Beobachtung: Podcasts live

Der große Nutzen von Podcasts war immer, dass sie die Radiosendung von der Liveübertragung gelöst haben. Man konnte zu einer beliebigen Zeit aufnehmen und die Zuhörer konnten sich das zu einer beliebigen Zeit anhören.

Nun ist es faszinierend zu sehen, wie insbesondere bei größeren Podcast-Netzwerken in den USA wie Twit und 5by5 das Liveerlebnis (Twit, 5by5) wieder in den Vordergrund rückt. Wenn jemand wie Leo Laporte dutzende Podcasts in der Woche produziert, braucht er dafür einen Aufnahmeplan, insbesondere, wenn sein Showformat darin besteht, eine Gesprächsrunde mit mehreren Gästen zu haben, die in der Regel selbst sehr beschäftigt sind. Wenn man dann sowieso schon zu einer festen Zeit aufnimmt, warum das dann auch nicht gleich live übertragen? Und so ist bei den großen Podcasts das Liveübertragung wieder da. Die Sendungen werden live per HD-Videstream ins Netz übertragen. Ein Backchannel ermöglicht den Austausch zwischen Sendungsgästen und den Zuhörern sowie den Zuhörern unter sich, was wiederum großen Einfluss auf die Sendung selbst hat (Stichwort: Live-Fact-Checking etc.). Der Großteil der Zuhörer der Podcasts hört die Sendungen nach wie vor später. Aber eine kleine, engagierte Fangemeinde verfolgt die Aufnahmen live, trägt die spannenden Inhalte direkt weiter und sorgt somit für die Verbreitung des Podcasts.

Ein Format, dass wegen Technologie zunächst praktisch für tot erklärt wurde, erstarkt neu und wird dank Technologie spannend wie nie zuvor … mal wieder.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing