Agenturen – Arbeitgeber des Jahres?!

Flexible Arbeitszeiten statt Blackberry

Es passiert mir ja eher selten, dass ich mit einem Spiegel-Online-Artikel völlig einer Meinung bin. Aber in dem Fall ist es wenig verwunderlich, weil ich mit den Ergebnissen der Studie, um die es in dem Artikel geht, völlig übereinstimme. In dieser Studie wurden Angestellte aus allen Bereichen der Wirtschaft nach ihren Wünschen für Benefits und Belohnungen neben dem Gehalt gefragt. Wenig überraschend für mich fallen dabei Dinge wie der Firmenwagen oder der eigene Blackberry praktisch durch. Ganz oben auf der Wunschliste stehen dafür flexible Arbeitszeiten und ausführliche Fortbildungsmöglichkeiten.

Geldwerte Benefits, vom Vorsorgesparen über das Versicherungspaket bis zum Firmenwagen und dem Blackberry auf Firmenkosten, fallen in der Gunst der Beschäftigten weit zurück. Klar vorn rangiert hingegen der Wunsch, sich die Arbeit flexibler einzuteilen, sich weiterzuentwickeln und mehr Zeit zu haben für Freizeit und Familie.

Das Fachkräfte-Problem der Agenturen

Der Artikel geht dann weiter darauf ein, wie wenig Arbeitgeber diese Interessen derzeit auf dem Schirm haben.

„Die Ergebnisse bestätigen unsere Vermutung, dass viele Firmen noch nicht gerüstet sind für den Krieg um Talente“, sagt Agentur-Geschäftsführerin Heike Fiebes. „Denn ihre Gehaltspakete sind unverändert an monetären Benefits ausgerichtet, während Mitarbeiter und Bewerber sich aber eher die weichen Leistungen wünschen.“

Und das bringt mich zum eigentlich Kern dieses Blogbeitrags. Wenn man sich nämlich die Agenturlandschaft ansieht, stellt man fest, dass sie wohl am wenigsten diese Bedürfnisse ihrer Angestellten erkannt hat.

Dabei hätte sie es am dringendsten nötig. Denn die Agenturen plagt ein massives Fachkräfte Problem. Man findet einfach keine Leute. Nach dem Zusammenbruch der New Economy hat man es umfassend verpasst, in den Nachwuchs zu investieren. Der geht dann heute lieber direkt in die Industrie, weil er dort mehr Geld bekommt, kaum Überstunden machen muss und bessere Aufstiegschancen hat.

Oder man wird gleich Freelancer. Nie waren die Umstände dafür so günstig. Man kann fast nach Belieben die Tagessätze diktieren, weil den Agenturen die Alternativen fehlen.

Dabei sind die Agenturen selbst schuld, sie bieten auch praktisch keine Anreize mehr. Die meisten Personaler in Agenturabteilungen glauben immer noch, dass die Agenturbranche sexy genug sei, um das als einziges Argument für einen Arbeitsplatz in einer Agentur anzuführen, denn mehr hat man derzeit einfach nicht zu bieten. Für den Arbeitsplatz bekommt man dann schlechte Bezahlung, massive Überstunden und den Burnout mit Anfang vierzig.

Was einst als Zugnummer galt bei der Wahl des Arbeitsplatzes, steht heute eindeutig im Schatten der weichen Faktoren. Denn ein noch so attraktives Gehalt schützt nicht vor Frust und Burnout, wenn geschuftet wird, bis der Arzt kommt, weil Firmen ihre Talente verheizen wie billige Ressourcen.

Mich fasziniert es immer wieder, wie eine ganze Branche, die sich doch im Allgemeinen so gut darauf versteht, die Wünsche und Bedürfnisse der Konsumenten zu durchleuchten und frühzeitig Trends und Entwicklungen zu erkennen, bei ihren eigenen Mitarbeitern völlig versagt. Die Branche gibt sich doch sonst so progressiv und zukunftsorientiert. Aber beim Thema Arbeitsformen und Mitarbeitermotivation ist man unglaublich konservativ. Es herrscht ein totaler „Das funktioniert nun mal so und daran lässt sich nichts ändern“-Geist.

Was können Agenturen tun?

Für die großen Agenturen entscheiden die Kreativrankings und Awards über Leben und Sterben. Wie wäre es statt die Top-Platzierung im Kreativranking als Ziel zu haben, mal ein Jahr die Auszeichnung „Bester Arbeitgeber“ anzuvisieren? Man stelle sich vor, wie einem die Agentur im Vorstellungsgespräch (bei der aktuellen Lage stellt sich dabei eher die Agentur vor als der Kandidat) nicht nur ein paar Cases zeigt, sondern dann diese Auszeichnungen und z.B. ein ausführliches Fortbildungsprogramm präsentiert. Was würde passieren, wenn man dafür bekannt wäre, als erste Agentur ein ordentliches Teilzeitmodell eingeführt zu haben? Oder wenn man Mitarbeitern direkt eine Lösung mit Home-Office-Tagen anbietet?

Ich glaube einfach, dass entspannte und vor allem motivierte Mitarbeiter langfristig zu viel besseren Kreativleistungen in der Lage sind. Und womit man Mitarbeiter motiviert, hat die Studie oben ja klar gezeigt.

Die Botschaft der Mitarbeiter und Bewerber an die Unternehmen könnte eindringlicher nicht sein: „Ich stelle lediglich dann meine gefragte Arbeitskraft zur Verfügung, wenn ich höhere Wertschätzung erfahre und wenn auf meine Bedürfnisse deutlich mehr Rücksicht genommen wird.“

Ich weiß nur, dass für mich und meine Generation Gehalt und Aufstiegschancen immer unwichtiger werden. Das wichtigste, was mir ein Arbeitgeber bieten kann ist Zeit und Wissen. Deswegen werden die die besten Leute bekommen, die die größte Flexibilität und die besten Fortbildungsmöglichkeiten anbieten. Und wenn wir diese Wertschätzung unseres Talents wahrnehmen, können wir auch sehr, sehr loyal sein. Agenturen, ihr habt’s in der Hand.

Was könnten Agenturen noch tun, um wieder attraktiver für Talente zu werden?

Update: Martin Recke antwortet aus Sicht der Agentur und untersucht das Fachkräfteproblem. 37signals ermuntern dazu, die Angestellten als Kunden zu betrachten.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

64 Gedanken zu „Agenturen – Arbeitgeber des Jahres?!“

  1. guter artikel und etwas über das sich die agenturlandschaft tatsächlich gedanken machen sollte.

    ich habe das glück in einer agentur zu arbeiten in der home-office tage kein problem darstellen (je nach projektstand natürlich) und es eine echte gleitzeitregel gibt. überstunden sind eher die ausnahme und keinesfalls die regel.

    besser geht immer, aber wir sind dran! 🙂

  2. guter artikel und etwas über das sich die agenturlandschaft tatsächlich gedanken machen sollte.

    ich habe das glück in einer agentur zu arbeiten in der home-office tage kein problem darstellen (je nach projektstand natürlich) und es eine echte gleitzeitregel gibt. überstunden sind eher die ausnahme und keinesfalls die regel.

    besser geht immer, aber wir sind dran! 🙂

  3. Wie wahr! Praktikanten dieser Welt verbündet Euch! Was nützt ein „sexy“ Arbeitgeber wenn es dann aufgrund Zeitmangel na S.. fehlt. 😉

  4. Wie wahr! Praktikanten dieser Welt verbündet Euch! Was nützt ein „sexy“ Arbeitgeber wenn es dann aufgrund Zeitmangel na S.. fehlt. 😉

  5. Super starker Beitrag! Da ich mich vor einigen Monaten genau in dieser Lage (frisch am Markt und Entscheidung ob Agentur oder Unternehmen) kann ich diese Argumentation sehr gut nachvollziehen….hier natürlich noch sehr schön in einem Text gefasst…

    Die großen Agenturnamen ziehen meiner Meinung nach immer noch in den Köpfen der jungen Kreativen, aber heute wagen Sie auch noch einen zweiten Blick hinter den Namen. Da ist es glaube ich dann auch nötig, gängige „Vorurteile“ was den Agenturalltag oder auch Aufstiegschancen und Work-Life-Balance angeht ins rechte Licht zurücken. Dann würde auch ich noch einen dritten Blick auf die Agentur, die Leute, die Arbeit usw. werfen und mich dafür begeistern können…

  6. Super starker Beitrag! Da ich mich vor einigen Monaten genau in dieser Lage (frisch am Markt und Entscheidung ob Agentur oder Unternehmen) kann ich diese Argumentation sehr gut nachvollziehen….hier natürlich noch sehr schön in einem Text gefasst…

    Die großen Agenturnamen ziehen meiner Meinung nach immer noch in den Köpfen der jungen Kreativen, aber heute wagen Sie auch noch einen zweiten Blick hinter den Namen. Da ist es glaube ich dann auch nötig, gängige „Vorurteile“ was den Agenturalltag oder auch Aufstiegschancen und Work-Life-Balance angeht ins rechte Licht zurücken. Dann würde auch ich noch einen dritten Blick auf die Agentur, die Leute, die Arbeit usw. werfen und mich dafür begeistern können…

  7. Ich finde es sollte ein Mix aus allem sein, zufriedenstellendes Gehalt, Flexibilität und die Weiterbildungschancen. Wenn das Gehalt nicht ganz den Vorstellungen entspricht, aber alles andere (Arbeitsklima usw.) passt, warum dann nicht etwas weniger verdienen, aber sonst glücklich sein?

    Viele Arbeitgeber vergessen das ihre Angestellten nicht einfach nur Arbeitsmaschinen sind. Durch den schlechten Arbeitsmarkt, trauen sich viele Arbeitnehmer nicht, ihren Job zu wechseln, bzw. mal „den Mund aufzumachen“. Schade eigentlich, weil das sicherlich so einiges am Arbeitsmarkt verändern würde.

    Ich bin froh das ich z.Z. in einem Betrieb arbeite, in dem ich mir um dieses Thema keine Sorgen machen brauche.

  8. Ich finde es sollte ein Mix aus allem sein, zufriedenstellendes Gehalt, Flexibilität und die Weiterbildungschancen. Wenn das Gehalt nicht ganz den Vorstellungen entspricht, aber alles andere (Arbeitsklima usw.) passt, warum dann nicht etwas weniger verdienen, aber sonst glücklich sein?

    Viele Arbeitgeber vergessen das ihre Angestellten nicht einfach nur Arbeitsmaschinen sind. Durch den schlechten Arbeitsmarkt, trauen sich viele Arbeitnehmer nicht, ihren Job zu wechseln, bzw. mal „den Mund aufzumachen“. Schade eigentlich, weil das sicherlich so einiges am Arbeitsmarkt verändern würde.

    Ich bin froh das ich z.Z. in einem Betrieb arbeite, in dem ich mir um dieses Thema keine Sorgen machen brauche.

  9. @Aleks: Stimme dir bei der Gehaltssache absolut zu. Für mich ist das echt nachrangig, sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind. Und was den Arbeitsmarkt angeht, ist es ja gerade in der Agenturbranche so, dass man sich mit ein bisschen Talent und Erfahrung den Job aussuchen kann. Also absolut kein Grund sich bescheiden zu geben.

  10. @Aleks: Stimme dir bei der Gehaltssache absolut zu. Für mich ist das echt nachrangig, sobald die Grundbedürfnisse gedeckt sind. Und was den Arbeitsmarkt angeht, ist es ja gerade in der Agenturbranche so, dass man sich mit ein bisschen Talent und Erfahrung den Job aussuchen kann. Also absolut kein Grund sich bescheiden zu geben.

