Archive for the 'Beruf' Category

Morgen komm ich später rein - Hoffnung für Angestellte

16.08.2008

Während der Diskussion um zukünftige Arbeitsformen bei Agenturen kam beim Wunsch nach mehr Flexibilität eigentlich immer die gleiche Antwort: werd’ halt Freelancer. Aber ich weigere mich nach wie vor zu glauben, dass das die einzige Antwort sein kann. Es muss doch auch für Angestellte eine andere Zukunft geben als den ewigen Bürotrott von 9 bis 9.

Wie gut, dass noch andere der selben Meinung sind. Und umso besser, wenn sie es noch in viel passendere Worte zu fassen wissen als ich. Z.B. Markus Albers. Der schreibt als Journalist unter anderem für mein Lieblingsmagazin Monocle und hat dadurch schon direkt einen Joker bei mir.

Albers hat nun das Buch geschrieben, auf das ich gewartet habe. Morgen komm ich später rein heißt es und beschäftigt sich mit neuen Arbeitsmodellen für Unternehmen mit Angestellten. Albers hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar geschickt, das ich inzwischen durch und direkt an meinen Chef weitergegeben habe.

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Mitarbeitermotivation - Pixar macht’s den Agenturen vor

Pixar, das Filmstudio mit Filmen wie The Incredibles und Cars, hat von allen Filmstudios die höchsten Durchschnittseinnahmen pro Film. Das liegt zum einen daran, dass sie viel weniger Filme rausbringen als die meisten anderen Studios. Es liegt aber auch daran, dass jeder ihrer Filme ein absoluter Kassenschlager ist. Man wartet schon fast darauf, dass sie es mal verkacken. Aber gerade ist Wall-E in den USA angelaufen und wieder überschlagen sich die Kritiker vor Begeisterung.

Ein Geheimnis für den unglaublichen Erfolg könnte sein, dass Pixar genau das beherrscht, was die meisten deutschen Agenturen noch ignorieren, Mitarbeitermotivation. Im Blog von 37signals habe ich einen Hinweis auf die Pixar University gefunden. Das liest sich bei Bill Taylor wie folgt:

Pixar University is at the center of Pixar’s workplace agenda. The operation has more than 110 courses: a complete filmmaking curriculum, classes on painting, drawing, sculpting and creative writing. “We offer the equivalent of an undergraduate education in fine arts and the art of filmmaking,” Nelson said. Every employee — whether an animator, technician, production assistant, accountant, marketer, or security guard — is encouraged to devote up to four hours a week, every week, to his or her education.

Randy Nelson is adamant: these classes are not just a break from the office routine. “This is part of everyone’s work,” he said. “We’re all filmmakers here. We all have access to the same curriculum. In class, people from every level sit right next to our directors and the president of the company.”

[…]

Thanks to Pixar University, employees learn to see the company’s work (and their colleagues) in a new light. “The skills we develop are skills we need everywhere in the organization,” Nelson said. “Why teach drawing to accountants? Because drawing class doesn’t just teach people to draw. It teaches them to be more observant. There’s no company on earth that wouldn’t benefit from having people become more observant.”

Das allein produziert noch keine genialen Filme. Aber es sorgt neben vielen anderen Details im Pixar-Arbeitsalltag dafür, dass sich die Mitarbeiter bei Pixar extrem wohl fühlen. Und genau das wiederum ermöglicht Pixar, die talentiertesten Leute im Animationsfilmbusiness zu holen und zu halten. Und genau dieses Kollektiv von genialen Talenten fährt Pixar einen Erfolg nach dem anderen ein.

Andrew Stanton, who directed Wall-E, was a key figure behind Finding Nemo, which won two Oscars, generated worldwide box-office of $840 million, and became the best-selling DVD of all time. But Stanton didn’t follow the success of Nemo by offering himself to the highest bidder or demanding perks and special treatment. He went back to his job as an employee of the studio, to pitch in on other films and eventually begin work on his next major project.

Also, Agenturen, die Frage ist relativ simpel: Bietet Ihr den Talenten, die Ihr gerne haben wollt, den besten Arbeitsplatz, den sie sich vorstellen können?

Thema HomeOffice

Seth’s Blog: The new standard for meetings and conferences

If you’re a knowledge worker, your boss shouldn’t make you come to the (expensive) office every day unless there’s something there that makes it worth your trip. She needs to provide you with resources or interactions or energy you can’t find at home or at Starbucks. And if she does invite you in, don’t bother showing up if you’re just going to sit quietly.

