazu hat.
Update: Lars Hinrichs, Geschäftsführer von Xing, hat sich inzwischen auch zu Wort gemeldet. Auch er ist den gewohnten Gang des Anbieters gegangen und hat auf die Kritik mit der Möglichkeit reagiert, die Werbung auf dem eigenen Profil (bei zahlenden Kunden) abzustellen. Wie gesagt, diese Reaktion war zu erwarten. Ist ja auch nett, dass er sich mit seiner Community unterhält. Die Frage ist nur, warum er das nicht vorher gemacht hat. Hier gilt der Spruch „Besser um Vergebung als um Erlaubnis fragen“ halt leider nicht.
Update2: Kudos an Xing aus ihren Fehler zu lernen, genau hinzuhören und klar zu reagieren: Keine Werbung auf den Profilseiten der Premium-Mitglieder
Eigentlich weiß jeder was zu tun ist. Gründe gibt es genug, sich der Sammel-Verfassungsbeschwerde gegen die Vorratsdatenspeicherung anzuschließen. Gründe findet man ausreichend auch noch in einer fünfminütigen Info (Mehr Aufklärungsmaterial gibt es hier). ABER oft läuft dabei etwas schief, weil nämlich die zwingend erforderliche Vollmacht nicht ausgedruckt und verschickt wird. DARUM, damit bei dieser wichtigen Sache nichts schief läuft - hier eine Anleitung in 3 Schritten. So und nicht anders muss das gemacht werden. Also auf, die Zeit drängt, denn Registrierungen und Vollmachten werden nur noch bis zum 19.11.2007 bis zum 24. Dezember 2007 (Neuer Termin!!!) (Poststempel) angenommen! Auf auf!!!
Hinweis: Der Einsendeschluss für Registrierungen und Vollmachten wurde auf den 24. Dezember 2007 verlängert!
Schritt 1: Registrierung ausfüllen

Das Registrierungsformular wird ausgefüllt und danach durch Klicken auf “Absenden” abgeschickt.
Die Registrierung enthält die Daten zur Verfassungsbeschwerde. Das Registrierungsformular findet man hier: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/lang,de/. Das wird online ausgefüllt und dann per Klicken auf “Absenden” übermittelt. Die Daten, die für die Verfassungsbeschwerde benötigt werden, gehen dann beim Berliner Rechtsanwalt Meinhard Starostik ein. Damit Starostik die Verfassungsbeschwerde durchsetzen kann benötigt er aber aber das Vollmachtsformular, das es nach dem Abschicken der Registrierung zum Herunterladen gibt. Damit dem Bundesverfassungsgericht die Betroffenheit der jeweiligen Person dargelegt werden kann, müssen auch die Angaben über Besitz/Verwendung von Telefonanschluss, E-Mail Adresse, etc. ausgefüllt werden.
Schritt 2: Vollmacht ausdrucken und ausfüllen

Das Vollmachtsformular wird vollständig ausgefüllt und unterschrieben.
Die benötigte Vollmacht gibt es nach dem Abschicken der Registrierung zum Download als PDF- oder RTF-Dokument. Das lädt man herunter, druckt es auf dem Drucker aus und füllt dann alle erforderlichen Felder (im PDF auch direkt am Computer möglich) aus. Nicht vergessen; die Unterschrift!
Schritt 3: Eintüten und Abschicken

Die ausgefüllte Vollmacht kommt in den Briefumschlag und wird an Rechtsanwalt Meinhard Starostik geschickt. Frankieren nicht vergessen!
