Monthly Archive for Juni, 2006

Ich mache kein GTD (Update)

In letzter Zeit habe ich häufig darüber nachgedacht, einen eigenen Produktivitätsblog zu starten. Fast ein Jahr ist der Artikel ‚GTD in einer Nußschale‘ jetzt alt und trotzdem ist er weiterhin jede Woche der am meisten gelesene Artikel in meinem Blog. Die meisten meiner Besucher, die von Google kommen, haben nach ‚gtd‘ gesucht. Jedes Quartal verkaufe ich zwischen fünf und zehn ‚Wie ich die Dinge geregelt kriege‘-Bücher über dieses Blog. Scheinbar herrscht ein immenses Interesse an der Thematik. Das sehe ich ja bei mir. Ich kaufe blind alles, was mir mehr Effektivität und Zeit verspricht. Was liegt da näher als ein Blog speziell zu der Thematik zu starten und gleichzeitig den Einstieg ins ProBloggen zu wagen. Könnte funktionieren.

Und doch bin ich irgendwie zurückhaltend. Das könnte z.B. damit zusammenhängen, dass ich bei Don Miller in einem Buch gelesen habe, dass er früher Selbsthilfebücher verschlungen hat. Aber irgendwann hat er gemerkt, dass sie einfach nichts mit dem realen Leben zu tun haben und im Alltag nichts bringen. Dann wäre da noch meine eigene Unfähigkeit von all den Produktivitätsmethoden, von denen ich in den letzten Jahren gelesen habe, auch nur eine wirklich umzusetzen. Ja, stimmt, ich habe eine komplette GTD-Ausstattung hier. Alle ist da und funktioniert. So ca. einmal im Monat fällt mir dann auch wieder ein, dass ich das Ding ja dringend mal wieder benutzen sollte. Dann setze ich mich mit schlechtem Gewissen hin und versuche mal wieder alle losen Enden zu sammeln. Ich definiere tolle, einfache nächste Schritte und schwöre mir ab sofort alles besser zu machen. Meistens schaffe ich es nicht mal zwei Tage. Projekte verlaufen einfach immer komplett anders. Fertig werden sie am Ende meistens trotzdem, irgendwie. Nicht, dass ich nichts von GTD gelernt hätte. Einige Prinzipien habe ich von ihrer Grundidee verinnerlicht und wende sie inzwischen auch instinktiv an. Aber das ganze System will bei mir einfach nicht in den Alltag rein. Dafür kenne ich die berühmte Produktivitätskrankheit nur zu gut, bei der man sich den ganzen Tag mit Blogartikeln und Tools zur Produktivitätssteigerung beschäftigt und am Ende des Tages überhaupt nichts echtes geschafft hat. Ich bin einfach so verdammt disziplinlos.

Ich frage mich langsam, ob da nicht grundlegend was schief läuft. Warum ist denn die Nachfrage nach neuen Methoden so groß? Setzen die Methoden nicht eine Schicht zu hoch an? Wieso geht mir manches ohne Probleme, ohne Motivationsschwäche und ohne vor sich her schieben von der Hand, während ich für anderes eiserne Disziplin brauche?

Update: Um das noch mal deutlicher zu formulieren: Die Idee eines Produktivitätsblogs ist für mich noch lange nicht gestorben. Sie ist derzeit nur nicht rund. Ich hätte gern ein bisschen mehr als interessantes Zeug aus den Ami-Blogs in den deutschen Kontext zu bringen. Was ich spannend finde, ist der Bedarf an Community, den ich aus den Kommentaren lese. Vielleicht kann man hier ansetzen…

Update 2: In der Seitenleiste auf der Startseite gibt’s jetzt eine kleine Umfrage, was ihr so zu dem Thema denkt.

Update 3: Auch wenn die Mehrheit der Abstimmenden Interesse an einem Produktivitätsblog hat, habe ich mich dagegen entschieden. Ein solches, eigenständiges Blog würde deutlich zuviel meiner Zeit für ein Thema in Anspruch nehmen, das mir zwar wichtig aber auch nicht das wichtigste ist.

