Texas Highlights

Nachdem der Jetlag langsam abklingt und ich ihn einfach genutzt habe, um mich an die Kubikzeit (3 ins Bett und um 10 wieder aufstehen) anzupassen, sind die Erlebnisse meines ersten Trips außerhalb von Europas Grenzen so langsam durchdekonstruiert. Also ist es Zeit, das mal zu Blog zu bringen.

1. Fazit: Wenn es irgendwie geht, werde ich nächstes Jahr auf jeden Fall wieder in die USA fliegen. Wenn alles gut geht schon zu SXSW in Austin im März. Das Ding gilt als eines der derbsten Festivals für Musik, Film und Web in Amerika. Und Austin ist es auch ohne spezielles Festival auf jeden wert.

Später werde ich noch mehr Detailbeobachtungen beschreiben. Aber für den Anfang gibt’s nun erstmal meine Highlights.

  • Meine, viel zu kurze, Zeit mit Matt war das erste Highlight. War extrem angenehm mitten in Texas jemand zu finden, mit dem man sich voll auf einer Linie empfindet. Matt ist ein saulustiger Reiseführer und ein fürsorglicher Gastgeber und ganz allgemein crazy creative. Matt, wird Zeit, dass du her kommst und das ganze Zeug an den Start bringst, was du so im Kopf hast.
  • Mein größtes Highlight hat gar nichts mit Texas oder so zu tun. Ich habe es in vollen Zügen genossen, mit meinen Kubikjungs unterwegs zu sein. Hat massiv genervt, dass wir soweit auseinander untergebracht waren. Dafür waren die gemeinsamen Zeiten umso sweeter. Ob beim Dickies kaufen oder beim kollektiven vor den Macs hocken, es war mal wieder eine Extradosis geteiltes Leben und irgendwie hab ich mich erinnert, warum Leben teilen immer genannt wird, wenn wir von unseren Träumen sprechen. War extrem lustig und tief. From bullshit to deep shit in 2 seconds 😉
  • Josh Packard ist Soziologe und schreibt gerade an seiner Dissertation über selbstorganisierende Systeme im Gemeindeumfeld. Dazu war er bei unseren Treffen mit dabei, eigentlich nur um zu beobachten. Leider hat er viel zu selten den Mund aufgemacht, weil wenn, dann kam verdammt kluges Zeug heraus. Tut gut, jemanden zu haben, der mit viel Weisheit und von außerhalb auf eine Sache schauen kann. Haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen und uns mit ihm einen Nachmittag hingesetzt, um über die Strukturen usw. bei Kubik zu reden. Ich werde schon seit meiner Diplomarbeit mehr und mehr zum Soziologiefan…
  • Das Essen schwankte zwischen Grauen und Highlight. Aber bei allem Fett und viel zu großen Portionen muss hier einfach das geniale mexikanische Essen erwähnt werden. Die Zeiten beim besten Mexikaner und beim Sushi in Austin waren definitiv Highlights. Und auch in Houston gab’s einige Essen, wo mir schon wieder das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn ich an sie denke.
  • Football war ein großes Thema und da ich diesen Sport sehr mag, war das Spiel von Texas A&M definitiv ein Highlight, auch wenn das Außenrum nicht mein Ding war.
  • Zeit mit Doug Pagitt zu verbringen ist immer ein Highlight. Der Typ ist einfach eine extrem außergewöhnliche Persönlichkeit. Sehr scharfsinnig, unheimlich schlau, ein beeindruckender Rhetoriker und eine sehr liebevolle Person. Er kann in einem Moment Emerging Church so erklären, dass Baptistenpastoren damit zurecht kommen und im nächsten Moment eine verfahrene Situation exakt analysieren. Ich beneide Daniel um seinen Kurztrip nach Minneapolis zu Doug’s Gemeinde. Die würde ich zugern mal erleben.
  • Wenn ich so drüber nachdenke, dann ist das eigentliche Highlight der ganze Trip an sich. Ich meine, ich hatte Anfang des Jahres noch überhaupt keine Ahnung, dass ich Ende des Jahres in den Staaten gewesen sein werde. Ich verstehe mehr und mehr, warum manche Menschen so viel Wert auf Reisen legen. Es erweitert deinen Horizont und verändert deine Persönlichkeit. Es gibt dir Einblick und Wissen für andere Kulturen. Bei allem, was ich in dieser Woche im Bezug zu Amerika gesehen habe, seien es Nachrichten oder Ab durch die Hecke, merkte ich, wie ich die Dinge mit einem tieferen Verständnis wahrgenommen habe.

Wenn ich also zurück blicke und je mehr ich drüber nachdenke, stelle ich fest, dass die gewonnene Lebenserfahrung sowie die neuen und die vertieften Freundschaften diesen Trip so wertvoll gemacht haben. Und deswegen gebührt mein Dank an dieser Stelle Karen und Shannon, die das ganze organisiert und damit für mich möglich gemacht haben.

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing