Monthly Archive for Juli, 2008

Fundstücke 14. Juli ‘08

T-Mobile und das iPhone - Social-Media-Möglichkeiten

Dies ist der zweite Teil zu T-Mobile und das iPhone.

Nachtrag zum ersten Artikel

Als Nachtrag auf den ersten Artikel will ich noch mal betonen, dass ich nicht denke, dass T-Mobile ein besonders schlechtes Beispiel ist. Ich gehe davon aus, dass keiner der anderen Mobilfunkanbieter es wesentlich besser gemacht hätte. Allerdings ruft auch keine der anderen Mobilfunkmarken so viel negative Stimmung bei Leuten hervor, so dass T-Mobile wohl am meisten Handlungsbedarf hat, um die Wahrnehmung ihrer Marke massiv zu verbessern.

Ich denke, dass Apple T-Mobile sehr bewusst ausgewählt hat, weil sie in Deutschland das beste EDGE-Netzwerk haben und dieser Faktor für Apple sehr wichtig zu sein scheint. Außerdem ist die Wahrnehmung von T-Mobile in anderen Märkten häufig eine ganz andere. Eine Kollegin hat mir aus den USA berichtet, wo T-Mobile die jungen Wilden sind und AT&T der alte, „böse“ Monopolist. Die Frage bleibt, was T-Mobile machen kann, um die Wahrnehmung in Deutschland zu verändern.

Einleitung

Wie bereits im ersten Artikel erwähnt, geht es mir bei dieser Beschäftigung gar nicht darum, T-Mobile herunterzumachen. Mein Fokus soll viel mehr auf den Möglichkeiten liegen, die der richtige Umgang mit Social Media (alles, was im Web Konversation ermöglicht und fördert) bietet. Und diese Ideen sind nicht T-Mobile-spezifisch. Sie sind genauso von anderen Unternehmen anwendbar.

Auch werden meine Gedanken für viele sehr idealistisch und dadurch unrealistisch klingen. Dessen bin ich mir bewusst. Mir geht es hier um eine Vision und ein grundlegendes Umdenken. Nur wer bereit ist, sich auf eine Vision einzulassen, wird den langen Atem haben, um unrealistische Vorstellungen in realistische Möglichkeiten umzuwandeln.

Das Problem

Das größte Problem für T-Mobile bei der Einführung des iPhones ist, dass sie nicht Teil der Konversation sind, die im Web läuft. In Blogs und Foren wurden die Tarife und Angebote mit teilweise über tausend Beiträgen pro Thema diskutiert und nirgendwo war die Stimme von T-Mobile zu hören. Überall liest man Kommentare, die Unverständnis für das Verhalten zum Ausdruck bringen. Man versteht einfach nicht, wieso T-Mobile Dinge so tut, wie sie sie tun.

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Fundstücke 13. Juli ‘08

Kubik im Schwarzwald

Ups, schon wieder Wochenende. Dann zeige ich euch noch schnell ein paar Bilder vom letzten Wochenende.

Kubik Camp

Fast die komplette Kubik-Crew aus Karlsruhe hat sich letztes Wochenende in die Tiefen des Schwarzwalds zurück gezogen, um mal ausm Alltag rauszukommen und den Fokus auf das zu legen, was wirklich zählt, Essen und Chillen.

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Fundstücke 12. Juli ‘08

T-Mobile - getrübte Hoffnung

T-Mobile hat mich mit einer sehr positiven und offenen Nachricht kontaktiert, um sich mit mir über die Punkte des Artikels auszutauschen. Das macht Hoffnung, dass tatsächlich noch etwas geht und man bereit ist zu zuhören und neue Wege zu wagen. Allerdings zeigen dann auch wieder Meldungen wie diese hier, dass der Weg noch verdammt lang ist.

Fundstücke 10. Juli ‘08

T-Mobile und das iPhone - Verkackt

Das Verhalten von T-Mobile beim Thema iPhone zeigt die Probleme der Marke und des Unternehmens in Zeiten von lauter werdenden Kunden.