Danach liegt das ganze ungefähr wie oben dargestellt auf dem Tisch (oder wo auch immer). Das große Eckige kommt ins kleine Eckige. Wer so luxuriöse Briefumschläge mit Fenster besitzt, braucht den Brief nur noch frankieren und in den nächsten Briefkasten stecken. Wer kein Fenster im Umschlag hat, schreibt es eben drauf und steckt den fertig frankierten Briefumschlag ebenfalls in den nächsten Briefkasten. Alles bis zum 19. und man hat seinen Teil geleistet. Gekostet hat es nicht mehr als einen Briefumschlag, eine 55 Cent Briefmarke, etwas Druckertinte und einen Gang zum Briefkasten. Die Verfassungsbeschwerde kostet nichts (in Ziffern: 0), denn…
Das Gerichtsverfahren und Ihre Vertretung vor Gericht ist für Sie kostenfrei. Ihnen entstehen also keinerlei Gerichts-, Anwalts- oder sonstige Kosten. Dies gilt auch dann, wenn die Verfassungsbeschwerde keinen Erfolg haben sollte.
(Quelle: http://www.vorratsdatenspeicherung.de/content/view/51/70/)
Viel Erfolg beim Mitmachen! Jetzt handeln! Zeichen setzen!
Also: jeder hat jetzt noch ausreichend Zeit die Registrierung auszufüllen und die Vollmacht abzusenden. Machen wir unserer Verfassung und uns also ein Weihnachtsgeschenk, indem wir die Zahl von 13.000 eingesendeten Vollmachten (Stand 16.11.2007) merkbar erhöhen!
Text verfasst von Kai Uhlemeyer unter cc-by
Hier sind ein paar Videos zur aktuellen YOU_ser-Ausstellung im ZKM in Karlsruhe.
Habe gerade mal meine „gesharten“ Artikel aus dem Google Reader (also die Artikel, die ich mit „Share“ markiere) in den Johannes-Kleske-Feed eingebaut. Damit enthält der Feed noch mehr Links zu Artikeln, die ich spannend finde.
Wer den Feed noch nicht kennt: Mein LifeStream aka der ultimative Johannes-Kleske-Feed enthält alle spannenden Inhalte, die ich an irgendeiner Stelle im Web produziere. Dazu gehören unter anderem meine Bilder auf flickr, meine Links bei del.icio.us, auch meine Artikel hier und nun auch markierte Artikel aus meinem Google Reader. Für alle, die mehr wollen als ab und zu einen Artikel. Zusammengebaut habe ich das Ding übrigens mit Yahoo Pipes. Wie das ausschaut, könnt ihr euch hier ansehen.
Stefan Zilch, Sales Director von myspace Deutschland, ist heute abend bei Neue Digitale zu Gast und darf befragt werden. Deswegen meine Frage an euch: “Was wolltet ihr myspace immer schon mal fragen?”
Seit ca. zwei Wochen läuft im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) die neue Ausstellung ‚YOU_ser: Das Jahrhundert des Konsumenten‘. Am Sonntag hatte ich Gelegenheit, mir einen ersten Überblick zu verschaffen.
Mehr zum Thema: zkm
Lustiges Mem bei Andre gefunden: Tippe die Buchstaben des Alphabets in die Adressleiste deines Browser und poste den Link, der als erstes auftaucht. So sieht’s bei mir aus:
A = http://amazon.de/ (sorry, Andre)
B = http://barcampberlin2.mixxt.de/
C = http://cacioppe.com/
D = http://deborahofmann.com/
E = http://emergent-deutschland.de/
F = http://www.facebook.com/
G = http://www.google.com/reader/
H = http://hr-online.de/
I = http://imdb.com/
J = http://jkleske.tumblr.com/
K = http://www.keirinberlin.de/
L = http://lifehacker.com/
M = http://www.mogulus.com/tautokotv
N = http://nuncafe.de/
O = http://www.obharath.net/blog/3columnk2/
P = http://www.presencr.com/
Q = nix
R = http://reiseauskunft.bahn.de/
S = http://schauburg.de/
T = http://tautoko.info/
U = http://ultralingua.com/mobile/
V = http://www.veloheld.de/
W = http://wordpress-deutschland.org/
X = https://www.xing.com/
Y = http://www.youtube.com
Z = http://zleep.de/
Mein Barcamp Partner in crime cbgreenwood aka Grüni bringt den Web-2.0-Underground-Shit in die Sonnenmetropole Freiburg und veranstaltet dort am Dienstag die erste pl0gbar, vorausgesetzt, er überlebt den Halbmarathon, den er morgen hier in Karlsruhe läuft. Ein kleiner Schritt für Freiburg, einer großer Schritt zu pl0gherrschaft.
