Das ist doch nichts Neues

Im Gespräch, in der Präsentation, beim Bier oder im Chat – überall, wo ich mich mit Leuten über aktuelle Entwicklungen, neue Tools und Startups unterhalte, reagiert jemand irgendwann mit dieser Aussage:

Aber das ist doch nichts Neues.

Das faszinierende an diesem Satz ist, dass er weniger an mich als Beschreiber des „Neuen“ gerichtet ist. Viel mehr dient er dem Äußernden als Mittel gegenüber sich selbst, um sich zu beruhigen, dass das Neue seine gewohnten Ansichten und Verhaltensweisen nicht herausfordert und kein Umdenken nötig ist.

Aus diesem Grund ist diese Aussage für mich ein klares Warnsignal, wenn ich mich dabei ertappe, sie zu äußern oder auch nur zu denken. Denn für meine Arbeit ist eine Blockadehaltung gegenüber Veränderungen katastrophal, insbesondere wenn sie unbewusst passiert.

Dabei ist die Frage, ob das Beschriebene wirklich neu ist, zweitrangig. Das Problem ist die Haltung, die mich dazu führt, Gedanken und Beobachtungen in dieser Art zu bewerten. Mein Ziel ist es grundsätzlich offen zu sein und mich niemals in die Defensive gegenüber Entwicklungen zu begeben.

Es geht immer darum, welche Aspekte innovative Ansätze zeigen oder für wen das spannend sein könnte. Eine binäre Einteilung in „neu“ und „nicht neu“ ist für eine komplexe Welt, in der Veränderung ein konstanter Zustand ist, ein massiver Nachteil.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

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