Archiv für die 'Beruf' Kategorie

Meine Neue heißt Brigitte

Nachdem die Pressemitteilung raus ist kann ich auch endlich mal verraten, woran ich die letzten zwei Monate fast ausschließlich gearbeitet habe (und noch einige Monate arbeiten werde):

Frankfurt, 31. August 2007 – Die Verlagsgruppe Brigitte des Hamburger Gruner + Jahr Verlags hat Neue Digitale mit verschiedenen Projekten innerhalb der Verlagsgruppe beauftragt: Für die Online Brigitte-Familie setzen die Frankfurter Multimedia-Experten ein neues Web 2.0 Gesamtkonzept um. Außerdem werden einzelne Plattformen teilweise auch technisch von Neue Digitale realisiert.

Nach einer ausführlichen Zielgruppenanalyse werden im ersten Schritt die sehr umfangreichen Inhalte neu strukturiert und mit neuen Funktionen angereichert. Neue Digitale kann hierbei das langjährige Know-How in Bezug auf Social Networks und User Generated Content anwenden und in neuem Kontext einbringen.

Die Verlagsgruppe Brigitte des Hamburger Gruner + Jahr Verlags ist nach Nintendo of Europe und Audi für Neue Digitale der dritte große Neukundengewinn innerhalb der letzten zwölf Monate. Mit diesem Neukunden verstärkt Neue Digitale die bestehenden Kompetenzen bei der Verknüpfung von Print- und Online-Publikationen von Verlagen.

Kein 9to5 für mich

In Berlin findet gerade das 9to5-Festivalcamp statt, auf dass ich eigentlich schon lange gespannt war und als einer der ersten ein “Katze im Sack”-Ticket gekauft hatte. Das war allerdings schon bevor ich diesen kleinen Job angenommen hatte. Nun muss ich mit leider, leider meinen Trip nach Berlin canceln. Die letzten zwei Wochen waren superstressig und dazwischen lag noch ein Barcamp. Noch ein Wochenende mit nur wenig Schlaf in der Penntüte wäre grob fahrlässig. Und so werde ich statt 9to5 ein Wellness-Wochenende machen und mir die 9to5-Sessions im Podcast anhören.

In Wahrheit habe ich aber nur Angst, von den 9to5ern wegen Verrats verprügelt zu werden. Ist ja auch echt dreist, überall das Buch (Wir nennen es Arbeit) zu promoten und dann nen Durschnitts-Vollzeit-Agenturjob anzunehmen.

1,5 Monate Neue Digitale

Jaja, die ganzen faulen Studentenfreunde von mir beschweren sich schon, dass hier nix mehr geht. Ihr wisst doch gar nicht, was Arbeit ist! Ich wusste es ja auch nicht ;-)

Ist tatsächlich so, dass ich wohl noch nie in meinem Leben so viel gearbeitet habe, wie derzeit. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich noch nie festangestellt war und 8-Stunden-Tage (8, yeah, right, wer’s glaubt…) hatte. Ich war da auch ein bisschen unsicher, ob ich mich überhaupt so lange konzentrieren kann. So etwas ist nicht gerade meine Stärke.

Nun sind schon 1,5 Monate vorbei und ich fühle mich immer noch wie in der ersten Woche. Die Zeit rast unglaublich schnell. Das ganze macht nicht immer nur Spaß. Manches ist auch harte Schule. Aber das passt schon. Deswegen mache ich das ja schließlich.

Ich finde allein schon die Erfahrung des Festangestellten-Dasein enorm spannend. Ich konnte nie verstehen, wie man seine Freizeit mit nem Bier vor dem Fernseher verbringen kann und nix anderes an den Start kriegt. Nun bin ich selbst arg versucht, mir nen dicken Plasma-TV zu kaufen und mich jeden Abend vor das Ding fallen zu lassen, um das Hirn endlich abschalten zu können. Alles sehr horizonterweiternd.

Auf der anderen Seite arbeite ich gerade an Projekten, die auf nem Level laufen, das für mich bisher unvorstellbar war. Darf natürlich nix verraten. Aber das ist definitiv keine Kinderkacke. Damit einher geht natürlich das obligatorische Agenturproblem: Ich hab für nix anderes mehr Zeit. Bin diese Woche schon zwei Mal mit dem Zug um 23h gefahren, um kurz daheim zu pennen und mich am nächsten Morgen wieder auf den Weg zu machen. Aber passt schon. Heute war Deadline und die Nächte davor sind per Naturgesetz eher kurz. Ist auch nicht anders wie im Studium.

Nun freue ich mich erstmal auf das Barcamp in Köln am kommenden Wochenende. Die Twitter/Barcamp-Community ist in den letzten Monaten gut gewachsen und so gibt es einen Haufen Fressen, die ich endlich mal in FL (First Life) treffen will. Man sieht sich in Kölle.

In 4 Stufen zur Festanstellung

Ich bin euch noch die Erklärung schuldig, wie es soweit kommen konnte, dass ich nach all meinen Aussagen im letzten und in diesem Jahr nun doch in einer Festanstellung gelandet bin.

Stufe 1: Als Freelancer unzufrieden

Wenn ich auf den Veränderungsprozess vom Anfang des Jahres zurückschaue, dann hat von den Dingen dort eigentlich nur eine Sache funktioniert: das Schreiben. Alles andere hat entweder nicht geklappt oder sich anders entwickelt.

