Barcamp Ruhr – Diebstahl

Beim Barcamp Ruhr ist die Stimmung auf dem Nullpunkt. Leider werden einige Teilnehmer ohne ihre Laptops und iPods nach hause fahren müssen, da sich irgendjemand fröhlich bedient hat. Sehr fucked up, das ganze.

Falls es Spendenkonten oder ähnliches zum Support der Geschädigten gibt, schreibe ich das hier rein.

Barcamp Ruhr – Rundgang Unperfekthaus

Die Location bei diesem Barcamp ist das Unperfekthaus in Essen. Sehr cooles Ding. Irgendwie mit Ateliers für Künstler, aber frei zugänglich. Mit Getränkeflatrate und superverwinkelt usw. Schaut’s euch an.


Barcamp Ruhr – Unperfekthaus Essen from Johannes Kleske on Vimeo.

Auch die WCs sind ein Event an sich.


Barcamp Ruhr – WCs from Johannes Kleske on Vimeo.

Gedanken zu Barcamps #2 – Hilfe für Einsteiger

Hier ist Teil 2 meiner allgemeinen Gedanken zu Barcamps. Teil 1 ging um das Problem der No-Shows. Vielen Dank an dieser Stele für euer zahlreiches Feedback. So macht eine gemeinsame Diskussion Spaß.

Ich höre es immer wieder, wenn ich Leute frage, ob sie zum Barcamp kommen wollen: „Ich wüsste gar nicht, was ich erzählen sollte.“, „Ich habe Angst, dass ich kritisiert werden.“ oder „Ich habe keine Zeit, eine Präsentation vorzubereiten.“

Der Grundsatz eines Barcamps ist „Keine Zuschauer, nur Teilnehmer.“ In der Essenz stimmt das auch. Allerdings baut die Formulierung dieses Grundsatzes für viele Barcamp-Einsteiger eine hohe Hürde auf. Wer noch nie in einer Barcamp-Session war, geht häufig erstmal davon aus, dass diese wie ein normaler Konferenz-Vortrag funktioniert, inklusive Powerpoint-Präsentation etc. Vielen geht erst nach den ersten ein, zwei Sessions ein Licht auf. Deswegen liebe ich den Barcamp-Sonntag so, weil dann die ganzen Einsteiger verstanden haben, wie der Hase bei einem Barcamp läuft und sich selbst einbringen. Ich habe immer wieder Einsteiger erlebt, die auf ihrem ersten Barcamp Sonntags spontan eine Session gemacht haben. Auch in Hannover gab es das wieder und diese Sessions gehörten zu den besten, bei denen ich dabei war.

Ich denke, dass wir vor und auf Barcamps besser für die Einsteiger kommunizieren müssen, um sie schneller mit reinzunehmen. Hier sind ein paar Vorschläge.

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Gedanken zu Barcamps #1 – No-Shows

Nachdem ich jetzt bei 4 – 5 Barcamps war wird es Zeit für ein paar allgemeine Gedanken zu dieser meiner Lieblingskonferenzform.

Heiß diskutiert wird in Barcamp-Insiderkreise immer gerne das Problem der „No-Shows“, der Leute, die sich anmelden, dann aber einfach nicht erscheinen. Das Problem daran ist, dass die No-Shows Plätze auf der Teilnehmerliste belegen, die alle auf der Warteliste gerne hätten.

Ich möchte hier zu beginn betonen, dass ich noch nie Teil eines Barcamp-Orga-Teams war, auch wenn ich mit vielen Organisatoren befreundet bin. Insofern kann ich nicht vollständig nachvollziehen, wie scheiße es ist, wenn du deine ganze Energie investierst und dann eine große Anzahl von Leuten einfach nicht auftauchen.

Der grausigste Punkt beim Barcamp in Hannover am vergangenen Wochenende war für mich der, als es bei der Feedbacksession zu diesem Thema kam. Ich war ein bisschen erschrocken, als aus Vertretern einer Bottom-Up-Konferenz, die sonst mit „Stasi 2.0″-Shirts rumlaufen, Personen wurden, die laut nach schwarzen Listen riefen und Menschen an den öffentlichen Pranger stellen wollten. Da blitzte kurzeitig etwas auf, was mir gar nicht gefällt.

Aus meiner Sicht lässt sich das No-Show-Problem so einfach wie auf jeder anderen Konferenz der Welt lösen: Überbuchen. Inwzischen sollten wir doch einen guten Durschnittsprozentsatz von No-Shows für ein Barcamp ermittelt haben. Was spricht dagegen, ein Barcamp einfach um diesen Prozentsatz zu überbuchen?

Trotz dieser für mich einfach und effektiv erscheinenden Lösung will ich auch einen Vorschlag machen, wie man das ganze angehen könnte, wenn einem das nicht reicht.

Vielleicht bin ich als Informationsarchitekt/User-Experience-Designer da etwas mehr sensibilisiert als andere, aber mir stößt es immer wieder auf, wie man einfach davon ausgeht, dass die No-Shows alles Unmenschen sind, die sich dreist überall anmelden und dann nach Lust und Laune entscheiden, ob sie kommen oder nicht. Beim Barcamp Hannover wurde alles versucht, um die Teilnehmer im Vorfeld daran zu erinnern, sich wieder auszutragen, wenn sie nicht kommen können. Trotzdem war die Anzahl der No-Shows nicht deutlich geringer als üblich. Das zeigt mir, dass da noch viele andere Faktoren eine Rolle spielen, die wir gerne übersehen, wenn wir uns über die No-Shows aufregen.
Deswegen wäre meine allererste Maßnahme, die No-Shows nach dem Barcamp anzuschreiben und sie zu fragen, warum sie nicht gekommen sind. Wenn man das hinbekommt, ohne ihnen das Gefühl der Anklagebank zu geben, könnte man ein essentiell realistischeres Bild davon bekommen, was dazu führt, dass ein Teilnehmer nicht auftaucht, ohne abzusagen. Erst danach kann man aus meiner Sicht überhaupt erst über Maßnahmen nachdenken.

Wie man es auch immer letztlich angeht und löst, mir ist vor allem wichtig, dass wir von dieser Haltung runterkommen zu glauben, wir müssten andere Menschen erziehen, sei das durch schwarze Listen, Schutzgebühren oder die automatische Verfrachtung ans Ende der Wartelisten. Diese Haltung steht für mich komplett gegen die Grundphilosophie der Barcamps. Wenn wir die No-Shows als Problem sehen, dann sind nicht einzelne Menschen ein Problem, sondern wir als Community haben ein Problem. Deswegen sollten wir lieber nach „barcampingen“ Lösungen suchen als solche anzuwenden, wie sie jetzt im Raum stehen.