Monthly Archive for Mai, 2006

The New Celebrity

Manchmal werden Wünsche schneller war als man denkt. Als ich den Artikel darüber schrieb, dass ich gerne mehr Leute mit ähnlichen Interessen auf solchen Veranstaltungen wie dieser hier in London treffen würde, waren mir diese drei Typen, die sich ständig im Hintergrund aufhielt noch nicht richtig aufgefallen. Es stellt sich heraus, dass es drei Freunde von Rob aus New York und Austin sind. Matt, Chris und Josh machen das Magazin The New Celebrity und gehören mit zu den lustigsten, kreativsten und inspirierendsten Leuten, die ich seit langem getroffen habe. Sie haben beschlossen, dass die waren Celebritys in ihrem Leben ihre Freunde sind. Deswegen schreiben sie jetzt z.B. Geschichten über sie oder lassen sie ein Teil des Magazins editieren usw.

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Originally uploaded by jonee.


Gestern abend waren wir bei blah und ich habe mal wieder festgestellt, dass man sich voher informieren sollte, um nicht nachher enttäucht zu sein. Ich hatte nämlich einen alt.worship-Service nach feinster, englischer Art erwartet. Dabei ist blah eine Art Diskussionsmeeting für EmergingChurch/Postmoderne-Interessierte. Gestern hatten sie einen Typ eingeladen, der über die Spiritualität in der Gesellschaft gesprochen hat. Ok, wir waren alle ziemlich müde. Und doch bin ich der Meinung, dass das ganze extrem unaufregend war. Ein Typ, der vorne steht und mit einer grottigen Powerpoint-Präsentation einen Vortrag hält.
Was mich wirklich genervt hat, war mal wieder dieses Ding, dass da jemand kommt, um der Kirche zu erzälen, was da drausen eigentlich passiert. Mich interessiert das nicht mehr. Ich mag mir einfach keine Gedanken mehr zu Spiritualität in unsrer Gesellschaft machen. Das ist mir zu abstrakt und virtuell. Ich mag einfach nur mit meinen Freunden leben. Spiritualität ist ein natürlicher Teil unseres Lebens, genauso wie essen. Das lustige an dem Abend war, dass man hinten raus über den Hof einen Pub erahnen konnte, in dem sich gerade das Viertel traf, um ein Fußballspiel zu verfolgen. Ab und zu drang der Jubel oder die Enttäuschung lautstark durch die Fenster in den altehrwürdigen Saal und machte den Unterschied deutlich: hier reden, dort leben.

Lebenszeichen aus London

Ich mach ja Umzüge eher so nebenher ;-) Deswegen bin ich seit gestern mit Denis und Björn (Miri kommt heute nach) in London. Karen Campell, eine Freundin aus dem Doxology-Team hat zu ner Art Networking-Woche eingeladen. So rennen hier jetzt ein Haufen Amis rum, ein paar Kubiker und ein paar Locals aus London. Die Gemeinsamkeit ist, dass Karen uns zusammen bringen will, weil wir von einander profitieren können. Was ich voll mag ist die Offenheit des ganzen. Es gibt keine festen Meetings oder ähnliches. Hier wird die Erkenntnis, dass die guten Gespräche eh immer beim Essen oder auf dem Weg zur Tube passieren, konsequent umgesetzt. Jeder kann sich so viel einbringen, wie er will.

