Ich bin nächste Woche (19.-21.) mal wieder in Köln und nehme noch Einladungen zum Kaffee an…
Monthly Archive for April, 2006
Gerade bei Spreeblick gefunden: Wax Tailor – perfekter Hiphop aus Frankreich. Kann das Album kaum erwarten. Wie gut, dass man es komplett auf der Webseite anhören kann.
Hier ist eine Anleitung für die LED-Throwies. Lasst uns das Licht in die Welt tragen…
Steve Collins beschreibt eine mögliche Form für meine zukünftige Arbeitsweise: Neo-Beduinen.
Rob Dyrdek:
I’m 31 and everyday I run from the cops, just like the kids do.
Rob Dyrdek ist Skate-Pro und hat in seiner Heimatstadt einen Park für Skater gebaut, der sich an den aktuellen Streetskateinteressen orientiert. Um die Idee und die Umsetzung in andere Städte zu transportieren hat er mit Kirk Dianda eine Doku gedreht. Mehr über den Prozess bei Apple.
Wie Kathy Sierra so richtig festgestellt hat ist Skaten und die Kultur dahinter soviel mehr als ein Haufen von schlabberhosigen Kids, die unsere friedlichen Städte verunsichern. Fast alles, was ihr an frischem Design im Mainstream seht, hat irgendwann mal in der Street Culture begonnen. Das gilt für Klamotten genauso wie für Werbung und Kunst. Wenn ihr euch also mal wieder über ein paar Sticker mit seltsamen Zeichen und Scribbles an nem Laternenpfahl ärgert. Macht euch locker. Noch ein Jahr in Deutschland, dann sind die Sticker Werbung für die PSP oder das letzte Sony-Ericsson-Handy. Streetart ist jetzt schon wieder woanders.
Was mich sowohl beim Skaten als auch bei Streetart z.B. inspiriert ist die veränderte Wahrnehmung, mit der man sich durch die Stadt bewegt. Ein Skater sieht überall Treppen, Handgeländer und Lücken, die es zu bezwingen gilt. Ein Streetart-Interessierter schaut sich Schilderrückseiten, Lampenpfähle, Hauseingänge und schmutzige Wände sehr genau an. Beide erschließen sich ihre Stadt ganz anders als die Masse.
Sticker, Streetskating, Hiphop, Graffiti, Projektdenken, Netzkunst, Vinyl-Digging, Plattencover, DJing, Künstler-Communitys, NuJazz, Digital Lifestyle, DIY, Kunst, T-Shirts, Lifehacks, SlamPoetry, Kreative Klasse, Gadgets, Läden = Shop+Galerie+Agentur, kleine Modelabels/Plattenlabels/Buttonlabels/Whateverlabels, Kaffeehäuser, Hinterhofästhetik, Sneaker, verwatzte Clubs, Grafikdesign, Fair-Trade, Balkongrillen, kein 9to5, Schlafzimmerstudios, Gameskultur,… Das sind die Tracks auf der Kulturplatte, die ich langsam reinfade. Klingt gleich ganz anders als die alte Platte, die ich letzte Woche an die Wand genagelt habe (Trackliste: siehe Guerilla Christ)
Das war’s für heute mit dem ungefilterten Einblick in meine chaotischen, verschrobene Gedankenwelt. Ich versuche erst gar nicht, daraus nen vernünftigen Artikel zu machen…
Houtlust featured den iranischen Designer Mehdi Saeedi.
Kurze BBC-Doku über den neusten Sound aus dem Londoner Underground: dubstep
Es gibt einfach so viel derbe Ideen da draußen. Z.B. Swaporamarama.
Das GTD-Gebet, über dem ich allmorgendlich meditiere.
Banksy hat mal wieder in London zugeschlagen.

Der Kubik-Gottesdienst vom Freitag war ein sehr krasser für mich. Es war der letzte vor unsrer April-Pause. Das Ziel von Daniel und Mark war, uns auf die vor uns liegende, intensive Phase vorzubereiten. Dazu haben sie das Bild des DJs aus Steve Taylors Out of bounds church?-Buch benutzt und deutlich erweitert. Steve erklärt anhand des DJs, dass emerging churches zwei Platten mixen, nämlich die Platte Gottes und die Platte der Kultur um sie herum.
Nach Mark und Daniel hören wir alle einen Mix, ob nun emerging church oder FeG. Wir alle leben einen Glauben, der ein Mix aus Gottes Beat und dem Sound unsrer Kultur ist. Wir haben Gottes Ideen genommen und sie auf unser Umfeld angepasst. So hat sich durch das Aufwachsen in einer Pfingstgemeinde in mir ein bestimmter Mix entwickelt, der Gottes Ideen und die pfingstliche Kultur vermischt. Wenn ich das Wort ‚Predigt‘ höre, höre ich nicht nur Gottes Prinzip, sondern auch das, was Pfingstler daraus gemacht haben. Das große Problem daran ist, dass dieses Verständnis von Dingen einem immer als Gottes reiner Beat verkauft wird. Man hört seit Ewigkeiten diesen Mix und hält ihn für Gottes Platte. Umso verstörter wird dann reagiert, wenn man versucht, die Kulturplatte runterzufaden, um eine andere reinzumixen. Denn scheinbar nimmt man ja Teile von Gottes Platte weg. Kein Wunder, dass wir häufig so einen Gegenwind spüren, wenn wir Dinge neu anzugehen versuchen.
Wie Radek uns im Gottesdienst bei seiner Kurzeinführung zum Mixen erklärte, macht man bei jeder neuen Platte ein Beatmatching, d.h. man passt die neue Platte auf die Geschwindigkeit der alten an und versucht dann, die Schläge von beiden so übereinander zu legen, dass es wie ein Rhythmus klingt. Wer das schon einmal versucht hat, weiß, dass das gerade zu Beginn alles andere als leicht ist und einige Versuche braucht. Ähnlich ist es auch bei unserem Mix aus Gottes Platte und der neuen Kulturplatte, die wir auflegen wollen. Gerade zu beginn, passt es noch nicht so ganz und wir brauchen einen neuen Anlauf. Nur wer dran bleibt und nicht beim ersten Fehlversuch direkt aufgibt, wird durch einen neuen Mix belohnt, der sich hören lassen kann.
Mir hat diese vertiefte Metapher des DJs und des Mixens sehr geholfen, einen bildlichen Ausdruck für die Dinge zu finden, die mich gerade beschäftigen. Zum einen nervt es mich wahnsinnig, dass mir jahrzehntelang ein bestimmter Mix als Gottes Platte verkauft wurde ohne mir die Freiheit zu lassen, meine eigene Kulturplatte zu pressen und einzubauen. Zum anderen hilft das Bild mir auch, mehr Verständnis zu entwickeln für die Kritiker und für die mit Unverständnis für die ganzen frischen Ansätze. Schon mal versucht, nem Hardcore-Hiphop-Head ein bisschen Jazz unterzumixen?
Wo das Bild ein bisschen hackt ist, dass ich bei meinem Mix halt nicht einfach die Kulturplatte runterfahren kann und dann Gottes Beat pur höre. Ich kann nicht so ohne weiteres sagen, was in meinem Glauben und meiner Beziehung zu Gott ausschließlich Gott und was kulturelle Prägung usw. ist. Und genau das wird die spannende Herausforderung bei Kubik, der wir uns stellen wollen. Deshalb haben wir am Ende des Gottesdienst unseren alten Mix symbolisch als Platte auf einen Altar gehämmert und freuen uns auf eine Menge göttlichen Minimal in den nächsten Wochen.
Mehr zu dem Gottesdienst bei Daniel.
Mehr Bilder zum Gottesdienst in meinem Kubik-Set bei flickr.
Poetry aus dem Gottesdienst beim Pfaffe.
Sehr ausführliche Beschreibung einer GTD-Implementierung.
‚Die Deutschen sind die intelligentesten‘ war in den letzten Tagen häufig zu lesen. Bevor man sich aber jetzt was drauf einbildet, sollte man das hier lesen.
Zwischen viel Gemecker und Spaßvideos gibt es in der Blogosphäre auch immer wieder bewegende Highlights. Wie diese Gedanken von Rene bei Spreeblick zum Thema ‚Die Schüler sind die Opfer‘.
Treehugger, das Überblog für stylisches Zeug mit Umweltbewusstsein, hat jetzt auch nen Videopodcast.


Ich bin Johannes Kleske, 29, Dipl. Media System Designer (FH) und lebe zurzeit in Karlsruhe. Ich arbeite als Informationsarchitekt und Konzepter bei Neue Digitale in Frankfurt. Mein Spezialgebiet ist Social Media. 