Veränderungen Teil 10 – Abschluss

So werden also meine nächsten Wochen und Monate aussehen. Ich werde versuchen, viel zu schreiben und meine Gedanken zu verschiedensten Themen in Worte zu fassen. Ich werde mich neu der Thematik meiner Diplomarbeit widmen und schauen, wohin mich das führt und wie ich die Erkenntnisse anbringen und einsetzen kann. Und ich werde mit Freunden gemeinsam viele kleine Webseiten entwickeln. Wie ich mein Leben kenne, wird es noch einige Überraschungen geben und werden sich Möglichkeiten auftun, an die ich im Moment noch gar nicht denke. Aber zumindest habe ich jetzt wieder einen klaren Kopf und weiß, wozu ich ja sagen und was ich ablehnen will.

Es gibt immer noch Dinge in meinen Berufungen und Begabungen, die noch keinen Platz gefunden haben. So weiß ich noch nicht, wie ich mein Talent zu lehren einsetzen kann. Auch für meine möglichen Beratertätigkeiten fehlt mir noch das Konzept oder ein Ansatzpunkt. So bin ich gerade an diesen Punkten gespannt, was das kommende Jahr noch mit sich bringt.

Rückblick

Damit geht die Veränderungen-Serie zu ende. Was eigentlich nur eine kurze Darstellung von der neuen Richtung in meiner Arbeit sein sollte wurde zu einer ausführlichen Serie, weil ich es zum ersten Mal richtig durchgezogen habe, all die Gedanken, die mir dazu im Kopf rumschwierten, aufzuschreiben. Ich bin ziemlich fasziniert, was der einfache Vorgang des Aufschreibens für eine Veränderung in Darstellung und Beziehungen mit sich bringen kann. Es ist ja nicht so, dass ich mir bei den aktuellen Veränderungen ungewöhnlich mehr Gedanken gemacht hätte als bei allem, was ich vorher gemacht und erlebt hätte. Nur diesmal habe ich es aufgeschrieben und das hat dazu geführt, dass ich viel sehr tiefgehendes Feedback von Bekannten und Unbekannten bekommen habe, wofür ich mich an dieser Stelle noch mal sehr bedanken möchte. Es bringt mich wahnsinnig weiter zu wissen, dass das Wirrwarr in meinem Kopf für andere nicht nach totalem Müll klingt, zumindest nicht für alle.

Ein paar Punkte möchte ich noch einmal klarstellen:

  • Mein Ziel war es nie, nur das zu arbeiten, wozu ich Lust habe. Mein Ziel ist es das zu arbeiten, was zu meinen Begabungen und Berufungen passt, kurz was mich ausfüllt.
  • Meine Gedanken erheben keinerlei Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Sie beziehen sich ausschließlich auf meine Situation und meine Arbeit. Ich gehe davon aus, dass andere Menschen in anderen Situationen mit anderen Talenten zu anderen Ergebnissen kommen werden.
  • Meine Gedanken sind Teil eines andauernden Prozesses. Sie haben zu dem Zeitpunkt Gültigkeit als ich sie geschrieben habe. Kann gut sein, dass ich morgen schon wieder weitergedacht oder etwas dazugelernt habe und deswegen Dinge anders sehe.

Veränderungen in Prozessen

Obwohl es in dieser Serie ausschließlich um mich und meine Situation ging hoffe ich, dass einige von euch sich inspiriert fühlen, über ihre eigene Situation nachzudenken. Ich habe einfach viel zu häufig den Kommentar „Das geht mir auch so.“ gehört. Wenn ihr tatsächlich anfangt nachzudenken, dann nehmt euch vor allem Zeit und trefft keine vorschnellen Entscheidungen. Wie gesagt, wir Menschen funktionieren in Prozessen. Was ich heute feststelle, kann morgen schon wieder überholt sein. Es gilt, die dauerhaften Tendenzen mit der Zeit zu erkennen und auf sie zu reagieren. Wenn ich z.B. meine Konzepterarbeit nach einem Projekt hinschmeißen würde, weil mein Konzept dem Kunden nicht gefallen hat, wäre das eine vorschnelle Entscheidung. Aber nach mehreren Jahren der Teamarbeit die Feststellung zu formulieren, dass ich als Leiter/Manager nicht tauge ist auf dauerhafte Tendenzen zu reagieren.

Ich möchte irgendwann an dem Punkt sein, wo Geld ein angenehmer Nebeneffekt der Tätigkeit ist, die mir Erfüllung, Freude, Energie und Begeisterung gibt. Sonst wird’s noch eine verdammt lange Zeit bis zur Rente, die ich sowieso nicht mehr bekommen werde…

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

8 Gedanken zu „Veränderungen Teil 10 – Abschluss“

  1. Hallo Johannes,

    wollte nur kurz danke sagen für diese tolle Reihe. Ich werde sie nochmal durchlesen und selber dem nachspüren, was mich anspricht – das geht nicht so mal eben zwischendurch. Aber deine Überlegungen sind schon eine wertvolle Anregung, vielleicht so eine Art „Leben mit Vision“ für Kreative ;-).

  2. Hallo Johannes,

    wollte nur kurz danke sagen für diese tolle Reihe. Ich werde sie nochmal durchlesen und selber dem nachspüren, was mich anspricht – das geht nicht so mal eben zwischendurch. Aber deine Überlegungen sind schon eine wertvolle Anregung, vielleicht so eine Art „Leben mit Vision“ für Kreative ;-).

  3. Interessante Reihe… ich erkenne mich darin fast überall wieder. Meine Erlebnisse gingen in die gleiche Richtung. Studium -> ein Job, um Geld zu verdienen -> die Erkenntnis, dass diese Art von Arbeit überholt ist -> Master-Studium… Nur fehlt mir noch der Mut, den Schritt aus Job 1.0 zu wagen. Deine Idee, die Arbeit komplett über Netzwerke zu erledigen, klingt gut… eine Art kommerzielles sourceforge.net.

  4. Interessante Reihe… ich erkenne mich darin fast überall wieder. Meine Erlebnisse gingen in die gleiche Richtung. Studium -> ein Job, um Geld zu verdienen -> die Erkenntnis, dass diese Art von Arbeit überholt ist -> Master-Studium… Nur fehlt mir noch der Mut, den Schritt aus Job 1.0 zu wagen. Deine Idee, die Arbeit komplett über Netzwerke zu erledigen, klingt gut… eine Art kommerzielles sourceforge.net.

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