So bin ich im Bereich Forschung keinen Schritt weitergekommen. Die ganze Konzepter-Geschichte hat sich anders entwickelt, worauf ich neulich ja schon eingegangen bin.

Leider sind auch abseits von den eigentlichen Tätigkeiten alle Versuche von Vernetzung und Bürogemeinschaften gescheitert, so dass mir die Arbeit als Freelancer in den letzten Monaten ziemlich auf den Sack ging.

Folgende Probleme haben sich dabei für mich insbesondere herauskristallisiert:

  • Einsamkeit – Es klang hier gerade im Rahmen von Coworking schon häufiger an. Nach Umfragen ist Einsamkeit das größte Problem von Selbstständigen. Mir ging es da nicht anders. Mein Arbeitsalltag sah in der Regel so aus, dass ich 12 Stunden am Tag unter meinem Bett am Schreibtisch saß und maximal abends mal kurz meinen Mitbewohner gesehen habe. Auch wenn ich das immer gehofft habe, aber es lassen sich halt nicht so einfach alle Arbeiten ins Café verlegen. Teilweise war auch die Kohle einfach zu knapp.
  • Allein arbeiten – Vom Typ und auch vom Studium her bin ich ein ziemlicher Teamplayer. Mich nervt es, wenn ich ein Projekt allein angehen muss und mich nicht mit jemand anderem darüber austauschen kann. Deswegen habe ich von Beginn meiner Selbstständigkeit an versucht, Projekte mit anderen zusammen zu machen und in Netzwerke zu investieren. Bis auf die Zusammenarbeit mit Denis sind alle Versuche gescheitert. Im Mai hatte ich es in Karlsruhe noch mal mit einem Bürogemeinschaftsprojekt versucht. Aber auch das hat nicht geklappt. So stand ich im Juni wieder ohne Netzwerk und Büro da.

Diese Ausgangssituation hat mich anfällig für verlockende Angebote gemacht.

Stufe 2: Ein Angebot in Reichweite

Bisher fiehl es mir aus einem Grund ziemlich leicht, alle Angebote von Agenturen von vorneherein abzulehnen: Ich hätte sie nicht annehmen können, ohne direkt umziehen zu müssen. Diese Barriere war mir viel zu hoch. Vom Freelancer zur Festanstellung ist ein riesiger Schritt. Außerdem wusste ich nie, ob es mit der entsprechenden Agentur und der Arbeit dort überhaupt passen würde. Und ich gebe Karlsruhe nicht einfach so auf Verdacht auf. Ich mag auch nicht auf einen Schlag mein komplettes Leben ändern, wenn ich mir nicht absolut sicher bin.

NEUE DIGITALE war die erste Agentur, die mich angefragt hat, die so nahe war, dass ich nicht sofort umziehen muss. Damit hatten sie einen Fuß in der Tür und ich war bereit, mich näher mit ihnen zu beschäftigen und mir anzuhören, was sie zu bieten haben.

Stufe 3: Die Inhalte stimmen

Ich habe hier schon einige Male erwähnt, dass ich glaube, dass es mehr und mehr vom reinen Jobtitel weg geht. Ich habe wenig Interesse an den Agenturen, die nur nach Jobtiteln suchen und sich dann bei einem melden. Mir ist meine Zeit zu kostbar, um beim ersten Meeting schnell festzustellen, dass man gar nicht miteinander kann.

Für NEUE DIGITALE öffnete sich die Tür ein Stück mehr, als klar wurde, dass sie über die Inhalte an mich gekommen waren. Mein jetziger Chef hatte auf der Webseite meines Fachbereichs meine Diplomarbeit entdeckt und fand das Thema sehr spannend für ND.

Einer meiner Profs meinte immer, dass die Diplomarbeit das einzige bei MSD ist, über das man sich wirklich profilieren kann. Zumindest für meinen Fall hat er damit recht behalten.

Stufe 4: Förderung statt Kohle

Den tatsächlichen Ausschlag, mein Leben aber so massiv umzukrempeln gab schlussendlich ein anderer Faktor. Im Gespräch wurde relativ schnell klar, dass es bei ND für mich keinen Job als Freelancer gibt, weil das Niveau der Projekte zu hoch für meinen Erfahrungsstand ist. Aber statt mir einfach abzusagen haben sie mein Potential erkannt und boten mir an, mich als Junior IA einzustellen, mir das nötige Handwerkszeug, das noch fehlt, beizubringen und mich zu fördern. Dazu gehören unter anderem vertraglich zugesicherte Fortbildungsmaßnahmen und die Aufnahme in das Juniorprogramm.

Der Faktor des Lernens und Gefördert-werdens spielt für mich eine große Rolle und war als Freelancer nie gegeben. Ich denke, dass es nicht gut ist, gerade zu Beginn einer Berufslaufbahn, keinen Mentor oder Lehrer zu haben, der einem das 1&1 1×1 des Business beibringt. Deswegen sagte ich zu, als klar war, dass ND in mich investieren will und mein neuer (und erster) Chef jemand ist, der, soweit ich das jetzt schon einschätzen kann, seine Mentoren/Lehrer/Förderer-Rolle sehr gut ausfüllen kann.

Das Gehalt spielt interessanterweise bei der Entscheidung eine untergeordnete Rolle. Angesichts des aktuellen Booms und des Stands an Kunden würde ich sogar vermuten, dass ich als Freelancer in der nächsten Zeit hätte mehr verdienen können.

Der rote Faden

Im Rückblick sehe ich, wie das sich alles Stück für Stück entwickelt hat. Ich habe ein genrealistisches Studium absolviert und war mir danach nicht sicher, in welcher Arbeit ich mich am wohlsten fühlen würde. Also habe ich mich zunächst als Freelancer in ganz verschiedenen Position und Projekten ausprobiert. Bei IA/Konzepter bin ich schließlich hängen geblieben. Nun ist der nächste Schritt, in diesem Bereich richtig gut zu werden. Und dafür ist ND die beste Adresse, die ich mir wünschen kann.

Was mir am meisten zu schaffen macht…

…ist, dass ich jetzt indirekt für Mircosoft arbeite.

1. Arbeitstag

Ich hatte ja nach den Nachrichten eigentlich erwartet, dass heute morgen alles noch viel schlimmer mit der Bahn und dem Streik wird. Also bin ich mal provisorisch zum Bahnhof gegangen (wohne nur ne Minute weg), um zu sehen, wieviel mein Zug denn an Verspätung haben würde. Aber statt der Verspätung stand der Zug da und fuhr pünktlich ab und kam pünktlich in Frankfurt an. Haja, so mag ich den Streik. Irgendwer meinte bei Twitter, dass wahrscheinlich nur die Leute streiken, die sonst für die Verspätungen verantwortlich sind.

Auch sonst verlief mein erster Tag auch weitgehend entspannt. Den Vormittag habe ich vor allem mit dem Durcharbeiten des Mitarbeiterhandbuchs verbracht. Mittags wurde ich mit drei anderen Einsteigern zum Spießrutenlauf durch die Agentur geschickt. Jeder hat sich kurz vorgestellt, dann mussten wir uns vorstellen. Bei 80 Leuten macht das nur in eine Richtung sinn, aber immerhin, ich kann mich jetzt sauber in drei Sätzen vorstellen, ohne nachdenken zu müssen.

Erstaunlicherweise bin ich durch meinen ersten Tag ohne ein einziges Meeting gekommen. Agenturen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Dafür kam auch gleich der erste Rückschlag: ein Dell-PC! Das wird hart. Aber zumindest darf ich mein MBP daneben stellen.

Das geht ja gut los

Mein erster Arbeitstag in Frankfurt und gleich mal in den Streik der Bahn geraten. Mal sehen, ob es bei den versprochenen nur 30 Minuten Verspätung bleibt.

Zum Glück habe ich mich schon letzte Woche für mein neues Leben als Pendler ausgestattet:

  • Mit der HSDPA-Flat von MoobiCent bin ich online.
  • Mit dem Audiobuch-Abo von audible hat mein Gehirn auch was zu tun.

Update: Es waren dann doch 90 Minuten Verspätung und dann kam auch noch die Mail von meinem Chef, dass ich erst morgen meinen 1. Arbeitstag habe. Also, alles zurück auf Anfang und morgen dann der hoffentlich entspanntere Start.

Zum Verständnis: Da mit ND alles so schnell ging, arbeite ich im Juli nicht Vollzeit, sondern nur 15 Tage, um meine anderen Projekte zu ende bringen zu können und meine bestehenden Kunden nicht im Regen stehen lassen zu müssen.

Goodbye Freelancing – Hallo Agenturleben

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Die wichtigsten Punkte:

  • Ich werde Vollzeit (9to5) in Frankfurt arbeiten.
  • Ich bleibe vorerst in Karlsruhe und pendle jeden Tag.
  • Ich nehme keine neuen Freelancer-Aufträge mehr an.

Alle weiteren Details zum Warum gibt es später.

Meine letzte Woche in Freiheit

Große Veränderungen werfen ihre Schatten voraus.

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Konzepter II – Die Rückkehr

Ich habe ja schon sowas geahnt, als ich Anfang Februar zum Ende meiner Veränderungen-Serie schrieb, dass alle Entscheidungen nicht in Stein gemeißelt sind, sondern den aktuellen Stand meiner Reise in der Arbeitswelt wiedergeben. Vieles ist seitdem passiert und das meiste hat sich schneller entwickelt als erwartet.

Autor bei Blogwerk

Die Ruhe in diesem Blog liegt vor allem an meinem Engagement bei der Blogwerk AG für das Produktivitätsblog imgriff.com. Wer die Artikel verfolgt, die ich dort schreibe, dem dürfte klar sein, dass ich mehr als je zuvor geschrieben habe. Dass ich so schnell damit etwas Geld verdienen würde, hatte ich nicht auf dem Plan.

Ich freue mich sehr über die Zusammenarbeit mit Blogwerk und den feinen Damen und Herren dort. Ich war ja zunächst etwas kritisch, weil kommerzielle Blognetzwerke sich ja bisher in der Regel nicht gerade mit Rum und Qualität bekleckert haben. Bei Blogwerk dagegen nimmt man sich selbst nicht zu ernst, die eigene Arbeit dafür aber umso mehr. Ich lerne sehr viel, was meine journalistischen Fähigkeiten und mein Schreibstil angeht.

Hallo Konzepter/Konzeptioner

Schon als ich im Februar meinen Abschiedstext vom Konzepterdasein formulierte, war ich vorsichtig und ließ die Entscheidung offen. Inzwischen schreibe ich wieder ganz offen, dass ich Konzepter bin. Verantwortlich dafür ist das größte Projekt meiner bisherigen Selbstständigkeit.

Andreas ist regelmäßiger Leser meines Blogs und weiß somit ziemlich gut, wie ich drauf bin und wie mein Arbeitsleben so läuft. Bei der Veränderungen-Serie hat er sogar mitdiskutiert. Das hielt ihn nicht davon ab, mich bei einer großen Agentur als Konzepter und Informationsarchitekt für ein größeres Projekt vorzuschlagen. Sowohl die Agentur wie auch ich haben ihm vertraut, dass er schon weiß, was er sich dabei gedacht hat. Und so kam es, dass ich Mitte April wieder als Konzepter für eine Agentur gearbeitet habe. Haha, tja, das Leben…

Das eigentliche Schlüsselerlebnis aber war das Projekt selbst, meine Beteiligung und die Zusammenarbeit mit der Agentur. Alles lief perfekt. Ich fuhr zum Briefing hin und habe den ganzen Rest hier von meinem Schreibtisch aus erledigt. Das war die erste Agentur, die das nicht nur tolerierte, sondern für die das völlig ok war.

Die Arbeit selbst war nach meinem Media-System-Design-Studium kein Problem für mich. Meine Aufgabe war es, die Ideen der Agentur für eine Produkt-Webseite in ein direkt umsetzbares Feinkonzept zu verwandeln. Dazu gehörten viel Informationsarchitektur, ein paar Wireframes und viele klare Formulierungen, die den Designern und Programmierern die Arbeit leicht machen. Lauter Anforderungen, die ich im Studium x-mal gemacht und seitdem noch verfeinert habe.

Umso überraschter war ich über das sehr positive Feedback der Agentur und deren Kunde. Ich stelle doch immer wieder ein bisschen überrascht fest, dass die Dinge, die für mich selbstverständlich sind, für andere bei weitem nicht so offensichtlich sind. Scheinbar habe ich doch einiges im Studium gelernt.

Insgesamt hat mich dieses Projekt überzeugt, dass ich als Konzepter doch zu einigem fähig bin, solange die Rahmenbedingungen stimmen. Ich tue mich nach wie vor schwer, frische Ideen zu entwickeln. Aber wenn es darum geht, aus ersten, bestehenden Ideen ein Konzept für eine Webseite zu entwickeln, kann ich mein Können voll ausspielen.

Hallo Agenturen

Wirklich überrascht hat mich die Agentur mit ihrer Offenheit für meine Arbeitsform und meine Vorschläge. Kein Marketing-Gelaber, keine Arroganz, kein Sich-Profilieren. Das Team, mit dem ich gearbeitet habe, war freundlich, hilfsbereit und kommunikativ. Ich liebe es, wenn meine Vorurteile widerlegt werden. Das lässt mich hoffen, dass da draußen noch mehr Agenturen sind, mit denen es Spaß macht, zusammenzuarbeiten.

Ich merke an den Anfragen der letzten Wochen auf jeden Fall, wie das Business in der Werbebranche anzieht und so sehr Not am Mann ist, dass die Agenturen immer mehr Bereitschaft zeigen, sich neuen Arbeitsmodellen zu öffnen.

Fazit

Liebe Agenturen, wenn ihr auf der Suche nach einem Konzepter/Konzeptioner/Informationsarchitekt seid, der aus eurem Grobkonzept für Web-Projekte ein technisches Feinkonzept stricken kann und wenn ihr offen seid für flexible Arbeitsformen, wenig Präsenz vor Ort und virtuelle Kommunikation, dann sollten wir uns unterhalten. Mehr Details zu meiner Arbeit findet ihr unter Business.

Das neue Unternehmertum – Gedanken zu meinem Business

Penelope Trunk schreibt in ihrer Yahoo-Finance-Kolumne über die Unterschiede zwischen altem und neuem Unternehmertum (Entrepreneurship). Da sind einige interessante Thesen dabei, die ich durchaus auf mich anwenden kann.

Old: The self-employed are happy because they’re doing what they love.

New: The self-employed are happy because they have control over their work and they have a flexible lifestyle.

The idea that you need to do what you love is more of a platitude than solid career advice. Instead, the best advice might be to do what fits your life best, and create a life that you love.

[…]

In meiner Veränderungenserie habe ich geschrieben, dass ich mich selbstständig gemacht habe, um besser das zu machen, was ich liebe. Aber in den letzten Wochen habe ich beim drüber nachdenken genau das gemerkt, was sie hier beschreibt. Ich bin vor allem selbstständig, weil mir das Flexibilität gibt und ich mein ganzes Leben so gestalten kann, wie es für mich am besten funktioniert (s. meine Ausführungen in der Serie über meinen Tagesrhythmus).

Old: Do a lot of planning and make sure it’s going to work before you start.

New: Forget the big plan — just try it.

If it doesn’t work, just try again. This is not true for, say, starting a restaurant, but for a company with little cash outlay there’s little risk to running without a set plan.

Meine größte Angst, seitdem ich mein eigenes Gewerbe begonnen habe, war immer, dass ich vorher nicht genug Erfahrungen gemacht habe. Ich finde bei diesem Punkt merkt man massiv den Unterschied im amerikanischen und im deutschen Unternehmergeist. Der Deutsche versucht alles perfekt vorzubereiten, zu planen, alle erdenklichen Probleme im voraus zu beseitigen und schafft es so in der Regel nie, sein Business tatsächlich zu beginnen. All das rührt nach meiner Vermutung aus der immensen Angst zu versagen. Der Amerikaner dagegen legt einfach los. Wenn’s schief geht, wird halt das nächste probiert. Easy.

