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	<title>Kommentare zu: Die Lebenspraktikanten – Episode 1 von Wir nennen es&#160;Arbeit</title>
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	<description>Das Weblog von Johannes Kleske zu Social Media, Konzeption, Marketing, Cafes, Barcamp, Web 2.0, Streetart etc.</description>
	<pubDate>Wed, 03 Dec 2008 20:49:22 +0000</pubDate>
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		<title>Von: SoNicht</title>
		<link>http://tautoko.info/2007/03/07/die-lebenspraktikanten-episode-1-von-wir-nennen-es-arbeit/#comment-40349</link>
		<dc:creator>SoNicht</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 16 Sep 2007 07:00:25 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;em&gt;Johannes: Ich habe die Namen ersetzt, weil ich die Anschuldigen nicht &#252;berpr&#252;fen kann.&lt;/em&gt;

Hier mal Anschaungsmaterial f&#252;r Euch, damit das ganze hier nicht zu abstrakt bleibt.

Im Jahre 2002 kam ich, der ich zu diesem Zeitpunkt arbeitslos war und in Meiningen wohnte, in Kontakt mit der Th&#252;ringer Xxxxxxx Xxxxx GmbH. Dort berichtete man mir, dass die XXX Institut f&#252;r Xxxxxx gGmbH in Erfurt dringend qualifiziertes Personal zwecks Festanstellung suche. Ein Vorstellungsgespr&#228;ch mit einem Vertreter der Th&#252;ringer Xxxxxx Xxxxx GmbH vor Ort im XXX Institut f&#252;r Xxxxxxx gGmbH, an dem u.a. auch der Leiter desselben, Herr Dr. Xxxxx teilnahm, verlief positiv. Man teilte mir mit, dass ich zun&#228;chst ein unbezahltes Praktikum absolvieren m&#252;sse, w&#228;hrend dem man sich einen &#220;berblick &#252;ber meine F&#228;higkeiten verschaffen wolle. Seien meine Leistungen w&#228;hrend des Praktikums gut, so beabsichtige man, mich fest einstellen. Meine Leistungen waren, wie auch im Arbeitszeugnis best&#228;tigt wurde, sehr gut.

Als man mich dann trotz der sehr guten Leistungen nicht wie versprochen nach 6 Monaten eingestellt hat, bin ich vors Arbeitsgericht Erfurt gezogen und habe, da nat&#252;rlich von Seiten des XXX alles frech abgestritten wurde, den Arbeitsgerichtsproze&#223; verloren. 

Da ich w&#228;hrend des Praktikums und danach von Sozialhilfe lebte, mu&#223;te ich, um den Arbeitsgerichtsproze&#223; f&#252;hren zu k&#246;nnen, Proze&#223;kostenbeihilfe beantragen, die auch genehmigt wurde. Vor einigen Tagen habe ich nun ein Schreiben des Arbeitsgerichtes Erfurt erhalten, in dem die Kosten f&#252;r den Arbeitsgerichtsproze&#223; in H&#246;he ca. 1400 EURO von mir zur&#252;ckgefordert werden. Nicht genug damit, dass ich unbezahlt gearbeitet habe. Jetzt soll ich auch noch draufzahlen. Das kommt nicht Frage. Dieses Schreiben hat bei mir wieder alles - wie eine ins Unterbewu&#223;tsein abgetauchte und dort vermoderte Wasserleiche - hochkommen lassen. Ich empfinde die Dem&#252;tigung, jemals unbezahlt gearbeitet zu haben, st&#228;rker als je zuvor. Schlimm ist, dass man das Trauma, unbezahlt gearbeitet zu haben, niemals mehr los wird. Der abgrundtiefe Hass auf diejenigen, die einen in einer Notlage, wie sie die Arbeitslosigkeit darstellt, auch noch ausgebeutet haben, wird mit den Jahren immer gr&#246;&#223;er. Je mehr man verdient, um so mehr merkt man, wie sehr man ausgenutzt wurde.

Wer meint flei&#223;ige MA so behandeln zu k&#246;nnen, geh&#246;rt als asoziales Unternehmen ganz dringend an den Pranger gestellt. 

