Produktivitätstipps von Obama

Gar nicht so uninteressant, was da ein Mikrofon des Senders ABC an Unterhaltung zwischen Obama und dem englischen Oppositionsführer David Cameron aufgezeichnet hat.

Cameron: Sie sollten jetzt eigentlich am Strand liegen. Sie brauchen mal eine Pause. Schließlich müssen Sie ja auch noch klar denken können. Obama: Ja, man muss sich zwischendurch mal erholen. Cameron: Haben Sie denn überhaupt Zeit für so was? Obama: Nein, habe ich nicht. Ich werde mir eine Woche im August freinehmen. Aber es stimmt schon, mir hat mal jemand aus dem Weißen Haus – nicht Clinton selbst, aber jemand aus seinem Umfeld – gesagt, dass, sollten wir es wirklich bis dahin schaffen, also dass es das Allerwichtigste ist, sich große Freiräume während des Tages zu schaffen, damit man einfach nur nachdenken kann. Und der größte Fehler, den viele dieser Leute machen, ist es, dass sie glauben, sie müssten… Cameron: Die quetschen einem den Terminkalender voll. Obama: Genau. In 15-Minuten-Abschnitten. Cameron: Wir nennen das hier den Zahnarztwartesaal. Das muss man ablegen, weil man einfach Zeit braucht. Obama: Denn sonst fängt man an, Fehler zu machen oder den Blick für das große Ganze zu verlieren. Oder man verliert das Gespür, das Gefühl … Cameron: … genau, das Gespür. Und das ist es schließlich, warum es geht in der Politik. Das Urteilsvermögen, das man mitbringt, um Entscheidungen zu treffen. Obama: Stimmt genau. Und die Wahrheit ist: Wir haben einen Haufen sehr kluger Leute um uns herum, glaube ich, die zehnmal mehr über bestimmte Sachthemen wissen als wir. Und wenn man dann versucht, alles bis in kleinste Details selbst zu regeln und Lösungen auszuarbeiten, dann endet man als Dilettant. Aber man muss genug wissen, um ordentlich über das entscheiden zu können, was einem präsentiert wird.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing