Archive for Januar, 2007

Meine Diplomarbeit bei sciencegarden

Christiane Zehrer hat sich in dem Artikel ‚Wissen managen im Web 2.0‘ bei sciencegarden mit meiner Diplomarbeit beschäftigt. Schon eine interessante Erfahrung, die Gedanken eines anderen über die eigene Arbeit so ausführlich zu lesen.

Es fühlt sich für mich immer wieder komisch an, wenn ich mich jetzt in irgendeiner Form mit meiner Diplomarbeit beschäftige. Es kommt mir immer so vor als sei das alles in einer lange zurückliegenden Zeit passiert. Dabei ist es erst genau ein Jahr her. Das zeigt doch deutlich, dass ich im letzten Jahr mich aufgrund meiner Tätigkeit viel zu wenig mit der Thematik aus der Diplomarbeit beschäftigt und weiter gedacht habe. Das soll sich dieses Jahr wieder grundsätzlich ändern. Dazu an dann an entsprechender Stelle in der aktuellen Veränderungen-Serie mehr.

Veränderungen Teil 1 – Vorsätze und Entscheidungen

Es wird ja viel diskutiert über die Vor- und Nachteile von Neujahrsvorsätzen. Die allgemeine Meinung ist wohl, dass sie alles nichts bringen, da man sie in der Regel spätestens am zweiten Januar bereits alle gebrochen hat. Das Problem ist dabei wahrscheinlich, dass die meisten Vorsätze ähnlich wie Punkte auf To-Do-Listen in der Regel viel zu allgemein gefasst sind. „Abnehmen“ lässt sich als Vorsatz halt deutlich schwerer umsetzen als „Pro Woche mindestens einmal für eine Stunde spazieren gehen“. Messbare Ziele usw., ihr wisst schon.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass ich bisher nie meine Vorsätze auch nur ansatzweise umgesetzt habe, und das zum einen aus genau den Gründen, die ich oben beschrieben habe. Zum anderen aber auch deshalb, weil die letzten Jahre bei mir immer anders verliefen, als ich das zu Beginn jeweils dachte. Nach meinem Empfinden wird jedes neue Jahr immer intensiver und erlebnisreicher als das Vorjahr. Das meine ich erstmal ganz neutral. Es gab Jahre, die ich in guter Erinnerung habe und Jahre, die sich nicht so prickelnd angefühlt haben. Interessanterweise empfinde ich gerade auch die schlechten Jahre als sehr wichtig und will sie auf keinen Fall vergessen. Denn sie haben mein Leben entscheiden geprägt. Wenn ich heute jedes Jahr als intensiver empfinde, dann beginnt diese Entwicklung mit den Krisenjahren. In ihnen habe ich begonnen den Status Quo zu hinterfragen, was die eigentliche Krise ausgelöst hat. Dank dieser Fragen bin ich heute an diesem aufregenden Ort, geistlich, beruflich, freundschaftlich und gedanklich.

Es ist purer „Zufall“, dass große Veränderungen in meinem Leben genau mit dem letzten Jahreswechsel zusammen gefallen sind und sich deshalb 2007 schon jetzt komplett anders anfühlt als 2006. Ende letzten Jahres habe ich meine Zusammenarbeit mit der Agentur in Berlin beendet. Nach einem längeren Gespräch mit dem Chef dort war relativ klar, dass ich nicht der passende Mann für den Job bin, den besetzen wollten. Sie wollten einen waschechten Projektmanager, der Projekte durchplant, Aufgaben delegiert und den Programmierern Dampf macht, wenn die trödeln. Nach viel Nachdenken und Zurückblicken auf meine Arbeit in den letzten Jahren musste ich mir eingestehen, dass ich das einfach nicht kann. Ich funktioniere nicht in einem hierarchischen System, wo Verantwortung immer weitergegeben wird. Ich kann niemanden zur Sau machen, wenn er Mist baut. Ich funktioniere viel mehr in Teams von gleichberechtigten, wo jeder mit gleichem Interesse bei der Sache ist und es keine Diskrepanz gibt zwischen Beteiligten, die das ganze als Job sehen und Beteiligten, die das ganze als ihr Projekt sehen.

