Archive for April, 2007

Links für KW17

Irgendwie schmeckt es mir nicht, dass ihr all das tolle Zeug verpasst, das ich über die Woche so finde und das bisher aber nur in meinem JohannesKleske-Feed landet. Deswegen gibt’s ab jetzt immer zum Wochenende eine Auswahl.

Artikel bei imgriff in KW17

Die erste Woche als Autor bei imgriff.com ist geschafft. Hier die Artikel:

Online (nach vier Monaten)

Gerade hat ein Mensch von T-Com angerufen und die Schaltung des DSL-Anschlusses bestätigt. Alles funktioniert. Das hier ist der erste Blogartikel, den ich mit unserem eigenen Internetzugang veröffentliche.

Dann wollen wir doch mal rekapitulieren:

Am 30. März haben wir online bei der T-Com den DSL-Anschluss bestellt. Der nächstmögliche Anschlusstermin, den wir wählen konnten, war der 23. April.

Am 3. April kam die schriftliche Bestätigung der Bestellung und des Anschlusstermins. Am 4. April kam die Hardware. Alles gut beschriftet und leicht verständlich erklärt.

Letzte Woche kamen die Zugangsdaten und heute mittag wurde dann der Anschluss wie angekündigt geschaltet.

Kurz gesagt: die beste Serviceleistung, die ich jemals von T-Com erlebt habe.

Wäre da nicht die Vorgeschichte. Am 15. Januar hatten wir bei O2 einen DSL-Anschluss beantragt. Nachdem wir lange nichts hörten fragten wir immer wieder bei O2 nach und wurden stehst vertröstet. Irgendwann meinte die Telefonistin, dass die Telekom einfach nicht mit einem Termin herausrückt. Allerdings ließ in der Zeit der Service von O2 in der Zeit, in der wir warteten massiv zu wünschen übrig. Wir haben bis heute keine einzige schriftliche Angabe zu dem Antrag von O2 bekommen. Uns wurde jedesmal versprochen, dass wir zurückgerufen werden, was nicht einmal passiert ist. Als uns bei einem Anruf am 29. März gesagt wurde, dass die Telekom behauptet, dass sie keine Leitungen mehr frei hat, haben wir den Antrag zurückgezogen.

Insgesamt haben wir jetzt mehr als vier Monate auf unseren Anschluss gewartet. Den entstandenen Schaden für mich als Webworker kann ich nicht genau beziffern.

Coworking @ Barcamp FFM



DSC00021, originally uploaded by cmdrfletcher.

Hab gerade die Coworking-Idee in einer Session beim Barcamp in Frankfurt präsentiert. Hänge ansonsten vor allem in der pl0g lounge bei der Wii rum. Der pl0g Mob war mir vor allem aus Twitter bekannt und hat sich auch im Real-Life als extrem lustige und angenehme Crew herausgestellt.

Unterwegs in London

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Nach einem sehr entspannten Morgen ging es als erstes in die Tate Modern für zwei Ausstellungen. Die erste heißt ‚The Artist’s Dining Room‘ und featured drei deutsche Künstler, die in der Tradition der Abstraktion arbeiten.

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Die zweite Ausstellung zeigt auf einem kompletten Stockwerk die Arbeiten von Gilbert & George, einem Künstler-Duo, die teilweise gigantische Arbeiten produziert haben.

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Nach einem sehr englischen Mittagessen, das ich euch hier bildermäßig erspare ging’s zur Art Acadmey, wo ich James Hart Dyke in die Benutzung seiner Webseite einführte. Auf dem Foto sind James und Rob in Rob’s Studio.

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Updates aus London

Laura Ashley Wallpaper In Wills Corner

Ich sitze gerade auf einem Sofa, und wenn ich hoch schaue sehe ich das, was man auf dem Bild sieht. Ich bin für ein paar Tage in London bei meinen Freunden Rob und Aimie. Nachdem wir für eine Menge Projekte immer nur am Campfire geredet haben wird es mal wieder Zeit gemeinsam nen Tee zu trinken. Da ich von Karlsruhe günstiger nach London als nach Berlin komme frage ich mich auch mal wieder, warum ich das nicht häufiger mache.