  11. 100%iger full ack zu dieser Steilvorlage, ein Agentorjäger brauch halt auch gute Trainingsbedingungen um ein Pitch-Knipser zu werden 😉 Sehr guter Beitrag mal auf SPON und schöner Kommentar von Dir, hoffen wir das Beste. Übrigens, auch im Konzernumfeld mit einer ProfitCenter-Struktur läßt sich das Agentur-„Feeling“ beobachten …

  12. 100%iger full ack zu dieser Steilvorlage, ein Agentorjäger brauch halt auch gute Trainingsbedingungen um ein Pitch-Knipser zu werden 😉 Sehr guter Beitrag mal auf SPON und schöner Kommentar von Dir, hoffen wir das Beste. Übrigens, auch im Konzernumfeld mit einer ProfitCenter-Struktur läßt sich das Agentur-„Feeling“ beobachten …

  13. Der Punkt mit der Loyalität begegnet mir als Freelancer auch überall wieder, ob es nun Agenturen oder Unternehmen sind, alle haben sie Angst, dass du nur nen kurzen Zwischenstopp bei ihnen einlegst und dir dann den nächst besseren Job suchst. Ich muss ja auch zu geben, dass das gerade sehr gut geht… ABER ich geh doch nur, wenn ich da wo ich gerade bin nicht mehr zu frieden bin. Wenn ich stunden im Büro rumhänge und nix passiert, wenn ich keine Verantwortung für meine Aufgaben bekomme und mir niemand den Sinn hinter meiner Arbeit erklärt. Da kann der Tagessatz noch so hoch sein.

  14. Der Punkt mit der Loyalität begegnet mir als Freelancer auch überall wieder, ob es nun Agenturen oder Unternehmen sind, alle haben sie Angst, dass du nur nen kurzen Zwischenstopp bei ihnen einlegst und dir dann den nächst besseren Job suchst. Ich muss ja auch zu geben, dass das gerade sehr gut geht… ABER ich geh doch nur, wenn ich da wo ich gerade bin nicht mehr zu frieden bin. Wenn ich stunden im Büro rumhänge und nix passiert, wenn ich keine Verantwortung für meine Aufgaben bekomme und mir niemand den Sinn hinter meiner Arbeit erklärt. Da kann der Tagessatz noch so hoch sein.

  15. Der Artikel ist wirklich super. Wollte ich den guten Kern Zitieren müsste ich alles anführen.

    Ich kann dir wirklich gut zustimmen.

  16. Der Artikel ist wirklich super. Wollte ich den guten Kern Zitieren müsste ich alles anführen.

    Ich kann dir wirklich gut zustimmen.

  17. Stimme dir voll zu. Habe mich grade am Wochenende mit einem befreundeten Kollegen unterhalten, der nach längerem freelancen jetzt seit einem Jahr fest in einer Agentur arbeitet. Selbst bei erfahrenen Leuten knausern Agenturen beim Gehalt und sind unflexibel bei den „weichen“ Benefits. Agenturen haben es deshalb nicht nur schwer, in ausreichendem Umfang wirklich guten Nachwuchs zu bekommen, sondern auch, die guten erfahrenen Senioren zu halten, die natürlich wissen, dass sie als Freelancer ihre Work-Life-Balance viel besser steuern können. Grade in großen Network Agenturen ist eine gewisse Controlling-Hörigkeit nicht ganz unschuldig daran, dass der Headcount niedrig und das per-capita Gehalt noch niedriger gehalten wird. Aber dafür sollen die Mitarbeiter immer höhere pro-Kopf Umsätze und Deckungsbeiträge liefern. Was per se nicht schlecht ist auch unbedingt kontrolliert werden muss, damit eine Agentur nicht in wirtschaftliche Schieflage gerät, aber das ständige optimieren und die immer-mehr-rauspressen Mentalität grade börsennotierter Unternehmen vergrault dann irgendwann die echten (kreativen) Leistungsträger und so bleibt den großen Networks die Mittelklasse, von ein paar Leuchttürmen mal abgesehen.

  18. Stimme dir voll zu. Habe mich grade am Wochenende mit einem befreundeten Kollegen unterhalten, der nach längerem freelancen jetzt seit einem Jahr fest in einer Agentur arbeitet. Selbst bei erfahrenen Leuten knausern Agenturen beim Gehalt und sind unflexibel bei den „weichen“ Benefits. Agenturen haben es deshalb nicht nur schwer, in ausreichendem Umfang wirklich guten Nachwuchs zu bekommen, sondern auch, die guten erfahrenen Senioren zu halten, die natürlich wissen, dass sie als Freelancer ihre Work-Life-Balance viel besser steuern können. Grade in großen Network Agenturen ist eine gewisse Controlling-Hörigkeit nicht ganz unschuldig daran, dass der Headcount niedrig und das per-capita Gehalt noch niedriger gehalten wird. Aber dafür sollen die Mitarbeiter immer höhere pro-Kopf Umsätze und Deckungsbeiträge liefern. Was per se nicht schlecht ist auch unbedingt kontrolliert werden muss, damit eine Agentur nicht in wirtschaftliche Schieflage gerät, aber das ständige optimieren und die immer-mehr-rauspressen Mentalität grade börsennotierter Unternehmen vergrault dann irgendwann die echten (kreativen) Leistungsträger und so bleibt den großen Networks die Mittelklasse, von ein paar Leuchttürmen mal abgesehen.

  19. Wohl wahr! Schöner Artikel. Und es geht ja nicht nur darum sich bei einer Agentur zu bewerben. Eigentlich ist es mittlerweile ja so, dass sich eine Agentur bewerben muss um gute Leute zu bekommen. Ich selbst habe aus genau diesen Gründen das Mutterschiff verlassen. Es war nicht das Geld. Es war der Mangel an Herausforderungen und Möglichkeiten sich zu Entwickeln. Danke für diese schöne Zusammenfassung!

  20. Wohl wahr! Schöner Artikel. Und es geht ja nicht nur darum sich bei einer Agentur zu bewerben. Eigentlich ist es mittlerweile ja so, dass sich eine Agentur bewerben muss um gute Leute zu bekommen. Ich selbst habe aus genau diesen Gründen das Mutterschiff verlassen. Es war nicht das Geld. Es war der Mangel an Herausforderungen und Möglichkeiten sich zu Entwickeln. Danke für diese schöne Zusammenfassung!

  21. Hier mein Kommentar, den ich als Ergänzung zu Martin Reckes Replik auf Fischmarkt geschrieben hatte, in leichter Abwandlung:

    Ich hatte mich auf die Replik gefreut, da auch ich den obigen Artikel mit etwas Befremden gelesen hatte, aber m.E. tauchen bei Martin die wichtigen Argumente pro Agentur noch nicht auf, von denen ich hier einige nennen möchte.