Mehr zur Freiburger pl0gbar bei Sebastian. Btw. der Homy sucht gerade nen Job im Webbiz, möglichst in Offenburg und Umgebung. Falls jemand was hört…
Mehr zum Thema: pl0gbar
Schöner Artikel von Brian Oberkirch:
Deep Linking: The Social Web & the Fine Art of Friendship
When people say they don’t get Twitter, I tend to think: don’t you have any friends? Because one thing that blogs and Twitter, Last.fm, Flickr, Upcoming, delicious, tumblr, Facebook and other tools of the social Web allow us to do is keep track of what are friends are thinking, reading, listening to, seeing, and so on. It’s an unobtrusive way to peer in on your pal’s life without her having to stop and update you all the time. And it makes the chatter that much richer when next you meet.
Für mich ist Twitter das ultimative Tool, um mein Leben mit meinen Freunden zu teilen, mitzubekommen, was sie bewegt und sich immer wieder kurz auszutauschen.
Wurde die Woche in einem Interview mal wieder gefragt, ob mit dem ganzen (Micro-)Blogging nicht unheimlich viel Müll und Lärm im Web produziert wird. Finde diese Frage immer wieder lustig, weil ja auch niemand darauf kommen würde, z.B. Paaren die Kommunikation zu verbieten. Aber wenn sich so ein Paar am Abend trifft und sich über seinen Tag austauscht, ist das für den Rest der Welt wahrscheinlich ziemlich uninteressant. Für die beiden aber ist es essentielle Kommunikation. Beim Umgang mit dem Web scheint immer noch die unbewusste Haltung zu herrschen, dass alles, was für alle zugänglich ist auch für alle relevant sein muss. Dabei ist es doch gerade das angenehme am Web, dass man eine URL einfach nicht mehr besucht, wenn der Inhalt uninteressant ist und schon muss man sich nie wieder mit ihm beschäftigen.
Die neusten Nightclub-Trends vom Wochenende:
aka-aki ist ein Social Network fürs Handy. Mehr dazu bei Andre.
deezer ist ein Musikservice, bei dem man sich kostenlos jede Menge Musik anhören kann.
Über deezer habe ich dann noch TalkGreener entdeckt, einen “grünen” Mobilfunkanbieter.
Das für mich dritte Barcamp ging an diesem Wochenende über die Bühne und ich empfand es als das bisher coolste, was vor allem an einem lag: Freunden. Für mich steht bei Barcamps nach wie vor die Community und das Treffen von Menschen im Vordergrund. Ich fahre weniger zum Lernen und Teachen hin.
Schon lustig, was sich da in den letzten Monaten so entwickelt hat. Beim Barcamp Frankfurt im April schrieb ich danach noch, dass ich mich gefreut habe, den pl0g Mob kennenzulernen. Inzwischen habe ich selbst eine pl0gbar mitorganisiert und die Jungs und Mädels viel besser kennengelernt. Deshalb bin ich diesmal auch direkt im pl0g HQ untergekommen. Haha, schon lange nicht mehr mit drei anderen in einem kleinen Raum mit Penntüten und Lumas geratzt. War extrem lustig, vor allem der Geekfaktor. Morgens haben alle als erstes nach ihren Notebooks gegriffen und gecheckt, was die Twitter-Community so macht. Und keiner hat mit den Augen gerollt… Neben den pl0gies habe ich noch zahlreiche andere Leute getroffen, insbesondere Andre von A Better Tomorrow und Kai von StyleSpion.