Die letzten Wochen waren mit Arbeit vollgepackt. Da tut es ganz gut, sich mal für ein paar Tage nicht morgens um sechs direkt an den Rechner zu setzen. Wobei es hier natürlich auch um Arbeit geht. Die Hälfte meiner Kunden in diesem Jahr sind aus London. So treffe ich in den nächsten Tagen Leute, für die ich Webseiten gebaut habe, die ich aber noch nie gesehen habe. Außerdem werden Rob und ich uns ausführlich über die Zukunft von Visionary Tree unterhalten.

Wenn ich schon erzähle was so geht, hier noch ein paar mehr Updates:

  • Auch wenn der eine oder andere das für nicht mehr möglich gehalten hat, die letzten Wochen habe ich wieder für eine große Agentur gearbeitet. Die Agentur brauchte einen Onlinespezialisten und so habe ich fünf Tage als freier Informationsarchitekt ein Feinkonzept zu einer Produktwebseite gebaut. Ich bin selbst etwas überrascht, wie ungemein viel Spaß mir der Job gemacht hat. Für mich als freier Webworker, der bei Projekten meist alles mögliche macht, war es eine neue Erfahrung, als Spezialist in ein Team geholt zu werden und mich wirklich nur um das kümmern zu müssen, wo meine Kernkompetenzen liegen. Dazu kommt, dass ich nur zum Briefing in die Agentur musste und alles andere bei mir machen konnte. Den Job habe ich über die Empfehlung eines Bekannten bekommen, der regelmäßig mein Blog liest und unter anderem auch deshalb wusste, dass ich der richtige für den Job bin. Also, wenn die Umstände passen arbeite ich sehr gerne mit Agenturen zusammen, nur um das noch mal deutlich zu sagen.
  • Ab nächster Woche schreibe ich für das Produktivitätsblog imgriff.com vom Blogwerk. Bin etwas überrascht, wie schnell sich diese Möglichkeit ergeben hat und freue mich sehr, einen neuen Output für meine Gedanken zum Thema Produktivität, GTD, Webwork etc. gefunden zu haben.
  • Ich werde am Samstag auf dem Barcamp in Frankfurt sein. Vielleicht sieht man sich da.

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Weisheiten von Stefan Sagmeister

Gerade den Vortrag von Stefan Sagmeister bei TED 2004 auf der komplett überarbeiteten TED-Webseite gesehen. Dabei hat er zwei Listen gezeigt, die ich ganz interessant fand.

Die erste Liste zeigt, wie er als Designer am liebsten arbeiten möchte:

Thinking about ideas and content freely – with the deadline far away.

Working without interruption on a single project.

Using a wide variety of tools and techniques.

Traveling to new places.

Working on projects that matter to me.

Having things come back from the printer done well.

Die zweite Liste dreht sich um die Dinge, die er in seinem Leben gelernt hat:

Complaining is silly. Either act or forget.

Thinking life will be better in the future is stupid. I have to live now.

Being not truthful works against me.

Helping other people helps me.

Organizing a charity group is surprisingly easy.

Everything I do always comes back to me.

Drugs feel great in the beginning and become a drag later on.

Over time I get used to everything and start taking it for granted

Money does not make me happy.

Traveling alone is helpful for a new perspective on life.

Assuming is stifling.

Keeping a diary supports my personal development.

Trying to look good limits my life.

Worrying solves nothing.

Material luxuries are best enjoyed in small doses-

Having guts always works out for me.

Prickie-Bestellung eingetroffen

Vor kurzem hat Manuela die Produktivität der gesamten, deutschen Twittersphäre zum Erliegen gebracht, indem sie den Link zu Prickie, einem Onlineshop mit über 12,000 Buttons getwittert hat.

Heute ist meine Bestellung angekommen.

Prickie1

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Meine Top10 Urban Art/Streetculture Websites

Das sind meine Anlaufstellen für die tägliche Dosis Straße, Kunst, Design, Style und Flash. Falls hier was auftaucht, was gut aussieht, dann ist es meist aus diesen Quellen:

  1. Wooster Collectiv

    Definitiv die Nummer eins, was urbane Kunst angeht. Was ich bei Wooster besonders mag ist, dass es nicht einfach eine riesige Sammlung von Streetart-Bildern ist. Sarah und Marc, die Betreiber wählen genau aus, was sie veröffentlichen. Außerdem erzählen sie immer wieder von Künstlern und ihren Reisen. Ich stehe auf diesen persönlichen Einblick in die Streetartszene.

  2. Josh Spear

    Josh Spear und seine Coautoren haben einen ungemein guten Geschmack und einen beeindruckenden Riecher für cooles Zeug aller Art.

  3. DorkMag

    Ein blogmässig aufgebautes Webmagazin mit guten Texten und guter Auswahl.

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  4. SuperTouchBlog

    Jamie O’Shea und Co berichten so ausführlich wie niemand sonst über Ausstellungen und Galerien auf der ganzen Welt.

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  5. Inquiringmind Magazine

    Die Kanadier haben definitiv das schönste Interface aller Webmagazine.

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  6. The Hundreds

    Ich stehe ja nicht wirklich auf die Styles im aktuellen Streetwear Hype. Bunt ist einfach nicht mein Ding. Wie Bobby und seine Freunde in ihrem Blog allerdings ihren Lebensstil vermitteln inspiriert mich immer wieder für mein eigenes Blog. This is our life, and we fucking love it!

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  7. Jeff Staple

    Jeff Staple ist für mich als Designer und Geschäftsmann eine massive Inspirationsquelle. Er hat sich komplett sein eigenes Ding aufgebaut. Sein Blog lese ich wahrscheinlich aber nur, weil ich neidisch auf seinen Lebensstil bin. Ähnlich wie The Hundreds vermag Jeff diesesn ausgezeichnet zu vermitteln.

  8. Fecal Face SF

    Auch wenn dieses Kunstmagazin sich hautpsächlich auf San Franzisko konzentriert macht es dies jedoch in einer unvergleichlichen Intensität. Studiobesuche, Videos, Interviews, Features. Alles am Start.

  9. Format Magazine

    Format ist immer wieder mit guten Themen dabei, wie aktuell die Frauen-Features.

  10. Razor Apple

    Ganz frisch in meinem Feedreader. Konzentriert sich auf NY.

Jetzt seid ihr dran. Was sollte ich unbedingt noch in meinen Feedreader/meine Bookmarks aufnehmen? Und kennt ihr vergleichbare Blogs/Webmags in DE?

mumble magazine

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Checkt mal mumble magazine. Viel Skating und sonstige Straßenkultur. (via Steven Vogel)

Meine Schublade: Der harmoniebedürftige Idealist

Page10 1Bin echt kein Psychotestfan, weil die Schubladen in der Regel viel zu grob für mich sind. Bei diesem Test war ich aber doch sehr erstaunt, wie nach vier Schritten das Ergebnis doch weitgehend gepasst hat.

Ich bin ein: Harmoniebedürftiger Idealist (HI)

Der harmoniebedürftige Idealist zeichnet sich durch eine komplexe Persönlichkeit und ein reichhaltiges Innenleben aus. Er ist von Natur aus warmherzig, Anteil nehmend und einfühlsam. An sich und andere stellt er hohe Erwartungen. Für seine Mitmenschen hat er ein gutes Gespür und ist oft ein sehr guter Menschenkenner. Meistens ist er jedoch zurückhaltend und vertraut seine Gedanken und Gefühle nur wenigen Menschen an, denen er vertraut. Ablehnung oder Kritik verletzt ihn tief. Konfliktsituationen sind ihm unangenehm, er bevorzugt harmonische Beziehungen. Wenn ihm ein Ziel aber wirklich wichtig ist, kann er es mit an Sturheit grenzender Beharrlichkeit auch gegen Widerstände durchsetzen.

Dieser Persönlichkeitstypus besitzt eine lebhafte Fantasie, manchmal eine nahezu hellsichtige Intuition und ist häufig sehr kreativ. Hat er ein Projekt erst einmal in Angriff genommen, setzt er alles daran, seine Ziele zu erreichen. Im Alltag erweist er sich oft als ausgezeichneter Problemlöser. Er möchte den Dingen auf den Grund gehen und besitzt eine natürliche Neugier und einen großen Wissensdurst. Gleichzeitig ist er aber sehr praktisch orientiert, gut organisiert und in der Lage, auch komplexe Situationen strukturiert und überlegt in Angriff zu nehmen. Wenn er sich auf eine Sache konzentriert, tut er dies zu 100 % - gelegentlich versinkt er so in seiner Aufgabe, dass er alles andere um sich herum vergisst. Das ist das Geheimnis seines oft großen beruflichen Erfolgs.