„Alles ok, aber ich will nicht zu T-Mobile“

Als im Herbst des letzten Jahres das iPhone für Deutschland angekündigt wurde, ging ich davon aus, dass den meisten wohl die Tarife zu teuer wären. Umso überraschter war ich, dass ich aus meinem Umfeld am häufigsten folgendes Statement hörte:

Das iPhone hätte ich sehr, sehr gerne. Ich würde sogar die teuren Tarife in Kauf nehmen. Aber ich will auf keinen Fall zu T-Mobile.

Stattdessen haben sich viele lieber ein gehacktes iPhone aus den USA mitbringen lassen. Im Endeffekt bedeutet das, dass die meisten lieber den Stress mit einem abstützenden und schwer zu updatenden, gehackten iPhone in Kauf nehmen, als Kunde von T-Mobile zu werden…

Die Marke T-Mobile

Ich war mir nicht bewusst, was für ein massives Imageproblem T-Mobile tatsächlich hat. Und interessanterweise lässt sich dieses Problem kaum an bestimmten Umständen fest machen. T-Mobile hat mit das beste Handynetz in Deutschland. Natürlich ist T-Mobile kein Discounter und bietet damit nicht die günstigsten Tarife. Sie sind aber auch weitweg von unbezahlbar. Klar, der Service lässt häufig zu wünschen übrig, aber das ist bei allen anderen Mobilfunkanbietern nicht anders.

Nein, es scheint tatsächlich so, dass T-Mobile ein massives Reputationsproblem hat. Wohl dank der großen Mutter, der Telekom, ist die Marke T-Mobile für viele sehr negativ aufgeladen. Die Identifikation mit ihr ist gleich null und man meidet sie, wo man kann.

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Fundstücke am 9. Juli ‘08

Mitarbeitermotivation - Pixar macht’s den Agenturen vor

Pixar, das Filmstudio mit Filmen wie The Incredibles und Cars, hat von allen Filmstudios die höchsten Durchschnittseinnahmen pro Film. Das liegt zum einen daran, dass sie viel weniger Filme rausbringen als die meisten anderen Studios. Es liegt aber auch daran, dass jeder ihrer Filme ein absoluter Kassenschlager ist. Man wartet schon fast darauf, dass sie es mal verkacken. Aber gerade ist Wall-E in den USA angelaufen und wieder überschlagen sich die Kritiker vor Begeisterung.

Ein Geheimnis für den unglaublichen Erfolg könnte sein, dass Pixar genau das beherrscht, was die meisten deutschen Agenturen noch ignorieren, Mitarbeitermotivation. Im Blog von 37signals habe ich einen Hinweis auf die Pixar University gefunden. Das liest sich bei Bill Taylor wie folgt:

Pixar University is at the center of Pixar’s workplace agenda. The operation has more than 110 courses: a complete filmmaking curriculum, classes on painting, drawing, sculpting and creative writing. “We offer the equivalent of an undergraduate education in fine arts and the art of filmmaking,” Nelson said. Every employee — whether an animator, technician, production assistant, accountant, marketer, or security guard — is encouraged to devote up to four hours a week, every week, to his or her education.

Randy Nelson is adamant: these classes are not just a break from the office routine. “This is part of everyone’s work,” he said. “We’re all filmmakers here. We all have access to the same curriculum. In class, people from every level sit right next to our directors and the president of the company.”

[…]

Thanks to Pixar University, employees learn to see the company’s work (and their colleagues) in a new light. “The skills we develop are skills we need everywhere in the organization,” Nelson said. “Why teach drawing to accountants? Because drawing class doesn’t just teach people to draw. It teaches them to be more observant. There’s no company on earth that wouldn’t benefit from having people become more observant.”

Das allein produziert noch keine genialen Filme. Aber es sorgt neben vielen anderen Details im Pixar-Arbeitsalltag dafür, dass sich die Mitarbeiter bei Pixar extrem wohl fühlen. Und genau das wiederum ermöglicht Pixar, die talentiertesten Leute im Animationsfilmbusiness zu holen und zu halten. Und genau dieses Kollektiv von genialen Talenten fährt Pixar einen Erfolg nach dem anderen ein.

Andrew Stanton, who directed Wall-E, was a key figure behind Finding Nemo, which won two Oscars, generated worldwide box-office of $840 million, and became the best-selling DVD of all time. But Stanton didn’t follow the success of Nemo by offering himself to the highest bidder or demanding perks and special treatment. He went back to his job as an employee of the studio, to pitch in on other films and eventually begin work on his next major project.