Businesskasper
Wie oben schon erwähnt ist das Barcamp für mich ein Community-Event, d.h. lauter Leute mit ähnlichen Interessen treffen sich, um auf gleichem Level miteinander Themen zu bearbeiten, sich zu inspieren und inspiriert zu werden. Leider scheint die deutsche Web-2.0-Startup-Szene das ein bisschen anders zu sehen. Für sie ist Barcamp gleichbedeutend mit kostenlose Möglichkeit, die Zielgruppe mit Promo zu zubomben. Und so war der Samstag für mich leider eher negativ belegt, weil mir die ganzen Businesskasper tierisch auf den Sack gingen.
Es schien so, als würde jeder zweite mit einer URL auf dem Rücken rumrennen und Merch in die Menge schmeißen. Ich hab gar nix dagegen, wenn Unternehmen bei Kongressen und Messen ihre Zeug promoten. Aber Barcamps sind OpenSpace-Events, wo so etwas nichts verloren hat, meiner Meinung nach.
Ich hab auch nix gegen Sponsoring. QSC hat die Räume und fantastisches Essen zur Verfügung gestellt und sich trotzdem dezent im Hintergrund gehalten. Aber mir geht es deutlich zu weit, wenn Leute bei der Vorstellungsrunde vor die Sponsorentafel gezerrt werden, damit die auf der Videoaufnahme sichtbar sind.
An der Stelle sei lobend erwähnt, dass es die Sponsoren diesmal nicht aufs T-Shirt gepackt haben, womit dieses in der Öffentlichkeit tragbar geworden ist. Sehr cool!
Ich bin auch dankbar für Bier-Sponsoren. Aber wenn jeder, den man fragt das Produkt des Sponsors für totalen Müll hält würde ich mein Geld und meine Zeit lieber drauf verwenden, das Ding fit zu machen als Pseudo-Stimmung und NewEconomy-Feeling bei der Party zu verbreiten.
Also, liebe Businesskasper, es gibt eine Fülle von Web-2.0-Kongressen und -Events in Deutschland. Wenn ihr Geldgeber sucht und werben wollt, dann geht doch dahin. Wenn ihr zum Barcamp kommen wollt, erwarte ich, dass ihr euch vor allem über Kompetenz in den Sessions bemerkbar macht.
Knips-Wahnsinn

(Bild von Dennis Knake)
Noch eine Sache hat mich diesmal so sehr gestört, wie nie zuvor: die permanente Knipserei. Ich glaube, ich habe noch nachts im Schlaf ständig eine DigiSLR neben mir auslösen gehört. Bei der Vorstellungsrunde am Samstagmorgen war es unerträglich. Ich stand halt relativ weit vorne. Neben mir irgendein Fritz, der von jedem nicht ein, sondern gleich 10 Bilder mit der Serienbildfunktion machen musste. Dazu kamen zwei Videokameras, die einen ständig im Fokus hatten oder auch gerne mal von hinten kam, um heimlich zu filmen, was man gerade so auf seinem Bildschirm hatte. Würde behaupten, dass ich in meinem ganzen restlichen Leben zusammengenommen noch nie soviel fotografiert und gefilmt wurde wie am Samstag allein.
Würde ein Deal vorschlagen: Wenn ihr eure Kameras im Rucksack lasst, lasse ich mein Notebook auch dort und höre euch bei euren Sessions zu.
(Bild von MrTopf)
Sonntag = das wahre Barcamp
Nachdem ich mich am Samstag etwas zu sehr von den Businesskaspern und Dauerknipsern habe die Stimmung versauen lassen (was man sehr schön an meinem Twitterfeed sehen konnte) habe ich mir für den Sonntag vorgenommen, nur das positive zu bemerken. Interessanterweise war das überhaupt kein Problem, da die meisten Businesskasper Sonntags gar nicht mehr auftauchten und die Runde insgesamt deutlich kleiner und community-mäßiger wurde.
Der Barcamp-Sonntag ist echt ein interessantes Phänomen. Es sind deutlich weniger Leute da. Alle sind ein bisschen müde und nicht mehr so aufgedreht. Das Promo-Material ist unter die Leute gebracht und vor allem haben auch die Rookies verstanden, was eine Session ist und wie sie aussehen kann. Die meisten von denen, die das erste Mal dabei sind, sind Samstags noch etwas verunsichert, ob sie denn überhaupt was beitragen können und trauen sich noch nicht so richtig. Samstagabend haben sie dann bemerkt, dass alle anderen auch nur mit Wasser kochen und bieten Sonntag mal direkt ne eigene Session an. Somit steht Sonntags immer noch ein bisschen mehr Knowledge zur Verfügung.
