Dezember, 2005


31
Dez 05

MTV Exit und Protest4 gegen modernen Menschenhandel und Sex-Sklaverei



Vor ca. einem Jahr wurde ich das erste mal auf die MTV Exit Kampagne der MTV Europe Foundation aufmerksam. Diese richtet sich gegen Sex-Sklaverei und modernen Menschenhandel.

MTV Exit

Menschenhandel ist das Geschäft mit Menschen, die von Kriminellen zu kommerziellen Zwecken ausgebeutet werden, indem sie zum Beispiel gezwungen oder durch Tricks dazu gebracht werden, sich zu prostituieren, zu betteln oder bestimmte Arbeiten zu verrichten.

Heute kam ein Päckchen mit einer DVD. Diese enthält die Dokumentation Inhuman Traffic mit Angelina Jolie als Host.

MTV Exit

„Inhuman Traffic” ist eine tempogeladene, fesselnde Dokumentation und bietet einen Einblick in die menschlichen Tragödien von verschleppten Frauen und Mädchen in Europa, die Opfer des Menschenhandels und der sexuellen Ausbeutung und ihrer Menschenrechte beraubt wurden. Da ist zum Beispiel Anna aus Rumänien, die von ihrem Nachbarn in den Balkan verschleppt und dort zweieinhalb Jahre lang zur Prostitution gezwungen wurde. Oder Tatjana, die von ihrem Freund verkauft wurde und sechs Monate lang in Amsterdam als Sexsklavin gehalten wurde. Neben den erschütternden Geschichten dieser beiden Frauen erfährst du auch etwas über andere Personen in der Menschenhandelskette. MTV EXIT berichtet über ein potenzielles Opfer, einen jungen Mann, der für Sex bezahlt, einen Polizist einer Einheit, die gegen Menschenhandel vorgeht, und Mitarbeiter von Schutz- und Hilfsorganisationen. „Inhuman Traffic” zeigt auf, wie sich die Kette des Menschenhandels fortsetzt, und wie wir dabei helfen können, die Kette zu unterbrechen.

Mich bewegt diese Sache schon seit dem ich das erste mal davon gehört habe. Wir leben jetzt im 21. Jahrhundert und trotzdem werden Frauen auf übelste Weise in die Sklaverei gezwungen. Und das größte Hindernis, um das Problem aus dem Weg zu räumen, ist unsere Ignoranz. Wir kaufen fair gehandelten Kaffee, um Bauern in Afrika zu unterstützen. Aber zwei Häuser weiter wird ein junges Mädchen gefangen gehalten, vergewaltigt und als Sex-Sklavin verkauft. Von den Einnahmen, die sie macht, sieht sie nie einen Cent.

Ich frage mich voll oft, was ich eigentlich zu mehr sozialer Gerechtigkeit in der Welt beitrage. Ich sehe Leute ihren Luxus aufgeben und in arme Länder gehen, um dort die Menschen zu unterstützen. Andere investieren sich für Obdachlose und andere soziale Probleme. Ich surfe den ganzen Tag im Internet und ärgere mich, dass mein iBook nicht repariert wird.

Vielleicht kann ich wenigstens ein bisschen was tun, indem ich immer wieder über dieses Thema schreibe und so ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schaffen kann. So kann ich mein Können doch noch einsetzen.

Wenn ihr noch mehr zu dem Thema wissen wollt, schaut auf jeden mal bei Protest4 vorbei. Das ist eine Organisation aus London, die aus dem alt.worship/emerging church Umfeld kommt.

Protest4

Protest4 is a growing collective of individuals in emerging culture joining together in the protest for a more just world. Rather than sitting passively in the spin, we’re discussing issues of justice, engaging in action, and inspiring others towards what could be.

Sie haben unter anderem ihre eigene Kampagne gegen modernen Menschenhandel gestartet.

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Protest4

Protest4 an end to human trafficking is a response to the issue of sex-trafficking and modern-day slavery. We aim to unite individuals and groups in the fight against slavery in the 21st century

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31
Dez 05

In drei Wochen…

…ist die ganze Geschichte hier vorbei. Ok, dann kommt noch das Kolloquium, aber im Vergleich zum Schreiben ist sowas für mich ein Spaziergang.

Gerade bin ich ganz zufrieden, wie es läuft. Mein Ziel ist es, mir am Mittwoch selber ein großes Geschenk zu machen und alle Texte fertig zu haben (andere Wünsche auf dieser Liste *frechgrins*). Bisher sieht es so aus, als könnte das klappen. Dann bleiben mir noch 1,5 Wochen, um das Ding komplett zu überarbeiten und rund zu machen. Und dann habe ich immer noch eine Woche übrig. Man weiß ja nie.

Ich bin echt gespannt, wie das Ding ankommt. Ist einfach sauschwer einzuschätzen. Bin halt kein Wissenschaftler, der sein ganzes Studium Arbeiten geschrieben hat. Schreibe das Ding als Media System Designer mit den entsprechenden Schwerpunkten. Mal sehen, ob das verstanden wird. Dazu ist das ja nicht gerade ein unkontroverses Thema, wie man an den aktuellen Diskussionen zu Web 2.0 in der Blogosphäre mal wieder schön sehen kann.

Egal, ich hab Spaß dran und es steckt ganz ordentlich was von mir und meiner Sicht in der Arbeit. Und wenn sie dazu führt, dass ich mit dem Thema meinen Lebensunterhalt verdienen kann, umso besser.


29
Dez 05

deutsch vs. englisch

Aus einem Grund, der mir selbst noch nicht so richtig klar ist, poste ich durchaus unterschiedliche Sachen auf meinem deutschen und meinem englischen Blog. Für das volle Programm empfehle ich also beide =)


29
Dez 05

Social Software und Web 2.0 – Das Web im Wandel

Als kleinen Einblick hier mal die Einleitung zum Social Software-Part in meiner Diplomarbeit.

Als Sir Tim Berners-Lee die Grundlagen für das Internet World Wide Web entwickelte, hatte er ein Medium vor Auge, in dem jeder gleichzeitig Konsument und Produzent sein konnte. Die Barrieren zwischen den Anbietern von Inhalten und den Benutzern sollte nicht bestehen. Die ersten zehn Jahre des Webs sahen aber deutlich anders aus. Nach der Einführung machten sich schnell die großen Unternehmen das Web als Vertriebs- und Marketing-Kanal zu nutze. Sie stellten aufwendig gestaltete Webseiten ins Internet. Dabei stand die Präsentation im Mittelpunkt. Die Technologie dazu war komplex, auch wenn die Grundlagen wie HTML nicht sehr schwer zu erlernen sind. Trotzdem war es mit einem erheblichen Aufwand verbunden, wenn man Inhalte veröffentlichen wollte. Man brauchte teuren Webspace und die entsprechenden Fachkenntnisse und damit war die Hürde zu hoch für einen Masseneinstieg der Menschen als Produzenten. Dazu fehlten die Technologien zur einfachen Beteiligung an Webprojekten. Kommunikation fand vorwiegend über die klassischen Kanäle E-Mail und Newsgroups statt. Das hochgradig verwobene Wissensnetz aus der Idee von Berners-Lee scheiterte lange an den technischen Hürden.

Die Euphorie der Unternehmen für das Internet wurde mit dem Platzen der DotCom-Blase abrupt beendet. Das Web schien gescheitert. Während diesen “dunklen” Jahren des Webs reiften einige Technologien zur vollen Benutzbarkeit heran. Content Management Systeme ermöglichten nun ohne spezielle Kenntnisse, Inhalte zu veröffentlichen. Feeds lösten Inhalte von ihren statischen Webseiten. Dazu sanken die Zugangskosten für das Internet immens, so dass immer mehr Menschen das Web benutzen konnten. Google lenkte den Fokus weg von der Präsentation hin zum Inhalt. Die Suchmaschine schuf einen neuen Zugang zum Web, indem sie den direkten Link zum Inhalt auf Unterseiten statt einen Link zur übergeordneten Webpräsenz zu dem eingegebenen Suchbegriff anzeigte. Damit begann die engere Verwebung des Internets. Es wandelte sich von einer Sammlung von statischen Webpräsenzen zu einem Netz von Informationen und Inhalten. Das Web wurde die ultimative Informationsquelle.

