Das neue Mercedes Benz Mixed Tape ist da: #11.
Archive for Februar, 2006
Das kommt dabei heraus, wenn der Großteil der Anhänger eines Computerherstellers aus der kreativen Klasse kommen: What Would Jobs Do?
Einer der Hauptgründe für meine Entscheidung zur Selbstständigkeit ist die Angst, bei einem vollen Job in der Webbranche völlig in Konzeption, Meetings und Ajax-Diskussionen unterzugehen und dabei sinnvolle Ziele und das Ausüben der Tätigkeiten, die mich ausfüllen komplett zu vernachlässigen. Die eigentliche Angst ist aber, dass dies schleichend passiert, weil ich mich an den Lebensstil gewöhne und ihn sogar genieße. Es gibt da so einen Teil in mir, der hat Bock nur noch in Buzzwords zu reden, „kreative“ Meetings im Starbucks zu haben, mit nem schicken Notebook durch die Welt zu jetten und ständig am Handy wichtige Gespräche mit Kunden über Deadlines für superwichtige Projekte zu führen. Dieser Teil hätte die Hochzeit der New Economy geliebt und würde jetzt gerne einen Milchkaffee (sorry, Galáo) auf der Schanze trinken, während er diese Zeilen in sein MacBook Pro tippt. Und ich finde das nicht mal schlimm. Ich kann jeden verstehen, der das lebt. Nur stellt ein anderer Teil in mir dann schnell die unbequemen Fragen. Soll das der Sinn deines Lebens sein? Rettet Web 2.0 Menschenleben? Muss ich jede neue Social Software testen, während Kinder in Asien meine nächsten Sneaker fertigen, die zu meinem Hipster-Lifestyle pflichtgemäß dazu gehören?
Die richtige Position liegt wohl irgendwo in der Mitte zwischen diesen beiden Polen. Meine Selbstständigkeit erlaubt mir, zumindest hoffe ich das, selbst zu bestimmen, wohin ich mich bewege und gegebenenfalls gegenzusteuern. Wie auch immer…
Jedenfalls habe ich richtig Bock auf spannende Webprojekte, bei denen es nicht nur um Werbung und plumpe Promotion geht. Zum Beispiel arbeite ich mit Denis gerade an einem neuen Webauftritt für die Art Academy in London. Das sind richtig coole Leute dort, denen es vor allem um ihr Handwerk und die Kunst geht. Die sind jung und offen für neue Ideen. So macht das für mich Sinn.
Dieses Austarieren zwischen den beiden Polen beschäftigt mich gerade besonders, weil ich mich halt frage, wie ich mich verkaufen soll. Präsentiere ich mich als Web-2.0-Experten, der in Webdiensten und Plattformen zu hause ist und als idealer Berater für Social-Web-Projekte, der eigentlich nur nach der richtigen Idee sucht, um von Yahoo gekauft zu werden?
Oder versuch ich’s superehrlich und stelle mich als Berufseinsteiger ohne Karriereambitionen mit kaum Erfahrung und nem zufällig gelungenen Abschluss dar, der was über Web 2.0 geschrieben hat, der aber auch über nen FairTrade-Streetwear-Label/Shop/Mailorder nachdenkt, der nicht aus Karlsruhe weg will, weil er hier das Umfeld und die Freunde hat, mit denen er den heißen Scheiß realisieren will und der einfach nur tausend Projekte machen möchte, die ihm Spaß machen und Erfüllung bringen, ohne schon genau zu wissen, wo das endet.
Also, liebe Firmen, ihr braucht nen Typen, mit dem ihr frische Konzepte für Webprojekte jeder Art entwickeln könnt, die vorwiegend außerhalb der gewohnten Schienen laufen sollen, aber auch gerne Kohle einbringen können? Ihr denkt projektorientiert und nicht in Vollzeit-Festanstellungen? Dann bin ich euer Mann, das Frischfleisch von der Hochschule mit einem Rest von Idealen und ungeschliffenen Perspektiven. Und wenn das Projekt geil ist, schiebe ich sogar gerne Nachtschichten.