Alle verdienten. Die XXX Institut f&#252;r Xxxxxx gGmbH, indem es eine Arbeitskraft unbezahlt schuften lassen konnte, die Th&#252;ringer Xxxxxxx Xxxxx GmbH, indem sie Gelder der Arbeitsagentur einstreichen konnte. Nur ich war der Verlierer. Kein Lohn, keine Beitr&#228;ge zur Rentenversicherung und psychische Probleme. Und jetzt noch die erw&#228;hnten Kosten des Arbeitsgerichtsprozesses. Es reicht!

Ich lebe &#252;brigens jetzt in Baden-W&#252;rttemberg. Gl&#252;cklicherweise. Dass ich in den Osten zur&#252;ckkehren werde, ist ausgeschlossen. Das jahrelange "&#220;berangebot" an arbeitslosen hochqualifizierten Arbeitskr&#228;ften im Osten hat zu einer Verrohung des Umgangs mit dieser volkswirtschaftlich wichtigsten Ressource durch die Unternehmen gef&#252;hrt, die kurzsichtig war und sich nun zu r&#228;chen beginnt.

Leute ich kann Euch nur raten: kein Praktikum. Verlangt direkt, was ihr Wert seid. Und wenn die Euch noch so oft erz&#228;hlen, wie wichtig ein Praktikum. Die wollen die produktivste Zeit Eures Lebens f&#252;r umsonst und erz&#228;hlen daf&#252;r sonstwas f&#252;r M&#228;rchen. 

Und wenn Ihr in einem von Arbeitslosigkeit geplagten Bundesland wie Th&#252;ringen lebt, in dem man es sich wegen des (noch) reichlich vorhandenen Fachkr&#228;fte-Pools meint erlauben zu k&#246;nnen, dieses wie den letzten Dreck zu behandeln und auszunutzen, dann mein weiterer dringender Rat: Nichts wie weg.

Viel Gl&#252;ck Euch.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><em>Johannes: Ich habe die Namen ersetzt, weil ich die Anschuldigen nicht &#252;berpr&#252;fen kann.</em></p>
<p>Hier mal Anschaungsmaterial f&#252;r Euch, damit das ganze hier nicht zu abstrakt bleibt.</p>
<p>Im Jahre 2002 kam ich, der ich zu diesem Zeitpunkt arbeitslos war und in Meiningen wohnte, in Kontakt mit der Th&#252;ringer Xxxxxxx Xxxxx GmbH. Dort berichtete man mir, dass die XXX Institut f&#252;r Xxxxxx gGmbH in Erfurt dringend qualifiziertes Personal zwecks Festanstellung suche. Ein Vorstellungsgespr&#228;ch mit einem Vertreter der Th&#252;ringer Xxxxxx Xxxxx GmbH vor Ort im XXX Institut f&#252;r Xxxxxxx gGmbH, an dem u.a. auch der Leiter desselben, Herr Dr. Xxxxx teilnahm, verlief positiv. Man teilte mir mit, dass ich zun&#228;chst ein unbezahltes Praktikum absolvieren m&#252;sse, w&#228;hrend dem man sich einen &#220;berblick &#252;ber meine F&#228;higkeiten verschaffen wolle. Seien meine Leistungen w&#228;hrend des Praktikums gut, so beabsichtige man, mich fest einstellen. Meine Leistungen waren, wie auch im Arbeitszeugnis best&#228;tigt wurde, sehr gut.</p>
<p>Als man mich dann trotz der sehr guten Leistungen nicht wie versprochen nach 6 Monaten eingestellt hat, bin ich vors Arbeitsgericht Erfurt gezogen und habe, da nat&#252;rlich von Seiten des XXX alles frech abgestritten wurde, den Arbeitsgerichtsproze&#223; verloren. </p>
<p>Da ich w&#228;hrend des Praktikums und danach von Sozialhilfe lebte, mu&#223;te ich, um den Arbeitsgerichtsproze&#223; f&#252;hren zu k&#246;nnen, Proze&#223;kostenbeihilfe beantragen, die auch genehmigt wurde. Vor einigen Tagen habe ich nun ein Schreiben des Arbeitsgerichtes Erfurt erhalten, in dem die Kosten f&#252;r den Arbeitsgerichtsproze&#223; in H&#246;he ca. 1400 EURO von mir zur&#252;ckgefordert werden. Nicht genug damit, dass ich unbezahlt gearbeitet habe. Jetzt soll ich auch noch draufzahlen. Das kommt nicht Frage. Dieses Schreiben hat bei mir wieder alles - wie eine ins Unterbewu&#223;tsein abgetauchte und dort vermoderte Wasserleiche - hochkommen lassen. Ich empfinde die Dem&#252;tigung, jemals unbezahlt gearbeitet zu haben, st&#228;rker als je zuvor. Schlimm ist, dass man das Trauma, unbezahlt gearbeitet zu haben, niemals mehr los wird. Der abgrundtiefe Hass auf diejenigen, die einen in einer Notlage, wie sie die Arbeitslosigkeit darstellt, auch noch ausgebeutet haben, wird mit den Jahren immer gr&#246;&#223;er. Je mehr man verdient, um so mehr merkt man, wie sehr man ausgenutzt wurde.</p>
<p>Wer meint flei&#223;ige MA so behandeln zu k&#246;nnen, geh&#246;rt als asoziales Unternehmen ganz dringend an den Pranger gestellt. </p>
<p>Alle verdienten. Die XXX Institut f&#252;r Xxxxxx gGmbH, indem es eine Arbeitskraft unbezahlt schuften lassen konnte, die Th&#252;ringer Xxxxxxx Xxxxx GmbH, indem sie Gelder der Arbeitsagentur einstreichen konnte. Nur ich war der Verlierer. Kein Lohn, keine Beitr&#228;ge zur Rentenversicherung und psychische Probleme. Und jetzt noch die erw&#228;hnten Kosten des Arbeitsgerichtsprozesses. Es reicht!</p>
<p>Ich lebe &#252;brigens jetzt in Baden-W&#252;rttemberg. Gl&#252;cklicherweise. Dass ich in den Osten zur&#252;ckkehren werde, ist ausgeschlossen. Das jahrelange &#8220;&#220;berangebot&#8221; an arbeitslosen hochqualifizierten Arbeitskr&#228;ften im Osten hat zu einer Verrohung des Umgangs mit dieser volkswirtschaftlich wichtigsten Ressource durch die Unternehmen gef&#252;hrt, die kurzsichtig war und sich nun zu r&#228;chen beginnt.</p>
<p>Leute ich kann Euch nur raten: kein Praktikum. Verlangt direkt, was ihr Wert seid. Und wenn die Euch noch so oft erz&#228;hlen, wie wichtig ein Praktikum. Die wollen die produktivste Zeit Eures Lebens f&#252;r umsonst und erz&#228;hlen daf&#252;r sonstwas f&#252;r M&#228;rchen. </p>
<p>Und wenn Ihr in einem von Arbeitslosigkeit geplagten Bundesland wie Th&#252;ringen lebt, in dem man es sich wegen des (noch) reichlich vorhandenen Fachkr&#228;fte-Pools meint erlauben zu k&#246;nnen, dieses wie den letzten Dreck zu behandeln und auszunutzen, dann mein weiterer dringender Rat: Nichts wie weg.</p>
<p>Viel Gl&#252;ck Euch.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: manuel</title>
		<link>http://tautoko.info/2007/03/07/die-lebenspraktikanten-episode-1-von-wir-nennen-es-arbeit/#comment-29271</link>
		<dc:creator>manuel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 16:26:33 +0000</pubDate>
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		<description>@bastian, hmm wei&#223; nicht, ob man das so sagen kann. ich kenne nen haufen leute, die haben nie gelernt, so einen schritt zu gehen, sich was zu zu trauen...
ich finde denen kann man jetzt nicht einfach so die schuld geben, ich mein wie johannes geschrieben hat, schule, uni und die meisten in deinem umfeld lassen dich irgendwann deine w&#252;nsche vergessen, wenn du dann nicht irgendwie leute in deinem umfeld hattest oder hast, die dir einen anderen weg vorzeigen, kommst du doch gar nicht auf die idee, was eigenes zu machen.
ich find einfach, dass einem niemand mut vermittelt, den man um was eigenes zu machen einfach braucht. sehe ich bei den beitr&#228;gen von johannes genau so, wo du ja auch selber sagst, dass du angst davor hast... also sich aus der masse hervor heben ist gut aber nicht einfach!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@bastian, hmm wei&#223; nicht, ob man das so sagen kann. ich kenne nen haufen leute, die haben nie gelernt, so einen schritt zu gehen, sich was zu zu trauen&#8230;<br />
ich finde denen kann man jetzt nicht einfach so die schuld geben, ich mein wie johannes geschrieben hat, schule, uni und die meisten in deinem umfeld lassen dich irgendwann deine w&#252;nsche vergessen, wenn du dann nicht irgendwie leute in deinem umfeld hattest oder hast, die dir einen anderen weg vorzeigen, kommst du doch gar nicht auf die idee, was eigenes zu machen.<br />
ich find einfach, dass einem niemand mut vermittelt, den man um was eigenes zu machen einfach braucht. sehe ich bei den beitr&#228;gen von johannes genau so, wo du ja auch selber sagst, dass du angst davor hast&#8230; also sich aus der masse hervor heben ist gut aber nicht einfach!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Bastian</title>
		<link>http://tautoko.info/2007/03/07/die-lebenspraktikanten-episode-1-von-wir-nennen-es-arbeit/#comment-29219</link>
		<dc:creator>Bastian</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 10:34:10 +0000</pubDate>
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		<description>Wer sich zum Sklaven machen l&#228;sst und sich f&#252;r einen Euro pro Stunde verkauft, hat selbst schuld. 
Nicht die Unternehmen sind f&#252;r diese Entwicklung verantwortlich zu machen, die haben lediglich die 
Stelle geschaffen, sondern die Menschen, die sich so behandeln lassen. Es wird leider immer jemanden geben,
der f&#252;r weniger l&#228;nger arbeitet. Wo diese Entwicklung hinf&#252;hrt? Das kommt darauf an, wie weit wir 
bereit sind, uns einzuschr&#228;nken... wenn jetzt schon die Familie aus Zeitgr&#252;nden ein Traum bleibt...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich zum Sklaven machen l&#228;sst und sich f&#252;r einen Euro pro Stunde verkauft, hat selbst schuld.<br />
Nicht die Unternehmen sind f&#252;r diese Entwicklung verantwortlich zu machen, die haben lediglich die<br />
Stelle geschaffen, sondern die Menschen, die sich so behandeln lassen. Es wird leider immer jemanden geben,<br />
der f&#252;r weniger l&#228;nger arbeitet. Wo diese Entwicklung hinf&#252;hrt? Das kommt darauf an, wie weit wir<br />
bereit sind, uns einzuschr&#228;nken&#8230; wenn jetzt schon die Familie aus Zeitgr&#252;nden ein Traum bleibt&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Christian</title>
		<link>http://tautoko.info/2007/03/07/die-lebenspraktikanten-episode-1-von-wir-nennen-es-arbeit/#comment-29142</link>
		<dc:creator>Christian</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2007 08:47:41 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;i&gt;Und das scheint bewusst so zu sein, denn so etwas w&#252;rde einen f&#252;r mehr Jobs disqualifizieren als f&#252;r andere Jobs aus der Masse herauszuheben.&lt;/i&gt;

Das halte ich f&#252;r das eigentliche Problem: Die vorherrschende Stimmung ist die Angst, keinen Job zu bekommen/seinen Job zu verlieren. Deshalb passen viele sich an, und vergessen dar&#252;ber: Es ist wichtiger, sich f&#252;r einige Jobs herauszuheben und zu qualifizieren - und das geht nur mit Leidenschaft. Was k&#252;mmern mich dann die vielen Jobs, die ich sowieso nicht machen will oder kann?

Meine Frau habe ich schlie&#223;lich auch nicht geheiratet, weil sie f&#252;r viele M&#228;nner eine qualifizierte Frau gewesen w&#228;re :-).</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><i>Und das scheint bewusst so zu sein, denn so etwas w&#252;rde einen f&#252;r mehr Jobs disqualifizieren als f&#252;r andere Jobs aus der Masse herauszuheben.</i></p>
<p>Das halte ich f&#252;r das eigentliche Problem: Die vorherrschende Stimmung ist die Angst, keinen Job zu bekommen/seinen Job zu verlieren. Deshalb passen viele sich an, und vergessen dar&#252;ber: Es ist wichtiger, sich f&#252;r einige Jobs herauszuheben und zu qualifizieren - und das geht nur mit Leidenschaft. Was k&#252;mmern mich dann die vielen Jobs, die ich sowieso nicht machen will oder kann?</p>
<p>Meine Frau habe ich schlie&#223;lich auch nicht geheiratet, weil sie f&#252;r viele M&#228;nner eine qualifizierte Frau gewesen w&#228;re :-).</p>
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