Nun ist das Web wieder dabei, sich zu wandeln. Technologien werden weiter entwickelt. So ermöglichen Weblogs, persönliche, kleine Content Management Systeme, jedem Benutzer mit Internet-Zugang innerhalb von Minuten, eine kleine Webseite aufzubauen und diese ohne spezielle Kenntnisse zu pflegen. Dazu haben sich Dienste entwickelt, die dem Benutzer eine Plattform zur Veröffentlichung seiner persönlichen Inhalte bieten. Das Prinzip der Dienste und der Plattform setzt sich auf allen Ebenen im Web mehr und mehr durch. Der Benutzer rückt dabei in den Vordergrund. Mit dem Wandel von der Informations- zur Wissensgesellschaft entsteht auch ein besseres Verständnis für die sozialen Netzwerke der Person. Neue Dienste unterstützen den Benutzer beim Aufbau und der Pflege dieser Netzwerke. Das Web wandelt sich vom Netz von Informationen zum Netz von Menschen.

Diese Entwicklung vom Netz von Webpräsenzen von großen Unternehmen und Organisation zu einem Netz von Personen, ihrem Wissen und ihren sozialen Verknüpfungen ist so grundlegend, dass sich dafür das Schlagwort “Web 2.0” durchgesetzt hat. Darunter werden die Prinzipien, die Technologien und die Geschäftsmodelle verstanden, die ausschlaggebend für die “neue Version” des Webs sind.

Die Dienste, die diese Prinzipien und Technologien nutzen, um Benutzern zu vernetzen, werden Social Software genannt. Zu Social Software gehören auch klassische Web-Kommunikations-Dienste wie E-Mail und Instant Messenger. In den meisten Fällen sind mit Social Software aber Dienste gemeint, die den Benutzer mit anderen Benutzern verknüpft und so sein soziales Netz weiter spannt. Das kann ein Weblog sein, in das der Benutzer seine Gedanken schreibt und andere dies kommentieren oder in ihrem Weblog weiter führen. Das kann ein Wiki sein, mit dem ein Team gemeinsam im Web an Texten und Dokumenten arbeiten kann. Das kann aber auch ein Dienst sein, mit dem der Benutzer online seine Daten und Medien verwaltet und das ihm zudem ermöglicht, die Daten anderen zugänglich zu machen.

Social Software sind Web-Dienste, die Benutzern eine Plattform geben, um Daten und Informationen zu veröffentlichen und zugänglich zu machen, mit anderen zu kommunizieren und zu kollaborieren und soziale Netzwerke aufzubauen und zu pflegen.

Social Software ermöglicht ein Web, wie Sir Tim Berners-Lee es sich vorgestellt hat. Zur Bestätigung hat er Mitte Dezember 2005 sein eigenes Weblog eröffnet und es mit folgenden Worten eingeleitet:

“In 1989 one of the main objectives of the WWW was to be a space for sharing information. It seemed evident that it should be a space in which anyone could be creative, to which anyone could contribute. The first browser was actually a browser/editor, which allowed one to edit any page, and save it back to the web if one had access rights.

Strangely enough, the web took off very much as a publishing medium, in which people edited offline. Bizarely, they were prepared to edit the funny angle brackets of HTML source, and didn’t demand a what you see is what you get editor. WWW was soon full of lots of interesting stuff, but not a space for communal design, for discource through communal authorship.

Now in 2005, we have blogs and wikis, and the fact that they are so popular makes me feel I wasn’t crazy to think people needed a creative space.”

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23
Dez 05

Gliederung der Diplomarbeit

Nachdem nun die beiden großen, theoretischen Teile zu Wissensarbeit und Web 2.0/Social Software weitgehend fertig sind und damit die Gliederung eine immer festere Form annimmt, kann ich diese hier veröffentlichen. Natürlich unter dem Vorbehalt, dass sich das alles im Review der nächsten Wochen noch mal ändern kann.

Kommentare sind willkommen.

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