re:publica leider ohne mich

Mit blutendem Herzen habe ich mich heute entschieden nicht zur re:publica zu fahren. Der Grund ist schlicht und einfach die Kohle. Auch wenn die re:publica in meinen Augen nun wirklich günstig ist, so kommen doch für mich mit Fahrtkosten und Spesen vor Ort soviel zusammen, dass ich es mir gerade einfach nicht leisten kann. Mag irgendwer sonst dort ein bisschen Coworking evangelisieren?

re:publica Preise

Sauber! Ich hab das Banner für die re:publica oben hingepackt, weil ich mich wirklich auf das Ding freue und hoffe, dass so noch mehr von meinen Lesern dort hinkommen. Gestern wurden nun die Eintrittspreise bekannt gegeben und wie sich herausstellt bringt mir das Banner nun eine 20 € Ersparnis. Der normale Eintritt für die drei Tage kostet 60 € für Privatpersonen und 100 € für Unternehmen. 20 € kann man sparen, wenn man ein Banner auf seinem Blog/seiner Webseite platziert. Ich zahle also 40 € Eintritt für die re:pbulica und das finde ich für eine dreitägige Konferenz schon extrem günstig. Btw. ich suche immer noch eine Unterkunft für die drei Tage.

re:publica vom 11. bis 13. April in Berlin

Gerade erst gesehen. Der Termin für die re:publica in Berlin steht endlich. Und ich werde definitiv dabei sein, falls einer meiner Berliner Freunde einen Schlafplatz für mich übrig hat.

re:publica » Info:

“re:publica – Leben im Netz” greift als Konferenz das auf, was einige unter “Web 2.0?, andere unter “Open Source” oder “Social Media” verstehen:

Soziale Netzwerke, Blogs, Podcasts, Videocasts, Online- und Offline-Communities und -Services – all diese Aspekte werden bei der re:publica ebenso umfassend zur Sprache kommen wie Hintergründe, die Philosophie, die Prinzipien, die rechtlichen Grundlagen der sozialen (R)evolution im Netz.

Kurzum: Es geht um Kultur.

Neben den Diskussionen und Vorträgen wird es Workshops geben und auch kommerzielle Aspekte kommen zur Sprache: re:publica wird diskutieren, ob und wie man als Blogger oder Podcaster seinen Lebensunterhalt verdienen kann und auf bisherige Erfahrungen zurückblicken.

St.Oberholz

Nachdem das St.Oberholz in jedem zweiten Artikel über Wir nennen es Arbeit erwähnt wurde, habe ich heute mal die Gelegenheit für eine kleine Pilgerreise zu diesem Wallfahrtsort der digitalen Bohème genutzt. Und es stimmt, die beste Psychoanalyse eines Publikums lässt sich mit Hilfe von iTunes Sharing machen ;-)

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Im besten Hipsterstil musste es natürlich ein Bagel mit Rucola zum Frühstück sein.

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Barcamp Berlin recap

barcamp
(Foto von cocaman)

So langsam habe ich mich vom Wochenende erholt und nun wird es dringend Zeit, das Barcamp Revue passieren zu lassen: Ich fand’s saugeil! Habe mich ja schon länger gefragt, warum man viel Geld für große Konferenzen mit tollen Namen ausgeben soll, wenn man sich das ganze nachher auch als Podcast anhören kann. Immer wenn’s interessant wird, ist die Zeit schon um und an so nen Web-Heavy kommt bei so einer Konferenz auch nicht heran, um ihm mal die spannenden Fragen zu stellen. Bleibt noch der Networkingaspekt, der aber meist sehr schmal zwischen den ganzen, wichtigen Keynotes ist. Barcamp ist das Gegenteil von alledem und damit für die Zukunft meine absolute Lieblingsform von Konferenz.

Man kann sich das ungefähr so vorstellen. Es versammeln sich ca. 80 bis 100 Webenthusiasten. Niemand ist da, nur weil der Chef meint, man müsse den und den Sprecher hören. Alle haben richtig Lust zu lernen und eigene Erfahrungen weiterzugeben. Und plötzlich läuft das Ding von ganz alleine. Innerhalb von 15 Minuten haben sich alle mit Namen und drei Stichworten zu sich vorgestellt, was ich vorher für völlig unmöglich hielt. Innerhalb der nächsten 15 Minuten folgen dicht aneinander gereiht Themenvorschläge und -interessen. Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben, sprechen sich spontan ab, ihre Sessions gemeinsam zu machen. Ihr merkt, ich bin immer noch von der sofort vorhandenen Atmosphäre beeindruckt, bei der niemand erstmal vorsichtig abwartend war.
Die Themenverteilung wurde aus dem Innenhof von Pixelpark in das Foyer verlegt, wo für jeden zur Verfügung stehenden Konferenzraum ein Flipchart mit Zeiträumen bereit stand. Jeder schrieb das Thema, zu dem er eine Session machen wollte auf ein Postit und füllte damit einen passenden Zeitraum eines Raumes. Nach kurzen Absprachen wurden noch einige Sessions hin und her gerückt, dann stand der grobe Plan für den Tag und das Barcamp konnte richtig beginnen. Auch über den Tag wurde immer wieder spontan gerückt und korrigiert. Abends schrieb jemand kurz „21h am Hackeschen Markt“ auf eines der Flipcharts und schon war das Abendprogramm geregelt.
Die Sessions waren entweder Vorträge von verschiedenen Leuten, wobei niemand ewige Monologe hielt, sondern immer schon direkt Fragen gestellt und diskutiert wurde, oder Gesprächsrunden zu Themen, bei denen man in der Runde diskutierte.