Notiz: Jamble Magazine

Jamble ist ein Web-Magazin aus England:

Discovering new bands, new music and new genres is all part of discovering somewhere new - and this was the inspiration for Jamble magazine - a mish mash of travel and music articles, with a green streak throughout.

Our online magazine will be updated monthly with band profiles and interviews; eco-articles and buying guides, and destination guides to cities across the globe.

Notiz: Don Miller Podcast

Gerade bei iTunes entdeckt: Der Don-Miller-Podcast

Notiz: neues DJ-Format-Video

Derbes Video von DJ Format

Notiz: Brownsville

Irgendwie macht es mich traurig, dass mich diese Meldung nicht überrascht: Erweckungsgemeinde kämpft ums Überleben. HT: bodenpersonal & der Pfaffe

Notiz: Occult Hymn

Neues Zeug von Dangerdoom: kostenlose EP ‚Occult Hymn‘ HT: Spreeblick

Personen vs. Projekte

Mit der entscheidende Grund, warum ich mich für die Selbstständigkeit entschieden habe hat mit Projekten zu tun. Ich denke ziemlich projektorientiert. Ich arbeite gerne an verschiedenen Dingen gleichzeitig und habe teilweise sehr unterschiedliche Interessen, denen ich mit verschiedenen Projekten gleichzeitig nachgehen kann. Hätte ich mich für einen Arbeitgeber entschieden, hätte ich mich, was meine Arbeitszeit angeht, für einen Bereich entscheiden müssen. Das wäre mir wohl sehr schnell langweilig geworden.

So der Stand in meinem Kopf im März. Inzwischen ist ein bisschen Zeit ins Land gezogen, ich habe ein paar Monate Erfahrung und die Gedanken etwas weiter gesponnen. Vor allem aber habe ich neue Leute kennengelernt und alte Bekanntschaften vertieft. Ich habe ein paar Monate mehr mit meinen Kubik-Freunden gelebt und all das hat dazu geführt, dass mir inzwischen Personen in meiner Arbeit wichtiger sind als Projekte. D.h. mir kommt es nicht mehr in erster Linie darauf an, spannende Projekte zu machen, sondern mit den richtigen Leuten zusammen zu arbeiten. Die Projekte treten dahinter zurück. Wenn ich also mit den richtigen Leuten zusammenarbeiten kann, mache ich auch gerne Dinge, die ich an sich jetzt nicht so spannend finde.

Diese Erkenntnis hat dafür gesorgt, dass ich anders an neue Dinge herangehe. Ich frage mich nicht mehr „Was will ich machen?° und suche mir dann dafür die passenden Leute. Vielmehr hocke ich mich mit Leuten zusammen und überlege, was man gemeinsam machen könnte.

Bsp: Im Februar habe ich auf der Web-Apps-Konferenz in London einen Typ getroffen, der eine Agentur in Köln hat. Irgendwie hat es sofort gepasst. Manchmal trifft man so Leute, denen man nichts erklären muss, von dem was einen gerade beschäftigt. Sie lesen das gleiche, denken über das gleiche nach und sind zwischenmenschlich auf der gleichen Wellenlänge. Es hat „gefunkt“. Vor ein paar Wochen habe ich ihn besucht mit der Prämisse „Mir ist egal was, aber lass uns irgendwas zusammen machen.“ Und das wird nun passieren. Genaueres gibt’s später. Es wird jedenfalls mehr als nur ein weiteres Projekt.

Diese Methode mag vielleicht nicht die effektivste für eine steile Karriere sein. Aber das ich daran kein Interesse habe, müsste ja inzwischen durchgedrungen sein. Ich merke einfach, dass es mich erfüllt und inspiriert mit bestimmten Menschen zusammenzuarbeiten. Und darum geht’s doch im Leben und beim arbeiten.

Holske: Psychotherapie Schmitt

Das letzte Projekt von Denis und mir ist online. Eine kleine, feine Webseite für Dr. med. Elisabeth Schmitt. Screendesign wie immer von Denis, die Umsetzung mit WordPress von mir.

Webseite-Schmitt

Notiz: Phoenix

Wunderschön

Phoenix – It's never been like that

Notiz: TXTual Healing

Spannende Public Performance mit Handy und Beamer: TXTual Healing.