I’ve worked in three companies that had lots of people and lots of cubes, and I spent the entire day walking around. I figured that was my job. The days where I sat down and did what looked like work were my least effective days. It’s hard for me to see why you’d bother having someone come all the way to an office just to sit in a cube and type.

The new rule seems to be that if you’re going to spend the time and the money to see someone face to face, be in their face. Interact or stay home!

Fantastisches Zitat mit leider noch jeder Menge Realitätsferne, zumindest derzeit. Lest euch auch die restlichen Thesen von Seth in dem Artikel u.a. zu Konferenzen durch.

Neue Digitale sucht User Experience Director

Jaja, der Fachkräftemangel. Auch mein Arbeitgeber ist auf der Suche nach fähigen Leuten, derzeit insbesondere nach einem User Experience Director. Die Details der Stelle könnt ihr euch unten ansehen. Was vor allem wichtig ist, ist dass wir eine Marketingagentur sind. D.h. bei aller Expertise in Informationsarchitektur, Usability und Experience Design braucht der Kandidat für den Job auch ein Verständnis für Marken und Konzepte.

Falls ihr jemanden geeigneten kennt oder selbst Interesse habt, einfach direkt bei mir melden.
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Neue Digitale sucht Konzepter

Mein Brötchengeber Neue Digitale sucht, wie wohl alle anderen Agenturen auch, händeringend nach Konzeptern bzw. Konzeptionern. Hier mal die offizielle Stellenbeschreibung:

Konzepter/in

Als Konzepter sind Sie einer der Motoren in unseren Kreativteams. Ihre Aufgabe: Mit überzeugenden Ideen die digitale Kommunikation unserer Kunden auf Touren bringen und gemeinsam mit Ihrem Team zum Ziel zu steuern.
Klar, Motor wird man nicht einfach so. Aber Ihre Faszination für Markenstrategien und Text/Konzeption hält unseren Takt so hoch, dass wir uns bald gar nicht mehr vorstellen können, je ohne Sie ausgekommen zu sein. Sie lieben das Web? Hervorragend. Dann zeigen Sie unseren Kunden und Wettbewerbern wie heute digitale Kommunikation aussieht.

Und das bringen Sie mit…

  • Sie lieben das Web
  • Ausgeprägte Kreativität, Textsicherheit und ein hoher Qualitätsanspruch
  • mindestens 2-4 Jahre Erfahrung in der inhaltlichen Konzeption von Online/Crossmedia-Projekten
  • Erfahrung mit internationalen Markenkunden und deren Online-Markenführung
  • Affinität zu den technologischen Aspekten des Mediums Internet
  • Marketing und CRM Know How
  • Schnelle Auffassungsgabe und Interesse, sich in neue Themen einzuarbeiten
  • Sicherheit im Umgang mit den üblichen Werkzeugen (MS Office und Visio)
  • Engagement, Zuverlässigkeit, Ausdauer und Belastbarkeit
  • Gute Kommunikations- und Teamfähigkeit
  • Präsentationssicherheit und Spaß daran, eigene Konzepte dem Kunden zu verkaufen
  • Sehr gute Englischkenntnisse (fließend) in Wort und Schrift

Bei Interesse oder Fragen einfach direkt an mich wenden.

Agenturen sollten bloggen um zu lernen

Jeremiah Owyang beschreibt in The Importance of Blogging, warum er weiterhin zwei Stunden pro Tag fürs Bloggen aufwendet. Der erste Grund:

1) It helps me learn: every topic I post on, someone will add additional thoughts in the comments, so more is gleaned than just me mouthing off. In fact, I get over 7 comments per post on average, so that’s at least a few more perspectives that just mine.

Am Dienstag gings auch in der Agentur ums Bloggen und es war mal wieder spannend zu beobachten, wie die meisten marketing-geprägten Menschen immer als erstes die Frage danach stellen, wie sie mit Social Media, in diesem Fall Blogs, Ideen vermitteln bzw. dem Kunden ihre Nachricht kommunizieren können.
Aus meiner Sicht ist der wichtigste Grund für eine Agentur Blogs einzusetzen aber das Lernen bzw. Zuhören. Eine Agentur sollte bloggen, um beständig mit verschiedensten Communitys im Gespräch zu sein, um besser zu verstehen und um Einblick zu bekommen. Und das geht immer mehr nur noch im Gespräch statt im Betrachten von abstrakten Statistiken. Ich würde auch vermuten, dass die immer noch häufig anzutreffende Arroganz gegenüber den Zielgruppen schnell verfliegt, wenn man sich der ungehemmten Kritik aussetzt, die eine offene Kommentarfunktion automatisch mit sich bringt.
Ich freue mich sehr über diese Richtung für die Agenturen, weil sie es ermöglicht, mehr persönliche Beziehungen mit Leuten aus den Zielgruppen aufzubauen, Meinungen von realen Menschen einzuholen und darüber nachzudenken, wie man für sie Mehrwert schaffen kann. Ich arbeite einfach lieber für Menschen als für “Milieus”. Das schöne am Dialogmarketing ist doch, dass ich mich nicht mehr in meinen Elfenbeinturm einschließe, sondern beständig mit Leuten im Gespräch sein und neue Leute mit neuen Perspektiven kennenlernen kann. Das bringt vor allem mir als Mensch (nicht nur als Werber) etwas.

Ich hatte ja schon David Deals Aussage zu der Forrester Research Studie gebloggt, in der es um die zukünftigen Agenturen geht, die viel enger als bisher Teil von Communitys werden müssen. Peter Kim hat nun die verschiedenen Reaktionen auf die Studie zusammengetragen (via Martin Recke).

Update: Sehr hilfreich zu dem Thema finde ich auch die Ausführungen von Melissa Daniels zu ihrer Arbeit als Community-Managerin (via Jeremiah Owyang).

Warum Werber bloggen sollten

Es gibt smarte Leute bei Avenua A | Razorfisch, der Mutteragentur von Neue Digitale. Z.B. David Deal, Marketing Director in Superhype » Blog Archive » Boy, did I screw up:

At a time when Forrester Research urges agencies to become more connected with consumers, marketing executives need to think like this: “Blog as much as you can to stay connected to the world around you. In all things, strive for balance. Don’t let your other work responsibilities interfere with your blogging, and don’t let blogging interfere with your other work responsibilities.”

Forrester’s new report, “The Connected Agency,” urges agencies to become active participants in consumer communities, not just observers. Employee blogging isn’t the answer to being a connected agency, but it’s an important part of having a real dialogue with your community, which leads to stronger consumer insight.

Ich kann die Aussage nur unterstützen. Mal sehen, wann die Erkenntnis bei der Tochteragentur ankommt…

Props an die ND Kollegen

Bin ja eigentlich mehr so der Meckerfritze. Aber wenn’s was zu gewinnen gibt, dann kann ich mich auch zu was freundlichem zwingen ;-)

Also, hm, was nettes… Ist ja eigentlich gar nicht so schwer. Das letzte halbe Jahr war sehr von der Agentur und den Menschen dort geprägt. Und das schöne daran ist, dass ich dazu einiges positive sagen kann.

Ich bin ja eher kritisch in die Agentur gekommen, was aber vor allem an meinem allgemeinen Bild von Agenturen lag. Hab dann aber einige Leute getroffen, die immer bereit waren, mir etwas zu erklären oder sich auch bewusst Zeit nahmen, um mir einen tieferen Einblick zu ermöglichen. Dank dieser Leute habe ich im letzten halben Jahr so viel gelernt, wie schon seit langem nicht mehr. Insbesondere seien hier Wolfgang, Silke, Pat, Shailia, Michael und Gerald erwähnt. Es macht verdammt Spaß, mit euch zu arbeiten. Ist irgendwie schon komisch. Vor sechs Monaten kannte ich euch alle noch gar nicht. Nun brühte ich zehn Stunden am Tag mit euch über Projekten und sehe euch häufiger als alle anderen Menschen in meinem Leben…

Ich bin sehr gespannt, was im nächsten Jahr so kommt und hoffe, dass ich euch dann auch mal etwas mehr unterstützen kann als nur zur Last zu fallen.

Fragen an myspace

Stefan Zilch, Sales Director von myspace Deutschland, ist heute abend bei Neue Digitale zu Gast und darf befragt werden. Deswegen meine Frage an euch: “Was wolltet ihr myspace immer schon mal fragen?”