Besuchte Sessions
Samstags habe ich drei Sessions besucht. In der ersten ging es um die aktuelle Rechtslage, was User Generated Content angeht. War eine sehr praktische, fundierte und lehrreiche Session, die vor allem von zwei sehr sympatischen Rechtsanwälten gehalten wurde (Rechtsanwälte sind in der Web-Community ja eher auf einem Sympatielevel mit Bush und Softwarepatente-Lobbyisten).

(Bild von Dennis Knake)
Danach war ich noch bei zwei Sessions von Patrick Breitenbach. Der Mann ist einfach eine unglaubliche Workshopsau. Gib ihm ein Stift und ein Flipchart und er legt dir eine kompakte, einfach verständliche und nichtsdestotrotz ungemein hilfreiche Session hin. Hab ihn einmal zum Thema Community-Management und einmal zum Thema Kreativitätstechniken gesehen. Beides sehr spannend.

(Bild von Dennis Knake)
Am Sonntag habe ich mir nur die Polizeisession gegeben, weil die vorher schon als der Geheimtipp schlechthin gehandelt wurde. Ein Mitarbeiter des LKA NRW erzählt in der Session darüber, was die Polizei so im Web macht und welchen Problemen sie sich ausgesetzt sieht. Als extrem witzig und web-2.0-affin aufbereitet.
Meine Sessions
Ich selbst hatte schon lange meine GTD-Session im Barcamp-Wiki angekündigt, wo sie lustigerweise bis zum Schluss die am meisten nachgefragte Session des Baracmps war. Um die Hardcore-Barcamper zu belohnen, hatte ich sie auf den Sonntag gelegt.
Da ich es für sinnlos halte, in 45 Minuten ein komplexes System wie GTD zu erklären, hatte ich mich dafür entschieden, nur die Grundprinzipien zu erläutern und das, was GTD ausmacht, damit die Besucher der Session selbst entscheiden konnten, ob sie das Thema interessiert und sie sich das Buch zulegen wollen.
Das Prinzip ging nach meinem Gefühl aber nicht wirklich auf. Woran das genau liegt ist schwer zu sagen.
Spontan habe ich noch ne Facebook-Einführungssession gemacht, nachdem Samstagabend in der Schlange vor dem Grill einige ihr Interesse bekundet hatten. Also habe ich mit Sebastian zusammen einfach nur die Basics von Facebook gezeigt ohne jegliche Vorbereitung. Hat trotzdem einigen was gebracht, soweit ich das mitbekommen habe.
Fazit
Ich habe das Wochenende sehr, sehr genossen, auch wenn ich eigentlich ständig müde war. Aber die Zeit mit jeder Menge coolen Leuten hat das allemal wett gemacht.
(Bild von .dean)
Shouts gehen raus an: Mr. Dean und schocki vom pl0g Mob, die wundervolle Gastgeber waren. cbgreenwood aka Grüni, mit dem ich das Wochenende verdammt viel Spaß und eine entspannte Heimreise hatte. Pauli, meine IA-Verbündete. Kai (StyleSpion), weil er seine Kamera in der Tasche gelassen hat. Andre (A-B-T) für Einblicke in das Leben eines Mailorders. mc_o (ebenfalls pl0g) für trockene Kommentare. Collin für den neusten Schnack aus Mitte.
Mehr zum Thema: barcampcologne2









Ich bin Johannes Kleske, 29, Dipl. Media System Designer (FH) und lebe zurzeit in Karlsruhe. Ich arbeite als Informationsarchitekt und Konzepter bei Neue Digitale in Frankfurt. Mein Spezialgebiet ist Social Media. 