Wusstest du schon? reviewed

Wenn ich die Liste so sehe, wird auch klar, warum ich nach Karlsruhe gezogen bin. Ich wollte mit der Vergangenheit abschließen und hier ein neues Leben beginnen ;-)

Naja, ein stückweit hat mich das schon getroffen, diese Liste zu sehen. Sieht halt schon derbe nach christlichem Nerd aus. Ist nicht wirklich so viel cooles dabei, auf das ich stolz bin. Und dabei habe ich das “…hatte noch nie eine Freundin.” noch rausgelassen. Ich schau mir das ganze an und denke “Irgendwie habe ich noch nie was herausragendes gemacht und durchgezogen. Bin nirgendwo richtig gut usw.” Und schon bin ich in einer meiner typischen Identitätskrisen.

Und während ich so in meinen “Was bist du doch für ein Loser!”-Gedanken Trübsinn blase, meldet sich leise ein anderer. “Sach ma, digger, vergleichst du dich schon wieder mit anderen? Schau dir doch die Liste mal etwas abstrakter an. Sie beschreibt dich eigentlich ziemlich gut mit deiner Stärke. Du bist gerade nicht der Typ, der eine Sache besonders gut kann, sondern der viele Dinge kennt und diese zusammen bringt, genau wie dein Studium. Das macht dich aus. Du kannst neue Wege gehen und Leuten helfen, Dinge in einem anderen Kontext zu sehen. Ok, durch das Aufwachsen im christlichen Ghetto hat das manchmal etwas bizarre Formen angenommen. Aber hey, vielleicht ist es so deine Aufgabe, andere davor zu bewahren, dass ihre Talente im schmalen Horizont des allgemeinen Gemeindeumfelds versauern. Also, hör auf, dich selbst zu bemitleiden und leb das Ding. In allem anderen währst du einfach zu schlecht.”

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  1. Johannes, du hast einfach viel ausprobiert, manches war richtig gut, anderes vielleicht nicht so prickelnd, aber insgesamt finde ich es richtig gut, dass du soviel gemacht und ausprobiert hast.
    Habe ich nicht, meine Liste wäre wahrscheinlich noch nicht mal halb so lang und ob es mir leid tut, weiss ich noch nicht. Dafür bin ich mit ganz anderen Voraussetzung in mein Leben in Deutschland gestartet.
    Dieser ich bin ja so langweilig und durchschnittlich und kann gar nichts wirklich gut-Gedanke kenne ich auch. Deshalb studiere ich ja auch so ein “du brauchst keine besonderen Fähigkeiten und Voraussetzung”-Fach. Ich bin mit keiner herausragenden Begabung geboren, aber ich Charkterzüge mit auf den Weg bekommen, die ich fast schon als Begabung bezeichnen würde (Disziplin und ein starker Wille, gepaart mit Durchhaltevermögen) und das hast du sicherlich auch. Das sind bereiche, in denen andere ihre Kämpfe haben und (unter)-”durchschnittlich” sind.
    Lange Rede, kurzer Sinn: der letzte Abschnitt ist gut und ich will eigentlich damit nur sagen, dass ich dich toll finde, so wie du bist, dich in einigen Dingen wirklich bewundere und vielleicht sogar beneide (nein, wie unchristlich! :-) ) und dass du gerade mal auf deinem Weg weitermachen sollst! (Gleich fange ich an sentimental zu werden….)
    Ausserdem stehen in der Liste eine ganze Reihe Sachen, auf die du ruhig stolz sein kannst!
    (Wie wäre es denn mal mit einer Liste, was dir dieses ganze rumprobieren gebracht hat?)
    Bis demnächst irgendwann mal!
    Liebe Grüße
    Astrid

  2. Was ich so über Johannes Kleske denke…
    … der traut sich was und packt auch große Dinger an, wo andere nicht mal auf die Idee kommen würden.
    … er denkt quer und schaut auf vieles mit einer anderen Perspektive, das lässt neue Horizonte erscheinen, oder maches auch mal trüber.
    … hat seine eigene Art von Kreativität und scheint oft vor dem nächsten neuen Hipe zu sein.
    … man kann mit ihm gut beten.
    … der kauft sich immer den neusten Technik schnick schnack.
    … er weiß eigendlich wo seine Stärken sind und tut die Dinge die er gut kann, anderes wo er sich nicht so begabt hält, überlässt er andern die es besser können (versucht nicht alles selber zu erledigen).
    … schafft es Netzwerke zwischen Menschen zu bauen.
    … geht seine Wege auch wenn andere es nicht verstehen.

    grüße vom Matze

  3. du redest druckreif und hast eine wundervolle sprechstimme, von der ich allen netten solo-mädels vorschwärme.