Meine Neue heißt Brigitte

Nachdem die Pressemitteilung raus ist kann ich auch endlich mal verraten, woran ich die letzten zwei Monate fast ausschließlich gearbeitet habe (und noch einige Monate arbeiten werde):

Frankfurt, 31. August 2007 – Die Verlagsgruppe Brigitte des Hamburger Gruner + Jahr Verlags hat Neue Digitale mit verschiedenen Projekten innerhalb der Verlagsgruppe beauftragt: Für die Online Brigitte-Familie setzen die Frankfurter Multimedia-Experten ein neues Web 2.0 Gesamtkonzept um. Außerdem werden einzelne Plattformen teilweise auch technisch von Neue Digitale realisiert.

Nach einer ausführlichen Zielgruppenanalyse werden im ersten Schritt die sehr umfangreichen Inhalte neu strukturiert und mit neuen Funktionen angereichert. Neue Digitale kann hierbei das langjährige Know-How in Bezug auf Social Networks und User Generated Content anwenden und in neuem Kontext einbringen.

Die Verlagsgruppe Brigitte des Hamburger Gruner + Jahr Verlags ist nach Nintendo of Europe und Audi für Neue Digitale der dritte große Neukundengewinn innerhalb der letzten zwölf Monate. Mit diesem Neukunden verstärkt Neue Digitale die bestehenden Kompetenzen bei der Verknüpfung von Print- und Online-Publikationen von Verlagen.

Kein 9to5 für mich

In Berlin findet gerade das 9to5-Festivalcamp statt, auf dass ich eigentlich schon lange gespannt war und als einer der ersten ein “Katze im Sack”-Ticket gekauft hatte. Das war allerdings schon bevor ich diesen kleinen Job angenommen hatte. Nun muss ich mit leider, leider meinen Trip nach Berlin canceln. Die letzten zwei Wochen waren superstressig und dazwischen lag noch ein Barcamp. Noch ein Wochenende mit nur wenig Schlaf in der Penntüte wäre grob fahrlässig. Und so werde ich statt 9to5 ein Wellness-Wochenende machen und mir die 9to5-Sessions im Podcast anhören.

In Wahrheit habe ich aber nur Angst, von den 9to5ern wegen Verrats verprügelt zu werden. Ist ja auch echt dreist, überall das Buch (Wir nennen es Arbeit) zu promoten und dann nen Durschnitts-Vollzeit-Agenturjob anzunehmen.

1,5 Monate Neue Digitale

Jaja, die ganzen faulen Studentenfreunde von mir beschweren sich schon, dass hier nix mehr geht. Ihr wisst doch gar nicht, was Arbeit ist! Ich wusste es ja auch nicht ;-)

Ist tatsächlich so, dass ich wohl noch nie in meinem Leben so viel gearbeitet habe, wie derzeit. Liegt wahrscheinlich auch daran, dass ich noch nie festangestellt war und 8-Stunden-Tage (8, yeah, right, wer’s glaubt…) hatte. Ich war da auch ein bisschen unsicher, ob ich mich überhaupt so lange konzentrieren kann. So etwas ist nicht gerade meine Stärke.

Nun sind schon 1,5 Monate vorbei und ich fühle mich immer noch wie in der ersten Woche. Die Zeit rast unglaublich schnell. Das ganze macht nicht immer nur Spaß. Manches ist auch harte Schule. Aber das passt schon. Deswegen mache ich das ja schließlich.

Ich finde allein schon die Erfahrung des Festangestellten-Dasein enorm spannend. Ich konnte nie verstehen, wie man seine Freizeit mit nem Bier vor dem Fernseher verbringen kann und nix anderes an den Start kriegt. Nun bin ich selbst arg versucht, mir nen dicken Plasma-TV zu kaufen und mich jeden Abend vor das Ding fallen zu lassen, um das Hirn endlich abschalten zu können. Alles sehr horizonterweiternd.

Auf der anderen Seite arbeite ich gerade an Projekten, die auf nem Level laufen, das für mich bisher unvorstellbar war. Darf natürlich nix verraten. Aber das ist definitiv keine Kinderkacke. Damit einher geht natürlich das obligatorische Agenturproblem: Ich hab für nix anderes mehr Zeit. Bin diese Woche schon zwei Mal mit dem Zug um 23h gefahren, um kurz daheim zu pennen und mich am nächsten Morgen wieder auf den Weg zu machen. Aber passt schon. Heute war Deadline und die Nächte davor sind per Naturgesetz eher kurz. Ist auch nicht anders wie im Studium.