Wenn ihr aber „Young Talents“, „Future Leaders“, „zukünftige Führungskräfte“ oder „Experten mit Leidenschaft“ für eure Karriereförderungsprogramme sucht, die euch die nächste e-Commerce-Plattform bauen, einen Arbeitsplatz auf eurem fancy „Campus“ und eine 100%-Festanstellung bekommen, aber 150% arbeiten sollen, dann spart euch die E-Mail.
Mal sehen, wann ich mir für diese Aussage ins Knie beiße…
Randnotiz: Wie alles in diesem Blog ist auch dieser Text aus dramaturgischen Gründen völlig übertrieben und dient vor allem dazu, dass ich meine Gedanken mal formuliert bekomme, wobei die Realität viel komplexer ist. Aber die wird sich auch nie in einem Blogtext wiedergeben lassen.
Sogar Kirchen-Webseiten können ab und zu mal gut aussehen.
Die Virengefahr für Macs nimmt ungeahnte Ausmaße an. Genialer Kommentar zum völlig bescheuerten Viren-Hype der letzten Tage.
Erste Anstrengungen damit der beliebte Webmontag auch nach Karlsruhe kommt.
Hier ist er nun endlich, der Link zu meiner Diplomarbeit. Viel Spaß beim lesen.

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Ich freue mich über jeden Kommentar von jedem, der das Ding gelesen und vielleicht sogar irgendwo eingesetzt hat.
Falls euch die Arbeit richtig was gebracht hat: Hier ist mein Amazon-Wunschzettel ![]()
Wer sich immer noch fragt, warum Geeks soviel Stress gegen Software-Patente machen, kann sich ja einfach mal diese Meldung durchlesen.
Der Plan für dieses Blog ist, es mehr und mehr zu einer Webseite mit vielen Informationen zu mir und meiner Arbeit auszubauen. Deswegen habe ich mit der Umstellung auf das neue Template damit begonnen, zwischen zwei Formen von Blogbeiträgen zu unterscheiden. Ausführliche Artikel und Gedanken werden weiterhin in der Hauptspalte angezeigt. Kurze Notizen und Links haben ihr eigenes kleines Blog in der Seitenleiste unter der Überschrift ‚Notizen’. Wer den Feed abonniert hat, wird dort keinen Unterschied merken. Die Notizen werden auf der Webseite aber nur in der Seitenleiste angezeigt (weswegen man beim Klick auf die Kommentare in der Hauptspalte auch nur die Überschrift sieht). Nach und nach will ich das ganze weiter optimieren, so dass sich die gesamte Webseite noch einfacher erfassen und lesen lässt.
Meine kleine Deutschland-Tour geht weiter. Nächsten Montag (27.) bin ich in München. Coffee, anyone?
Nette Liste von Tipps bei der Macworld, mit denen man seinen Mac und insbesondere die Programme beschleunigen kann.
Ich bin ja leicht zu begeistern. Aber manchmal laufen mir Dinge über den Weg, die mich schlichtweg verändern. Aus heiterem Himmel entdeckt man etwas, dass sich anders anfühlt als das normale, durchschnittliche. Irgendwie stimmt hier alles. Es passt. Es drückt alles aus, über das man gerade nachdenkt. Man selbst bleibt mit der Frage zurück, ob man angesichts solcher Dinge alles hinwirft oder inspiriert einen neuen Anlauf nimmt.
Mark hat mir vorhin eine Liste mit Links zu Klamotten-Labeln geschickt, die wir uns für unsere Shop/Mailorder-Ideen genauer anschauen wollen. Der erste Link war howies. Mit Sitz in UK entwickeln die Rider und Biker von howies Klamotten, die ihren eigenen, extrem hohen Anspruch an Qualität genügen sollen. Ihre Philosophie zu Fair Trade usw. fühlt sich dabei sehr entspannt und einfach realistisch an.
We can’t say that our products are fair trade because we are not convinced that there is a trusted set of guidelines to follow. So we make no such claim until we can be sure.
That has meant we have to write our own guidelines. For a tiny company that is some undertaking. How do you measure the air quality in a factory? What chemicals are good? What chemicals are bad? How much overtime is allowed? How much holiday should be given? To these questions and more, we will go find the answers. Then we will make sure our factories follow our common sense guidelines.