    Erstens: Teamwork und Wissenstransfer – in einer Agentur hat man die Chance mit vielen verschiedenen Menschen permanent zusammen zu arbeiten. Auch wenn man als Freelancer viel Austausch pflegt und in verschiedenen Teams zusammen arbeitet, der permanente Austausch und die Arbeit an großen und komplexen Projekten, die in einer Agentur möglich ist, ist alleine nur schwer abzubilden. Dieser Punkt unterstützt aber tendenziell das von Kleske genannte Asset des Wissens, das Agenturen bieten können. Ich meine das aber explizit nicht nur als Fortbildungen, sondern aus der Arbeit selbst heraus.

    Zweitens – Arbeitszeiten. Wird in einer Agentur vernünftig mit den Ressourcen geplant, spricht nichts dagegen, dass man dort auch relativ entspannt seinen Arbeitszeiten nachgehen kann. Und diesen Schuh muss sich jeder anziehen, nicht nur Projektmanager und Budgetkontrolleure. Denn auch diese müssen sich auf die eigenverantwortliche Planung der Mitarbeiter verlassen können – denn nur man selbst kann eben abschätzen, wie lange man für einen Arbeitsschritt braucht.

    Drittens – Planungssicherheit. Wie viele Freelancer kenne ich, die ihre Urlaubspläne permanent vor sich herschieben: aus permanenter Angst, Aufträge zu verpassen oder den Kontakt zu verlieren, oder weil sie sich schlicht mit Zeit und Budget verkalkuliert haben. Das geht auf Dauer auf Kosten der Gesundheit und der Kreativität. Anders in einer Agentur – mit anständiger Planung kann dort jeder mal ausspannen, denn so etwas sollte durch die Personaldecke abgefedert werden.

    Mein Fazit, und da unterstütze ich Martin: Die Situation der Agenturen (und vielleicht sollte man auch mal definieren, was in diesem Diskurs mit „Agentur“ gemeint ist, ich gehe mal von Onlinekommunikationsagenturen wie SinnerSchrader oder Neue Digitale aus) ist bei weitem nicht so schlecht, wie von Kleske oder auch von Fachmedien wie Horizont (und die bezieht sich auf die gesamte Kommunikationswirtschaft) beschrieben. Gute Strategie, gute Teams und gute Planung machen es sowohl für Agenturen als auch für ihre Angestellten möglich, mit Spaß und Befriedigung spannende und erfolgreiche Projekte zu realisieren.

    Ob man als Freelancer oder Angestellter arbeiten will, ist imho also immer noch eine eher eine persönliche Frage als eine gesamtwirtschaftliche.

  22. Hier mein Kommentar, den ich als Ergänzung zu Martin Reckes Replik auf Fischmarkt geschrieben hatte, in leichter Abwandlung:

    Ich hatte mich auf die Replik gefreut, da auch ich den obigen Artikel mit etwas Befremden gelesen hatte, aber m.E. tauchen bei Martin die wichtigen Argumente pro Agentur noch nicht auf, von denen ich hier einige nennen möchte.

    Erstens: Teamwork und Wissenstransfer – in einer Agentur hat man die Chance mit vielen verschiedenen Menschen permanent zusammen zu arbeiten. Auch wenn man als Freelancer viel Austausch pflegt und in verschiedenen Teams zusammen arbeitet, der permanente Austausch und die Arbeit an großen und komplexen Projekten, die in einer Agentur möglich ist, ist alleine nur schwer abzubilden. Dieser Punkt unterstützt aber tendenziell das von Kleske genannte Asset des Wissens, das Agenturen bieten können. Ich meine das aber explizit nicht nur als Fortbildungen, sondern aus der Arbeit selbst heraus.

    Zweitens – Arbeitszeiten. Wird in einer Agentur vernünftig mit den Ressourcen geplant, spricht nichts dagegen, dass man dort auch relativ entspannt seinen Arbeitszeiten nachgehen kann. Und diesen Schuh muss sich jeder anziehen, nicht nur Projektmanager und Budgetkontrolleure. Denn auch diese müssen sich auf die eigenverantwortliche Planung der Mitarbeiter verlassen können – denn nur man selbst kann eben abschätzen, wie lange man für einen Arbeitsschritt braucht.

    Drittens – Planungssicherheit. Wie viele Freelancer kenne ich, die ihre Urlaubspläne permanent vor sich herschieben: aus permanenter Angst, Aufträge zu verpassen oder den Kontakt zu verlieren, oder weil sie sich schlicht mit Zeit und Budget verkalkuliert haben. Das geht auf Dauer auf Kosten der Gesundheit und der Kreativität. Anders in einer Agentur – mit anständiger Planung kann dort jeder mal ausspannen, denn so etwas sollte durch die Personaldecke abgefedert werden.

    Mein Fazit, und da unterstütze ich Martin: Die Situation der Agenturen (und vielleicht sollte man auch mal definieren, was in diesem Diskurs mit „Agentur“ gemeint ist, ich gehe mal von Onlinekommunikationsagenturen wie SinnerSchrader oder Neue Digitale aus) ist bei weitem nicht so schlecht, wie von Kleske oder auch von Fachmedien wie Horizont (und die bezieht sich auf die gesamte Kommunikationswirtschaft) beschrieben. Gute Strategie, gute Teams und gute Planung machen es sowohl für Agenturen als auch für ihre Angestellten möglich, mit Spaß und Befriedigung spannende und erfolgreiche Projekte zu realisieren.

    Ob man als Freelancer oder Angestellter arbeiten will, ist imho also immer noch eine eher eine persönliche Frage als eine gesamtwirtschaftliche.