Ich habe mein Business ohne Geld, Erfahrung und besonders ausgeprägten Unternehmergeist begonnen. Bisher habe ich ein Jahr überlebt und in dem Jahr verdammt viel gelernt. In den letzten Monaten habe ich insbesondere versucht, meine Lebenskosten soweit wie möglich zu senken, so dass ich noch mehr Freiheiten und Möglichkeiten in meinem Business habe, ohne mir zuviel Sorgen machen zu müssen.

In den letzten Wochen nach den Veränderungen zu Beginn des Jahres hatte ich mal wieder eine Phase, in der ich das Gefühl hatte, dass ich endlich mal definieren müsste, was ich denn nun genau bin, zumindest beruflich. Bin ich nun ein Blogger, ein Media System Designer, ein Webdesigner, ein Webentwickler, ein Informationsarchitekt, ein Konzepter, ein Webberater, ein Forscher usw. Ich habe dann immer das Gefühl, dass ich mich nicht verkaufen kann, wenn ich nicht definiert habe, was ich genau mache. Irgendwas muss schließlich auf die Visitenkarte. Außerdem glaube ich dann auch immer, dass ich Prioritäten setzen muss, um in einem Gebiet richtig gut zu werden.

Zum Glück gingen diese Phasen bisher immer so zu ende, dass mir klar wurde, dass dieser ganze Definitionskram alles Bullshit ist. Ich bin gerade mal ein Jahr im Business, ich habe noch viele, viele Jahre vor mir und werde noch viele verschiedene Wege einschlagen. Sich jetzt festzulegen würde mich massiv einschränken.

Es kann gut sein, dass es so schwieriger für potentielle Kunden ist mich greifen zu können. Aber vielleicht wird es Zeit für diese Kunden sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass es Konzepter, Designer, Programmierer etc. gibt. Stattdessen gibt es lauter verschiedene Persönlichkeiten und Individuen, die alle ihre eigene Kombination von Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung besitzen.

Wo ich eigentlich hin will ist, dass z.B. eine Agentur irgendwann nicht mehr sagt „Wir brauchen einen Konzepter. Dieser Johannes Kleske ist Konzepter, also rufen wir ihn mal an.“ Vielmehr versuche ich mein individuelles Profil aufzubauen, so dass die Agentur irgendwann sagt „Für diese spezielle Problemlösung ist der Johannes der richtige Mann.“

Das ist einer der Gründe, warum ich hier so ausführlich über meine verschiedenen Interessen blogge und teilweise auch sehr offen mit meinen Desinteressen bin. Denn so können sich potentielle Kunden ein gutes Bild von mir machen und besser entscheiden, ob ich der richtige bin, um ihr aktuelles Projekt weiterzubringen oder auch nicht.

Veränderungen Teil 10 – Abschluss

So werden also meine nächsten Wochen und Monate aussehen. Ich werde versuchen, viel zu schreiben und meine Gedanken zu verschiedensten Themen in Worte zu fassen. Ich werde mich neu der Thematik meiner Diplomarbeit widmen und schauen, wohin mich das führt und wie ich die Erkenntnisse anbringen und einsetzen kann. Und ich werde mit Freunden gemeinsam viele kleine Webseiten entwickeln. Wie ich mein Leben kenne, wird es noch einige Überraschungen geben und werden sich Möglichkeiten auftun, an die ich im Moment noch gar nicht denke. Aber zumindest habe ich jetzt wieder einen klaren Kopf und weiß, wozu ich ja sagen und was ich ablehnen will.

Es gibt immer noch Dinge in meinen Berufungen und Begabungen, die noch keinen Platz gefunden haben. So weiß ich noch nicht, wie ich mein Talent zu lehren einsetzen kann. Auch für meine möglichen Beratertätigkeiten fehlt mir noch das Konzept oder ein Ansatzpunkt. So bin ich gerade an diesen Punkten gespannt, was das kommende Jahr noch mit sich bringt.

Rückblick

Damit geht die Veränderungen-Serie zu ende. Was eigentlich nur eine kurze Darstellung von der neuen Richtung in meiner Arbeit sein sollte wurde zu einer ausführlichen Serie, weil ich es zum ersten Mal richtig durchgezogen habe, all die Gedanken, die mir dazu im Kopf rumschwierten, aufzuschreiben. Ich bin ziemlich fasziniert, was der einfache Vorgang des Aufschreibens für eine Veränderung in Darstellung und Beziehungen mit sich bringen kann. Es ist ja nicht so, dass ich mir bei den aktuellen Veränderungen ungewöhnlich mehr Gedanken gemacht hätte als bei allem, was ich vorher gemacht und erlebt hätte. Nur diesmal habe ich es aufgeschrieben und das hat dazu geführt, dass ich viel sehr tiefgehendes Feedback von Bekannten und Unbekannten bekommen habe, wofür ich mich an dieser Stelle noch mal sehr bedanken möchte. Es bringt mich wahnsinnig weiter zu wissen, dass das Wirrwarr in meinem Kopf für andere nicht nach totalem Müll klingt, zumindest nicht für alle.

Ein paar Punkte möchte ich noch einmal klarstellen:

  • Mein Ziel war es nie, nur das zu arbeiten, wozu ich Lust habe. Mein Ziel ist es das zu arbeiten, was zu meinen Begabungen und Berufungen passt, kurz was mich ausfüllt.
  • Meine Gedanken erheben keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie beziehen sich ausschließlich auf meine Situation und meine Arbeit. Ich gehe davon aus, dass andere Menschen in anderen Situationen mit anderen Talenten zu anderen Ergebnissen kommen werden.
  • Meine Gedanken sind Teil eines andauernden Prozesses. Sie haben zu dem Zeitpunkt Gültigkeit als ich sie geschrieben habe. Kann gut sein, dass ich morgen schon wieder weitergedacht oder etwas dazugelernt habe und deswegen Dinge anders sehe.

Veränderungen in Prozessen

Obwohl es in dieser Serie ausschließlich um mich und meine Situation ging hoffe ich, dass einige von euch sich inspiriert fühlen, über ihre eigene Situation nachzudenken. Ich habe einfach viel zu häufig den Kommentar „Das geht mir auch so.“ gehört. Wenn ihr tatsächlich anfangt nachzudenken, dann nehmt euch vor allem Zeit und trefft keine vorschnellen Entscheidungen. Wie gesagt, wir Menschen funktionieren in Prozessen. Was ich heute feststelle, kann morgen schon wieder überholt sein. Es gilt, die dauerhaften Tendenzen mit der Zeit zu erkennen und auf sie zu reagieren. Wenn ich z.B. meine Konzepterarbeit nach einem Projekt hinschmeißen würde, weil mein Konzept dem Kunden nicht gefallen hat, wäre das eine vorschnelle Entscheidung. Aber nach mehreren Jahren der Teamarbeit die Feststellung zu formulieren, dass ich als Leiter/Manager nicht tauge ist auf dauerhafte Tendenzen zu reagieren.

Ich möchte irgendwann an dem Punkt sein, wo Geld ein angenehmer Nebeneffekt der Tätigkeit ist, die mir Erfüllung, Freude, Energie und Begeisterung gibt. Sonst wird’s noch eine verdammt lange Zeit bis zur Rente, die ich sowieso nicht mehr bekommen werde…

Veränderungen Teil 9 – Der Brotjob

Ich mache mir keine Illusionen. Bevor ich mit Schreiben (Bloggen) und Forschen genug Geld verdienen kann, um meinen eh schon geringen Lebensunterhalt zu finanzieren wird noch sehr viel Zeit vergehen. Bis dahin brauche ich eine Möglichkeit, um meine Miete zu bezahlen.

Kleine Webprojekte

Bevor ich im letzten Jahr die Zusammenarbeit mit den Berlinern begann hatte ich bereits einige Webprojekte durchgeführt. Auch im letzten halben Jahr kamen immer wieder Anfragen, von denen ich die meisten aus Zeitgründen aber absagen musste. Das ändert sich nun.

Kleine Webprojekte (300 - 1000 Euro Budgets) haben für mich einige Vorteile. Sie erfordern in der Regel kein komplexes Konzept und brauchen so keine lange Einarbeitungszeit. Sie lassen sich in zwei bis fünf Arbeitstagen umsetzen und brauchen so kein kompliziertes Projektmanagement. Im allgemeinen reicht ein Designer und ein Entwickler für die Umsetzung, was die Kommunikation vereinfacht. Zusammengefasst sind kleine Webprojekte für mich die ideale Ergänzung zu meiner anderen Arbeit, weil sie mir vergleichsweise wenig Kraft und Fokus rauben. Ich werde mit ihnen sicher niemals reich werden. Aber mit zwei bis drei Projekten im Monat kann ich überleben und gleichzeitig genug Zeit in Schreiben und Forschen investieren. Webprojekte sind zudem der Brotjob, der am nächsten an mein Können und Wissen herankommt.

Holske

Was ich bei diesen Projekten vor allem genieße ist die Zusammenarbeit mit anderen. Früher musste ich immer alles allein machen, Design, Konzept, Entwicklung. Vor allem Design fiel mir immer schon schwer. Nun habe ich mit Denis einen ultrafähigen Designer, so dass ich mich auf Konzept und Entwicklung konzentrieren kann. In der Zusammenarbeit mit Denis (unter dem Label Holske) sind in den letzten Monaten einige feine Webseiten entstanden:

  • Art Academy London – Die Webseite hat für uns viele Türen für mehr Projekte in London geöffnet.
  • Gathered Voices – Eine Webseite mit Kunst von Frauen in Prostitution für die Nonprofit-Organisation NCAP. Ein Projekt, das uns persönlich sehr bewegt hat.
  • Das Familien Konzil – Webseite für JesusFreaks International
  • Kairos Media – Online-Shop für die Firma eines Freundes.
  • Jonah Cacioppe – Portfolio-Seite eines Art-Academy-Künstlers mit Layout & Design vom Künstler selbst
  • Psychotherapie Schmitt – Kleine Webseite für eine Psychotherapeutin

Diese Seiten geben einen ganz guten Überblick über die Projekte, die wir machen. Das sind alles keine bahnbrechenden Webapplikationen mit den neusten Ajax-Spielerein oder brillanter Usabilty. Ich habe im vergangenen Jahr viel gelernt über den Umgang mit Kunden, die Kompromisse, die man eingehen muss und die Dinge, die man alle nicht tun kann, wenn das Budget dafür einfach zu klein ist. Aber so ist der Job.