Nun freue ich mich erstmal auf das Barcamp in Köln am kommenden Wochenende. Die Twitter/Barcamp-Community ist in den letzten Monaten gut gewachsen und so gibt es einen Haufen Fressen, die ich endlich mal in FL (First Life) treffen will. Man sieht sich in Kölle.

In 4 Stufen zur Festanstellung

Ich bin euch noch die Erklärung schuldig, wie es soweit kommen konnte, dass ich nach all meinen Aussagen im letzten und in diesem Jahr nun doch in einer Festanstellung gelandet bin.

Stufe 1: Als Freelancer unzufrieden

Wenn ich auf den Veränderungsprozess vom Anfang des Jahres zurückschaue, dann hat von den Dingen dort eigentlich nur eine Sache funktioniert: das Schreiben. Alles andere hat entweder nicht geklappt oder sich anders entwickelt.

So bin ich im Bereich Forschung keinen Schritt weitergekommen. Die ganze Konzepter-Geschichte hat sich anders entwickelt, worauf ich neulich ja schon eingegangen bin.

Leider sind auch abseits von den eigentlichen Tätigkeiten alle Versuche von Vernetzung und Bürogemeinschaften gescheitert, so dass mir die Arbeit als Freelancer in den letzten Monaten ziemlich auf den Sack ging.

Folgende Probleme haben sich dabei für mich insbesondere herauskristallisiert:

  • Einsamkeit – Es klang hier gerade im Rahmen von Coworking schon häufiger an. Nach Umfragen ist Einsamkeit das größte Problem von Selbstständigen. Mir ging es da nicht anders. Mein Arbeitsalltag sah in der Regel so aus, dass ich 12 Stunden am Tag unter meinem Bett am Schreibtisch saß und maximal abends mal kurz meinen Mitbewohner gesehen habe. Auch wenn ich das immer gehofft habe, aber es lassen sich halt nicht so einfach alle Arbeiten ins Café verlegen. Teilweise war auch die Kohle einfach zu knapp.
  • Allein arbeiten – Vom Typ und auch vom Studium her bin ich ein ziemlicher Teamplayer. Mich nervt es, wenn ich ein Projekt allein angehen muss und mich nicht mit jemand anderem darüber austauschen kann. Deswegen habe ich von Beginn meiner Selbstständigkeit an versucht, Projekte mit anderen zusammen zu machen und in Netzwerke zu investieren. Bis auf die Zusammenarbeit mit Denis sind alle Versuche gescheitert. Im Mai hatte ich es in Karlsruhe noch mal mit einem Bürogemeinschaftsprojekt versucht. Aber auch das hat nicht geklappt. So stand ich im Juni wieder ohne Netzwerk und Büro da.

Diese Ausgangssituation hat mich anfällig für verlockende Angebote gemacht.

Stufe 2: Ein Angebot in Reichweite

Bisher fiehl es mir aus einem Grund ziemlich leicht, alle Angebote von Agenturen von vorneherein abzulehnen: Ich hätte sie nicht annehmen können, ohne direkt umziehen zu müssen. Diese Barriere war mir viel zu hoch. Vom Freelancer zur Festanstellung ist ein riesiger Schritt. Außerdem wusste ich nie, ob es mit der entsprechenden Agentur und der Arbeit dort überhaupt passen würde. Und ich gebe Karlsruhe nicht einfach so auf Verdacht auf. Ich mag auch nicht auf einen Schlag mein komplettes Leben ändern, wenn ich mir nicht absolut sicher bin.

NEUE DIGITALE war die erste Agentur, die mich angefragt hat, die so nahe war, dass ich nicht sofort umziehen muss. Damit hatten sie einen Fuß in der Tür und ich war bereit, mich näher mit ihnen zu beschäftigen und mir anzuhören, was sie zu bieten haben.

Stufe 3: Die Inhalte stimmen

Ich habe hier schon einige Male erwähnt, dass ich glaube, dass es mehr und mehr vom reinen Jobtitel weg geht. Ich habe wenig Interesse an den Agenturen, die nur nach Jobtiteln suchen und sich dann bei einem melden. Mir ist meine Zeit zu kostbar, um beim ersten Meeting schnell festzustellen, dass man gar nicht miteinander kann.

