T-Mobile und das iPhone – Social-Media-Möglichkeiten

Dies ist der zweite Teil zu T-Mobile und das iPhone.

Nachtrag zum ersten Artikel

Als Nachtrag auf den ersten Artikel will ich noch mal betonen, dass ich nicht denke, dass T-Mobile ein besonders schlechtes Beispiel ist. Ich gehe davon aus, dass keiner der anderen Mobilfunkanbieter es wesentlich besser gemacht hätte. Allerdings ruft auch keine der anderen Mobilfunkmarken so viel negative Stimmung bei Leuten hervor, so dass T-Mobile wohl am meisten Handlungsbedarf hat, um die Wahrnehmung ihrer Marke massiv zu verbessern.

Ich denke, dass Apple T-Mobile sehr bewusst ausgewählt hat, weil sie in Deutschland das beste EDGE-Netzwerk haben und dieser Faktor für Apple sehr wichtig zu sein scheint. Außerdem ist die Wahrnehmung von T-Mobile in anderen Märkten häufig eine ganz andere. Eine Kollegin hat mir aus den USA berichtet, wo T-Mobile die jungen Wilden sind und AT&T der alte, „böse“ Monopolist. Die Frage bleibt, was T-Mobile machen kann, um die Wahrnehmung in Deutschland zu verändern.

Einleitung

Wie bereits im ersten Artikel erwähnt, geht es mir bei dieser Beschäftigung gar nicht darum, T-Mobile herunterzumachen. Mein Fokus soll viel mehr auf den Möglichkeiten liegen, die der richtige Umgang mit Social Media (alles, was im Web Konversation ermöglicht und fördert) bietet. Und diese Ideen sind nicht T-Mobile-spezifisch. Sie sind genauso von anderen Unternehmen anwendbar.

Auch werden meine Gedanken für viele sehr idealistisch und dadurch unrealistisch klingen. Dessen bin ich mir bewusst. Mir geht es hier um eine Vision und ein grundlegendes Umdenken. Nur wer bereit ist, sich auf eine Vision einzulassen, wird den langen Atem haben, um unrealistische Vorstellungen in realistische Möglichkeiten umzuwandeln.

Das Problem

Das größte Problem für T-Mobile bei der Einführung des iPhones ist, dass sie nicht Teil der Konversation sind, die im Web läuft. In Blogs und Foren wurden die Tarife und Angebote mit teilweise über tausend Beiträgen pro Thema diskutiert und nirgendwo war die Stimme von T-Mobile zu hören. Überall liest man Kommentare, die Unverständnis für das Verhalten zum Ausdruck bringen. Man versteht einfach nicht, wieso T-Mobile Dinge so tut, wie sie sie tun.

T-Mobile dagegen kommuniziert nur per totem Marketing-Material, Pressemeldungen und vereinzelt Zitaten in großen Massenmedien. Das ist ungefähr so als würden in einem Konferenzzentrum in vielen kleinen Seminarräumen überall Diskussionen über T-Mobile geführt werden, während T-Mobile draußen vor der Tür mit einem Megafon Texte von einem Teleprompter abliest.

Zuhören

Der erste Schritt, um Teil der Konversation zu werden, ist Zuhören. Um mitreden zu können muss eine Marke zunächst genau wissen, was und wie über sie gesprochen wird.

Wer sich auf einer Party zu einer Gruppe stellt und sofort in die Diskussion einsteigt, ohne zuerst zu hören, worum es geht und wie miteinander gesprochen wird, macht sich extrem unbeliebt. Nicht anders ist es im Web.

Deswegen sollte jedes Unternehmen da draußen ein ausführliches Buzzmonitoring (Monitoring von Foren, Blogs und allem anderen, was sich Social Software nennt) laufen haben. Dadurch ist man jederzeit auf dem Laufenden, worüber die Kunden sprechen und kann Krisen frühzeitig erkennen. Daneben bekommt man jede Menge realer Insights aus der Zielgruppe, die die künstlich produzierten Ergebnisse von Fokusgruppen u.ä. weit hinter sich lassen.

Für viele wird es zu beginn reichen, erstmal nur zu zuhören. Aber spätestens wenn die Situation eskaliert wie bei T-Mobile und dem iPhone wird es Zeit, in die Diskussion einzusteigen.

T-Mobile muss menschlicher werden

T-Mobile wird von seinen Kunden nur als große, graue und abstrakte Masse wahrgenommen. Und dagegen lässt sich leicht schimpfen. Sobald aus dieser Masse aber einzelne, echte Menschen heraustreten und sich als Individuen bemerkbar machen, ändert sich in der Regel sofort die Tonlage in einer Diskussion.

Auch hier passt das Beispiel einer Partydiskussion. Man steht in der Gruppe zusammen und flucht gemeinsam über die Bahn. Dann stellt sich eine neue Person zur Gruppe und stellt sich vor.

„Und was machen Sie?“

„Ich bin Zugbegleiter bei der Deutschen Bahn.“

Und schlagartig ändert sich die Atmosphäre. Abstrakte Beschimpfungen verschwinden. Stattdessen werden ehrliche Fragen zu Hintergründen von Verspätungen u.ä. gestellt. Das interessante ist, dass die meisten Teilnehmer aus dieser Diskussionsrunde nicht nur mit einem besseren Verständnis für die Bahn gehen sondern auch einen stärkeren Bezug zur Marke haben.

Der gleiche Effekt lässt sich auch so im Web beobachten. Sobald ein Vertreter des Unternehmens in einer Diskussion um das Unternehmen oder eines der Produkte auftaucht, ändert sich die Atmosphäre. Mich fasziniert dieser Effekt ungemein, denn es scheint tatsächlich so zu sein, dass sich eine negative Emotion leichter in eine positive umwandeln lässt als eine neutrale in eine positive. In einer Zeit, wo das Wort Service mit stundenlangem Warten an Hotlines und unmotivierten, unfähigen Call-Center-Bediensteten gleichgesetzt wird, reicht schon die authentische Aussage eines Mitarbeiters, sich persönlich und unbürokratisch um das Problem zu kümmern, um Begeisterung hervorzurufen, noch bevor das eigentliche Problem gelöst wurde. Da Unternehmen diese Möglichkeit noch kaum wahrnehmen, gibt es hier derzeit große Chancen, sich mit relativ einfachen Mitteln von der Konkurrenz abzusetzen.

Der gerade beschriebene Effekt tritt natürlich nicht ein, wenn der Mitarbeiter auftritt wie ein Unternehmen, d.h. wenn er klingt wie eine PR-Abteilung mit verwässerter, unnatürlicher Sprache und ohne wirklichem Interesse für die Belange des Einzelnen. Deswegen sind die entscheidenden Faktoren beim Mitreden Authentizität und Augenhöhe.

Stolpersteine beim Mitreden

Gerade im Marketing herrscht häufig noch der Glaube, dass man „den Konsument“ durchschaut hat und ihn mit den eigenen Maßnahmen beliebig steuern, manipulieren und beeinflussen kann. Dadurch ist eine Haltung entstanden, bei der man sich „über“ den Konsumenten stellt, auf ihn herab blickt und ihn vor allem nicht mehr ernst nimmt.

Die Konsumenten auf der anderen Seite haben sich emanzipiert und vernetzt und haben ein ungemeines Feingefühl dafür entwickelt, wie ein Unternehmen über sie denkt. Und sie reagieren allergisch, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlen.

Deswegen gehen die ersten Versuche von Unternehmen, in die Diskussionen im Web einzusteigen, häufig nach hinten los. Das ist normal. Man muss erst wieder lernen, eine „lebende“ Sprache zu sprechen und mit den Kunden aus nächster Nähe zu kommunizieren. Entscheidend ist hier der lange Atem, sowie die Bereitschaft Fehler zu machen, sie zu zugeben und aus ihnen zu lernen.

Die Kunden einbeziehen

Wenn T-Mobile sich in die Diskussionen im Web eingeschaltet hätte, hätten wir vielleicht alle etwas mehr verstanden, wieso sie die Tarife und Angebote zum iPhone so gestaltet haben, wie sie nun sind. Aber besser wären sie dadurch noch nicht geworden. Um das zu erreichen hätte sich T-Mobile an den heiligen Gral des Umgangs mit Social Media heranwagen müssen, des Einbeziehens von Kunden in die internen Prozesse bei T-Mobile. Ich will hier nur mal beispielsweise skizieren, wie das hätte aussehen können.

Als klar war, dass T-Mobile den Zuschlag für das iPhone in Deutschland bekommen hat, hätte man vier bis sieben Top-Blogger aus der deutschen iPhone- und Mac-Blogosphäre zu einer Session nach Bonn eingeladen. Dort hätte man zunächst selbst ehrlich und selbstbewusst erklärt, was die interne Rahmenbedienungen sind und welche Ziele man erreichen möchte. Dann hätte man die Blogger ihre Sicht mit ihren Wünschen und Erwartungen erzählen lassen. Der Hauptteil der Session wäre dann ein gemeinsames Brainstorming gewesen, in dem man zusammen eine Konzept entwickelt hätte, dass die Ziele von T-Mobile mit den Wünschen der Kunden zusammenbringt. Das hätte die größte Chance auf einen fairen Kompromiss ermöglicht, der zum einen für beide Parteien akzeptable gewesen wäre und zum anderen wahrscheinlich einige kreative Wege aufgezeigt hätte, auf die T-Mobile allein nicht gekommen wäre.

Entscheidend für diese Kollaboration wäre, dass T-Mobile sie nicht als PR-Masche missbraucht. Deshalb wären zum einen keinen PR-Leute bei dem Treffen dabei und zum anderen würde T-Mobile auch nicht über das Treffen reden. Denn sobald die Blogger das Gefühl bekommen, dass sie mit der Aktion nur vor einen PR-Zug gespannt werden sollen, geht das ganze nach hinten los und wird in den Blogs auseinander genommen. Die Blogger sollten aber über das Treffen bloggen dürfen, weil Geheimhaltunsgversuche sowieso praktisch nie funktionieren und zum anderen die Hypemaschine am besten in der Blogosphäre startet, um schnell auf Touren zu kommen. Man stelle sich nur vor, die deutschen iPhone-Blogs schreiben „Wir haben mit T-Mobile zusammen ein tolles Tarifangebot fürs iPhone entwickelt. Ihr werdet eure wahre Freude daran haben. So etwas hat der deutsche Mobilfunkmarkt noch nicht gesehen.“ Hat jemand Word-of-Mouth gesagt…

Die Zukunft – Veränderte Unternehmen

Soweit mal meine Ausführungen, wie T-Mobile die Einführung des iPhones auch hätte gestalten können. Es wird noch lange dauern, bis ein großer Konzern in Deutschland sich auf so ein Verhalten einlassen wird, denn die Veränderungen, die das Involvement in Social Media mit sich bringen, gehen viel tiefer als man in den Konzernen gerne meint. Social Media ist nicht einfach nur ein weiterer Marketing-Kanal. Wer den ernsthaften Austausch mit seinen Kunden sucht, wird merken, wie das auf alle Bereiche des Unternehmens Auswirkungen hat. Vom Service bis zur Entwicklung. Wer bereit ist den Weg zu gehen, wird mit einem neuen Level von Kundennähe und -begeisterung belohnt.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

24 Gedanken zu „T-Mobile und das iPhone – Social-Media-Möglichkeiten“

  1. Ich setze mir mal den Hut des Advokaten des Teufels auf. 😉

    Der „Social-Media-Diskurs“ ist irrelevant, es handelt sich in allen Erscheinungsformen des deutschsprachigen „Social-Web“ um die selben (und das ist noch optimistisch geschätzt) 500 Leute, die um sich selbst kreisen. Nur weil ab und an mal ein Journalist darunter ist und eine Debatte oder ein „Skandälchen“ dann mal ausnahmsweise in die „normalen“ Medien schwappt, sollte man so genannte „Social-Media“ nicht für eine für den Verkaufserfolg relevante Öffentlichkeit halten.

    Also fragt man sich: Lohnt für $Konzern der Aufwand, im Social-Web-Kram mitzumischen, denn die iPhones verkaufen sich ja auch so, oder anders gefragt: Ist es überhaupt ein Problem, wenn irgendwelche Blogger ihre Leser vollnöhlen, wie schlimm doch T-Mobile, wie böse die Tarife und wie ungerecht das T-Leben ist, welches mir die Verwendung meiner Discounter-Karte im iPhone verbietet? Verkauft $Konzern dadurch weniger iPhones? Wohl eher nicht. Fazit: Man kann als $Konzern nicht bei jedem Kunden einzeln in dessen Blog kommentieren oder als Kontakt hinzufügen und „pampern“, also ist es wie immer eine Frage von Aufwand und Ertrag, und in dieser ist das Ergebnis wohl eindeutig.

    Die Frage ist auch, ob Deine Annahmen überhaupt stimmen. Wenn wir als Beispiel Apple betrachten, die sich einen Dreck um irgendwelche Diskurse oder „Bloghelden“ scheren, im Gegenteil, diese juristisch plätten und sogar gnadenlos in ihren eigenen Supportforen unerwünschte Wortmeldungen löschen, und trotzdem als „cool“ gelten und ihr Zeug gerade in der Nische der „Social-Media-Aktiven“ wie blöde verkaufen, dann sind die Zusammenhänge wohl nicht gar so einfach.

    Und mal ohne Advokaten-Hut:

    Selbstverständlich haben Kunden keinen Bock, sich möglichst kostengünstig von irgendwelchen iso-optimierten demotivierten Callcenter-Sklaven nach Schema abhandeln zu lassen. Wenn ein Anbieter mal kommt mit „bei uns richtiger Support mit richtigen freundlichen Menschen“, wird sich das eher ökonomisch und „so-markenimage-mäßig“ auswirken, als wenn irgendwelche Leute mit den Worten „du bist jetzt diskursiver zuhörender menschlicher Konzern im Social Web, ey“ zum Blogkommentieren abgestellt werden.

    Und die Idee mit den „wir treffen uns mit Bloggern und arbeiten dann gemeinsam Tarife aus“ – das ist eine wirklich maßlose Überschätzung der Bedeutung irgendwelcher Blogger. Solche elementaren Dinge muss ein Unternehmen schon in der Lage sein, selbst abzuklären, ansonsten haben sie ihr Geschäft nicht im Griff oder die falschen Leute an den falschen Stellen.

  2. Ich setze mir mal den Hut des Advokaten des Teufels auf. 😉

    Der „Social-Media-Diskurs“ ist irrelevant, es handelt sich in allen Erscheinungsformen des deutschsprachigen „Social-Web“ um die selben (und das ist noch optimistisch geschätzt) 500 Leute, die um sich selbst kreisen. Nur weil ab und an mal ein Journalist darunter ist und eine Debatte oder ein „Skandälchen“ dann mal ausnahmsweise in die „normalen“ Medien schwappt, sollte man so genannte „Social-Media“ nicht für eine für den Verkaufserfolg relevante Öffentlichkeit halten.

    Also fragt man sich: Lohnt für $Konzern der Aufwand, im Social-Web-Kram mitzumischen, denn die iPhones verkaufen sich ja auch so, oder anders gefragt: Ist es überhaupt ein Problem, wenn irgendwelche Blogger ihre Leser vollnöhlen, wie schlimm doch T-Mobile, wie böse die Tarife und wie ungerecht das T-Leben ist, welches mir die Verwendung meiner Discounter-Karte im iPhone verbietet? Verkauft $Konzern dadurch weniger iPhones? Wohl eher nicht. Fazit: Man kann als $Konzern nicht bei jedem Kunden einzeln in dessen Blog kommentieren oder als Kontakt hinzufügen und „pampern“, also ist es wie immer eine Frage von Aufwand und Ertrag, und in dieser ist das Ergebnis wohl eindeutig.

    Die Frage ist auch, ob Deine Annahmen überhaupt stimmen. Wenn wir als Beispiel Apple betrachten, die sich einen Dreck um irgendwelche Diskurse oder „Bloghelden“ scheren, im Gegenteil, diese juristisch plätten und sogar gnadenlos in ihren eigenen Supportforen unerwünschte Wortmeldungen löschen, und trotzdem als „cool“ gelten und ihr Zeug gerade in der Nische der „Social-Media-Aktiven“ wie blöde verkaufen, dann sind die Zusammenhänge wohl nicht gar so einfach.

    Und mal ohne Advokaten-Hut:

    Selbstverständlich haben Kunden keinen Bock, sich möglichst kostengünstig von irgendwelchen iso-optimierten demotivierten Callcenter-Sklaven nach Schema abhandeln zu lassen. Wenn ein Anbieter mal kommt mit „bei uns richtiger Support mit richtigen freundlichen Menschen“, wird sich das eher ökonomisch und „so-markenimage-mäßig“ auswirken, als wenn irgendwelche Leute mit den Worten „du bist jetzt diskursiver zuhörender menschlicher Konzern im Social Web, ey“ zum Blogkommentieren abgestellt werden.

    Und die Idee mit den „wir treffen uns mit Bloggern und arbeiten dann gemeinsam Tarife aus“ – das ist eine wirklich maßlose Überschätzung der Bedeutung irgendwelcher Blogger. Solche elementaren Dinge muss ein Unternehmen schon in der Lage sein, selbst abzuklären, ansonsten haben sie ihr Geschäft nicht im Griff oder die falschen Leute an den falschen Stellen.

  3. also ich stimme johannes ganz zu, zumindest ich als geek (der wenn einem was gefällt am meisten weitererzählt was toll ist).

    Also T-Mobile, lesen und machen!

  4. also ich stimme johannes ganz zu, zumindest ich als geek (der wenn einem was gefällt am meisten weitererzählt was toll ist).

    Also T-Mobile, lesen und machen!

  5. Ich stimme ja eher Ralf zu, mein erster Gedanke war nämlich: „Was zur Hölle interessiert den normalen User die Blogger-Elite dieses Landes?“

    Lieber hätte man die wirklich relevante Nutzergruppe irgendwie einbinden können, nämlich jene, die bereits Interesse bekundet haben oder ein altes iPhone benutzen.

    Und irgendwas muss ja im Vorfeld passiert sein, denn Umfragen zum iPhone gab es. Also entweder wurden die Wünsche in den Umfragen einfach nicht umgesetzt oder gar nicht erst geäussert?

    Am Ende wünsche ich mich natürlich auch eine offener Internet-nahe Kommunikation seitens T-Mobile, und wenn es nur der Tarifprodukt-Chef ist, der bloggt. Aber ehrlich: Da gibt es sicherlich keinen einzigen Tarifprodukt-Chef und zweitens können wir uns wahrscheinlich nicht im Ansatz vorstellen, was Tarife und deren Planungen, Marktanalysen und Geheimhaltungen für einen riesen Thema bei einem Telko-Konzern ist, schliesslich ist DAS deren ROI.

    Man stelle sich mal vor, ein T-Blogger schreibt: „Leute, wir haben die letzten Wochen damit verbracht, sensationelle Tarife für die mobile Generation zu erarbeiten“, dann werden die anderen Anbieter sicherlich nicht nichts machen.