Ich habe beim Webmontag und auch bei diesem Barcamp manchmal das Problem, dass mir die Themen zu abstrakt, philosophisch oder dogmatisch sind. Man kann halt ewig über die Zukunft der klassischen Medien/Werbung diskutieren, auf Webstandards pochen oder Mikroformate promoten. Alles ok, aber ich mag’s auch gerne mal richtig praktisch.
Während der Themenvorschlagsrunde kam mir spontan die Idee, eine Diskussionsrunde zur Praxiserfahrung von Leuten zu machen, die schon mal tatsächlich was gelauncht haben. Mir ist bei unserem Launch von Hypediss neulich aufgefallen, dass es doch gewisse Unterschiede gibt zwischen dem Lesen von Techcrunch und dem Livegehen mit der eigene Webapplikation. Und diese Erfahrungen von anderen hat mich interessiert. Und scheinbar nicht nur mich, denn die Startup-2.0-Session am Samstag war gut gefüllt und es wurden spannende Dinge erzählt. Z.B. über Erfahrungen mit Business-Angles und dass es kaum funktioniert, eine ordentliche Webanwendung nebenher zu entwickeln. Wegen der großen Nachfrage haben wir die Session am Sonntag fortgesetzt. In kleinerer Runde wurde mir noch mal klar, wieviel Unsicherheit viele Entwickler haben. Es ist nicht das Problem, dass wir keine Idee hätten. Das Problem ist, dass wir wie gelähmt vor den tausend Möglichkeiten und Gefahren eines Startups stehen und niemand da ist, der ohne eigenen Interessen uns mit praktischer Erfahrung zur Seite steht. Klar, wir als Deutsche haben gerne mal ein bisschen mehr Schiss als andere. Aber mit ein bisschen Support von erfahreneren könnte viel mehr gehen.

Das gute am Barcamp ist, dass es nichts kostet. So hat man kein schlechtes gewissen, wenn man mal eine Session verpasst, um sich mit einem Freund oder neu gewonnenen Kontakt etwas länger auszutauschen. Das Ding ist sowieso networkingmäßig der Hammer. Ich denke, dass es kaum eine andere Möglichkeit gibt, so unverkrampft mit sauinteressanten Leuten zusammen zu kommen und qualitative Konversation zu betreiben. Ich habe ne Menge cooler Leute getroffen oder auch besser kennengelernt.

Fazit: Wenn nix schief geht, bin ich auf jeden beim Barcamp Nürnberg dabei, auch wenn ich am Ende echt kaputt war. Und das Konzept sollte man sich auch für jedes beliebige andere Thema genau anschauen.

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Barcamp kommt

Barcamp in Berlin
Am Wochenende ist das erste Barcamp hier in Berlin und jedes mal, wenn ich die Teilnehmerliste überfliege steigt die Vorfreude. Zum einen sind ein paar Leute dabei, die ich schon länger nicht mehr getroffen habe und wo es dringend mal wieder Zeit wird. Zum anderen ist die Liste doch sehr vielversprechend, vor allem, weil es keine Redner gibt, sondern das jeder-ist-ein-Teilnehmer-Prinzip auf spannende Tage und sauviel Networking vermuten lässt. Jetzt muss ich nur noch schnell irgendwo ein paar Visitenkarten drucken lassen…

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Kaffeeleidenschaft

Coffeeshop-Mitte

Kennt ihr das? Man erlebt so Dinge, die versauen es einem mit dem Rest. Zum Beispiel dieses kleine Kaffeehaus in der Rochstraße in Mitte. Seitdem ich dort zweimal täglich bin, habe ich überhaupt keinen Antrieb mehr, bei Starbucks reinzuschauen, obwohl der nächste nur zwei Straßen weg ist. Der Unterschied: Leidenschaft. Im Starbucks wird man in der Regel von Studenten bedient, die ihren Job machen und sich auf das Ende ihrer Schicht freuen. Im Buscaglione steht den ganzen Tag die brasilianische Inhaberin, ruft ihre Kunden mit „Hey Babys“ und verbreitet neben Lebensfreude vor allem genial guten Kaffee und Snacks, bei denen ich schon beim dran denken zu sabbern anfange. Warst du einmal da, weiß sie genau, was du das letzte mal hattest.

Und genau das wird auf ewig den Unterschied zwischen BigAss-Cooperations und Läden mit Leidenschaft ausmachen. Da kann Starbucks noch soviel Third-Place sein wie sie wollen. Und wenn wir uns das häufiger klarmachen und beachten, werden die Läden mit Leidenschaft auch irgendwie überleben. Hoffe ich…

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