Meine Kulturplatte

Kulturplatte

Rob Dyrdek:

I’m 31 and everyday I run from the cops, just like the kids do.

Rob Dyrdek ist Skate-Pro und hat in seiner Heimatstadt einen Park für Skater gebaut, der sich an den aktuellen Streetskateinteressen orientiert. Um die Idee und die Umsetzung in andere Städte zu transportieren hat er mit Kirk Dianda eine Doku gedreht. Mehr über den Prozess bei Apple.

Wie Kathy Sierra so richtig festgestellt hat ist Skaten und die Kultur dahinter soviel mehr als ein Haufen von schlabberhosigen Kids, die unsere friedlichen Städte verunsichern. Fast alles, was ihr an frischem Design im Mainstream seht, hat irgendwann mal in der Street Culture begonnen. Das gilt für Klamotten genauso wie für Werbung und Kunst. Wenn ihr euch also mal wieder über ein paar Sticker mit seltsamen Zeichen und Scribbles an nem Laternenpfahl ärgert. Macht euch locker. Noch ein Jahr in Deutschland, dann sind die Sticker Werbung für die PSP oder das letzte Sony-Ericsson-Handy. Streetart ist jetzt schon wieder woanders.

Was mich sowohl beim Skaten als auch bei Streetart z.B. inspiriert ist die veränderte Wahrnehmung, mit der man sich durch die Stadt bewegt. Ein Skater sieht überall Treppen, Handgeländer und Lücken, die es zu bezwingen gilt. Ein Streetart-Interessierter schaut sich Schilderrückseiten, Lampenpfähle, Hauseingänge und schmutzige Wände sehr genau an. Beide erschließen sich ihre Stadt ganz anders als die Masse.

Sticker, Streetskating, Hiphop, Graffiti, Projektdenken, Netzkunst, Vinyl-Digging, Plattencover, DJing, Künstler-Communitys, NuJazz, Digital Lifestyle, DIY, Kunst, T-Shirts, Lifehacks, SlamPoetry, Kreative Klasse, Gadgets, Läden = Shop+Galerie+Agentur, kleine Modelabels/Plattenlabels/Buttonlabels/Whateverlabels, Kaffeehäuser, Hinterhofästhetik, Sneaker, verwatzte Clubs, Grafikdesign, Fair-Trade, Balkongrillen, kein 9to5, Schlafzimmerstudios, Gameskultur,… Das sind die Tracks auf der Kulturplatte, die ich langsam reinfade. Klingt gleich ganz anders als die alte Platte, die ich letzte Woche an die Wand genagelt habe (Trackliste: siehe Guerilla Christ)

Das war’s für heute mit dem ungefilterten Einblick in meine chaotischen, verschrobene Gedankenwelt. Ich versuche erst gar nicht, daraus nen vernünftigen Artikel zu machen…

Veröffentlicht von

Johannes Kleske

Co-Gründer von Third Wave, lebt in Berlin, denkt nach über die Zukunft von Arbeit, Stadt und Kommunikation, mag sowohl guten Kaffee als auch guten Tee. Newsletter, Twitter, LinkedIn, Xing

6 Gedanken zu „Meine Kulturplatte“

  1. Versteh mich nicht falsch, und ich rede auch mal wieder nicht vom eigentlichen Inhalt deines Potings, aber ganz so einfach sehe ich das mit der Entwicklung der Kultur nicht. Z.B. gab es Guerlilla-Marketing mit Aufklebern auch in Deutschland schon vor über 20 Jahren und ist heute weder hier noch da wirklich „frisch“. Keineswegs kommt fast jedes frische Design aus der Street Culture (zumal sich diese ohnehin nicht wirklich genau definieren läßt). Es ist wohl vielmehr ein gegenseitiges Befruchten oder auch Abwehreaktionen von all den verschiedenen Styles, die sich jeweils für den totalen Mainstream oder für die Unterkultur schlechthin halten. In den Nischen ist mehr Freiheit, ungewöhnliches auszuprobieren und auch wieder fallen zu lassen, was sich der Mainstream schon allein der Kosten wegen heute nicht mehr leisten will. Von daher ist jede Street Culture sozusagen ein kostenloser Testballon für diverse Kommerzielle, die sich dann einfach die erfolgreichen – oder die, von denen sie denken, daß es erfolgreich umgesetzt werden könnte – rauspicken.

  2. Versteh mich nicht falsch, und ich rede auch mal wieder nicht vom eigentlichen Inhalt deines Potings, aber ganz so einfach sehe ich das mit der Entwicklung der Kultur nicht. Z.B. gab es Guerlilla-Marketing mit Aufklebern auch in Deutschland schon vor über 20 Jahren und ist heute weder hier noch da wirklich „frisch“. Keineswegs kommt fast jedes frische Design aus der Street Culture (zumal sich diese ohnehin nicht wirklich genau definieren läßt). Es ist wohl vielmehr ein gegenseitiges Befruchten oder auch Abwehreaktionen von all den verschiedenen Styles, die sich jeweils für den totalen Mainstream oder für die Unterkultur schlechthin halten. In den Nischen ist mehr Freiheit, ungewöhnliches auszuprobieren und auch wieder fallen zu lassen, was sich der Mainstream schon allein der Kosten wegen heute nicht mehr leisten will. Von daher ist jede Street Culture sozusagen ein kostenloser Testballon für diverse Kommerzielle, die sich dann einfach die erfolgreichen – oder die, von denen sie denken, daß es erfolgreich umgesetzt werden könnte – rauspicken.

  3. Versteh mich nicht falsch, und ich rede auch mal wieder nicht vom eigentlichen Inhalt deines Potings, aber ganz so einfach sehe ich das mit der Entwicklung der Kultur nicht. Z.B. gab es Guerlilla-Marketing mit Aufklebern auch in Deutschland schon vor über 20 Jahren und ist heute weder hier noch da wirklich „frisch“. Keineswegs kommt fast jedes frische Design aus der Street Culture (zumal sich diese ohnehin nicht wirklich genau definieren läßt). Es ist wohl vielmehr ein gegenseitiges Befruchten oder auch Abwehreaktionen von all den verschiedenen Styles, die sich jeweils für den totalen Mainstream oder für die Unterkultur schlechthin halten. In den Nischen ist mehr Freiheit, ungewöhnliches auszuprobieren und auch wieder fallen zu lassen, was sich der Mainstream schon allein der Kosten wegen heute nicht mehr leisten will. Von daher ist jede Street Culture sozusagen ein kostenloser Testballon für diverse Kommerzielle, die sich dann einfach die erfolgreichen – oder die, von denen sie denken, daß es erfolgreich umgesetzt werden könnte – rauspicken.

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