Also, Agenturen, die Frage ist relativ simpel: Bietet Ihr den Talenten, die Ihr gerne haben wollt, den besten Arbeitsplatz, den sie sich vorstellen können?

Thema HomeOffice

Seth’s Blog: The new standard for meetings and conferences

If you’re a knowledge worker, your boss shouldn’t make you come to the (expensive) office every day unless there’s something there that makes it worth your trip. She needs to provide you with resources or interactions or energy you can’t find at home or at Starbucks. And if she does invite you in, don’t bother showing up if you’re just going to sit quietly.

I’ve worked in three companies that had lots of people and lots of cubes, and I spent the entire day walking around. I figured that was my job. The days where I sat down and did what looked like work were my least effective days. It’s hard for me to see why you’d bother having someone come all the way to an office just to sit in a cube and type.

The new rule seems to be that if you’re going to spend the time and the money to see someone face to face, be in their face. Interact or stay home!

Fantastisches Zitat mit leider noch jeder Menge Realitätsferne, zumindest derzeit. Lest euch auch die restlichen Thesen von Seth in dem Artikel u.a. zu Konferenzen durch.

Wo er recht hat…

Wusste gar nicht, dass ein flickr-Set über einen Tag in meinem Leben bei manchen Leuten hoch emotional und mit großer Sorge für mich aufgenommen werden kann. Gerade kam diese Nachricht über flickr von einem ohne Eier, äh, anonymen Absender:

Hallo jkleske,
Du scheinst ein Ahnungsloser zu sein. Deine Bilder von Deiner tollen Agentur (die es in genau dieser Art tausendfach in Frankfurt gibt) mit den ganzen Wir-trinken-noch-ein-Feierabendbierchen-zusammen-weil-wir-so-toll-sind-Deppen ist ein Armutszeugnis unserer heutigen Arbeitskultur. Ich würde mir an Deiner Stelle die Frage stellen, was das für ein Leben ist, jeden Tag von Karlsruhe mit dem ICE in eine so beschissene Werbe-/Designerwelt zu fahren, hastig alle Klischees zu erfüllen und dann noch zu glauben, dass es irgendwie cool ist, einer derart überflüssigen Lifestyle-Community anzugehören. Kuck Dir doch mal an, welche inhaltsleeren Räume Du täglich betrittst. Das pseudo-designde Büro, viel zu klein, scheiß Kunden, viel zu viel Stress und einer Lebenslüge gegenüber … Das, was Du da zeigst, hat nichts mit Selbstverwirklichung, Coolness, Karriere, gutes Geldverdienen oder Individualität zu tun. Die Bilderfolge Deines Tages ist so schmerzlich austauschbar und seriell, dass es mir leid tut, dass Du ein solches Hamsterrad-Leben führen musst. Du befindest Dich in einem Umfeld, das nur Deine Arbeit schätzt, aber nicht Dich. Du offenbarst mit Deinen Fotos eine Welt, wie sie schlimmer nicht sein könnte. Sei bitte nicht stolz auf den oberflächlichen Scheiß, der Dich heute umgibt. Später wirst Du einmal merken, dass es Zeitverschwendung war, zu glauben, dass Dich dieses Leben erfüllt. Werde mal bisschen älter …

Späte Erkenntnis

Na toll, ich fahre jetzt seit einem Jahr mit der Bahn nach Frankfurt und kloppe mich jeden Morgen mit anderen Pendlern um die begehrten Plätze im BahnComfort-Bereich des ICEs. Gestern sind zwei Freunde mit mir gefahren, die ein Meeting in Frankfurt hatten. Weil mir klar war, dass wir unmöglich drei Plätze in meinem üblichen Wagen finden würden, haben wir uns am anderen Ende des Zuges was gesucht. Und sie da, dort sind die Wagen halb leer. Und nicht nur das, in einem Wagen ist dank Handy-Responder der Empfang meiner UMTS-Karte um Längen besser als im vorderen Bereich des Zuges.Na toll, das hätte mir ja auch mal vor 11,5 Monaten einfallen können.

Die Erkenntnis daraus: Immer wieder hinterfragen, warum man bestimmte Dinge so tut, wie man sie tut und überlegen, ob es nicht noch andere Wege geben könnte, die besser funktionieren.