Social Media – Agenturen haben keine Ahnung

Adweek berichtet über eine Umfrage, bei der Marketing Leute befragt worden, was sie von dem Social-Media-Verständnis ihrer Agenturen halten. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Social Media: ‚Agencies Don’t Get It,‘ Survey Says:

„Clients are placing more emphasis on mastering social media but find their agencies ill equipped to help them succeed in that space, according to a new survey. TNS Media Intelligence/Cymfony polled more than 60 marketers in North America, France and the U.K. to gauge how they are faring navigating the world of social media. It asked them for feedback on their agencies‘ abilities to help. TNS found, in its words, „Agencies don’t get it.“ Clients complained that their agencies — creative, media, public relations, design and others — typically treat social channels like blogs as traditional media. In other cases, their ideas are not backed up by practical skills in the area. What’s more, one client pointed out that his agencies have little of their own experience using social networks or video-sharing sites for themselves.“

Zwei direkte Erkenntnisse:

  1. Agenturen betrachten Social Media aus ihrer gewohnten Denkweise. Sie übertragen die gelernten Vorgehensweisen auf das neue Medium, weil sie nicht in der Lage sind, ihren Horizont zu erweitern.
  2. Vieles davon hat mit der zweiten Erkenntnis zu tun: Agenturmitarbeiter bewegen sich selbst kaum in Social Networks und anderen Social-Media-Anwendungen. Aus meiner Beobachtung herrscht häufig noch die typische Agentur-Arroganz, es besser zu wissen als der „Pöbel“ und sich deswegen nicht mit diesem einlassen zu wollen.

Der erste Schritt für Agenturen aus dieser sich aufbauenden Krise: bloggen.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

16 Gedanken zu „Social Media – Agenturen haben keine Ahnung“

  1. Dem stimme ich voll und ganz zu. Die Kunden haben „ihre“ Werbeagentur und was die vorschlägt ist DIE Weisheit. „Aber warum kommen denn keine Besucher in den neuen Online-Shop?“ fragt der Kunde. Antwort der Agentur (ich nenn hier keine Namen): machen sie doch mal mit einer Postkarte an alle Kunden ihre Shop-Internet-Adresse bekannt – arggh! Wenn’s da schon aufhört, wem soll ich dann mit „Social Media“ kommen?

  2. Dem stimme ich voll und ganz zu. Die Kunden haben „ihre“ Werbeagentur und was die vorschlägt ist DIE Weisheit. „Aber warum kommen denn keine Besucher in den neuen Online-Shop?“ fragt der Kunde. Antwort der Agentur (ich nenn hier keine Namen): machen sie doch mal mit einer Postkarte an alle Kunden ihre Shop-Internet-Adresse bekannt – arggh! Wenn’s da schon aufhört, wem soll ich dann mit „Social Media“ kommen?

  3. Ich weiß nicht, ob sich das so verallgemeinern läßt. In manchen Agenturen gibt es bestimmt auch Probleme, weil die Mitarbeiter zu viel Zeit auf Facebook und Co verbringen. Zahlreiche Agenturen ziehen genau aus Web 2.0 – Themen viele neue Kontakte. Bei //SEIBERT/MEDIA sorgt zum Beispiel die starke Beschäftigung mit Wikis für Nachfrage. Allerdings stimme ich zu, dass es immer noch viel zu viele Agenturen gibt, die nichtmal im Web 1.0 angekommen sind.

  4. Ich weiß nicht, ob sich das so verallgemeinern läßt. In manchen Agenturen gibt es bestimmt auch Probleme, weil die Mitarbeiter zu viel Zeit auf Facebook und Co verbringen. Zahlreiche Agenturen ziehen genau aus Web 2.0 – Themen viele neue Kontakte. Bei //SEIBERT/MEDIA sorgt zum Beispiel die starke Beschäftigung mit Wikis für Nachfrage. Allerdings stimme ich zu, dass es immer noch viel zu viele Agenturen gibt, die nichtmal im Web 1.0 angekommen sind.

  5. Ich denke auch, dass es durchaus löbliche Ausnahmen gibt. Aber derzeit sind diese genau das, Ausnahmen. Oder die Agenturen müssen ganz dringend etwas dafür tun, dass ihre Expertise von ihren Kunden wahrgenommen wird. Aber wenn ich mich so auf deutschen Web-Konferenzen und Barcamps umsehe, gewinne ich nicht gerade den Eindruck, dass sich die Agenturen in diesem Umfeld schon heimisch fühlen.

  6. Ich denke auch, dass es durchaus löbliche Ausnahmen gibt. Aber derzeit sind diese genau das, Ausnahmen. Oder die Agenturen müssen ganz dringend etwas dafür tun, dass ihre Expertise von ihren Kunden wahrgenommen wird. Aber wenn ich mich so auf deutschen Web-Konferenzen und Barcamps umsehe, gewinne ich nicht gerade den Eindruck, dass sich die Agenturen in diesem Umfeld schon heimisch fühlen.