Als Partner ist der harmoniebedürftige Idealist loyal und beständig; eine dauerhafte Beziehung ist ihm sehr wichtig. Sich Hals über Kopf zu verlieben, ist allerdings nicht seine Sache, ebenso wenig wie schnelle Abenteuer. Manchmal tut er sich ein bisschen schwer, seine Zuneigung deutlich zu zeigen, obwohl seine Gefühle tief und echt sind. In puncto Freundeskreis lautet sein Motto: weniger ist mehr! Neuen Kontakten gegenüber ist er nur begrenzt aufgeschlossen, lieber investiert er seine Energie in wenige und enge Freundschaften. Seine Ansprüche an Freunde und Partner sind sehr hoch. Da er Konflikte scheut, zögert er lange, etwaige Unzufriedenheiten zur Sprache zu bringen, und wenn er es tut, ist er sehr bestrebt, niemanden dadurch zu verletzen.

TED – Der beste Videopodcast

Jedes Jahr lädt Chris Anderson, Chefredakteur von Wired, die innovativsten Denker, die provokantesten Wissenschaftler und die risikofreudigsten Aktivisten nach Californien ein und gibt ihnen 20 Minuten Redezeit bei TED.

Bisher hatte ich TED immer nur am Rande mitbekommen. Hier und da tauchte mal ein Video auf oder wurde ein Vortrag erwähnt. Dieses Jahr war das deutlich anders. Josh Spear wurde engagiert, um für den TEDblog die Konferenz zu begleiten. In einem extrem positiven Beispiel für Eventblogging hat Spear es geschafft, mein Interesse mehr als zu wecken (1, 2, 3, 4).

Auf der Webseite von TED habe ich mir den Videopodcast der Vorträge abonniert, in dem jede Woche Vorträge aus den vergangenen TEDs veröffentlicht werden. Seitdem bin ich extrem geflasht von dem, was einem da präsentiert wird. 20 Minuten scheinen so wenig, doch schaffen es die meisten mit viel Humor, guten Präsentationen und vor allem Leidenschaft die Essenz ihres Themas zu vermitteln.

Seit dem ich z.B. diesen Vortrag von Al Gore gesehen habe frage ich mich, wie unsere Welt heute aussehen würde, wenn damals bei der US-Wahl alles mit rechten Mitteln zugegangen wäre?

Also, wer im Alltag zwischendurch mal 20 Minuten geballte Innovationskraft und Leidenschaft für neue Ideen braucht, für den ist dieser Videopodcast ideal.

EMI kickt DRM – Eine Twitter Geschichte

Ich liebe die Spontanität im Web und insbesondere mit Twitter. Gerade ist die Pressekonferenz der EMI in London zuende gegangen bei der der CEO der EMI und Steve Jobs bekannt gegeben haben, dass es die Musik der EMI ab Mai im iTunes Store auch ohne DRM und in höherer Qualität (256kb/sec) geben wird.

Kurz nach Beginn der Pressekonferenz hat Gernot in Twitter den Link zum Livestream gepostet. Hab den Stream aufgerufen und mich artig bei Gernot bedankt, wie es bei Twitter üblich ist. Kurz darauf bat .dean uns das ganze zu kommentieren, da er gerade kein Audio zur Verfügung hatte. Also, spontan losgelegt und das Ding live gebloggt. Die nächste Message kam dann von Steve Rubel, großes Blogtier in Amiland (über 800 „Followers“ in Twitter):

„Johannes Kleske is live Twittering the Apple/EMI press conference http://twitter.com/jkleske.“

So schnell hat man plötzlich eine riesige Zuhörerschaft.

Die Details zu der Pressekonferenz könnt ihr an tausend Stellen im Web nachlesen. Ich persönlich bin ziemlich angetan von dem, was da heute passiert ist. Ich habe schon länger nichts mehr im iTunes Store gekauft, weil ich einfach keinen Bock auf die DRM-Geschichte habe. Ich bin zwar ein Apple-Fanboy und kann mir nicht wirklich vorstellen was anderes als nen iPod zu benutzen. Aber ich will die Option haben, und zwar ohne größere Umstände. Oder wie Steve meinte:

„Even if the users don’t want to use their music on any other device then the ipod today, they want to have the option in the future.“

Auch sehr cool finde ich, dass DRM-freie Alben in höherer Qualität nicht teurer sind als die DRM-Alben. Das wertet Alben an sich ungemein auf. Und ich bin ein absoluter Albumhörer.

Wirklich beeindruckt bin ich von EMI-Ceo Eric Nicoli. Auf was EMI sich da einlässt ist wirklich nicht zu verachten. Auf die Frage nach Raubkopien antwortete er:

„Wir müssen unseren Kunden vertrauen.“

Niemals hätte ich geglaubt, so etwas von einem Major-CEO zu hören.

Sehr interessant war auch, dass Steve scheinbar ziemlich pissed war von all den Unterstellungen, die er sich wegen seines offenen Briefs an die Musikindustrie anhören musste. Steve betonte mehrmals, dass er die enge Verknüpfung von iPod und iTunes so nicht sehen kann. Apple würde bei beiden Produkten versuchen, ihren Kunden das bestmögliche anzubieten. Wenn Kunden andere Produkte vorziehen, würden sie als Apple ihre Lehren daraus ziehen.

Gruß ausm Office

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Im NUN mit Tobi und freiem Wlan vor der Tür ;-)

Reisepläne April 2007

  • Ich bin morgen kurz in Düsseldorf.
  • Vom 16. bis 19. bin ich endlich mal wieder in London.
  • Mit re:bulica wird’s bei mir leider nichts. Dafür bin ich am 21. und 22. auf dem Barcamp in Frankfurt.
  • Über Ostern bin ich wahrscheinlich in Darmstadt.

Falls irgendwer an den Orten Lust auf nen Kaffee hat…

Das neue Unternehmertum – Gedanken zu meinem Business

Penelope Trunk schreibt in ihrer Yahoo-Finance-Kolumne über die Unterschiede zwischen altem und neuem Unternehmertum (Entrepreneurship). Da sind einige interessante Thesen dabei, die ich durchaus auf mich anwenden kann.

Old: The self-employed are happy because they’re doing what they love.

New: The self-employed are happy because they have control over their work and they have a flexible lifestyle.

The idea that you need to do what you love is more of a platitude than solid career advice. Instead, the best advice might be to do what fits your life best, and create a life that you love.

[…]

In meiner Veränderungenserie habe ich geschrieben, dass ich mich selbstständig gemacht habe, um besser das zu machen, was ich liebe. Aber in den letzten Wochen habe ich beim drüber nachdenken genau das gemerkt, was sie hier beschreibt. Ich bin vor allem selbstständig, weil mir das Flexibilität gibt und ich mein ganzes Leben so gestalten kann, wie es für mich am besten funktioniert (s. meine Ausführungen in der Serie über meinen Tagesrhythmus).

Old: Do a lot of planning and make sure it’s going to work before you start.

New: Forget the big plan — just try it.

If it doesn’t work, just try again. This is not true for, say, starting a restaurant, but for a company with little cash outlay there’s little risk to running without a set plan.

Meine größte Angst, seitdem ich mein eigenes Gewerbe begonnen habe, war immer, dass ich vorher nicht genug Erfahrungen gemacht habe. Ich finde bei diesem Punkt merkt man massiv den Unterschied im amerikanischen und im deutschen Unternehmergeist. Der Deutsche versucht alles perfekt vorzubereiten, zu planen, alle erdenklichen Probleme im voraus zu beseitigen und schafft es so in der Regel nie, sein Business tatsächlich zu beginnen. All das rührt nach meiner Vermutung aus der immensen Angst zu versagen. Der Amerikaner dagegen legt einfach los. Wenn’s schief geht, wird halt das nächste probiert. Easy.

Ich habe mein Business ohne Geld, Erfahrung und besonders ausgeprägten Unternehmergeist begonnen. Bisher habe ich ein Jahr überlebt und in dem Jahr verdammt viel gelernt. In den letzten Monaten habe ich insbesondere versucht, meine Lebenskosten soweit wie möglich zu senken, so dass ich noch mehr Freiheiten und Möglichkeiten in meinem Business habe, ohne mir zuviel Sorgen machen zu müssen.

In den letzten Wochen nach den Veränderungen zu Beginn des Jahres hatte ich mal wieder eine Phase, in der ich das Gefühl hatte, dass ich endlich mal definieren müsste, was ich denn nun genau bin, zumindest beruflich. Bin ich nun ein Blogger, ein Media System Designer, ein Webdesigner, ein Webentwickler, ein Informationsarchitekt, ein Konzepter, ein Webberater, ein Forscher usw. Ich habe dann immer das Gefühl, dass ich mich nicht verkaufen kann, wenn ich nicht definiert habe, was ich genau mache. Irgendwas muss schließlich auf die Visitenkarte. Außerdem glaube ich dann auch immer, dass ich Prioritäten setzen muss, um in einem Gebiet richtig gut zu werden.

Zum Glück gingen diese Phasen bisher immer so zu ende, dass mir klar wurde, dass dieser ganze Definitionskram alles Bullshit ist. Ich bin gerade mal ein Jahr im Business, ich habe noch viele, viele Jahre vor mir und werde noch viele verschiedene Wege einschlagen. Sich jetzt festzulegen würde mich massiv einschränken.

Es kann gut sein, dass es so schwieriger für potentielle Kunden ist mich greifen zu können. Aber vielleicht wird es Zeit für diese Kunden sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass es Konzepter, Designer, Programmierer etc. gibt. Stattdessen gibt es lauter verschiedene Persönlichkeiten und Individuen, die alle ihre eigene Kombination von Fähigkeiten, Wissen und Erfahrung besitzen.

Wo ich eigentlich hin will ist, dass z.B. eine Agentur irgendwann nicht mehr sagt „Wir brauchen einen Konzepter. Dieser Johannes Kleske ist Konzepter, also rufen wir ihn mal an.“ Vielmehr versuche ich mein individuelles Profil aufzubauen, so dass die Agentur irgendwann sagt „Für diese spezielle Problemlösung ist der Johannes der richtige Mann.“

Das ist einer der Gründe, warum ich hier so ausführlich über meine verschiedenen Interessen blogge und teilweise auch sehr offen mit meinen Desinteressen bin. Denn so können sich potentielle Kunden ein gutes Bild von mir machen und besser entscheiden, ob ich der richtige bin, um ihr aktuelles Projekt weiterzubringen oder auch nicht.

Your Scene Sucks

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Uh, that can hurt! Details zu jedem Typ bei yourscenesucks.com. Mir würden da allerdings noch ein paar mehr Stereotypen einfallen. Wie wäre es denn z.B. mit dem Berlin-Hipster, dem digitale Bohème-Vertreter, dem Barcampteilnehmer (inkl. Mac und twittern über’s Handy), usw.

(via JoshSpear.com)

Karlsruhe – DIY Kultur, Kunst und Style

Neulich irgendwo bei nem Typen gelesen, wie scheiße er Karlsruhe findet. Konnte die Aussage irgendwie nachvollziehen. Wurde ja im letzten Jahr gut von Berlin verführt und hab doch hin und wieder mal mit dem Gedanken gespielt, wie es wäre dort zu leben. Günstige Lebensbedingungen, ohne Ende Zeug am Start, verdammt viel kreative Lebenseinstellung etc. Karlsruhe fühlt sich für mich häufig wie das genaue Gegenteil an.

Ich hab ihm dann folgendes geantwortet:

Ich kann deine Abneigung gegen Karlsruhe gut verstehen. Ich bin selbst vor knapp zwei Jahren hergezogen und konnte mich mit der Stadt bisher nie wirklich anfreunden. Zu konservativ, zu bürgerlich, zu intolerant und zu unkreativ. Konnte mir bisher kaum vorstellen, dass ich mich hier je wohlfühlen könnte. Also stand ich vor der Entscheidung dahin zu ziehen, wo was geht und mich ins gemachte Nest zu setzen oder hier bei meinen Leuten bleiben und gemeinsam selbst was aufbauen. Ich finde den DIY-Ansatz* viel spannender, deswegen blieb ich und bin Teil des Kollektivs geworden, das unter anderem das NUN gestartet hat. Meine These ist halt, dass wenn es einer Stadt an Kultur fehlt, dann gib ihr Kultur. Wenn einer Stadt an Style fehlt, dann gib ihr Style. Wenn eine Stadt in Bürgerlichkeit versinkt, dann gib ihr Dinge, die sie hinterfragt. Ich kann über eine Stadt meckern, motzen und maulen. Oder ich kann anfangen, mein eigenes Ding zu machen und nen Fick darauf geben, was andere dazu sagen. Das ist meine Idee hinter dem NUN.

Ist schon spannend zu sehen, was passiert, wenn man einfach mal macht. War z.B. ziemlich beeindruckt, wieviele Leute gestern zum Kurzfilmabend im NUN aufgetaucht sind. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es in Karlsruhe ohne Ende derbe Leute hat, die irgendwie darauf warten, dass irgendwer „Los“ sagt.

Ich frage mich das echt immer wieder: Wieviel Einfluss kann man nehmen, um eine Stadt kultur-/stylemäßig voranzubringen? Kann man als Kollektiv soviel Momentum erzeugen, dass andere angesteckt werden? Was ist das Maß an Inspiration, das es braucht, um andere dazu zu bewegen, den Arsch hochzukriegen und was eigenes anzufangen? Inwiefern hat man als Gruppe Möglichkeit, die emergenten Prozesse einer Stadt oder eines Viertels zu fördern?

Wenn ich mir z.B. Fecal Face ansehe, die als Onlinemagazin die Kunstszene in San Franzisko begleiten, will ich sofort das gleiche für Karlsruhe machen. Nur frage ich mich dann, mit was man das denn bitte füllen soll und lass es dann. Aber vielleicht ist das die falsche Denkweise. Vielleicht braucht es gerade so ein Magazin, um urbane Kunst erst in die Köpfe zu bringen. Kann sein, dass man mit dem Magazin für Karlsruhe nur mit zwei Artikeln starten kann**. Aber was, wenn einer die Artikel liest, inspiriert wird und plötzlich selbst den Pinsel in die Hand nimmt, dann der nächste Artikel über ihn geschrieben wird, den liest wieder jemand usw.

Find’s schon spannend zu sehen, was z.B. mit Streetart in Karlsruhe geht. Als ich hierher zog, gab’s praktisch gar nichts. Inzwischen macht es richtig Spaß durch die Straßen zu gehen und überall Zeug zu entdecken. Einer hat angefangen, andere haben’s gesehen, waren inspiriert und haben angefangen eigenes Zeug zu machen.

Berlin hat seinen Reiz, ohne Zweifel. Aber ich find’s spannender mich nicht ins gemachte Nest zu legen, sondern mein Nest selbst zu bauen, insbesondere wenn ich dadurch den allgemeinen Nestbau in meinem Umfeld mitprägen kann (um das Bild mal völlig zu überziehen).

Um es mit Jan Delays auszudrücken:

Als Kartoffel

Da sollte man in ner Stadt leben

Weil hier die Zutaten sind, die einem Geschmack geben

[…]

Gib mir: Gutes Radio, gutes Fernsehen, gute Mode,

Gutes Essen, gute Clubs

Und ein paar fähige Idole

Gib mir das alles, Digger

Und wir könnten wetten:

In 20 Jahren mach ich dir aus Bielefeld Manhatten

“Mercedes Dance” (Jan Delay)

Nachdem ich das oben geschriebene noch mal durchgelesen habe fällt mir auf, dass es mir gar nicht so auf die Kunstwerke selbst ankommt, sondern vielmehr auf ein Umfeld von entspannten, kreativen, freundlichen, inspirierenden, nachdenklichen Leuten, mit denen man sein Leben teilt. Ich bin gerade so geflasht von all den Leuten, die wir über’s NUN kennenlernen. Ich liebe es mit denen nen Kaffee zu trinken und dabei immer häufiger „Lass uns doch…“ oder „Man müsste mal…“ zu hören. So fängt’s an…

Nachtrag: Nur damit das hier niemand in den falschen Hals bekommt. Es ist nicht so als würde in Karlsruhe gar nichts gehen. ZKM und HfG sind nicht die einzigen, die dafür sorgen, dass beständig mehr geht ;-)

* DIY = Do it yourself

** Übertreibung zwecks Dramatik

30 Jahre Depone

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(Foto von Martin)

Mein Buddy Daniel wird heute 30. Alles gute, Digger!

1. April 2.0

Was bisher in der Web-2.0-Community/Blogosphäre so an Aprilscherzen für 2007 ging:

Weitere Fundstücke einfach in den Kommentaren verlinken. Mehr Scherze gibt’s bei Timo und Rene.