Frank Rieger beim DLD

Vorhin kurz Frank Rieger vom CCC im Interview mit Jeff Jarvis im Livestream des DLD gesehen. Dazu drei Beobachtungen:

  1. Rieger bringt seine Forderungen an die Unternehmen und Startups im Raum schön auf den Punkt: Alles muss standardmäßig verschlüsselt werden und es braucht totale Transparenz im Umgang mit den Daten der Kunden. Welche Daten werden gespeichert, was passiert mit den Daten und welche Erkenntnisse hat das Unternehmen aus den Daten gezogen? All das mindestens einmal im Jahr automatisiert per Email.
  2. Selbst Jarvis war überrascht, wie optimistisch Rieger im Bezug auf die ganze Sache ist. Rieger begründet das damit, dass nun die Fakten zur Überwachung auf dem Tisch liegen und eine richtige Diskussion möglich ist. Man merkt ihm an, dass er mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung aus der Arbeit des CCCs z.B. auch bei den Cryptowars in den 90ern1 weiß, wie lange solche politischen Prozesse dauern. Das hilft ungemein, den Blick wieder etwas zu weiten.
  3. Jarvis selbst versucht immer wieder seine Post-Privacy-Agenda einfließen zu lassen und wirkt dabei gerne wie ein Botschafter der US-Unternehmen, denen er damit in die Hände spielt. Aber ich war auch vorher schon nicht gerade ein Fan von ihm.

An der Stelle sei auch noch mal auf das großartige Buch Arbeitsfrei von Rieger und Constanze Kurz hingewiesen, in dem sie das Nehmen-uns-Maschinen-die-Arbeit-weg-Thema durch praktische Beobachtungen angehen.


  1. An der Stelle noch mal der Hinweis auf die großartige Folge 30 des Alternativlos-Podcastes, in dem Frank Rieger und Fefe die Geschichte der Kryptografie erzählen.  

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing