Archive for August, 2006

howies Katalog

Am Montag hat der letzte howies Katalog endlich seinen Weg in meinen Briefkasten gefunden (wer sich nicht mehr an howies erinnern kann, hier ist der Artikel). Seitdem nehme ich ihn immer wieder in die Hand, blättere, lese hier und da und fühle mich inspiriert. Beeindruckend, was die Jungs und Mädels aus Wales da aufgebaut haben und mit wieviel Herz, Leidenschaft und Spaß sie das ganze vertreten. Definitiv mein persönliches Vorbild für rejolt.

Hier einer von vielen Texten aus dem Katalog:

HoodiesWhile we don’t condone shoplifting, terrorising old ladies or generally making other people’s lives a misery, the tabloids seem to be picking on the wrong people. Casual research suggests serious fraud, insider trading or acts of corporate manslaughter are unlikely to be carried out by people wearing hooded sweatshirts. Photographs of senior executives of British manufacturers of land mines, anti-personnel grenades and cluster bombs have shown no evidence of hoodie-wearers. Businessmen offering large amounts of cash in return for peerages, and the politicians who accept the cash, tend towards less casual items of clothing. When the decision was made to invade Iraq, no-one wore a hoodie. And the men who think Guantanamo Bay is still a good idea do not wear hoods themselves, though they have been known to offer them to guests. Sure, there’s the odd villain who wants to conceal his face. But there’s bigger villains around who have no such shame.

Jon Matthews

Martin als Weggefährte

Meine Freunde Martin und Elena haben am Wochenende geheiratet und Kubik hat sich dabei um die Trauung gekümmert. Das Thema für den Gottesdienst war der gemeinsame Weg, der vor ihnen liegt. Ich durfte dabei Martin vorstellen und habe dazu beschrieben, wie er als Weggefährte so ist. Und damit ihr ebenfalls mitbekommt, mit was für tollen Freunden ich beschenkt bin, kommt hier der Text:

Ich bin Johannes und ich bin erst seit einem Jahr ein Weggefährte von Martin. Auch wenn das nur eine kurze Zeit ist, so hat sie mir doch gezeigt, was für eine Art von Gefährte Martin ist.

Das erste mal haben sich unsere Wege gekreuzt, als er mich nach einem Gottesdienst in unserem Café ansprach. Vor mir stand ein Typ mit roter Haut und damals noch längeren Haaren, tief rot.

Ich bin ganz schlecht bei ersten Begegnungen und so ist es seiner Beharrlichkeit zu verdanken, dass wir heute enge Freunde sind. Diese Beharrlichkeit zeichnet Martin bei vielen Dingen, die er macht, aus. Als er sich entschied, den Weg des Fotografen einzuschlagen wurde ihm schnell klar, dass es sehr viel Arbeit brauchen würde, um auf ein gewisses Level zu kommen. Auch das ist erst knapp ein Jahr her. Aber wenn man sich heute seine Bilder betrachtet, kann man erkennen, wieviel Beharrlichkeit er in diesen Weg steckt.
Teil dieser Beharrlichkeit ist es auch, dass wenn man mit Martin unterwegs ist, man eigentlich ständig in ein Objektiv schaut. Der Vorteil ist, dass man nachher gemeinsam den bereits zurückgelegten Weg betrachten kann und das meine ich ganz bildlich.

Es gibt zwei Arten, wie man Wege mit Martin gehen kann. Geht man gemeinsam mit anderen, ist der Weg extrem lustig. Martin weiß, wie man eine Wandertruppe unterhält und wenn es passt holt er auch mal die Gitarre raus.

Ist man mit ihm allein unterwegs, bewegt er sich gerne in ruhigere und persönlichere Gefilde. Ich habe Martin mal als jemanden beschrieben, der es meint, wenn er fragt, wie es einem geht. Martin weiß sich zu öffnen und verletzlich zu machen. Er ist ein emotionaler Mensch und versteckt seine Gefühle nicht. Damit schafft er die Atmosphäre, in der man sich auch gerne selbst öffnet. Nach vielen Gesprächen würde ich Martin als einen exzellenten Zuhörer beschreiben, der die richtigen Fragen stellen kann und auch keine Angst vor den kritischen Fragen hat. Wovon er selbst, glaube ich, nicht so wirklich weiß, ist sein feines Gespür für die passenden Antwort. Meist denkt er nur laut nach und trifft doch intuitiv die Ding im Kern.

Dass diese Tiefe auf dem gemeinsamen Weg erhalten bleibt verdankt man Martins Treue. Wenn man einmal sein Weggefährte geworden ist, dann steht er einem zur Seite. Er investiert in die gemeinsame Zeit und zeigt Initiative.

In vielen Dingen sind Martin und ich sehr unterschiedlich. Komme ich an eine Weggabel renne ich schnell ein stückweit in jeden Weg rein, um zu sehen was da geht und ob es mir gefällt. Und selbst wenn ich mich für einen Weg entschieden habe, schiele ich noch auf die anderen und versuche ab und zu mal rüberzuspringen.

Wenn Martin an eine Weggabelung kommt, setzt er sich erstmal hin und fängt an zu überlegen. Wo führt jeder Weg hin, was mag er mit sich bringen, bin ich bereit ihn zu gehen und bin ich auch in der Lage dazu? Martin braucht für Entscheidungen immer etwas länger. Aber sobald er sich entschieden hat kommt wieder seine Beharrlichkeit ins Spiel und lässt ihn den gewählten Weg bis zum Ende gehen.

Das gilt auch für seine Ehe. Martin hat die Entscheidung für den gemeinsamen Weg mit Elena nicht aus dem Bauch heraus und unüberlegt getroffen. Auch vor diesem neuen Weg hat sich Martin Zeit genommen und gefragt, ob er in der Lage ist, ihn zu gehen und bis zum Ende zu laufen. Nun hat er seine Entscheidung getroffen und wenn ich etwas aus unserem kurzen gemeinsamen Weg gelernt habe, dann das Elena sich nun auf seine Beharrlichkeit und Treue verlassen kann.

Notiz: Apple ruft Akkus zurück

Apple ruft Akkus von bestimmten iBooks und Powerbooks zurück.

Notiz: Quality matters

Wie die Frauen Streetwear retten…

Kaffeeleidenschaft

Coffeeshop-Mitte

Kennt ihr das? Man erlebt so Dinge, die versauen es einem mit dem Rest. Zum Beispiel dieses kleine Kaffeehaus in der Rochstraße in Mitte. Seitdem ich dort zweimal täglich bin, habe ich überhaupt keinen Antrieb mehr, bei Starbucks reinzuschauen, obwohl der nächste nur zwei Straßen weg ist. Der Unterschied: Leidenschaft. Im Starbucks wird man in der Regel von Studenten bedient, die ihren Job machen und sich auf das Ende ihrer Schicht freuen. Im Buscaglione steht den ganzen Tag die brasilianische Inhaberin, ruft ihre Kunden mit „Hey Babys“ und verbreitet neben Lebensfreude vor allem genial guten Kaffee und Snacks, bei denen ich schon beim dran denken zu sabbern anfange. Warst du einmal da, weiß sie genau, was du das letzte mal hattest.

Und genau das wird auf ewig den Unterschied zwischen BigAss-Cooperations und Läden mit Leidenschaft ausmachen. Da kann Starbucks noch soviel Third-Place sein wie sie wollen. Und wenn wir uns das häufiger klarmachen und beachten, werden die Läden mit Leidenschaft auch irgendwie überleben. Hoffe ich…

Mehr zum Thema: ,

1 Jahr Karlsruhe

Karlsruhe

(Bild natürlich von Martin)

Vor genau einem Jahr habe ich Darmstadt verlassen, in dem ich über 20 Jahre gewohnt habe, und bin nach Karlsruhe gezogen. Im Rückblick ist das schon spannend. Ich kannte nur Mark von ein paar Besuchen und übers Chatten besser. Ein paar Leute von Kubik hatte ich schon bei vorhergehenden Besuchen getroffen. Ich ging nach Karlsruhe, wegen einer Gemeinde. Geblieben bin ich wegen der Leute.

Das sollte man nicht falsch verstehen. Ich bin nach wie vor gerne Teil von Kubik. Aber es geht mir heute weniger um Gemeindemodelle und emerging church. Denn wie ich erwartungsgemäß schnell feststellte, sind Theorie und Praxis zwei sehr unterschiedliche Dinge. Man kann sich viele warme Gedanken machen, wie „Gemeinde in der Postmoderne“ aussieht und funktionieren kann. Sowas mit echten Menschen aus Fleisch und Blut mit Vergangenheit und Prägung zu leben ist eine ganz andere Geschichte. Und die gefällt mir inzwischen viel besser als die Theorie. Sie ist spannender, komplexer und persönlicher.

Als ich nach Karlsruhe kam erwartete ich Style und Kunst. Was ich bekam waren u.a. zwei geniale Freunde, die mit zu dem besten gehören, was mir je passiert ist. Nichts hat mich in diesem einen Jahr so wachsen lassen, wie die zahllosen Cafébesuche, Spaziergänge, Abendessen und Gebetssessions mit den beiden.

Und irgendwie ist das für mich das Zentrum von dem ganzen Gemeindeding und wie Gott sich das denkt. Wir wünschen uns Partizipation und er schenkt Freundschaft, wir diskutieren über Postmoderne und er gibt Gastfreundschaft, wir wollen Style und er bewirkt Liebe. Im letzten Jahr gab es viele engagierte Debatten über die Zukunft von Kubik, wo wir hinwollen, was die nächsten Schritte sind usw. Wir gehen steil auf Visionen und Träume und sind ständig am verbessern. Währenddessen sitzen wir im Café, genießen Andys Flammkuchen, trinken Cappuccino und verpeilen häufig, wieviel wir schon von dem leben, wovon wir eigentlich träumen. Ich meine, ich lebe hier mit meinen Freunden, wir beten und arbeiten zusammen, wir sehen unsere Kids aufwachsen und wir machen Zeug, auf das wir Bock haben. Right here right now…

Kreditkartennutzung

Zwischendurch mal eine kleine Nutzerbefragung. Wer von euch hat keine Kreditkarte und warum? Würde mich mal interessieren. Sitze hier gerade an einem Projekt zu dem Thema.

Nachtrag: Was ihr mir schreibt wird nirgendwo veröffentlicht. Die Befragung ist nur für mich persönlich, um ein besseres Gefühl für den spezifischen Mehrwert von Prepaid-Kreditkarten zu bekommen.

(erforderlich)
(erforderlich)

 

On My Desk: Arbeitsplätze von Kreativen

Ich habe es schon mal in den Notizen erwähnt, ich bin ein Arbeitsplatz-Voyeur. Ich finde es superspannend zu sehen, wie andere arbeiten, wie ihr Schreibtisch eingerichtet ist und wie sie ihr Arbeitszimmer organisiert haben, immer in der Hoffnung, dadurch die ultimativen Ideen für meinen eigenen Arbeitsplatz zu finden.

Der ist derzeit noch semi-optimal, da sich meine Wohnung gerade in einer Übergangsphase befindet. Mein Mitbewohner Benson zieht aus, weil der Sack es vorzieht, lieber bei seiner Frau als bei mir zu wohnen (wo ist die Nummer von meinem Therapeut).

Ich verschonen euch auch mit einem Bild vom aktuellen Chaos meines Arbeitsplatzes aus dem einfachen Grund, dass ich seit langem mal wieder auf Heimaturlaub im Rhein-Main-Gebiet bin.

Wo waren wir? Ach ja, ich wollte euch eigentlich nur auf das OnMyDesk-Blog hinweisen, in dem Kreative ihre Arbeitsplätze vorstellen.

Mich würde natürlich auch interessieren, wie eure Arbeitsplätze aussehen. Postet einfach einen Link zu einem Bild in den Kommentaren.

Notiz: Sneaker Pimps LA

MTV Clip zum LA-Stop der Sneaker-Pimps-Ausstellung

Hiphop is back

Zumindest für mich. Nachdem ich in den letzten Jahren eigentlich nur noch Dende und Curse gehört habe erlebe ich gerade mein kleines, persönliches Hiphop-Revival. Hier ein paar Pladden, die mir gerade Nackenschmerzen bescheren.

Frisches Corporate Design für tautoko

RELAUNCH! Denis hat mir ein frisches Design für tautoko gebaut. Hier mal die ersten Spielerein mit Logo und Elementen. Derbes Zeug von nem derben Designer. Wie immer: alles work in progress. Btw. wir machen diesmal nicht stop bei Webseite und Briefpapier. Denis entwickelt gerade das Raumgestaltungskonzept für meine neue Bude. Large, digger.

Notiz: Frauen stehen auf Technik

Study: Women like tech toys more than shoes

Notiz: agency.com pitcht Subway

Wenn mal alle Entertainment-Kanäle versiegt sind gibt es immer noch die gute alte Werbebranche, um sich mal richtig zu amüsieren. Hier ist der Versuch von agency.com ein tolles, virales Video zu machen. Hier ist die Antwort von Coudal Partners.

The Brand Underground

30Brand

Alter Schwede, schon lange her, dass ich so einen derben Artikel gelesen habe, der so vieles in Worte fasst, was mich gerade bewegt und wie ich mein Leben verstehe. Lest The Brand Underground. Ist verdammt lang, das Ding. Aber es lohnt sich. Hier ein paar Zitate:

One reason an underground brand sounds nonsensical is that countercultures are supposed to oppose the mainstream, and nothing is more mainstream than consumerism. But we no longer live in a world of the Mainstream and the Counterculture. We live in a world of multiple mainstreams and countless counter-, sub- and counter-sub-cultures.

This is the quintessence of the postmodern brand rebel, hopscotching the minefield of creativity and commerce, recognizing the categorization, satirizing it, embracing it and commoditizing it all at once.

If the dance between subculture and mainstream has always been more compromised than it appears and if every iteration of the bohemian idea is steadily more entrepreneurial than the last, then maybe a product-based counterculture is inevitable. Maybe subcultures are always about turning lifestyles into business — or the very similar goal of never having to grow up. Maybe the familiar corporations-against-individuals dynamic (“They manufacture lifestyle; we live lives,” as The Baffler, the alt-opinion journal, declared in 1993) is simply outdated.

Hier ist ein followup-Artikel: Fashion. Branding, Streetwear & Movements

Freundschaft ist…

…wenn es auch mal cool ist, die Klappe zu halten. (Foto aus Martins genialem kwadrat-Stream)