  23. @Thomas: Ich stimme dir bis auf die Lage der Agenturen in jedem Punkt zu. Mir geht es auch überhaupt nicht darum zu sagen, dass Agenturen scheiße sind. Im Gegenteil. Ich wünsche mir ne produktive Diskussion, in der wir Vorteile der Agenturarbeit ausbauen und sie mit den neuen Anforderungen der Mitarbeiter kombinieren und so zu einem zukunftsfähigen Arbeitsmodell kommen. Da geht einiges…

  24. @Thomas: Ich stimme dir bis auf die Lage der Agenturen in jedem Punkt zu. Mir geht es auch überhaupt nicht darum zu sagen, dass Agenturen scheiße sind. Im Gegenteil. Ich wünsche mir ne produktive Diskussion, in der wir Vorteile der Agenturarbeit ausbauen und sie mit den neuen Anforderungen der Mitarbeiter kombinieren und so zu einem zukunftsfähigen Arbeitsmodell kommen. Da geht einiges…

  25. Na, also ein Zwischenweg wird doch auch bereits häufig praktiziert: Feste Freie und Werkverträge. Hier bindet man als Agentur Mitarbeiter auf freier Basis an sich und sichert sich damit in gewissem Umfang ihre Arbeitszeit. Diese haben also etwas Sicherheit, was Einkünfte angeht und können sich in der restlichen Zeit weniger lukrativen aber dafür vielleicht spannenderen Projekten widmen (wo kommen auch sonst die ganzen coolen Websites für Bands, Clubs, Vereine oder so schöne Ideen wie Mite her?), die gut für den Fame sind. Für Agenturen hat diese mittelstarke Bindung den Vorteil, dass in weniger auftragsintensiven Zeiten auch die Aufträge an Freelancer herunter gefahren werden können. Eine gute Mischung aus festen, die Projektbetreuung und standardisierte Aufgaben übernehmen und freie, die für Spezialaufgaben geholt werden, ist für Agenturen also unerlässlich.

    Außerdem ändert sich auch die Agenturlandschaft so schnell wie wenige andere Branchen: Dauernd tun sich Spezialdisziplinen auf oder werden schlau erfunden, die Aus- und Neugründungen nach sich ziehen. So machen sich vielleicht drei Super-Flasher aus einer Agentur heraus selbstständig und arbeiten in Folge wieder als Freie für ihren alten Arbeitgeber. Oder solche Freelancer, die sich erst als Bürogemeinschaft, dann vielleicht mit gemeinsamen Sekretariat ruckzuck auch wieder in agenturähnlichen Strukturen befinden. Das nennt man Netzwerkökonomie!

  26. Na, also ein Zwischenweg wird doch auch bereits häufig praktiziert: Feste Freie und Werkverträge. Hier bindet man als Agentur Mitarbeiter auf freier Basis an sich und sichert sich damit in gewissem Umfang ihre Arbeitszeit. Diese haben also etwas Sicherheit, was Einkünfte angeht und können sich in der restlichen Zeit weniger lukrativen aber dafür vielleicht spannenderen Projekten widmen (wo kommen auch sonst die ganzen coolen Websites für Bands, Clubs, Vereine oder so schöne Ideen wie Mite her?), die gut für den Fame sind. Für Agenturen hat diese mittelstarke Bindung den Vorteil, dass in weniger auftragsintensiven Zeiten auch die Aufträge an Freelancer herunter gefahren werden können. Eine gute Mischung aus festen, die Projektbetreuung und standardisierte Aufgaben übernehmen und freie, die für Spezialaufgaben geholt werden, ist für Agenturen also unerlässlich.

    Außerdem ändert sich auch die Agenturlandschaft so schnell wie wenige andere Branchen: Dauernd tun sich Spezialdisziplinen auf oder werden schlau erfunden, die Aus- und Neugründungen nach sich ziehen. So machen sich vielleicht drei Super-Flasher aus einer Agentur heraus selbstständig und arbeiten in Folge wieder als Freie für ihren alten Arbeitgeber. Oder solche Freelancer, die sich erst als Bürogemeinschaft, dann vielleicht mit gemeinsamen Sekretariat ruckzuck auch wieder in agenturähnlichen Strukturen befinden. Das nennt man Netzwerkökonomie!

  27. Da will ich doch mal kurz auf die Workplace Experiments von 37signals verweisen. 4-Tage-Woche, Unterstützung bei Freizeit-Beschäftigungen und Kostenübernahme für Software, Bücher, Konferenzen, … Und das mit derselben, bzw. einer höheren Produktivität!

  28. Da will ich doch mal kurz auf die Workplace Experiments von 37signals verweisen. 4-Tage-Woche, Unterstützung bei Freizeit-Beschäftigungen und Kostenübernahme für Software, Bücher, Konferenzen, … Und das mit derselben, bzw. einer höheren Produktivität!

  29. Grundsätzlich sind hier viele richtige Ansätze zu lesen. Natürlich muss eine Agentur sich auch um die finanzielle Seite kümmern, was ist an Income da was geben wir aus. Viele Arbeitnehmer vergessen dabei, dass die Kosten für einen Arbeitsplatz nicht nur aus dem Lohn für den Arbeitnehmer bestehen. Dieses ist aber auch nur eine Randbemerkung. Denn eigentlich geht es mehr um das Thema Qualität der Arbeit und Qualität des Lebens sprich Lebensqualität. Wann fühle ich mich wohl ? Immer dann wenn man als Team gut arbeitet und dieses ist mit einer soliden Planung einfach besser möglich als ohne. Sprich es geht um Projektmanagement. Wenn die Ziele mit dem Kunden gut abgesprochen sind. Die finanziellen Rahmenbedingungen abgesprochen sind und eine zeitliche und ressourcentechnisch saubere Planung des Projektes aufgesetzt wird, kann man vieles mit einem motivierten Team schaffen. Wenn aber von vorne herein mit zu wenig Zeit und einem zu knappen Budget geplant wird läuft etwas falsch. Deshalb ist neben aller Kreativität auch eine gewisse Planung möglich. Jetzt kommt wahrscheinlich wieder die Aussage, dass sich Kreativität nicht planen lässt… Aber warum nicht? Nur weil man nicht innerhalb der ersten Stunde immer die Hammeridee hat? Nun dann planen wir doch einfach mehr Stunden Standardmäßig ein ein. Puffer ist ja etwas was gerne weggedacht wird um effektiver zu sein. Genau wie das Testen bei neuen Websites und Services. Aber genau diese Dinge retten einem in großen Projekten. Je größer das Projekt – je besser sollte die Planung sein und ein guter Projektmanager könnte hierbei helfen…