Nachdem die Entscheidung gefällt war war ich doch überrascht, wie krass sie sich anfühlte. Eigentlich hatte ich mich doch selbstständig gemacht, um nicht ausschließlich für eine Firma zu arbeiten, flexibel zu sein, Zeit für andere Ideen und Projekte zu haben. Irgendwie hatte es sich eingeschlichen, dass ich im Herbst fast ausschließlich für die Agentur gearbeitet hatte und sie auch dadurch zu meinem zentralen Geldgeber geworden war. Die Entscheidung dort aufzuhören wurde damit auch zu einer finanziellen Frage und allein das war für mich schon ein klarer Hinweis, dass hier etwas ganz anders lief als geplant. Es wurde mit jeder Überlegung klarer, dass diese Phase zuende gehen musste und so flog ich kurz vor Weihnachten das vorerst letzte Mal von Berlin nach Hause.

Frische Bilder

Mein Buddy Martin hat heute mal sein Objektiv in meine Richtung gehalten und für ein paar frische Bilder von mir gesorgt.

Warten

Warten

Auf Entzug

Als jemand, der es gewohnt ist eigentlich ständig im Netz zu sein ist es immer wieder eine spannende Selbsterfahrung, wenn man plötzlich „von der Welt abgeschnitten“ ist. Mir geht es gerade mal wieder so. Anfang Januar bin ich aus meiner zu großen und zu teuren Wohnung ausgezogen und zu einem Freund in die Südstadt Karlsruhes gezogen. Die Wohnung ist super, mein Zimmer ist inzwischen komplett eingerichtet und schon jetzt fühle ich mich zehnmal wohler als in der alten Wohnung. Ich war im Januar viel mit dem Umzug, dem Auflösen der alten Wohnung und dem Einrichten der neuen beschäftigt. Dazwischen habe ich viel entspannt und viel über meine nächsten Schritte beruf-/berufungsmäßig nachgedacht. Nun bin ich bereit wieder voll loszulegen. Das einzige Problem: Wir warten noch auf den DSL-Anschluss.

Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass man erst merkt, welche große Rolle etwas spielt, wenn es nicht mehr da ist. Mir geht das jedes Mal so, wenn ich daheim keinen Internetzugang mehr habe. Meine Arbeits- und Verhaltensweisen basieren so massiv auf der ständigen Verfügbarkeit des Internets, dass mein Leben einfach ein anderes ist, wenn das nicht der Fall ist.

Und so habe ich derzeit eine perfekt eingerichtete Wohnung mit brandneuer Senseo, einem großen Bildschirm, gemütlicher Couch und allem sonst, was ich zum produktiv Arbeiten brauche und bin trotzdem nie daheim, weil ich immer irgendwo Internet-Asyl suche, in der Regel im NUN oder bei Daniel.

Hm, wenn ich so über die Problematik nachdenke, frage ich mich natürlich, warum ich mich eigentlich beschwere. Ich bin doch sonst so ein großer Fan davon im Café zu arbeiten. Das stimmt auch. Aber ich sitze nur ungern zehn Stunden im Café. Außerdem macht das NUN erst um elf Uhr auf, meine produktivste Zeit fängt aber um acht Uhr morgens an.

Meine derzeitige Idealvorstellung ist die Mischung, die mich durch Abwechslung konzentriert hält. Morgens konzentriert daheim texten und kreativ arbeiten. Mittags ins Café, Leute treffen, Informationen sammeln, Quellen checken und Webseiten basteln.

Aber manchmal frage ich mich, um ehrlich zu sein, ob ich mir da nur was einrede und mir mal wieder ein Idealszenario aufbaue, was ich gerade nicht haben kann und ich somit aber eine Ausrede habe, nichts geschafft kriegen zu müssen.

Egal, ich plane dann mal, was ich noch im Web erledigen muss, unter anderem diesen Artikel veröffentlichen. Dann geht’s gleich los. Aber vorher schmeiß ich noch mal schnell die Senseo an.

iSaver Shell ist da

Shell Image

Carsten hat mal wieder den Produktdesigner raushängen lassen. Nach den sehr praktischen iSavern gibt es jetzt das iSaver Shell. Das Ding ist eine Notebookhülle, aber viel besser als die ganzen anderen Neoprenhüllen. Im Prinzip bietet es für jeden Rucksack ein Laptopfach. Das coole ist, dass man mit dem Ding schnellen Zugriff auf den Rechner hat und dieser trotzdem voll gegen Schläge und Stürze geschützt ist. Schaut’s euch an.

Checkt das Video, in dem Carsten ziemlich drastisch vorführt, wie robust das iSaver Shell ist.

re:publica vom 11. bis 13. April in Berlin

Gerade erst gesehen. Der Termin für die re:publica in Berlin steht endlich. Und ich werde definitiv dabei sein, falls einer meiner Berliner Freunde einen Schlafplatz für mich übrig hat.

re:publica » Info:

“re:publica - Leben im Netz” greift als Konferenz das auf, was einige unter “Web 2.0″, andere unter “Open Source” oder “Social Media” verstehen:

Soziale Netzwerke, Blogs, Podcasts, Videocasts, Online- und Offline-Communities und -Services - all diese Aspekte werden bei der re:publica ebenso umfassend zur Sprache kommen wie Hintergründe, die Philosophie, die Prinzipien, die rechtlichen Grundlagen der sozialen (R)evolution im Netz.

Kurzum: Es geht um Kultur.

Neben den Diskussionen und Vorträgen wird es Workshops geben und auch kommerzielle Aspekte kommen zur Sprache: re:publica wird diskutieren, ob und wie man als Blogger oder Podcaster seinen Lebensunterhalt verdienen kann und auf bisherige Erfahrungen zurückblicken.

Rob Pepper und die Tate Modern

Für das November-Kompendium seiner Zeichnungen hat Rob Pepper ein paar Jungs gebeten, einen Text zu einem seiner Zeichnungen aus dem Monat November zu schreiben. Ich habe mir Tata Tate ausgesucht:

 Blog Drawings 06 11 13 Tatatate

Hier mein Text:

The Tate Modern is one of my favorite places in London. Rob introduced me to it. We went there the first time I visited Aimie and Rob. There was a special exhibition about a german artist that opened recently. As a club member Rob got me in for free. What I enjoyed even more then the exhibition was drinking a latte in the members lounge and just hanging out with Rob chatting the time away while having a perfect view of the London skyline outside the window. It was one of these small moments that seem trivial when you live them but gain relevance when you reflect on what matters in your life and as I understand Rob’s drawings this is what they are about.

Remembering this day it also comes to mind that this was also the first time I was with Rob when he did one of his drawings. He sat down in the middle of the Kippenberger exhibition on a bench that was overlooking one of Kippenberger’s most famous, gigantic installation. But Rob turned to the side and look straight out the window. He put on his crazy stary look that he always uses when he’s doing this and started drawing. I never really grasped what Rob’s drawings are about until this moment when I experienced it right there with him. The beauty of the moment, the being there at that point in time. Nothing is constructed, nothing is planed. Captured by one person it is indeed a drawing diary. What Rob was seeing that day though the window at Tate Modern was St.Paul cathedral.

St.Paul’s is right to the north of the Tate Modern. They are connected by the Millennium Bridge which crosses the Thames. This concept of the connection between the old and the new, the sacred and the secular has inspired me ever since Rob explained it to me. It is actually the reason that I got to met him in the first place because that’s what Doxology emerged from where he did the drawings and I did the website. Now we work together on a regular base. And it all started at Tate Modern.

Check auch mal das Oktober-Kompendium, in dem ein Haufen Mädels per Text auf Robs Zeichnungen im Oktober reagiert haben.

Perttu Murto

 Live Tyot2 The New York

Perttu Murto

Und was habt ihr so gemacht als ihr zwanzig wart?

Being Spaces: Arbeitsräume für die digitale Bohème

Nachdem ich neulich über den Artikel von WebWorkerDaily zu dem erhofften Trend von neuen, öffentlichen Arbeitsplätzen für WebWorker gestolpert bin, beschäftigt mich das Thema wieder wie früher, als meine Vision noch nicht von großen Businessgedanken verschüttet war.

Vom der Entwicklung her, gerade wenn man sich Dinge wie die digitale Bohème ansieht, scheint nun auch der passende Zeitpunkt gekommen, ein solches Projekt von der Vision in die reelle Planung übergehen zu lassen.

Das Problem

Cafes sind derzeit die beliebtesten Arbeitsplätze von mobilen Webworkern nach dem Schreibtisch in den eigenen vier Wänden. Der große Vorteil ist, dass man zuhause raus kommt, unter Leuten ist und einen entspannten Ort für Treffen hat. Arbeiten im Café bringt aber auch so einige Schwierigkeiten mit sich. Von vielen Cafebetreibern wird man immer noch als Störenfried bzw. WLAN-Schmarotzer betrachten, Steckdosen sind in der Regel nur unzureichend vorhanden und was macht man mit dem Geschäftspartner, dem man auch mal eine Präsentation vorführen will? Noch schwieriger ist es für Väter und Mütter, deren Kinder (noch) nicht in einer Tagesstätte untergebracht sind.

Die Idee

Man schafft neue Arbeitsräume, die komplett auf die Bedürfnisse der neuen WebWorker ausgerichtet sind. Sitzplätze sind mehr von einander abgegrenzt, um mehr Privatsphäre zu ermöglichen. Man zahlt nicht für die konsumierten Getränke, sondern mietet einen Platz stunden- oder tageweise. Jeder Platz ist mit Internet und Steckdosen ausgestattet. Es gibt separate Konferenzräume mit voller Technikausstattung. Anschluss an ein Café macht durchaus Sinn, um auch mal entspannen bzw. zumittag essen zu können. Optional gibt es eine Möglichkeit der Kinderbetreuung.

Übersicht – Was schon geht (in NY)

Hier sind verschiedene Projekte, die das ganze schon kommerziell oder nicht-kommerziell umsetzen:

  • Hat Factory ist eine nicht-kommerzielle Gemeinschaft von WebWorkern in San Franzisko, die eine alte Hutfabrik als Büroraum ausgebaut haben. Auf der Seite gibt es einen Videorundgang. Mehr zur Hat Factory bei WebWorkerDaily.
  • paragraph ist speziell auf Autoren, Schriftsteller, Texter und sonstige Schreiber ausgerichtet. Wie die meisten dieser neuen Arbeitsräume ist paragraph in New York angesiedelt. Als Mitglied bekommt man einen Code für die Eingangstür und kann dann dort zu jeder Tages- und Nachtzeit in einer der Arbeitszellen schreiben. Es gibt eine Küche und eine Lounge mit Bibliothek.
  • Auch The Village Quill richtet sich speziell an Schriftsteller und bietet dazu eigene Workshops und Lesungen an.
  • Two Rooms hat sich speziell auf WebWorker mit Kids ausgerichtet. Ein Raum für die Erwachsenen, einer für die Kids. Allerdings sieht es gerade so aus als hätte das Ding zugemacht.
  • The Coffee Office bietet neben Arbeitsplätzen vor allem eine sehr angenehme Atmosphäre und Premiumdienste wie mietbare Briefkästen und einen Konferenzraum für Videokonferenzen.
  • The Office in Santa Monica, Kalifornien bietet neben vielen Plätzen mit T1-Internetzugang auch Bose-Kopfhörer, um sich komplett abzuschotten.

Der Trend: Being Spaces

Auch Springwise hat schon ausführlich über den Trend berichtet und ihm einen Namen gegeben: Being Spaces:

With face-to-face communication being rapidly replaced by email and chat, goods and services being purchased online, and big city apartments shrinking year by year, urban dwellers are trading their lonely, cramped living rooms for the real-life buzz of BEING SPACES: commercial living-room-like settings, where catering and entertainment aren’t just the main attraction, but are there to facilitate small office/living room activities like watching a movie, reading a book, meeting friends and colleagues, or doing your admin.

Die Coworking-Community

Unter dem Label ‚Coworking‘ gibt es inzwischen eine internationale Community, die sich der Arbeitsräume für WebWorker annimmt. Es gibt bereits ein Wiki mit vielen Links zu lokalen Gruppen, eine Coworking Google Group und ein Blog.

NUN Galerie

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(Bild von Denis)

Wir haben jetzt eine Galerie auf der NUN-Webseite, wenn sich jemand einen Eindruck machen möchte.

Die Vision ist zurück

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Kids den Umgang mit Medien beibringen…