Januar, 2007


31
Jan 07

Meine Diplomarbeit bei sciencegarden

Christiane Zehrer hat sich in dem Artikel ‚Wissen managen im Web 2.0‘ bei sciencegarden mit meiner Diplomarbeit beschäftigt. Schon eine interessante Erfahrung, die Gedanken eines anderen über die eigene Arbeit so ausführlich zu lesen.

Es fühlt sich für mich immer wieder komisch an, wenn ich mich jetzt in irgendeiner Form mit meiner Diplomarbeit beschäftige. Es kommt mir immer so vor als sei das alles in einer lange zurückliegenden Zeit passiert. Dabei ist es erst genau ein Jahr her. Das zeigt doch deutlich, dass ich im letzten Jahr mich aufgrund meiner Tätigkeit viel zu wenig mit der Thematik aus der Diplomarbeit beschäftigt und weiter gedacht habe. Das soll sich dieses Jahr wieder grundsätzlich ändern. Dazu an dann an entsprechender Stelle in der aktuellen Veränderungen-Serie mehr.


31
Jan 07

Veränderungen Teil 1 – Vorsätze und Entscheidungen

Es wird ja viel diskutiert über die Vor- und Nachteile von Neujahrsvorsätzen. Die allgemeine Meinung ist wohl, dass sie alles nichts bringen, da man sie in der Regel spätestens am zweiten Januar bereits alle gebrochen hat. Das Problem ist dabei wahrscheinlich, dass die meisten Vorsätze ähnlich wie Punkte auf To-Do-Listen in der Regel viel zu allgemein gefasst sind. „Abnehmen“ lässt sich als Vorsatz halt deutlich schwerer umsetzen als „Pro Woche mindestens einmal für eine Stunde spazieren gehen“. Messbare Ziele usw., ihr wisst schon.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist, dass ich bisher nie meine Vorsätze auch nur ansatzweise umgesetzt habe, und das zum einen aus genau den Gründen, die ich oben beschrieben habe. Zum anderen aber auch deshalb, weil die letzten Jahre bei mir immer anders verliefen, als ich das zu Beginn jeweils dachte. Nach meinem Empfinden wird jedes neue Jahr immer intensiver und erlebnisreicher als das Vorjahr. Das meine ich erstmal ganz neutral. Es gab Jahre, die ich in guter Erinnerung habe und Jahre, die sich nicht so prickelnd angefühlt haben. Interessanterweise empfinde ich gerade auch die schlechten Jahre als sehr wichtig und will sie auf keinen Fall vergessen. Denn sie haben mein Leben entscheiden geprägt. Wenn ich heute jedes Jahr als intensiver empfinde, dann beginnt diese Entwicklung mit den Krisenjahren. In ihnen habe ich begonnen den Status Quo zu hinterfragen, was die eigentliche Krise ausgelöst hat. Dank dieser Fragen bin ich heute an diesem aufregenden Ort, geistlich, beruflich, freundschaftlich und gedanklich.

Es ist purer „Zufall“, dass große Veränderungen in meinem Leben genau mit dem letzten Jahreswechsel zusammen gefallen sind und sich deshalb 2007 schon jetzt komplett anders anfühlt als 2006. Ende letzten Jahres habe ich meine Zusammenarbeit mit der Agentur in Berlin beendet. Nach einem längeren Gespräch mit dem Chef dort war relativ klar, dass ich nicht der passende Mann für den Job bin, den besetzen wollten. Sie wollten einen waschechten Projektmanager, der Projekte durchplant, Aufgaben delegiert und den Programmierern Dampf macht, wenn die trödeln. Nach viel Nachdenken und Zurückblicken auf meine Arbeit in den letzten Jahren musste ich mir eingestehen, dass ich das einfach nicht kann. Ich funktioniere nicht in einem hierarchischen System, wo Verantwortung immer weitergegeben wird. Ich kann niemanden zur Sau machen, wenn er Mist baut. Ich funktioniere viel mehr in Teams von gleichberechtigten, wo jeder mit gleichem Interesse bei der Sache ist und es keine Diskrepanz gibt zwischen Beteiligten, die das ganze als Job sehen und Beteiligten, die das ganze als ihr Projekt sehen.

