Sixtus zu Web2.0

Mario Sixtus nimmt deutlich Stellung zu der unausgeglichenen Kritik an Web2.0 und spricht mir aus der Seele:

Zurück zum Bubble-Vorwurf: Eine Idee kann im Alleingang nicht zur Börsenblase mutieren, allerhöchstens Geschäftsmodelle, die sich darauf berufen, im Zusammenspiel mit der notwendigen Kritischen Masse an “Silly Money”. Deshalb geht dein Vorwurf ins Leere. Ganz weit daneben ins Aus. Plumps.Ein lustiger Nebenaspekt: Das Web-2.0-Geschimpfe aus vielen Blogs erinnert mich verdächtig an das Blog-Bashen im Heise-Forum. Dort: “Das sind doch alles Tagebuchschreiber, dumme Teenies, Blogs sind wie ne Homepage, das will doch niemand lesen.” Hier: “Das sind doch alles Wiedergänger der Börsenblase, alles Spinner, hatten wir mal unter dem Begriff Community, das will doch niemand nutzen.” Wer es nicht kapiert, dem bleibt offenbar nur das Gezeter. Scheint ein menschlicher Automatismus zu sein.Hier wie dort klingt das in meinen Ohren obendrein ein wenig zu sehr nach dem verständnislosen Gekeife der jeweils aktuellen Elterngeneration über den Musikgeschmack des eigenen Nachwuchses.Wisst ihr was: Ihr könnt alle gerne weiter Pink Floyd für die beste Band der Welt halten. Ich stehe auf Drum n Bass. Und auf Web 2.0.

SIXTUS.NET - Blog | Von Web 2.0 und Drum n Bass

Lest euch auch den Rest des Artikels durch. Ich habe hier ja schon häufig genug über das Thema geschrieben. Aber wahrscheinlich ist es einfach unmöglich, den “deutschen Geist” zu überwinden und neuen Dingen erstmal eine Chance zu geben. Kritik ist schick…

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3 Kommentare für “Sixtus zu Web2.0”


  1. 1 Christian M.

    Hallo Johannes!

    Was soll denn bitte “deutscher Geist” heissen und warum ist Kritik typisch deutsch? Sind wir nicht das Land der Denker und Dichter. Ist unsere einzige Ressource nicht unser Wissen und unsere Ideen.
    Es kommt mir manchmal so vor, als sei es eine Mode ungeliebten Stimmen einfach “deutschen Geist” vorzuwerfen, was ich ziemlich übel finde. Das führt leicht zu Missverständnissen, den unter “deutsch” kann man sehr viel verstehen…
    Wer Web 2.0 nicht mag, muss ja nicht. Dann hat er halt den Zug verpasst :-)

    Grüsse Christian

  2. 2 Johannes

    Kannst du dich daran erinnern, wann es das letzte mal in einem beliebigen Zusammenhang in Deutschland sowas wie eine Aufbruchstimmung oder eine positive Vision gab, die nicht sofort im Hagel der Kritik untergegangen ist? Wir haben eine Gabe, Dinge konsequent durchzudenken und dann mit vernünftiger Zurückhaltung anzugehen. Leider haben wir diese Gabe ins Extreme überzogen. Lies mal die Top100 der deutschen Blogs. Da kannst du das in Reinform verfolgen. Und ich wüsste nicht, in welchem Land das noch so extrem ist.

    Ich wünsche mir einfach nur ein Umfeld, wo neuen Ideen mit Offenheit und Ermutigung statt mit Sarkasmus und Blockade begegnet wird.

  3. 3 beza1e1

    Ich muss Johannes zustimmen: Deutschland ist inzwischen eher das Land der Meckerer und Frustrierten.

    Ich kann den Michael-Moore-auf-deutsch-style Dokufilm “Die grosse Depression” zu dem Thema empfehlen.

    Ich bin für das was dahinter steht, aber den Begriff “Web 2.0″ finde ich eher amüsant. Vielleicht ist es wie mit der Matrix?

    Nobody can be told exactly what Web 2.0 is; you have to use it for yourself.

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