  4. Was soll ich da sagen?

    Ich hatte an meinem 16. Geburtstag, die glorreiche Idee einen “Jugendgottesdienst” und gleich danach eine Party bei uns zu Hause zu machen. Durch den Jugendgottesdienst wollte ich meine “christlichen” und meine “nichtchristlichen” Freunde zusammenbringen, dass irgendwie auch was von dem rueberkommt, was mir so wichtig ist. Dazu hab ich noch die “Hip-Hop-Tuerken” vom Marktplatz und alle moegliche Jugendlichen aus der Stadt mit Flyern und Plakaten eingeladen. (Ich hatte schon immer die Angewohnheit die unterschiedlichsten Leute zum selben Ereignis einzuladen, was nicht immer zu einer entstpannten Atmosphaere beigetragen hat.
    Ausserdem habe ich auch meine halbe Jugend damit verbracht Flyer und Plakate fuer christliche Veranstaltungen zu machen, zu verteilen, wildfremde Leute darauf anzusprechen und hatte dabei auch viel Spass und coole Begegnungen und Gespraeche, Aufwand und Ergebnis standen jedoch in keinem Verhaeltnis)

    Auf jeden Fall bin ich an meinem 16. Geburtstag vor Peinlichkeit fast im Erdboden versunken, weil ein paar Leute ein albernes Anspiel ueber mich als Ueberraschung in den Gottesdienst eingebaut haben,….Einzelheiten will ich jetzt nicht ausfuehren.

    Ich stand schon als kleines Maedchen mit meinem Vater Samstagsmorgen mit Traktaten und einem christlichen Buechertisch auf dem Markt, habe Strassenevanglisation und Aktionen in jedes Haus mitgemacht,…und hatte das Gefuehl, dass wir etwas wirklich Wichtiges und Gutes tun und hab gerne Leute angesprochen, hab sie wahrgenommen, ihnen zugehoert, sie gern gehabt…

    Ausserdem hab ich meinen Vater zu Besuchen bei alten Leuten, konservativen Russlandrueckwanderern,… begleitet.

    Ja, des Weiteren war meine Jugend mit unzaehligen Kinder- und Jungscharstunden gefuellt, an denen ich teilnahm oder die ich leitete.

    Spaeter veranstalteten wir dann regelmaessig Jesus-Partys in Pfullendorf, einer 13.000 Einwohnerstadt, in der sonst nichts los war, und die daher relativ gut von Hauptschuelern, Auslaendern,…besucht waren.

    So hat eine ca. 40- jaehrige Frau, die ich sehr bewundere, aus unserer Gemeinde von den Jungs Breakdance gelernt,… (Ich leider nicht,…)und es kamen auch sonst einige gute Begegnungen und Gespraeche und Dinge zustande, die sonst nicht passiert waeren, wenn wir uns nicht so sichtbar und ansprechabr gemacht haetten,…auch wenn manches davon schraeg war, es war das was wir zu dieser Zeit authentisch waren,…

    In dieser Zeit hab ich dann angefangen Bravo Hits Sampler “Black Music” zu hoeren. (I say no no no no no, You say yeah yeah yeah yeah yeah,…)

    Auch wenn vieles Experiement war, viel besser haette sein koennte, so hatte ich doch immer so ein Gefuehl “gesandt zu sein” und suchte nach Formen, diesen Auftrag auszufuehren, und auch in den abartigsten Dingen fuehlte ich mich irgendwie Gott nah, ihm zur Verfuegung stehend, bereit zu tun, was er will.

    Manchmal verliere ich dieses Gefuehl, bei dem, wie ich jetzt lebe,…aber ich will da jetzt keine komischen Schluesse ziehen.

    “Es kommt auf unserer Herz an, darauf, dass wir Gott zur Verfuegung stehen und ihm die Ehre geben,…” um mit den Worten meines Vaters, des Pastors, zu sprechen.
    Der coole Anschein nach aussen ist zwar toll, aber ich finde Herz wichtiger. Es kommt fuer mich darauf an, dass wir wirklich lieben und uns veraeussern und verausgaben um Gottes Liebe in dieser Welt Gestalt zu geben und die Moeglichkeit in einer Beziehung zu ihm zu leben auch fuer andere zugaenglich machen.

    Wenn das bizarre Formen animmt, weil uns die Aussenperspektive fehlt oder warum auch immer, so wird dadurch zumindest unser Charakter und unsere Faehigkeit auch dumm oder peinlich dazustehen ohne das Gesicht oder die Identitaet zu verlieren geformt.

    Ich finde, so unterschiedlich die Dinge auf deiner Liste sind, so offenbaren doch die meisten etwas darueber, wo Deine tiefsten Verbindlichkeiten, loyalties, liegen, wem Du wirklich vertraust, auf wen Du Dein Vertrauen setzst, fuer alles, was Du brauchst, wo Dein Herz ist…

    Und zum Abschluss moechte ich noch meine Mama, christliche Hausfrau, Mutter und Allrounderin, singend zitieren: “Allein Deine Gnade genuegt, die in meiner Schwachheit Staerke mir gibt,…”

    Wenn Dich der Beitarg jetzt zu sehr ans Land Kanaan erinnert, darfst Du ihn gerne loeschen.
    I won’t be offended.

  5. Jojo, solche Krisen hat jeder Mal… und wenn ich deine Webseite und das, was du hier auf die Beine gestellt hast, sehe und über die ganzen Projekte lese, die du so scheinbar nebenher erledigst, dann… tja… dann kommen bei mir wieder die ganzen Gedanken hoch, was ICH denn eigentlich so im Vergleich zu dir auf die Beine stellen konnte…

    Also Johannes, vielen Dank für eine weitere Sinnkrise für mich ;-)

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