Nachdem die Entscheidung gefällt war war ich doch überrascht, wie krass sie sich anfühlte. Eigentlich hatte ich mich doch selbstständig gemacht, um nicht ausschließlich für eine Firma zu arbeiten, flexibel zu sein, Zeit für andere Ideen und Projekte zu haben. Irgendwie hatte es sich eingeschlichen, dass ich im Herbst fast ausschließlich für die Agentur gearbeitet hatte und sie auch dadurch zu meinem zentralen Geldgeber geworden war. Die Entscheidung dort aufzuhören wurde damit auch zu einer finanziellen Frage und allein das war für mich schon ein klarer Hinweis, dass hier etwas ganz anders lief als geplant. Es wurde mit jeder Überlegung klarer, dass diese Phase zuende gehen musste und so flog ich kurz vor Weihnachten das vorerst letzte Mal von Berlin nach Hause.


30
Jan 07

Frische Bilder

Mein Buddy Martin hat heute mal sein Objektiv in meine Richtung gehalten und für ein paar frische Bilder von mir gesorgt.


30
Jan 07

Warten

Warten


30
Jan 07

Auf Entzug

Als jemand, der es gewohnt ist eigentlich ständig im Netz zu sein ist es immer wieder eine spannende Selbsterfahrung, wenn man plötzlich „von der Welt abgeschnitten“ ist. Mir geht es gerade mal wieder so. Anfang Januar bin ich aus meiner zu großen und zu teuren Wohnung ausgezogen und zu einem Freund in die Südstadt Karlsruhes gezogen. Die Wohnung ist super, mein Zimmer ist inzwischen komplett eingerichtet und schon jetzt fühle ich mich zehnmal wohler als in der alten Wohnung. Ich war im Januar viel mit dem Umzug, dem Auflösen der alten Wohnung und dem Einrichten der neuen beschäftigt. Dazwischen habe ich viel entspannt und viel über meine nächsten Schritte beruf-/berufungsmäßig nachgedacht. Nun bin ich bereit wieder voll loszulegen. Das einzige Problem: Wir warten noch auf den DSL-Anschluss.

Es ist ja ein bekanntes Phänomen, dass man erst merkt, welche große Rolle etwas spielt, wenn es nicht mehr da ist. Mir geht das jedes Mal so, wenn ich daheim keinen Internetzugang mehr habe. Meine Arbeits- und Verhaltensweisen basieren so massiv auf der ständigen Verfügbarkeit des Internets, dass mein Leben einfach ein anderes ist, wenn das nicht der Fall ist.

Und so habe ich derzeit eine perfekt eingerichtete Wohnung mit brandneuer Senseo, einem großen Bildschirm, gemütlicher Couch und allem sonst, was ich zum produktiv Arbeiten brauche und bin trotzdem nie daheim, weil ich immer irgendwo Internet-Asyl suche, in der Regel im NUN oder bei Daniel.

Hm, wenn ich so über die Problematik nachdenke, frage ich mich natürlich, warum ich mich eigentlich beschwere. Ich bin doch sonst so ein großer Fan davon im Café zu arbeiten. Das stimmt auch. Aber ich sitze nur ungern zehn Stunden im Café. Außerdem macht das NUN erst um elf Uhr auf, meine produktivste Zeit fängt aber um acht Uhr morgens an.

Meine derzeitige Idealvorstellung ist die Mischung, die mich durch Abwechslung konzentriert hält. Morgens konzentriert daheim texten und kreativ arbeiten. Mittags ins Café, Leute treffen, Informationen sammeln, Quellen checken und Webseiten basteln.

Aber manchmal frage ich mich, um ehrlich zu sein, ob ich mir da nur was einrede und mir mal wieder ein Idealszenario aufbaue, was ich gerade nicht haben kann und ich somit aber eine Ausrede habe, nichts geschafft kriegen zu müssen.

Egal, ich plane dann mal, was ich noch im Web erledigen muss, unter anderem diesen Artikel veröffentlichen. Dann geht’s gleich los. Aber vorher schmeiß ich noch mal schnell die Senseo an.