  7. Eingefahrene Denkweisen, Postkartenaktionen – wie schon erwähnt, keinen Plan wo’s gerade hingeht social webmässig & marketingmässig, was man daraus für sich selbst machen kann… vielleicht ein müdes lächeln wenn man vage Vorschläge dahingehend unterbreitet bzw. Begeisterung dafür zeigt…das erlebe ich auch. Schade eigentlich, denn man hat es ja selbst in der Hand. Eine sehr beispielhafte Agentur die geschnallt hat wie’s funzt sitzt in Bath, UK und die heissen Carsonified, Veranstalter der Future of Webdesign z.B.

  8. Eingefahrene Denkweisen, Postkartenaktionen – wie schon erwähnt, keinen Plan wo’s gerade hingeht social webmässig & marketingmässig, was man daraus für sich selbst machen kann… vielleicht ein müdes lächeln wenn man vage Vorschläge dahingehend unterbreitet bzw. Begeisterung dafür zeigt…das erlebe ich auch. Schade eigentlich, denn man hat es ja selbst in der Hand. Eine sehr beispielhafte Agentur die geschnallt hat wie’s funzt sitzt in Bath, UK und die heissen Carsonified, Veranstalter der Future of Webdesign z.B.

  9. Also ganz ehrlich, wenn ich lese, das beinahe 50% der befragten Marketingverantwortlichen der Meinung sind, dass Social-Media-Vorhaben auf einem „executive level with significant resources“ stattfinden müssen, dann frage ich mich, ob die Kunden überhaupt schon die richtige Attitüde mitbringen. Was meinen die denn mit Ressourcen? Wollen sie etwa das Geld jetzt bei Social-Media-Agenturen eintauschen gegen „Social Media“, so wie sie es früher bei Printagenturen gegen Anzeigen getauscht haben?

    So kann das nicht funktionieren, erstmal muss die Belegschaft aus ihrer Corporate-Dösigkeit raus. Deshalb tut man sich auch so schwer. Es besteht die Sorge, dass der offene Diskurs ohne die eigenen Mitarbeiter stattfindet, und damit unkontrolliert. Social Media ist also primär eine Frage der Unternehmenskultur, nicht von Ressourcen oder Agenturen.

  10. Also ganz ehrlich, wenn ich lese, das beinahe 50% der befragten Marketingverantwortlichen der Meinung sind, dass Social-Media-Vorhaben auf einem „executive level with significant resources“ stattfinden müssen, dann frage ich mich, ob die Kunden überhaupt schon die richtige Attitüde mitbringen. Was meinen die denn mit Ressourcen? Wollen sie etwa das Geld jetzt bei Social-Media-Agenturen eintauschen gegen „Social Media“, so wie sie es früher bei Printagenturen gegen Anzeigen getauscht haben?

    So kann das nicht funktionieren, erstmal muss die Belegschaft aus ihrer Corporate-Dösigkeit raus. Deshalb tut man sich auch so schwer. Es besteht die Sorge, dass der offene Diskurs ohne die eigenen Mitarbeiter stattfindet, und damit unkontrolliert. Social Media ist also primär eine Frage der Unternehmenskultur, nicht von Ressourcen oder Agenturen.

  11. Das nennt man mit der Zeit gehen und manche Agenturen haben es einfach verschlafen bzw. sind nicht in der Lage es nützlich umzulegen! Trotzdem sollte man nicht alle über einen Kamm scheren. Zumeist sind es Agenturen mit jungen Leuten, die am Puls der Zeit sind und mit Social Media wirklich etwas anfangen können.

  12. Das nennt man mit der Zeit gehen und manche Agenturen haben es einfach verschlafen bzw. sind nicht in der Lage es nützlich umzulegen! Trotzdem sollte man nicht alle über einen Kamm scheren. Zumeist sind es Agenturen mit jungen Leuten, die am Puls der Zeit sind und mit Social Media wirklich etwas anfangen können.

  13. Das nennt man mit der Zeit gehen und manche Agenturen haben es einfach verschlafen bzw. sind nicht in der Lage es nützlich umzulegen! Trotzdem sollte man nicht alle über einen Kamm scheren. Zumeist sind es Agenturen mit jungen Leuten, die am Puls der Zeit sind und mit Social Media wirklich etwas anfangen können.

  14. Werbeagenturen können SM nicht mit Ihrem Business Model in Einklang bringen: – SM ist kein zu buchendes Werbemedium, sondern ein Kommunikationskanal, der nur durch Partizipation zu bearbeiten ist, – SM ist nicht skalierbar – Werbung ist 1.n Kommunikation, während SM n:n Kommunikation ist, – die Arbeit in und mit SM ist ein zeitaufwendiges Handwerk

  15. Werbeagenturen können SM nicht mit Ihrem Business Model in Einklang bringen: – SM ist kein zu buchendes Werbemedium, sondern ein Kommunikationskanal, der nur durch Partizipation zu bearbeiten ist, – SM ist nicht skalierbar – Werbung ist 1.n Kommunikation, während SM n:n Kommunikation ist, – die Arbeit in und mit SM ist ein zeitaufwendiges Handwerk

  16. Werbeagenturen können SM nicht mit Ihrem Business Model in Einklang bringen: – SM ist kein zu buchendes Werbemedium, sondern ein Kommunikationskanal, der nur durch Partizipation zu bearbeiten ist, – SM ist nicht skalierbar – Werbung ist 1.n Kommunikation, während SM n:n Kommunikation ist, – die Arbeit in und mit SM ist ein zeitaufwendiges Handwerk

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