1 Jahr Karlsruhe

Karlsruhe

(Bild natürlich von Martin)

Vor genau einem Jahr habe ich Darmstadt verlassen, in dem ich über 20 Jahre gewohnt habe, und bin nach Karlsruhe gezogen. Im Rückblick ist das schon spannend. Ich kannte nur Mark von ein paar Besuchen und übers Chatten besser. Ein paar Leute von Kubik hatte ich schon bei vorhergehenden Besuchen getroffen. Ich ging nach Karlsruhe, wegen einer Gemeinde. Geblieben bin ich wegen der Leute.

Das sollte man nicht falsch verstehen. Ich bin nach wie vor gerne Teil von Kubik. Aber es geht mir heute weniger um Gemeindemodelle und emerging church. Denn wie ich erwartungsgemäß schnell feststellte, sind Theorie und Praxis zwei sehr unterschiedliche Dinge. Man kann sich viele warme Gedanken machen, wie „Gemeinde in der Postmoderne“ aussieht und funktionieren kann. Sowas mit echten Menschen aus Fleisch und Blut mit Vergangenheit und Prägung zu leben ist eine ganz andere Geschichte. Und die gefällt mir inzwischen viel besser als die Theorie. Sie ist spannender, komplexer und persönlicher.

Als ich nach Karlsruhe kam erwartete ich Style und Kunst. Was ich bekam waren u.a. zwei geniale Freunde, die mit zu dem besten gehören, was mir je passiert ist. Nichts hat mich in diesem einen Jahr so wachsen lassen, wie die zahllosen Cafébesuche, Spaziergänge, Abendessen und Gebetssessions mit den beiden.

Und irgendwie ist das für mich das Zentrum von dem ganzen Gemeindeding und wie Gott sich das denkt. Wir wünschen uns Partizipation und er schenkt Freundschaft, wir diskutieren über Postmoderne und er gibt Gastfreundschaft, wir wollen Style und er bewirkt Liebe. Im letzten Jahr gab es viele engagierte Debatten über die Zukunft von Kubik, wo wir hinwollen, was die nächsten Schritte sind usw. Wir gehen steil auf Visionen und Träume und sind ständig am verbessern. Währenddessen sitzen wir im Café, genießen Andys Flammkuchen, trinken Cappuccino und verpeilen häufig, wieviel wir schon von dem leben, wovon wir eigentlich träumen. Ich meine, ich lebe hier mit meinen Freunden, wir beten und arbeiten zusammen, wir sehen unsere Kids aufwachsen und wir machen Zeug, auf das wir Bock haben. Right here right now…

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

6 Gedanken zu „1 Jahr Karlsruhe“

  1. Tja, vor ca. 5 Jahren habe ich die Ukraine verlassen, wo ich geboren bin und 17.5 Jaren gelebt habe, um nach Deutschland zu kommen. Es war und ist bis jetzt ziemlich spannend, wobei ich den Leuten mit schwachen Nerven nicht empfehlen würde, mein Abenteuer zu wiederholen 🙂

  2. Tja, vor ca. 5 Jahren habe ich die Ukraine verlassen, wo ich geboren bin und 17.5 Jaren gelebt habe, um nach Deutschland zu kommen. Es war und ist bis jetzt ziemlich spannend, wobei ich den Leuten mit schwachen Nerven nicht empfehlen würde, mein Abenteuer zu wiederholen 🙂

  3. „Ich kam nach Karlsruhe wegen einer Gemeinde, geblieben bin ich wegen der Leute…“ Hängt das mit der Erkenntnis zusammen das Gemeinde aus Leuten besteht statt aus Gebäuden oder Veranstaltungen? 🙂 Danke für diesen coolen Post! Und danke das wir Dein Leben mit Dir teilen dürfen!

  4. „Ich kam nach Karlsruhe wegen einer Gemeinde, geblieben bin ich wegen der Leute…“ Hängt das mit der Erkenntnis zusammen das Gemeinde aus Leuten besteht statt aus Gebäuden oder Veranstaltungen? 🙂 Danke für diesen coolen Post! Und danke das wir Dein Leben mit Dir teilen dürfen!

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