Visionary Tree

Wie oben bereits geschrieben hat uns die Webseite für die Art Academy London einige Türen geöffnet. Mein Freund Rob Pepper, der uns den Auftrag vermittelt hat und mit dem wir zusammen das Ding durchgezogen haben, ist dort Künstler und Mitarbeiter. Nun kommen mehr und mehr Künstler zu ihm und wollen ähnliche Seiten. Auch von verschiedenen anderen Seiten bekommt er immer wieder Anfragen für Web- und Design-Projekte, so dass wir uns entschlossen haben, gemeinsam das ganze auf eine professionellere Ebene zu stellen. Dazu haben wir das Design-Netzwerk Visionary Tree gegründet. Dabei sind Rob und seine Freundin Aimie aus London, Matt und Josh von The New Celebrity aus Texas und Denis und ich aus Karlsruhe. Wir haben alle gemeinsam, dass wir an Projekten arbeiten wollen, die uns zumindest im Moment nicht viel Kohle einbringen und wir so kleine Jobs brauchen, die uns das Essen auf den Tisch bringen. Der Plan ist lauter kleine Projekte zu machen, die sich auch mit der Verteilung über die halbe Welt noch gut durchführen lassen.

Für mich ist das Ding ein Traum. Ich kann Geld verdienen mit dem, was ich ganz gut kann, kann das mit Leuten tun, die mir sehr viel bedeuten und mit denen ich gut kann und habe dabei immer noch genug Zeit zum Schreiben und Forschen. Trotzdem ist es für mich ein Brotjob, den ich hoffentlich nicht bis in alle Ewigkeit machen muss. Ich kann mir vieles vorstellen, das deutlich spannender ist als sich mit CSS-Problemen beim Internet Explorer rumzuschlagen. Aber den Preis bezahle ich gerne, wenn ich dafür Zeit bleibt, an anderen Projekten zu arbeiten.

Veränderungen Teil 8 – Forschen

Ich habe es schon mehrfach erwähnt, im letzten Jahr hatte ich kaum eine Chance, in den Themen meiner Diplomarbeit weiterzudenken. Nach meinem Kolloquium kommentierten meine Referenten, dass meine Diplomarbeit mehr Fragen aufwirft als dass sie welche beantwortet und das sei eine gute Sache. Nun müsste man einzelne Bereiche vertiefen. Leider lies mir dann die Arbeit als Konzepter und Projektmanager keinerlei Freiraum das auch zu tun. Das soll sich dieses Jahr deutlich ändern.

Es kommt auch von ganz allein wieder Schwung in die Sache. Zum einen habe ich ja neulich schon den Artikel über meine Diplomarbeit beim sciencegarden verlinkt. Durch den Artikel gab es wieder neue Aufmerksamkeit und neue Kontakte. Zum anderen ist der Gründer eines Verlags auf mich zugekommen mit dem Interesse, meine Diplomarbeit zu veröffentlichen. Auch mein Prof hatte direkt nach dem Ende der Diplomarbeit angedeutet, dass er über Veröffentlichungsmöglichkeiten nachdenkt.

Grundsätzlich fällt es mir derzeit schwer, einen Zugangspunkt zu finden, um die Beschäftigung mit der Thematik weiter voranzutreiben. WIe ich schon erwähnt habe, wurde ich in meinem Studium nicht gerade mit viel Wissen über wissenschaftliches Arbeit ausgestattet, und das gilt auch für Abläufe im wissenschaftlichen Apparat/Prozess. Sollte ich schauen, ob ich einen Master machen kann, um dann zu promovieren? Welche Wege gibt es noch, zu forschen ohne arm zu werden?

Vielleicht macht es auch gar keinen Sinn, dem normalen Weg zu folgen. Immerhin bietet auch für die Wissenschaft und die Forschung das Web neue Möglichkeiten. Einen ersten Schritt in diese Richtung habe ich gemacht. Ein guter Freund, mit dem ich studiert habe, plant ein Medienfestival und hat mich angefragt, ob ich einen Vortrag halten will. Hier ist die Beschreibung des Vortrags, die ich ihm geschickt habe.

Title:

Signs of Emergence – What Web 2.0 and an ant colony have in common

Description:

The web is back. The buzz about Web 2.0 feels like the second coming of the New Economy. The rise of social software has changed the web from a network of webpages to a network of people. Blogs, Wikis, Social Network, the web has become the platform for our communication and collaboration.

But the change goes deeper. The use of social software in corporations is changing how we work. Distributed knowledge is accelerating research and development. Organizations change from hierarchy to networks.

This keynote takes a look at the fundamental principles behind Web 2.0 and describes emergence as the leading system theory for how we will communicate, work, research and play in the next years.

Der nächste Schritt ist nun bis zu dem Festival ein Whitepaper zu schreiben, dass den Inhalt des Vortrags beschreibt und dies dann mit dem Vortrag zu veröffentlichen. Ich hoffe, dass das dann die nächsten Türen öffnet, um die nächsten Schritte zu tun.

Veränderungen Teil 7 – Schreiben

Ok, ihr habt lange ausgehalten. Ursprünglich sollte diese Serie nur dazu dienen euch mitzuteilen, an welchen neuen Dingen ich arbeite. Ist wohl ein bisschen mehr geworden. Nun ist aber tatsächlich der Zeitpunkt gekommen, um all die Dinge, die ich in den letzten Tagen erklärt habe, konkret werden zu lassen. In den nächsten Teilen, beginnend mit diesem, werde ich immer einen Bereich meiner Arbeit vorstellen. Los geht’s mit dem Berichten.

Mehr Schreiben

Ich habe es bereits im letzten Teil geschrieben, ich will mehr über all die Dinge berichten, die mir begegnen und die ich interessant finde. Um es noch einfacher auszudrücken, ich will mehr schreiben. Ich will über Dinge schreiben, die ich entdecke, die ich ausprobiere, die mich bewegen, die mich inspirieren. Ich will über Prozesse schreiben, durch die ich gehe und die mich verändern.

