Relaunch – Bloggen vs. das Echtzeitweb

Weblogs können einem fast leidtun. Vor nicht allzu langer Zeit waren sie noch das Zentrum des Social Web, die zentrale Kommunikationsform der Konversation im Web. Dann kam mit Twitter und „Schnell-Blog-Diensten“ wie Posterous und Tumblr das Echtzeitweb. Nun scheint es vor allem um Geschwindigkeit zu gehen und da brauchen längere Blogtexte zu viel Zeit.

Wenn ich mir die Artikelfrequenz auf diesem Blog anschaue, seitdem ich Twitter nutze und auf johanneskleske.com per Posterous all das spannende Zeug sammle, was andere veröffentlichen, wird schnell klar, dass ich da keine Ausnahme bilde. War dieses Blog lange mein zentrales „Veröffentlichungsorgan“, so gibt es davon nun einige mehr. Zeit also, das ganze mal neu zu sortieren. Ich denke nicht, dass mit der Entstehung neuer Plattformen alte ersetzt werden, sondern dass jede Plattform sich mehr auf seine Stärken konzentriert. Deswegen machen für mich Twitter und Posterous dieses Blog nicht überflüssig. Aber es wird Zeit damit neu zu experimentieren, es spezifischer auszurichten.

Denn was Twitter und kurze Posterous-Einträge nicht bieten können, ist eine Plattform für die Ausformulierung meiner Gedanken. Genau diesen Part des Bloggens vermisse ich und auf den will ich mich mit dem Relaunch für dieses Blog konzentrieren. D.h. vor allem längere Texte, die hoffentlich ein bisschen Ordnung in meine Kopfdisco bringen und im besten Fall eure Gedanken anregen. Mal schauen, wo das hinführt.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

10 Gedanken zu „Relaunch – Bloggen vs. das Echtzeitweb“

  1. Erstmal Kompliment zum Relaunch. Der Design Minimalismus passt zum textfokussierte Ansatz wie angegossen – auch um sich auch mal längeren Texten zu widmen. DER Artikel, der einem wirklich am Herzen liegt und bei dem Diskussion wirklich wertvoll und bereichernd sind, kriegt so seine angemessene Plattform. Genauso, wie sich bei den „klassischen Medien“ auf lange Sicht die Bereiche , Info und Analyse teilen werden, so denke ich werden sich auch Blogs von der reinen „Fundgrube von coolem Zeug“ zu „Statements und Analysen von Leuten deren Meinung ich schätze“ weiterentwickeln. Die schnelle Seite – „Wo was abgeht und was cool ist“ muss allein schon aufgrund der Quellenvielfalt über twittertim.es, Fever, rivva und Kollegen irgendwie gefiltert werden. Einen „Unread Count“ für Twitter halte ich schon von Anfang an für einen Mega-Joke 🙂

    Leider wird es so gerade für kleine Blogs natürlich auch schwieriger. Ohne irgendwelche „Special Skills“ (Zeichner, Fotografen etc) vorhandenem Fame oder dem vorrauseilenden Ruf aus dem First Life- z.B als Autor oder von Berufswegen haben die eigenen Gedanken es schwer zum Publikum zu finden.

    Ein kleines Problemchen mit „dem Neuen“ habe ich aber noch: Auf der Hauptseite, steht über dem Titel, dieser Artikel habe 1 Kommentar. Außer „One comment“ kann ich aber im eigentlichen Beitrag keinen Kommentar finden ??

  2. Fein, fein … mir brennt es seit einigen Tagen auch schon unter den Nägeln und ich lese die Texte von meinen Blogkollegen sehr aufmerksam und habe mir in letzter Zeit auch schon einige Gedanken gemacht.

    Ich bin froh um die Entwicklung – Trennung von Linkschleuder, Nebensächlichen und Inhalten, die mich wirklich weiterbringen – Gedanken und output von Menschen die mich interessieren.

    Es wird wieder Qualität in die Blogs kommen – Tendenz hin zu eigenen Inhalten. Wiedergeben kann jeder … Positionen, Meinungen, Gedanken eigener Output sind meiner Meinung nach der gefragt.

    Ahnlich wie der Wandel im Beruf unterzieht sich wohl auch das Web einem ständigen Wandel – die Masse reproduziert und macht nach – die Originale entwickeln und formen den Wandel meiner Meinung nach mit – Qualität wird sich durchsetzen – leichter wird es sicher nicht.

    Soviel von mir – Cheers vom BerlinDesignHippie 😉

  3. Mich würde mal interessieren, warum Blogger, die schon ein Blog (oder mehrere) haben, auch noch bei Posterous bloggen?

    Auch bei WP gibts doch die Möglichkeit, per E-Mail zu bloggen, falls man das will. Was also ist der Grund für NOCH EIN BLOG auf Posterous?

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