Scheitern respektieren

Eine Social-Media-Agentur ist gescheitert, deren Herangehensweise mit meinem Verständnis nicht unbedingt deckungsgleich war. Früher wäre die Häme bei mir deutlich größer geworden. Aber seitdem ich selbst gegründet habe, überwiegt mein Respekt für jeden, der sich wagt, seine Perspektive in ein eigenes Unternehmen zu gießen. Seine Zeit und sein Geld zu riskieren, um herauszufinden, ob man richtig liegt, gehört zu den größten Risiken, die man eingehen kann. Da wir nicht alle immer richtig liegen können, gehört ein Scheitern leider dazu. Trotzdem überwiegt für mich die Anerkennung für den Versuch gegenüber der Schadenfreude, dass die Prämisse wohl nicht ganz tragfähig war. So ändern sich die Perspektiven, wenn man plötzlich die Tragfähigkeit der eigenen Position jeden Monat im Geschäftsbericht überprüfen kann.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing