Stadtbetrachtungen

Dan Hill in seinem Artikel zur Lift-Konferenz:

I have a policy of making sure I escape any conference at some point to see the host city via a long, long walk, and my jetlag necessitates as much exposure to fresh air and pale sun as I can justify. With a flying visit such as this, that means skipping a session this afternoon, so apologies to those speakers I missed. Yet I always find the experience of a few hours tramping around a new map, understanding the city through my camera and other senses, to be as inspiring and enlightening as the conference content itself.

Wie Hill bin ich ein großer Fan davon, eine Stadt zu Fuß zu erforschen. Dabei bin ich immer wieder von unterschiedlichen „Brillen“ fasziniert, durch die man eine Stadt betrachten kann.

Das erste Mal fiel mir dieses Prinzip auf als ich begann, mich für Streetart zu interessieren. Plötzlich entdeckte ich überall Sticker, Malereien und sonstige künstlerische Betätigungen im urbanen Raum, die mir vorher nie aufgefallen waren. Meine Freunde wurden wahnsinnig, weil ich vor jedem Laternenpfosten stehen blieb, waren dann aber umso überraschter als ich ihnen den fantastischen Sticker zeigte, den sie komplett übersehen hatten.

Genau dieses Prinzip ist es auch, das mich an der Skatekultur inspiriert. Ein Skater geht/fährt mit einem komplett anderen Blick durch die Stadt. Wir sehen Schaufenster, Einkaufszentren, Plakate, etc. Er sieht Sets, Rails, Ledges und Gaps (grob übersetzt: Treppen, Geländer, Vorsprünge und Lücken). Dabei entzücken ihn ganz andere Formen von Architektur als den „normalen“ Fußgänger. Was uns nervt kann für ihn der Traum-Spot sein.

Am Sonntag war ich zum Frühstücken im Café Max in Karlsruhe und habe das gute Wetter genutzt, um zu Fuß und mit der Kamera in der Hand dorthin zu laufen. Dabei fiel mir wieder dieses Prinzip auf. Auf der Suche nach guten Motiven und durch den Sucher der Kamera nehme ich die Stadt komplett anders war. Dadurch entdeckt man so manches ungewöhnliches.

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Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

3 Gedanken zu „Stadtbetrachtungen“

  1. Das Foto mit der Tür und den Werbezetteln ist garnicht mal so schlecht. Es hat was!

  2. Du hast ja so recht! Versuche nun auch wieder öfter die Kamera in die Hand zu nehmen und mit diesem „anderen“ Blick durch die Stadt zu ziehen. Auch relativ „langweilige/hässliche“ Städte haben großes Potenzial, man muss es nur erkennen.

  3. Zum Potential von „hässlichen“ Städten und dessen Entdeckung finde ich den „Urban Art Guide“ von Adidas einen vielversprechenden Ansatz. Unbedingt mal anschauen!

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