emerging church - erklären oder machen?

Mark hat in seinem Blog einen kritischen Artikel über emerging church von Sebastian Heck zitiert und verlinkt. Meine Gedanken dazu:

  1. Das ganze ist so dermassen schlecht recherchiert, dass sich alle ‘Blogs sind Müll und haben mit Journalismus nix zu tun’-Verfechter ins Fäustchen lachen würden.
  2. Wieso bin ich nicht überrascht, dass es keine Kommentarfunktion gibt?
  3. Ich kenne das von mir, wenn mich scheinbar etwas in meiner Meinung und meinem Denken angreift und ich mich nicht so recht zu verteidigen weiß, werde ich polemisch.
  4. Ich warte immer noch auf eine sachliche und konstruktiv-kritische Auseinandersetzung mit emerging church.

Dieser Artikel macht für mich mal wieder ein Dilemma deutlich, dass ein paar Freunde von mir und mich schon länger beschäftigt. Der Artikel ist schlecht recherchiert. ‘emergent’ wird mit ‘emerging church’ gleichgesetzt uvm. Das liegt sicher auch daran, dass der Autor sich zu wenig und zu voreingenommen Zeit genommen hat, um sich zu informieren. Es spielt aber sicher auch eine Rolle, dass es einfach zu wenig gute und leicht verfügbare Informationen zu ‘emerging church’ gibt. So haben wir in den letzten Monaten immer wieder darüber nachgedacht, wie man das ändern könnte und sind auch schon erste Schritte gegangen.

Das Problem ist bloß, dass man dann ganz schnell 24 Stunden am Tag damit verbringt, Leuten ‘emerging church’ zu erklären und mit ihnen zu diskutieren. Die meisten von uns stecken aber in aufwendigen Projekten, um ‘emerging church’ in ihrem Umfeld lebendig werden zu lassen und dem ganzen ein eigenes Gesicht zu geben. Wir wissen so schon kaum, woher wir noch Zeit bekommen könnten, um all die Ideen umzusetzen, die da sind (jaja, andere haben andere Probleme).

Und somit stehen wir immer wieder vor der Frage: Investieren wir unsere Zeit, um Leute über ‘emerging church in Deutschland’ zu informieren und ihre Fragen zu beantworten oder setzen wir die Ideen in unseren Gemeinschaften mit all dem nötigen Aufwand um, investieren in Menschen aus unserem Umfeld und tauschen uns mit Freunden aus, die am gleichen Punkt stehen?

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7 Kommentare für “emerging church - erklären oder machen?”


  1. 1 EssE

    Hi,
    auf diversen Blogs lese ich jetzt schon immer mehr über die Emerging Church. Du hast Recht. Man erklärt das Anliegen am besten, wenn man es einfach macht. So wie ich die Emerging Church verstanden habe, ist sie ja stark auf die Menschen unserer Kultur ausgerichtet (”Den Griechen ein Grieche”). So ein Mensch wird sich wohl kaum als erstes dafür interessieren warum es diese Bewegung gibt, sondern, dass es sie gibt.

    Auf der anderen Seite, kann ich den kritischen Artikel auch verstehen. Als “Insider” möchte man ja wissen, was da so heraufkommt. Leider ist der Artikel zum Teil etwas polemisch formuliert. Aber er enthält auch Anfragen (aber auch Lob) an die Emerging Church. Zumindest das kann man schon mal als Feedback mitnehmen.

    Beispiele:

    Um mich sachlich damit auseinanderzusetzen würde mich einfach mal interessieren wie die Emergent Church mit den Dingen umgeht, die es in der Bibel gibt, die dem Zeitgeist widersprechen.

    Warscheinlich werde ich mir das einfach mal selber ansehen und das Gute davon übernehmen.

    Gruß
    Mathias

  2. 2 BON-Arne

    Hey Johannes,
    ich verstehe, dass du lieber praktisch die Dinge tun willst anstatt nur rumzudiskutieren. Aber ehrlichgesagt fände ich es extrem hilfreich, wenn es eine Anlaufstelle gäbe, um sich wenigstens grob zu informieren was EC ist und was nicht. Damit so recherchefaule Pseudojournalisten wie ich nicht schlecht recherchierte Artikel schreiben müssen. Denn du musst zugeben: so einfach zu recherchieren ist das Thema nicht von außen, da irgendwie jeder, der ne Aussage über EC macht, sehr sehr unklar und wiedersprüchlich bleibt (”EC ist eine Konversation und keine Bewegung”).
    Also ich fänds gut, wenn ihr was machen würdet. Man muss ja nicht warten bis der CLV Verlag ein sogenanntes kritisches Buch dazu schreibt.

  3. 3 Johannes

    Natürlich hätte jeder gerne eine verlässliche Stelle, die ihm sagt, was er zu denk…was emerging church und was nicht ist. Genau da liegt doch der komplette Konflikt, denn genau das geht halt nicht. Hier scheiden sich einfach die Geister (ok, haariger Ausdruck in dem Zusammenhang). Die Leute, die sich auf eine Reise begeben, um emerging church näher zu entdecken und sich selbst damit auseinander zu setzen, werden für sich selbst definieren, was emerging church ist und wie das in ihrem eigenen Leben Platz finden kann. Die anderen, die einfach nur ein paar Zeilen lesen, lehnen es ab, weil ein annehmen derbe herausrfordert, sich selbst und den eigenen Glauben zu prüfen und zu hinterfragen.

    Ich wünsche mir Leute, die sich auf die Reise machen, die Ideen und Gedanken hinter emerging church entdecken und dann liebevoll ihre Finger auf schwierige Punkte und falsche Umsetzungen von guten Ideen legen. Alles andere wird schwierig, was Kritik angeht.

  4. 4 Pfaffe3000

    Wie du schon richtig gesagt hast Arne, es ist ein Dialog! Die meisten Leute die ich kenne die sich mit dem Thema auf den Weg gemacht haben, egal ob hier oder anderswo, freuen sich wenn jemand wirkliches Interesse zeigt. Das Problem ist allerdings das bei manchen Leuten das Interesse nicht soweit reicht, bzw, das theologische Pferd auf dem sie sitzen zu hoch zum runtersteigen scheint…

  5. 5 matthieu

    “Investieren wir unsere Zeit, um (…) ihre Fragen zu beantworten oder setzen wir die Ideen in unseren Gemeinschaften mit all dem nötigen Aufwand um (…)?”

    Wenn Emerging Church eine Bewegung ist und keine Theorie, werden sich Menschen ihr anschließen. Und dann - nur dann - wird es genügend Menschen geben, die leben und informieren und andere, die leben und umsetzen.

  6. 6 Josha

    Ich bin müde geworden, das alles zu erklären. Ich kann mich gar nicht entscheiden, ob ich diskutieren will, oder nicht. Ich kann es nicht mehr. Ich bin zu müde. Ich glaub, das ist ein göttlicher Zustand ;)

  7. 7 BON-Arne

    @Mark,
    ja ok. Aber es gibt doch einen großen Unterschied zwischen denen “die auf der Reise sind” neue Formen zu entdecken, die also unzufrieden sind. Die werden natürlich in den Dialog eintreten. Aber es gibt auch Leute, die ganz zufrieden sind, bei denen Gemeinde so wie sie kennen gut funktioniert oder sogar floriert und die nur mal sich informieren wollen, was es denn mit diesen komischen Wort Emerging Church auf sich hat. Vielleicht wäre es zu viel verlangt wenn man bei jeder neuen Bewegung, die aufkommt, die Gemeinden besuchen soll um mit den Pastoren einen Kaffe zu trinken. Dann müsste man auch nach Willow Creek, zur ICF, nach Bad Gandersheim und was weiß ich nicht alles. Und um in das Bloguniversum einzusteigen reicht es vielfach nicht, weil man a)überfordert ist wo man anfangen soll und b)viele Begriffe und den Slang nicht sofort versteht.

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