Was ich mich mal wieder Frage ist, warum bei solchen Treffen immer nur Pastoren, Theologen, Seelsorger und sonstige christliche Experten mittleren Alters auftauchen. Fühle mich da immer irgendwie fehl am Platz. Würde gerne mal mehr Leute treffen, mit denen ich erst über Banksys letzte Installation diskutieren kann, dann über Zigarillo-Vorlieben, dann über Freelancing, dazwischen über die Spiritualität des Espresso-Genußes, meine Konsumwut, Bio-Essen und das Herzensgebet. Irgendwo sollte auch noch ein bisschen was von der Wissensgesellschaft, dem Dangerdoom-Album und meinem Kampf mit meiner Selbstzentriertheit vorkommen. Halt übers Leben reden, weisch? Emerging/Simple/Organic-Church-Diskussionen sind ja sowas von 2005…

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Neues Heim

Ganz schön was los, im Moment. Letzte Woche bin ich z.B. umgezogen. Das stand an, weil Doro, von der ich das Zimmer zur Zwischenmiete hatte, wieder aus Amerika zurück kam. Außerdem hatte ich schon länger mit dem Gedanken gespielt, meine WG-Zeit insgesamt mal dem Ende zugehen zu lassen. Ich weiß, früher habe ich immer behauptet, ich könnte mir nicht vorstellen, allein zu wohnen. Ich habe einmal ein halbes Jahr in Hamburg allein gewohnt und das war das pure Grauen für mich (Ok, vielleicht sollte man auch nicht aus einem Studentenwohnheim direkt in eine Einzelwohnung ziehen…) Aber das Leben in Karlsruhe sieht etwas anders aus. Hier verbringe ich den ganzen Tag mit Freunden. Ich treffe mich mit ihnen zum Frühstück, ich sitze mit ihnen in einem Büro, ich gehe mit ihnen Kaffeetrinken, ich treffe sie abends im Cafe usw. Da ist ein Ort, wo ich mich mal zurückziehen kann vielleicht gar keine so schlechte Idee. Auf der anderen Seite nervt es mich ein bisschen, ständig von der fantastischen Gastfreundschaft der Kubiker zu profitieren, ohne mich einfach und entspannt revanchieren zu können. Ist halt ungünstig, in einer 5er-WG, einfach die Küche für einen Abend in Beschlag zu nehmen. Außerdem hätte ich mal Lust, eine Wohnung komplett nach meinem Geschmack einzurichten. Wie auch immer, ich habe mit dem Gedanken gespielt, irgendwann mal in was für mich alleine zu ziehen. Als der Benson dann einen Nachmieter für seine Wohnung gesucht hat, habe ich spontan zugegriffen. Damit der Umstieg nicht zu hart ist, bleibt der gute noch bis zu seiner Hochzeit Ende Juli mit drin ;-) Und so bin ich letzte Woche ein paar Straßen weiter gezogen und habe mit einem weinenden Auge meine alte WG zurück gelassen. War schon nett dort.

Notiz: Magazin-Bekenntnis

Neue Aktion von Are You Generic?: Confessions of a Generic Magazine. Die Wahrheit tut erst weh, wenn sie schwarz auf weiß zu lesen ist…

Notiz: Neue Apple-Werbespots

Herrlich, die neuen Apple Werbespots.

Zitate zu Lobpreis

Im Moment geht’s in der Kubik-Rekonstruktionsphase bei Kubik gerade um Lobpreis. Hier mal zwei Zitate aus “Emerging Churches: Creating Christian Community in Postmodern Cultures” (Eddie Gibbs, Ryan Bolger) zu dem Thema, die ich gestern gelesen habe:

Sitting in pews, standing up, sitting down, the same format each week – it just wasn’t working for us. As artists, writers, creative people, we felt uncomfortable int the single, fixed configuration of soft-rock worship and three-point linear preaching. We felt the body was dying around us. We were frustrated. We sat each week surrounded by some of the brightest talents in film, TV, theater, art, social work, and politics who were made to watch in virtual silence because they did not play guitar or preach. These were the only two gifts that were acceptable as worship. It seemed such a waste. We thought it was outrageous that all these gifts were being used in the corporate world, in the market economy, but were being snubbed in the church. We saw that if worship is about gift, then what we bring to worship has to be integral to us, something meaningful from who we are.

Kester Brewin, Vaux, London

Only two times in Scripture do Christians sing, and on both occasions they are in prison!

Mal Calladine, Tribal Generation, Sheffield, U.K.

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