  30. Grundsätzlich sind hier viele richtige Ansätze zu lesen. Natürlich muss eine Agentur sich auch um die finanzielle Seite kümmern, was ist an Income da was geben wir aus. Viele Arbeitnehmer vergessen dabei, dass die Kosten für einen Arbeitsplatz nicht nur aus dem Lohn für den Arbeitnehmer bestehen. Dieses ist aber auch nur eine Randbemerkung. Denn eigentlich geht es mehr um das Thema Qualität der Arbeit und Qualität des Lebens sprich Lebensqualität. Wann fühle ich mich wohl ? Immer dann wenn man als Team gut arbeitet und dieses ist mit einer soliden Planung einfach besser möglich als ohne. Sprich es geht um Projektmanagement. Wenn die Ziele mit dem Kunden gut abgesprochen sind. Die finanziellen Rahmenbedingungen abgesprochen sind und eine zeitliche und ressourcentechnisch saubere Planung des Projektes aufgesetzt wird, kann man vieles mit einem motivierten Team schaffen. Wenn aber von vorne herein mit zu wenig Zeit und einem zu knappen Budget geplant wird läuft etwas falsch. Deshalb ist neben aller Kreativität auch eine gewisse Planung möglich. Jetzt kommt wahrscheinlich wieder die Aussage, dass sich Kreativität nicht planen lässt… Aber warum nicht? Nur weil man nicht innerhalb der ersten Stunde immer die Hammeridee hat? Nun dann planen wir doch einfach mehr Stunden Standardmäßig ein ein. Puffer ist ja etwas was gerne weggedacht wird um effektiver zu sein. Genau wie das Testen bei neuen Websites und Services. Aber genau diese Dinge retten einem in großen Projekten. Je größer das Projekt – je besser sollte die Planung sein und ein guter Projektmanager könnte hierbei helfen…

  31. Klar, Freelancing scheint der offensichtliche Weg zu mehr Flexibilität. Aber leider fehlt mir bei diesem Weg der Fortbildungs- und Wissens-Anteil. Und deswegen bin ich auf der Suche nach einem Weg für Festangestellte.

  32. Klar, Freelancing scheint der offensichtliche Weg zu mehr Flexibilität. Aber leider fehlt mir bei diesem Weg der Fortbildungs- und Wissens-Anteil. Und deswegen bin ich auf der Suche nach einem Weg für Festangestellte.

  33. Hallo Johannes

    Absolut guter Beitrag. Und auch die Diskussion anschließend bringt viele Punkte auf, die richtig sind. Ich denke, dass auch bei Agenturen gute Arbeitsbedingungen möglich sind und das trotzdem auch wirtschaftlich arbeitet. Ich denke aber leider auch, dass manche bewusst – so verrückt das klingt – aber genau das wollen. Um diese Branche sexy zu halten, anders zu sein, etc.

    Die Projekte in Agenturen sind grundsätzlich auch nicht viel anders als in anderen Branchen: Termindruck gibt es überall, so was ähnliches wie Pitche auch. Witzigerweise ist aber v.a. bei Online-Agenturen auf der anderen Seite kaum Investition notwendig. Man braucht keine teuren Maschine wie am Bau oder große Hallen.

    Was man braucht sind gute Menschen (Humankapital der böse Ausdruck) und das sollte man gut behandeln. Anscheinend hat die Agenturbranche, oder besser gesagt die Verantwortlichen, noch nicht erkannt, dass man auch in Menschen investieren muss.

    Andererseits muss man aber auch die Arbeitnehmer kritisieren, die sich blenden lassen und unterdrücken, ausbeuten, etc. Ganz nach dem Spruch „Jedes Volk hat den König, den es verdient“ muss man fast glauben, manche wollen es gar nicht anders…

  34. Hallo Johannes

    Absolut guter Beitrag. Und auch die Diskussion anschließend bringt viele Punkte auf, die richtig sind. Ich denke, dass auch bei Agenturen gute Arbeitsbedingungen möglich sind und das trotzdem auch wirtschaftlich arbeitet. Ich denke aber leider auch, dass manche bewusst – so verrückt das klingt – aber genau das wollen. Um diese Branche sexy zu halten, anders zu sein, etc.

    Die Projekte in Agenturen sind grundsätzlich auch nicht viel anders als in anderen Branchen: Termindruck gibt es überall, so was ähnliches wie Pitche auch. Witzigerweise ist aber v.a. bei Online-Agenturen auf der anderen Seite kaum Investition notwendig. Man braucht keine teuren Maschine wie am Bau oder große Hallen.

    Was man braucht sind gute Menschen (Humankapital der böse Ausdruck) und das sollte man gut behandeln. Anscheinend hat die Agenturbranche, oder besser gesagt die Verantwortlichen, noch nicht erkannt, dass man auch in Menschen investieren muss.

    Andererseits muss man aber auch die Arbeitnehmer kritisieren, die sich blenden lassen und unterdrücken, ausbeuten, etc. Ganz nach dem Spruch „Jedes Volk hat den König, den es verdient“ muss man fast glauben, manche wollen es gar nicht anders…

  35. Wie so häufig nehmen die Agenturen aber auch hier nur einen Entwicklung vorweg, die mittelfristig auf alle Unternehmen in Deutschland zukommen wird: die demografische Entwicklung wird den Arbeitsmarkt von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt machen, mit entsprechenden Auswirkungen für beide Parteien. Auf dem Markt der Ingenieure kann man sich jetzt schon ansehen, welche Kreativität und Flexibilität Unternehmen an den Tag legen, um die guten Leute für sich zu gewinnen. Und es bleibt zu hoffen, dass auch alle anderen bald aufwachen und sich überlegen, was sie tun können, um die jungen und guten Leute zu halten. Geld ist dabei sicherlich nur eine Antwort, als langfristiges Bindungsinstrument aber recht ungeeignet. Denn was nützt die ganze Kohle, wenn der Mitarbeiter frustriert ist, weil vor lauter Arbeit Familie und Freunde den Bach runter gehen? Oder man keine Perpektiven für sich sieht? Oder das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten? Oder dass die Arbeit (trotz des Geldes) nicht wirklich wertgeschätzt wird?… Du hast alles sehr treffend beschrieben – Kompliment!