    Das sorgt dann entweder für eine neue Art von „Tarifkampf“, oder einfach nur für Lock-Blog-Posts, um die interessierte T-Kundschaft auf ein tolles neues Vodafone-Gerücht einzuspinnen.

    Mir würde es schon langen, wenn die Vertragslaufzeiten flexibler werden würden. Und ja, für 69 Euro hätte ich auch gerne 400 Minuten statt 200 im „Complete L“, aber dann muss ich halt zu E-Plus.

    Fazit: Ich bin am Ende ziemlich zwiegespalten, wie man lesen kann 🙂

  6. Ich stimme ja eher Ralf zu, mein erster Gedanke war nämlich: „Was zur Hölle interessiert den normalen User die Blogger-Elite dieses Landes?“

    Lieber hätte man die wirklich relevante Nutzergruppe irgendwie einbinden können, nämlich jene, die bereits Interesse bekundet haben oder ein altes iPhone benutzen.

    Und irgendwas muss ja im Vorfeld passiert sein, denn Umfragen zum iPhone gab es. Also entweder wurden die Wünsche in den Umfragen einfach nicht umgesetzt oder gar nicht erst geäussert?

    Am Ende wünsche ich mich natürlich auch eine offener Internet-nahe Kommunikation seitens T-Mobile, und wenn es nur der Tarifprodukt-Chef ist, der bloggt. Aber ehrlich: Da gibt es sicherlich keinen einzigen Tarifprodukt-Chef und zweitens können wir uns wahrscheinlich nicht im Ansatz vorstellen, was Tarife und deren Planungen, Marktanalysen und Geheimhaltungen für einen riesen Thema bei einem Telko-Konzern ist, schliesslich ist DAS deren ROI.

    Man stelle sich mal vor, ein T-Blogger schreibt: „Leute, wir haben die letzten Wochen damit verbracht, sensationelle Tarife für die mobile Generation zu erarbeiten“, dann werden die anderen Anbieter sicherlich nicht nichts machen.

    Das sorgt dann entweder für eine neue Art von „Tarifkampf“, oder einfach nur für Lock-Blog-Posts, um die interessierte T-Kundschaft auf ein tolles neues Vodafone-Gerücht einzuspinnen.

    Mir würde es schon langen, wenn die Vertragslaufzeiten flexibler werden würden. Und ja, für 69 Euro hätte ich auch gerne 400 Minuten statt 200 im „Complete L“, aber dann muss ich halt zu E-Plus.

    Fazit: Ich bin am Ende ziemlich zwiegespalten, wie man lesen kann 🙂

  7. Naja, ich würd nicht sagen, dass die 500 Blogger, die entscheidenden Menschen sind ABER ihre Sorgen, bzgl des iPhones, spiegeln die der normalen User wieder. Bei mir im Büro wird egal von wem gesagt, dass das Angebot so nicht attraktiv ist… Also würden die Angebote durch einen Diskus mit Bloggern besser, wenn deren Bedenken ernst genommen werden und damit wären mehr Leute bereit zu T-Mobile zu wechseln.

  8. Naja, ich würd nicht sagen, dass die 500 Blogger, die entscheidenden Menschen sind ABER ihre Sorgen, bzgl des iPhones, spiegeln die der normalen User wieder. Bei mir im Büro wird egal von wem gesagt, dass das Angebot so nicht attraktiv ist… Also würden die Angebote durch einen Diskus mit Bloggern besser, wenn deren Bedenken ernst genommen werden und damit wären mehr Leute bereit zu T-Mobile zu wechseln.

  9. Ich glaube in Bezug auf die Einbeziehung von Bloggern darf man den Aspekt des „Early Adopters“ nicht vergessen.

    Klar werden sich viele Leute nicht darum scheren, was die Top-500 Blogger zu sagen haben, aber wenn man die Geeks miteinbezieht kann das meiner Meinung nach schon von Vorteil eines Produktes sein.

    Jeder, der sich in einem bestimmten Thema gut auskennt, weiss doch, dass die vielen Freunde und Bekannte erst einmal einen Rat oder eine Meinung von einem haben wollen. „Was haelst du hiervon?“, „Wie findest du jenes?“, „Wuerdest du mir das empfehlen?“…

    Wenn man als Unternehmen genau diese Menschen gezielt anspricht oder auch nur zu einem gewissen Grad einen Dialog fuehrt, kommt das natuerlich gut an und fuehrt meiner Meinung nach nicht gleich dazu, dass jeder schimpft, so wie das beim iPhone und T-Mobile gerade der Fall ist.

    Das ganze wird natuerlich nicht dazu fuehren, dass jetzt jeder in einen T-Punkt rennt, um sich ein iPhone zu kaufen, nur weil es Leute gibt, die das Teil so toll finden, aber es kann erheblich dazu beitragen das Image, und das Image der Telekom ist zur Zeit wahrlich nicht besonders toll, aufzubessern.

  10. Ich glaube in Bezug auf die Einbeziehung von Bloggern darf man den Aspekt des „Early Adopters“ nicht vergessen.

    Klar werden sich viele Leute nicht darum scheren, was die Top-500 Blogger zu sagen haben, aber wenn man die Geeks miteinbezieht kann das meiner Meinung nach schon von Vorteil eines Produktes sein.

    Jeder, der sich in einem bestimmten Thema gut auskennt, weiss doch, dass die vielen Freunde und Bekannte erst einmal einen Rat oder eine Meinung von einem haben wollen. „Was haelst du hiervon?“, „Wie findest du jenes?“, „Wuerdest du mir das empfehlen?“…

    Wenn man als Unternehmen genau diese Menschen gezielt anspricht oder auch nur zu einem gewissen Grad einen Dialog fuehrt, kommt das natuerlich gut an und fuehrt meiner Meinung nach nicht gleich dazu, dass jeder schimpft, so wie das beim iPhone und T-Mobile gerade der Fall ist.

    Das ganze wird natuerlich nicht dazu fuehren, dass jetzt jeder in einen T-Punkt rennt, um sich ein iPhone zu kaufen, nur weil es Leute gibt, die das Teil so toll finden, aber es kann erheblich dazu beitragen das Image, und das Image der Telekom ist zur Zeit wahrlich nicht besonders toll, aufzubessern.

  11. @Ralf Ob nun Dialog mit Bloggern oder iPhone 1.0 Besitzern – Dialog-at-all ist das Stichwort. Die Essenz dieser Debatte ist für mich, dass ein Konzern wie T-Mobile immer noch die eigenen Interessen vor die der Kunden stellt, meine Bestellerfahrung unterstreicht dies. Doch leisten kann sich das der Konzern eigentlich nicht, denn das Image wird leiden und leiden. iPhone-Besitzer werden sich als Apple-Kunden sehen, nicht als Telekom-Kunden, und nach 2 Jahren den Vertrag kündigen. Es geht hier um nicht genutzte Möglichkeiten, das Marketing endlich den sich wandelnden Märkten anzupassen. Dabei muss auch die Telekom einsehen, dass die Größe der Nische nicht entscheidend ist.

  12. @Ralf Ob nun Dialog mit Bloggern oder iPhone 1.0 Besitzern – Dialog-at-all ist das Stichwort. Die Essenz dieser Debatte ist für mich, dass ein Konzern wie T-Mobile immer noch die eigenen Interessen vor die der Kunden stellt, meine Bestellerfahrung unterstreicht dies. Doch leisten kann sich das der Konzern eigentlich nicht, denn das Image wird leiden und leiden. iPhone-Besitzer werden sich als Apple-Kunden sehen, nicht als Telekom-Kunden, und nach 2 Jahren den Vertrag kündigen. Es geht hier um nicht genutzte Möglichkeiten, das Marketing endlich den sich wandelnden Märkten anzupassen. Dabei muss auch die Telekom einsehen, dass die Größe der Nische nicht entscheidend ist.

  13. Ich muss mal wieder meinen Vorrednern zustimmen. Ich denke die deutsche Blogger-Szene nimmt sich oft selbst zu wichtig.

    Klar sind Blogs ein wichtiges Medium (das evtl in Zukunft sogar noch an Bedeutung gewinnt), aber mal ehrlich, musstest du bei dem Satz „hätte man vier bis sieben Top-Blogger aus der deutschen iPhone- und Mac-Blogosphäre zu einer Session nach Bonn eingeladen“ nicht mal ansatzweise Schmunzeln? T-Mobile hat wahrlich schlimmeres am Hals als die deutschen Blogger, IMHO hätte ein Statement im Firmenblog (hey das wäre mal eine Idee…) ausgereicht.

    Was mir nach diesem Beitrag nochmal schmerzhaft bewusst geworden ist: WTF denkt sich T-Dingens eigentlich? Ich meine… selbst als absoluter Laie in allem was Marketing, Management, PR und sonstwas angeht sehe ich doch, das da offensichtlihc was schief läuft. Warum versucht T-Mobile nicht mal da was dran zu ändern? Mittlerweile glaube ich ja fast an sowas wie Emo-Konzerne. Anders lässt sich dieser selbstzerstörerische Drang vermutlich eh nicht erklären…

  14. Ich muss mal wieder meinen Vorrednern zustimmen. Ich denke die deutsche Blogger-Szene nimmt sich oft selbst zu wichtig.

    Klar sind Blogs ein wichtiges Medium (das evtl in Zukunft sogar noch an Bedeutung gewinnt), aber mal ehrlich, musstest du bei dem Satz „hätte man vier bis sieben Top-Blogger aus der deutschen iPhone- und Mac-Blogosphäre zu einer Session nach Bonn eingeladen“ nicht mal ansatzweise Schmunzeln? T-Mobile hat wahrlich schlimmeres am Hals als die deutschen Blogger, IMHO hätte ein Statement im Firmenblog (hey das wäre mal eine Idee…) ausgereicht.

    Was mir nach diesem Beitrag nochmal schmerzhaft bewusst geworden ist: WTF denkt sich T-Dingens eigentlich? Ich meine… selbst als absoluter Laie in allem was Marketing, Management, PR und sonstwas angeht sehe ich doch, das da offensichtlihc was schief läuft. Warum versucht T-Mobile nicht mal da was dran zu ändern? Mittlerweile glaube ich ja fast an sowas wie Emo-Konzerne. Anders lässt sich dieser selbstzerstörerische Drang vermutlich eh nicht erklären…

  15. Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob die vier bis sieben Blogger nicht eben doch einen gewissen Einfluss haben, denn ich denke @Patrick weist auf einen wichtigen Punkt hin: die meisten normalen Benutzer von Elektronikgeräten haben doch meistens immer irgendwo eine Anlaufstelle, was es mit Produkt xy auf sich hat und wo man es am günstigsten kaufen kann etc. Und eben diese Geeks bekommen ja auch irgendwo ihre Infos zu den neuesten Produkten her und führt dann zu eben den grossen Blogs / Foren / Persönlickhkeiten etc.

  16. Ich bin mir nicht ganz so sicher, ob die vier bis sieben Blogger nicht eben doch einen gewissen Einfluss haben, denn ich denke @Patrick weist auf einen wichtigen Punkt hin: die meisten normalen Benutzer von Elektronikgeräten haben doch meistens immer irgendwo eine Anlaufstelle, was es mit Produkt xy auf sich hat und wo man es am günstigsten kaufen kann etc. Und eben diese Geeks bekommen ja auch irgendwo ihre Infos zu den neuesten Produkten her und führt dann zu eben den grossen Blogs / Foren / Persönlickhkeiten etc.

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