Euer Feedback auf diese Serie war eine weitere Bestätigung dafür, dass ich diese Richtung vertiefen bzw. konkreter angehen sollte. Deswegen werde ich meine Bloggeraktivitäten massiv ausbauen. Blogs sind für mich das offensichtliche Werkzeug, um zu veröffentlichen, was ich schreibe. Daher sind sie für mich der konkrete Ansatzpunkt, wie ich diese Begabung des Schreibens angehen kann.

Blogs

Nach meiner derzeitigen Überlegung sind folgende Blogs geplant:

  • Johannes Kleske/tautoko: Dieses Blog wird natürlich bestehen bleiben und mir als Veröffentlichungsplattform für alles, was an anderer Stelle nicht passt, dienen. Der Fokus wird noch mehr auf meinen persönlichen Gedanken, Prozessen und Ideen liegen. Der Stil wird sich an dem dieser Serie orientieren.
  • Produktivität (Arbeitstitel): Immer wieder mal angedacht, wird es nun tatsächlich Realität, das Produktivitätsblog. Allerdings werde ich die Thematik etwas breiter fassen. Nicht nur reine Produktivitätstipps, sondern auch Arbeiten als Webworker, Arbeiten in Netzwerken und Arbeiten ohne klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit. Ich habe für mich die Thematik des Blog mit „Arbeiten in der digitalen Bohème“ zusammengefasst.
  • MacAlltag: Die Idee für dieses Blog kam nicht aus der Überlegung, dass es unbedingt noch ein Mac-Blog bräuchte. Vielmehr wird dieses Blog eine Art Zweitverwertung. Ich beschäftige mich sowieso jeden Tag mit der Arbeit am Mac, probiere neue Tools aus, teste Tricks und versuche meinen Macalltag zu optimieren. Da kann ich die gewonnenen Erkenntnisse auch einfach in einem Blog festhalten. Dadurch finde ich sie leichter wieder und andere haben auch etwas davon. Dieses Blog wird sich also auf den Arbeitsalltag mit dem Mac konzentrieren und weniger Nachrichten und Gerüchte enthalten.
  • Social Software (Arbeitstitel): Ich habe es schon angedeutet und in einem späteren Teil werde ich es noch ausführlicher darstellen, ich will wieder deutlich mehr in Richtung der Thematik meiner Diplomarbeit machen. Dazu werde ich ein Knowledgeblog einrichten, in dem ich alles, was mir zu der Thematik begegnet, festhalten werde, Gedanken, Ideen, Links, Texte usw.
  • rejolt: rejolt ist das Label, unter dem ein paar Freunde und ich uns mit Themen wie Nachhaltigkeit, Bio, Fair Trade, Gegenkultur, Anti-Konsum, Culture Jamming und soziale Gerechtigkeit beschäftigen. Dazu machen wir Projekte, Aktionen und Kampagnen und auch ein Blog, dass ab demnächst deutlich mehr Aufmerksamkeit unsererseits genießen soll.

Weitere Blogprojekte werden zum entsprechenden Zeitpunkt folgen. Nun gilt es erstmal zu lernen, eine Handvoll Blogs zu pflegen.

Ziele

Mit dem Bloggen verfolge ich eine gemischte Anzahl von Zielen, die je nach Blog unterschiedliche Priorität haben:

  • Sprachrohr: Das erste Ziel ist natürlich, meine Gedanken, Ideen und Entdeckungen zu veröffentlichen.
  • Berufung: Ich will durch meine Blogs andere direkt inspirieren, ihnen neue Ideen geben, sie ins Nachdenken bringen aber ihnen auch konkret bei Problemen helfen und ihnen Dinge beibringen.
  • Networking: Ich will durch die Blogs mehr Menschen kennenlernen, die sich für die gleichen Themen interessieren.
  • Engagements: Ausgehend vom Networking ist ein Ziel des Bloggens, z.B. Engagements als Coach, Autor, Dozent, Berater oder Redner zu dem einen oder anderen Thema zu bekommen und dadurch auch eine Einkommensquelle zu schaffen.
  • Einnahmen: Ich werde mit den Blogs alles ausprobieren, was an direkten Einnahmequellen für Blogs möglich ist. Vom Sponsoring über Affiliate-Systeme bis zu Anzeigen. Immer angepasst an das Blog und was dort jeweils passt.

Neben meinen eigenen Blogs will ich schauen, wo ich mit anderen zusammenarbeiten kann.

  • Gastbeiträge auf anderen Blogs
  • Kollaborative Blogs mit anderen zusammen betreiben
  • Gastautoren auf meine Blogs einladen

Ganz allgemein werde ich mehr Zeit und Energie für die Vernetzung mit der Blogosphäre verwenden, um alles dranzusetzen aus dem Einzelkämpferding rauszukommen.

Von hier ausgehend bin ich gespannt, wohin sich mein Schreiben entwickelt. Neben dem Schreiben gibt es bei mir auch immer noch die leider sehr unterdrückte Liebe fürs Podcasting. Das Problem hier ist vor allem der größere technische Aufwand. Trotzdem kann es gut sein, dass es zu einigen Blogs auch einen Podcast geben wird. Ich habe riesige Lust darauf.

Soweit mal die Richtung, in die es mit dem Schreiben für mich geht. Extensives Bloggen ist der nächste Schritt. Was dann kommt, werden wir dann sehen.