  36. Wie so häufig nehmen die Agenturen aber auch hier nur einen Entwicklung vorweg, die mittelfristig auf alle Unternehmen in Deutschland zukommen wird: die demografische Entwicklung wird den Arbeitsmarkt von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmermarkt machen, mit entsprechenden Auswirkungen für beide Parteien. Auf dem Markt der Ingenieure kann man sich jetzt schon ansehen, welche Kreativität und Flexibilität Unternehmen an den Tag legen, um die guten Leute für sich zu gewinnen. Und es bleibt zu hoffen, dass auch alle anderen bald aufwachen und sich überlegen, was sie tun können, um die jungen und guten Leute zu halten. Geld ist dabei sicherlich nur eine Antwort, als langfristiges Bindungsinstrument aber recht ungeeignet. Denn was nützt die ganze Kohle, wenn der Mitarbeiter frustriert ist, weil vor lauter Arbeit Familie und Freunde den Bach runter gehen? Oder man keine Perpektiven für sich sieht? Oder das Gefühl hat, auf der Stelle zu treten? Oder dass die Arbeit (trotz des Geldes) nicht wirklich wertgeschätzt wird?… Du hast alles sehr treffend beschrieben – Kompliment!

  37. stimme Aleks Maksimow in seinem ersten posting voll zu. wieso auf gutes geld verzichten und dafür als „trostpflaster“ angenehmere konditionen in anderen bereichen erhalten?

    wir arbeiten ja nicht zum spaß, sondern – im optimalen fall – mit spaß.

  38. stimme Aleks Maksimow in seinem ersten posting voll zu. wieso auf gutes geld verzichten und dafür als „trostpflaster“ angenehmere konditionen in anderen bereichen erhalten?

    wir arbeiten ja nicht zum spaß, sondern – im optimalen fall – mit spaß.

  39. Geld und Gehalt wird meines Erachtens nach immer wichtiger, jedoch bin ich deiner Meinung, dass diese Faktoren letztendlich nicht wirklich motivationsfördern sind – zumindest nicht langfristig und nachhaltig. Ich denke unsere Generation hat diesbezüglich eine einfach Erwartungshaltung – wird diese nicht erfüllt ist man eher enttäuscht – motivierend wirken ganz andere Dinge.

  40. Geld und Gehalt wird meines Erachtens nach immer wichtiger, jedoch bin ich deiner Meinung, dass diese Faktoren letztendlich nicht wirklich motivationsfördern sind – zumindest nicht langfristig und nachhaltig. Ich denke unsere Generation hat diesbezüglich eine einfach Erwartungshaltung – wird diese nicht erfüllt ist man eher enttäuscht – motivierend wirken ganz andere Dinge.

  41. @Johannes – Gute Nachfrage. Um es persönlich zu beantworten: Am Geldbeutel und dem wie schnell sich die Scheine derzeit ausgeben lassen. Um aus aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu beantworten. Die Bereitschaft seinen Job auf Grund eines höher dotierten Angebotes zu wechseln ist zumindest in meiner gefühlten Wahrnehmung erheblich gestiegen. Letzteres trifft meines Erachtens jedoch auf etablierte Online Unternehmen und Agenturen stärker zu, als auf auf innovative Konzepte setzende Startups, wo man mit einer höheren Begeisterung an seine Aufgaben herangeht.

  42. @Johannes – Gute Nachfrage. Um es persönlich zu beantworten: Am Geldbeutel und dem wie schnell sich die Scheine derzeit ausgeben lassen. Um aus aus den Erfahrungen der Vergangenheit zu beantworten. Die Bereitschaft seinen Job auf Grund eines höher dotierten Angebotes zu wechseln ist zumindest in meiner gefühlten Wahrnehmung erheblich gestiegen. Letzteres trifft meines Erachtens jedoch auf etablierte Online Unternehmen und Agenturen stärker zu, als auf auf innovative Konzepte setzende Startups, wo man mit einer höheren Begeisterung an seine Aufgaben herangeht.

  43. @Ron: Für mich sind Wechselbereitschaft und Fokus auf Gehalt nur ein Symptom für die mangelnde Motivierungsarbeit der Agenturen. Ich weiß, dass für mich Geld klar in den Hintergrund rückt, wenn Dinge wie Herausforderung, Team-Geist und Förderung stimmen. Tun sie es nicht, will ich zumindest ordentlich Kohle für meine Arbeit sehen.

  44. @Ron: Für mich sind Wechselbereitschaft und Fokus auf Gehalt nur ein Symptom für die mangelnde Motivierungsarbeit der Agenturen. Ich weiß, dass für mich Geld klar in den Hintergrund rückt, wenn Dinge wie Herausforderung, Team-Geist und Förderung stimmen. Tun sie es nicht, will ich zumindest ordentlich Kohle für meine Arbeit sehen.

  45. Hallo miteinander,

    ich nehme die Haltung zu den Mitarbeitern beim Großteil der Agenturen ebenso wahr, wie Johannes und Ihr es schreibt.

    Trotzdem gibt es Ausnahmen, die es allerdings anscheinend noch nicht geschafft haben, sich so prominent darzustellen, das sie wahrgenommen werden. Das ist durchaus selbstkritisch gemeint. Als Bereichsleiter in einer mittelständischen Beratung und Agentur bin ich mitten im Kampf um die besten Konzepter und Berater am Markt.

    Da die meisten von uns den Ausbeutungswahnsinn der New Economy mitgemacht haben und den Burn out vor Augen hatten, wissen wir, wie wir es nicht mehr machen wollen. (Ja, trotzdem war es natürlich eine spannende Zeit, die keiner von uns missen möchte)

    Worauf wir Wert legen und was wir unseren Mitarbeitern anbieten:

    • Zeit für Wissensaufbau und Austausch im Team
    • Geregelte Fortbildungsprogramme (gerade im Kommunikations- und „Softskill“-Bereich)
    • Besuch von Messen und Kongressen
    • Mitgestaltungsmöglichkeiten an den Themen, mit denen wir uns beschäftigen wollen

    • Eine Überstundenregelung, in der Überstunden mit Freizeit ausgeglichen werden können

    • Der Versuch, Projekte und Auslastungen so zu planen, dass nicht zu viele Überstunden anfallen
    • Anwesenheit in Kernarbeitszeiten in Eigenverantwortung (Schliesslich geht es um das Ergebnis und nicht um Zeitkontrolle)
    • Home Office nach Absprache und in Eigenverantwortung
    • Teilweise Teilzeitarbeit (gerade bei Eltern mit jungen Kindern)
    • Einen Betriebsrat, der sich um die Bedürfnisse der Mitarbeiter kümmert und sie aktiv vertritt.

    und: – große und kleine, sehr spannende Projekte, für die es sich lohnt leidenschaftlich zu werden – Herausforderungen und positiven Stress

    und sogar: – ein gutes Gehalt – ein Handy (wenn auch kein iPhone oder Blackberry) 😉

    Ich lerne allerdings immer wieder Bewerber kennen, die sich letztlich doch für den großen Agenturnamen und die (vermeintlich) großen Projekte und Aufstiegschancen entscheiden, obwohl fast alle o.g. Kriterien nicht erfüllt sind. Das hat mich zwischenzeitlich durchaus zum Nachdenken gebracht. Trotzdem glaube ich und fühle ich mich durch viele von Euch bestätigt, dass unser Weg weiterhin der Richtige ist.

