Inamo – Die Zukunft des Restaurants?

Vor einer Woche war ich in London im Inamo in Soho. Das Restaurant leistet seinen Beitrag zum aktuellen Hype um „interaktive Tische“.

Im Inamo sind dazu Projektoren über den Tischen angebracht, die ihr Bild direkt auf den weißen Tisch projezieren. In der unteren rechten Ecke an jedem Platz ist eine Art Trackpad, mit dem man einen Mauszeiger über den Tisch steuert. Mit dem Mauszeiger klickt man sich durch ein einfaches Menü, über das man Speisen & Getränke bestellen, den Tisch „customizen“ (Hintergrundbild und -pattern auswählen), Spiele spielen oder mit dem Personal kommunizieren sowie die Rechnung einsehen kann.

In der Mitte des Platzes wird auf dem Tisch der Bereich für den Teller einfach weiß beleuchtet. Beim bestellen werden einem dort Voransichten zu allen Speisen und Getränken angezeigt. Hat man seine Bestellung für den Moment zusammengestellt (man kann jederzeit nachbestellen), schickt man diese ab. Kommt man ohne Erklärung aus, hat man bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Wort mit der Bedienung gewechselt. Die beginnt nun damit einem die georderten Speisen und Getränke zu liefern. Während man darauf wartet kann man z.B. eine Runde „Schiffe versenken“ gegen seinen Gegenüber spielen.

Inamo bietet beste Asian-Fusion-Küche. Ich habe mich für ein Set-Menü entschieden, mit dem man verschiedene Speisen probieren kann.

Das coole an Inamo ist, dass man die ganzen Spielerein mit dem Tisch ganz schnell vergisst, wenn man erstmal sein Essen hat und dieses so hervorragend schmeckt, wie meins es tat.

Während des ganzen Aufenthalts hat man ständig Zugriff auf den aktuellen Stand der Rechnung. Sobald man bereit ist, lässt man sich über einen Button die Rechnung bringen. Auch kann man jederzeit die Bedienung „rufen“, muss dazu aber nicht wild gestikulieren oder ähnliches. Auch hier genügt ein Klick.

Das ermöglicht einen sehr angenehmen Aufenthalt im Inamo, weil man den Interaktionsgrad mit dem Personal genau bestimmen kann. Das freundliche Personal war bei uns gerne jederzeit bereit, uns zu beraten. Aber wenn man lieber seine Ruhe hat, bringen sie einfach nur die georderten Speisen vorbei und lassen einen sonst in Ruhe. Auch sehr beeindruckt war ich von der intuitiven Bedienung des „Tisches“. Hier haben die Interaktionsdesigner ganze Arbeit geleistet. Alles funktioniert so, wie man es erwartet und kommt ohne Erklärung aus. Ich war sicher nicht das letzte Mal im Inamo.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

7 Gedanken zu „Inamo – Die Zukunft des Restaurants?“

  1. … also den tollen Service kann ich auch jederzeit bei mir Zuhause genießen. Da setz ich mich einfach an Tisch und die Mutti prasentiert einem – ohne was zu sagen – die feinste Mahlzeit vor den Latz. Ganz ohne Rechnung 😉

  2. Das wäre für mich jetzt ein Grund, wieder mal nach London zu reisen. (Natürlich neben den Pubs und dem Backstage oder Borderline oder wie der Rock-Club hiess – mag London sowieso sehr)

    Genial. Hatte auch etwas rumvisioniert an einem Gadget-Geek-Restaurant. Stichwort: Surface oder das interaktive Tisch-Ding von Philipps. Auf die Idee, dass man den kompletten Tisch via Beamer customizen könnte bin ich bisher nicht gekommen.

    London, ich komme 🙂

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