Dieser Style zieht sich durch alles, was sie machen.
A higher quality product will invariably last longer. It will keep on performing as it was designed to for longer before it finally needs replacing. And so over its lifespan it will have consumed less valuable resources than an inferior product that will have been replaced many times.
That’s why we make the best quality products that we know how. Because ultimately the best thing we can do for the environment is to make our stuff last a real long time.[…]
Why are we in business? For us it is not as simple to make a profit. Like any company we require a profit to stay in business. But it is not the reason we are in business. The thing that has not changed from day one is the desire to make people think about the world we live in. This is, and always will be, why we are in business. […]
We pledge to give 1% of our turnover or 10% of pre-tax profits (whichever is greater) to grass-root environmental and social projects. […]
We are trying to get the balance right between work and play. Whenever a real nice day comes along, it’d be a shame to waste it. So if you phone up and no-one answers, don’t worry. We are out there doing what we love. So leave a message and we’ll get back to you in a while. […]
We are tiny. Most people haven’t heard of us. In order to spread the word we have to grow. But that costs money. Money we haven’t got. We could have approached the City, but that is not our way. Grow slow to grow strong is what we say. So instead we asked our friends. Friends who care about what we are trying to do. Friends who are not just in it to make money. Friends who were crazy enough to believe in us. We don’t answer to our shareholders. We answer to our friends.
Ich habe den halben Vormittag damit verbracht, mich durch die Unmengen an Statements und Gedanken auf der Webseite zu lesen. Sie passen einfach so hundertprozentig in das rein, was mich gerade bewegt und drücken auch einen trifftigen Grund aus, warum ich mich für die Selbstständigkeit entschieden habe. Ich möchte soweit wie möglich selbst bestimmen, für wen und für was ich arbeite.
Dann mal auf zum zweiten Link auf Marks Liste…
Mark Scandrette, dessen Beschreibung einer Woche in seinem Leben aus The Relevant Church mich maßgeblich geprägt hat, bloggt.
Siel schreibt als green LA girl viel über Fair Trade.
Tja, so eine Selbstständigkeit bringt ja so einige Hürden mit, gerade zu Beginn. Deswegen meine Frage an alle, die sich damit schon beschäftigt haben: Habt ihr Tipps für Bücher, Webseiten, Kontakte, günstige Steuerberater und sonstiges, was mir beim Einstieg helfen kann? Ihr wisst ja, Wissenskommunikation usw…
Die Entscheidung ist gefallen. Ich werde mich als Berater, Konzepter, Entwickler und allgemeiner Webexperte selbstständig machen. Auch wenn ich es eigentlich schon von Anfang an wusste, so habe ich doch etwas gebraucht, bis ich mir über diesen Schritt sicher war. Denn immerhin kostet er einen hohen Preis. Ich gebe die Chance auf eine Karriere mit gutem Gehalt und viel Sicherheit mindestens für die nächsten Jahre auf und darf mich nun mit schlaflosen Nächten mit Sorgen um die nächste Kühlschrankfüllung anfreunden. Aber ich glaube, dass es den Preis wert ist.
Die Möglichkeiten zur Selbstständigkeit waren für mich selten so gut wie im Moment. Meine Lebenskosten sind extrem niedrig (keine Frau, keine Kinder, kein Haus, kein Auto). Ich habe ein Diplomthema, das gerade auf extrem viel Interesse stößt und dazu einen perfekten Hochschulabschluss. Derzeit sieht es eher so aus, als könnte ich mir meine Projekte aussuchen. Dazu habe ich mit Kubik ein Umfeld von Freunden, die mich davor bewahren, mich in der Arbeit zu verlieren und geld- oder karrieregeil zu werden. Die Umstände sprechen also deutlich für diesen Schritt.
Das einzige, was mir fehlt, ist ein dickes Finanzpolster, um gut leben zu können, bis die ersten Projekte abgeschlossen sind. Aber das lehrt mich Disziplin im Umgang mit meinen Ausgaben und sorgt dafür, dass ich meinen Arsch hoch bekomme.
Der Hauptgrund für den Schritt in die Selbstständigkeit ist mein Unwille, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Könnte ich mir vorstellen als Konzepter in einer Agentur zu arbeiten? Ja, aber nicht nur. Könnte ich mir vorstellen Webseiten zu entwickeln? Ja, aber nicht nur, usw. Es gibt einfach zu viele Dinge, die gerade spannend sind. Wenn es so etwas wie einen roten Faden in meinem Leben gibt, dann der, dass ich mich schon immer für tausend verschiedene Sachen interessiert habe und das es eine meiner Kernkompetenzen ist, diese Dinge aus den unterschiedlichsten Bereichen zusammenzubringen (siehe Web 2.0 und emerging church).
Die nächsten Monate und Jahre werden also ein bunter Mix aus Beratung von Unternehmen und Organisationen zu Webkommunikation, Entwicklung von Webseiten und -applikationen, die Thesen aus meiner Diplomarbeit vertiefen, bloggen und podcasten, Seminare und Workshops durchführen, Netzwerke bauen und fördern, Konzepte erstellen und was sonst noch so alles passieren könnte. Dabei vermischen sich auch die Felder der „Kunden“ von kommerziellen Unternehmen, Non-Profit-Organisationen, Kirchen, Freunden und Netzwerken. Und das gefällt mir…
Nachtrag: War ja klar. Heute morgen hier noch die dicke Lippe riskiert und nun bekomme ich schon Muffensausen, wenn ich nur die Monatsbeiträge für die Krankenkasse sehe…
Wie sähe es in der Durchschnittsfamilie morgens aus, wenn die Rollen zwischen Kids und Eltern vertauscht wären? Hier die Antwort.
Netter Artikel für Umsteiger von Windows zum Mac: Top 10 Things All Switchers Should Know
Das beliebteste Mem in der deutschen Blogosphäre ist ja derzeit ein Tokio-Hotel-Posting. Durch die hohe Bewertung von Google für Blogs landen die kindlichen Fans bei dem Beitrag und kommentieren wie wild. Als normaler Blogleser verfolgt man dann halb belustigt halb verstört das ganze Ausmaß von pupertierend pubertierender Begeisterung und freut sich über steigende AdSense-Einnahmen. Beispiele hier, hier und hier.
Ich finde das ganze derzeit mehr alamierend als lustig. Ich bin ja dank vier kleiner Schwestern, in einem boygroup-affinen Umfeld aufgewachsen. Aber das hielt sich alles in Grenzen. Was hier mitlerweile läuft, ist ein ganz anderes Level und zeigt, wie sehr Kinder heutzutage von Medien bestimmt werden und dabei einen völligen Realitätsverlust erleiden. In unzähligen Kommentaren findet man Adressen, E-Mail-Adressen und Handynummern, weil die Kids scheinbar tatsächlich glauben, dass die irgendwie bei der “Band” landen könnten. Wer also Telefonnummern von minderjährigen Mädels sammelt, braucht nur nen Blog. What the fuck?
Eigentlich würde ich hier gerne einen sarkastischen Spruch über die kurze Lebensdauer von Retortenbands bringen, und mich über die Kids lustig machen. Ich könnte fragen, was mich diese Kids interessieren und mich um meinen eigenen Scheiß kümmern. Stattdesen werde ich gerade stinksauer, wenn ich sehe, mit welcher Macht die Medien und die Industrie aus den Kids willige Konsumroboter macht. Ich hatte ja irgendwann mal gehofft, dass sich das Konzept der Boygroups ausgelaufen hat und heute das jeder durschauen würde. Im Gegenteil, es wird immer schlimmer.
Und in mir brennt mehr denn je der Wunsch danach, irgendwelches Zeug zu machen, dass den Kids Medienkompetenz vermittelt. Seminare, Medienwerkstätte, Unterrichtseinheiten, öffentliche Fernseherverbrennungen, ich hab keine Ahnung. Nur nicht mehr zusehen…
Mehr zum Thema: tokio hotel
Ich bin Johannes Kleske, 29, Dipl. Media System Designer (FH) und lebe zurzeit in Karlsruhe. Ich arbeite als Informationsarchitekt und Konzepter bei Neue Digitale in Frankfurt. Mein Spezialgebiet ist Social Media.