  46. Hallo miteinander,

    ich nehme die Haltung zu den Mitarbeitern beim Großteil der Agenturen ebenso wahr, wie Johannes und Ihr es schreibt.

    Trotzdem gibt es Ausnahmen, die es allerdings anscheinend noch nicht geschafft haben, sich so prominent darzustellen, das sie wahrgenommen werden. Das ist durchaus selbstkritisch gemeint. Als Bereichsleiter in einer mittelständischen Beratung und Agentur bin ich mitten im Kampf um die besten Konzepter und Berater am Markt.

    Da die meisten von uns den Ausbeutungswahnsinn der New Economy mitgemacht haben und den Burn out vor Augen hatten, wissen wir, wie wir es nicht mehr machen wollen. (Ja, trotzdem war es natürlich eine spannende Zeit, die keiner von uns missen möchte)

    Worauf wir Wert legen und was wir unseren Mitarbeitern anbieten:

    • Zeit für Wissensaufbau und Austausch im Team
    • Geregelte Fortbildungsprogramme (gerade im Kommunikations- und „Softskill“-Bereich)
    • Besuch von Messen und Kongressen
    • Mitgestaltungsmöglichkeiten an den Themen, mit denen wir uns beschäftigen wollen

    • Eine Überstundenregelung, in der Überstunden mit Freizeit ausgeglichen werden können

    • Der Versuch, Projekte und Auslastungen so zu planen, dass nicht zu viele Überstunden anfallen
    • Anwesenheit in Kernarbeitszeiten in Eigenverantwortung (Schliesslich geht es um das Ergebnis und nicht um Zeitkontrolle)
    • Home Office nach Absprache und in Eigenverantwortung
    • Teilweise Teilzeitarbeit (gerade bei Eltern mit jungen Kindern)
    • Einen Betriebsrat, der sich um die Bedürfnisse der Mitarbeiter kümmert und sie aktiv vertritt.

    und: – große und kleine, sehr spannende Projekte, für die es sich lohnt leidenschaftlich zu werden – Herausforderungen und positiven Stress

    und sogar: – ein gutes Gehalt – ein Handy (wenn auch kein iPhone oder Blackberry) 😉

    Ich lerne allerdings immer wieder Bewerber kennen, die sich letztlich doch für den großen Agenturnamen und die (vermeintlich) großen Projekte und Aufstiegschancen entscheiden, obwohl fast alle o.g. Kriterien nicht erfüllt sind. Das hat mich zwischenzeitlich durchaus zum Nachdenken gebracht. Trotzdem glaube ich und fühle ich mich durch viele von Euch bestätigt, dass unser Weg weiterhin der Richtige ist.

  47. Hallo,DNAs, der Artikel von Johannes Kleske beschreibt die Sachlage, wie ich finde, ziemlich gut. Wenn man grundsätzlich genug verdient, um sich und seine Familie zu unterhalten, spielen materielle Anreize nicht mehr die zentrale Rolle. Die meisten Arbeitgeber sind dafür noch ziemlich blind. Und leider hat man auch in Unternehmen und Agenturen nicht immer flexible Arbeitszeiten, und selbst bei den Fortbildungsmöglichkeiten sieht es nach unseren Erfahrungen längst nicht so toll aus, wie es nötig wäre. Deshalb haben wir vor 2 Jahren jedenfalls mit den Arbeitgebern in der Metall- und Elektroindustrie einen Tarifvertrag abgeschlossen, der das Qualifizierungsthema überall auf die Tagesordnung setzen soll. Und auch Arbeitszeitgestaltungen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten entgegenkommen, werden für uns immer mehr zum Thema – vor allem mit Blick auf Ingenieure und IT-Fachkräfte. Für Anregungen und Diskussionen sind wir jederzeit offen. Herzliche Grüße, Regina Görner PS: Ich bin bei der IGMetall das zuständige geschäftsführende Vorstandsmitglied für Bildung und für die IGMetall-Jugend. Ich habe einige von Euch letzte Woche auf dem IT-Gipfel in Darmstadt. kennengelernt.

  48. Hallo,DNAs, der Artikel von Johannes Kleske beschreibt die Sachlage, wie ich finde, ziemlich gut. Wenn man grundsätzlich genug verdient, um sich und seine Familie zu unterhalten, spielen materielle Anreize nicht mehr die zentrale Rolle. Die meisten Arbeitgeber sind dafür noch ziemlich blind. Und leider hat man auch in Unternehmen und Agenturen nicht immer flexible Arbeitszeiten, und selbst bei den Fortbildungsmöglichkeiten sieht es nach unseren Erfahrungen längst nicht so toll aus, wie es nötig wäre. Deshalb haben wir vor 2 Jahren jedenfalls mit den Arbeitgebern in der Metall- und Elektroindustrie einen Tarifvertrag abgeschlossen, der das Qualifizierungsthema überall auf die Tagesordnung setzen soll. Und auch Arbeitszeitgestaltungen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten entgegenkommen, werden für uns immer mehr zum Thema – vor allem mit Blick auf Ingenieure und IT-Fachkräfte. Für Anregungen und Diskussionen sind wir jederzeit offen. Herzliche Grüße, Regina Görner PS: Ich bin bei der IGMetall das zuständige geschäftsführende Vorstandsmitglied für Bildung und für die IGMetall-Jugend. Ich habe einige von Euch letzte Woche auf dem IT-Gipfel in Darmstadt. kennengelernt.

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