Für NEUE DIGITALE öffnete sich die Tür ein Stück mehr, als klar wurde, dass sie über die Inhalte an mich gekommen waren. Mein jetziger Chef hatte auf der Webseite meines Fachbereichs meine Diplomarbeit entdeckt und fand das Thema sehr spannend für ND.

Einer meiner Profs meinte immer, dass die Diplomarbeit das einzige bei MSD ist, über das man sich wirklich profilieren kann. Zumindest für meinen Fall hat er damit recht behalten.

Stufe 4: Förderung statt Kohle

Den tatsächlichen Ausschlag, mein Leben aber so massiv umzukrempeln gab schlussendlich ein anderer Faktor. Im Gespräch wurde relativ schnell klar, dass es bei ND für mich keinen Job als Freelancer gibt, weil das Niveau der Projekte zu hoch für meinen Erfahrungsstand ist. Aber statt mir einfach abzusagen haben sie mein Potential erkannt und boten mir an, mich als Junior IA einzustellen, mir das nötige Handwerkszeug, das noch fehlt, beizubringen und mich zu fördern. Dazu gehören unter anderem vertraglich zugesicherte Fortbildungsmaßnahmen und die Aufnahme in das Juniorprogramm.

Der Faktor des Lernens und Gefördert-werdens spielt für mich eine große Rolle und war als Freelancer nie gegeben. Ich denke, dass es nicht gut ist, gerade zu Beginn einer Berufslaufbahn, keinen Mentor oder Lehrer zu haben, der einem das 1&1 1×1 des Business beibringt. Deswegen sagte ich zu, als klar war, dass ND in mich investieren will und mein neuer (und erster) Chef jemand ist, der, soweit ich das jetzt schon einschätzen kann, seine Mentoren/Lehrer/Förderer-Rolle sehr gut ausfüllen kann.

Das Gehalt spielt interessanterweise bei der Entscheidung eine untergeordnete Rolle. Angesichts des aktuellen Booms und des Stands an Kunden würde ich sogar vermuten, dass ich als Freelancer in der nächsten Zeit hätte mehr verdienen können.

Der rote Faden

Im Rückblick sehe ich, wie das sich alles Stück für Stück entwickelt hat. Ich habe ein genrealistisches Studium absolviert und war mir danach nicht sicher, in welcher Arbeit ich mich am wohlsten fühlen würde. Also habe ich mich zunächst als Freelancer in ganz verschiedenen Position und Projekten ausprobiert. Bei IA/Konzepter bin ich schließlich hängen geblieben. Nun ist der nächste Schritt, in diesem Bereich richtig gut zu werden. Und dafür ist ND die beste Adresse, die ich mir wünschen kann.

Was mir am meisten zu schaffen macht…

…ist, dass ich jetzt indirekt für Mircosoft arbeite.

1. Arbeitstag

Ich hatte ja nach den Nachrichten eigentlich erwartet, dass heute morgen alles noch viel schlimmer mit der Bahn und dem Streik wird. Also bin ich mal provisorisch zum Bahnhof gegangen (wohne nur ne Minute weg), um zu sehen, wieviel mein Zug denn an Verspätung haben würde. Aber statt der Verspätung stand der Zug da und fuhr pünktlich ab und kam pünktlich in Frankfurt an. Haja, so mag ich den Streik. Irgendwer meinte bei Twitter, dass wahrscheinlich nur die Leute streiken, die sonst für die Verspätungen verantwortlich sind.

Auch sonst verlief mein erster Tag auch weitgehend entspannt. Den Vormittag habe ich vor allem mit dem Durcharbeiten des Mitarbeiterhandbuchs verbracht. Mittags wurde ich mit drei anderen Einsteigern zum Spießrutenlauf durch die Agentur geschickt. Jeder hat sich kurz vorgestellt, dann mussten wir uns vorstellen. Bei 80 Leuten macht das nur in eine Richtung sinn, aber immerhin, ich kann mich jetzt sauber in drei Sätzen vorstellen, ohne nachdenken zu müssen.

Erstaunlicherweise bin ich durch meinen ersten Tag ohne ein einziges Meeting gekommen. Agenturen sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Dafür kam auch gleich der erste Rückschlag: ein Dell-PC! Das wird hart. Aber zumindest darf ich mein MBP daneben stellen.