Maria Popova über Twitter und Kuration

[…] new tools in general, and Twitter in particular, greatly challenge the binary dichotomy of attention as something that is either given or taken away, distracted. Instead, these tools allow us to direct attention to destinations where it can be sustained with more concentration and immersion.

In einem großartigen Essay für das Nieman Journalism Lab schreibt Maria Popova (@brainpicker) über ihren Umgang mit Twitter als Informationskuratorin und räumt dabei mit einigen Vorurteilen auf.

While the majority of my readers now arrive at Brain Pickings through Twitter, a medium premised on brevity of thought and a dynamic ebb-and-flow of attention, the kinds of posts they most engage with on the blog are books. What’s more, they actually buy books — lots of them.

Wie schon an anderen Stellen fordert sie eine neue Kultur der Attribution. Verständlich, weil das für ihre Arbeit die wichtigste Währung ist.

Finding a way to acknowledge content curation and information discovery (or, better, the new term we invent for these fluffy placeholders) as a form of creative labor, and to codify this acknowledgement, is the next frontier in how we think about “intellectual property” in the information age.

Ich stelle bei meiner „Kurationsarbeit“ immer wieder fest, dass das schwierigste für mich ist, im Nachhinein herauszufinden, woher ich etwas habe. Gerade Tools wie Instapaper machen es leicht Inhalte zu sammeln. Sie speichern aber nicht die Quelle, woher man es hat. Insofern unterstütze ich Maria’s Aussage mit dem Wunsch, dass unsere Tools der Attribution mehr Respekt zollen und das „via“ gleich mit speichern.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

7 Gedanken zu „Maria Popova über Twitter und Kuration“

  1. Na, das ist aber auch ein wenig einfach gemacht, die Schuld fast nahezu auf die Tools abzuwälzen. Man kann ja genausogut die Quellen statt der Inhalte speichern. Und es ist sicher mehr als nur die Faulheit, die einen die zwei Klicks und ein copy&paste verschludern lässt. Der Nimbus des Erstentdeckers. Ich nehme mich da selbst nicht aus, aber das hat jeder Nutzer in seiner eigenen Hand und liegt nicht an der Software.

    1. Ok, etwas genauer ausgedrückt: Da, wo ich derzeit keine Attribution (geht das eigentlich als Wort durch?) angebe, liegt es häufig daran, dass ich Funktionen wie Instapaper oder Watch Later bei Vimeo nutze. Ich werde jetzt sicher nicht anfangen, interessant erscheinende Artikel mit Link und Quelle in eine Textdatei zu kopieren. Dann bin ich wieder da, wo ich vorher war. Viele, interessante Artikel, die ich alle nie gelesen habe, weil ich nun mal nicht gerne im Browser lese.

      Aber, hm, vielleicht kriege ich ein Skript gebaut, dass das für mich automatisiert …

  2. Es ist umständlicher, habe ich ja auch geschrieben, klar. Vor allem weil – um beim Beispiel zu bleiben – Instapaper, gerade auf dem iPhone, fast übertrieben praktisch ist. Durch die Unterstützung des Service im Twitterclient meiner Wahl geht Abspeichern und späteres Lesen sehr einfach. Um eine Textdatei lässt sich aber in vielen Fällen ein Workaround finden. So spricht ja nichts dagegen, den auf einen tollen Artikel führenden Tweet zu faven, um sich so an die Quelle zu erinnern, falls man sie selbst anderweitig verposten möchte.

    Bei anderen Services wie diigo oder delicious müßte man mobil den Umweg über Safari nehmen, dafür kann man beim Abspeichern allerdings auch Notizen wie die vorher (oder nachher) kopierte URL der Quelle hinzufügen.

    1. Ich benutze gerade die Unread-Funktion von Pinboard recht viel, weil sie mir Format-unabhängig erlaubt, die Quelle zu speichern. Pinboard kann z.B. auch meine Twitter-Favs auslesen und speichert die dort erwähnten Links ebenfalls als „ungelesen“.

  3. Das mit den gespeicherten Twitterfavs habe ich sofort wieder sein lassen, als diigo meinte, einen automatoiserten Tweet à la „I now save my favs via @diigo:twitter and you can too. (+link)“ raushauen zu müssen. Ist es eigentlich gewollt, daß man beim Klicken der Titel auf http://tautoko.info/ nicht beim einzelnen Blogposts landet, sondern auf dem Artikel, von dem der Post handelt? Ungewöhnlich.

    1. Bei längeren Artikeln, die vor allem Text von mir enthalten, verweist die Überschrift auf den Permalink. Bei Inhalten, die sich auf einen anderen Artikel beziehen und in denen ich vor allem zitiere, verweist die Überschrift auf die Quelle (zu erkennen an dem Pfeil hinter der Überschrift). Ist komplett bei John Gruber geklaut.

  4. Ich sollte sowieso öfter Daring Fireball lesen, hatte ich noch nie bemerkt. Oder wieder vergessen. Die Idee ist aber ziemlich logisch, wenn auch ein wenig ungewohnt. Das mit den zum Original linkenden Titeln hatte ich auch mal bei einem händisch befüllten Kommentarlog. Habe das allerdings aufgegeben, weil es mir entweder technisch zu nervig war oder meine Kommentare anderswo auf die Dauer qualitativ nicht genug hermachten. Für sowas (Punkt 1) gibt es doch mittlerweile auch eine technische Lösung, oder?

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