IA-Tagung 2005 2. Tag

Nach dem CardSorting-Vortrag gab es gestern noch einen weiteren, weit interessanteren Vortrag von Sabine Stoessel, einer freien Informationsarchitektin. Sie zeigte uns, wie sie den Relaunch von prosieben.de geleitet hat. Dabei hat sie sowohl als Konzepterin wie auch als Projektmanagerin gearbeitet. Sehr interessant, weil sie im Prinzip ein typisches Szenario für die Arbeit eines MediaSystemDesigners zeigte.
Wir MediaSystemDesigner haben ein grundsätzliches Problem: Wie verkaufen wir uns? Das was wir machen, existiert in dieser Form in den Köpfen der Personalchefs von Agenturen oder bei den anderen Zuständigen noch nicht. Jeder Grafiker, Entwickler und Marketingexperte ist auf seinem Gebiet besser als wir.
Dieses Dilemma spiegelt sich in den Diskussionen dieser Tagung wider. Die Organisatoren wollen sich dem annehmen, in dem sie den Begriff Informationsarchitekt als Sammelbegriff in Deutschland einführen und promoten wollen.

Sabine Stoessel ging in ihrem Vortrag direkt auf die Frage nach der Selbstpromotion ein und erklärte, dass für sie Akquise komplett sinnlos sei, weil bei der Größe der Aufgabe, die ein Informationsarchitekt übernimmt, ein enormes Vertrauen nötig ist. Deswegen bekommt sie Aufträge ausschließlich über Empfehlungen und Netzwerke.

Jetzt geht es hier mit dem Vortrag weiter, der mich ursprünglich motiviert hat, diese Tagung zu besuchen: Informationsarchitektur und Social Software. Mein Steckenpferd =).
Birgit Nußbaum stellt Weblogs und Tagging als Tools für IAs vor.
Gerade hat sie meinen Blog erwähnt, weil sie heute morgen mal geschaut hat, was im Web zum Thema Informationsarchitektur zu finden ist. Und da stand mein Eintrag von gestern ganz vorne.
Ist allerdings aber auch zu sehen, wie wenig weit diese Techniken in Deutschland erst sind, weil sonst noch niemand zu dieser Tagung gebloggt hat.
So, der Vortrag ist rum. War jetzt nix neues für mich dabei. Ist aber immer gut zu checken, was in Deutschland so geht und wie der Wissensstand ist.

Was mir bei all den Vorträgen auffällt, ist der große Hang zu Bulletpoint-Powerpoint-Folien. Die meisten Vortragsfolien sind mit Text und Gliederungen vollgepackt. Bilder sind Mangelware. Das überrascht mich, denn eigentlich sollen Informationsarchitekten doch Informationen leichter zugänglich machen. Vielleicht bin ich selber aber auch einfach nur zu sehr Steve Jobs-mäßig geprägt. Ich unterstütze meine Vorträge vor allem mit Bildern und nur wenn es nicht anders geht, packe ich ein Wort oder maximal einen Satz dazu.

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4 Kommentare für “IA-Tagung 2005 2. Tag”


  1. 1 Birgit

    Hey, es ging ja nicht darum, was Social Software ist und kann - da war natürlich nichts Neues dran - sondern darum, zu definieren,
    - für welche Arten von Information und
    - unter welchen organisationalen Bedingungen
    sie sich für die interne Kommunikation in Unternehmen eignen könnte.

    Und das findest Du so noch nirgends, glaube ich! ;-)

  2. 2 Johannes

    Passt scho’. Ist mein Diplomthema ;-)

  3. 3 Birgit

    Ei sach’s doch gleich! ;-)

    Finde ich ein tolles Thema. Ich bin in der Vorbereitung auch noch massenweise auf Ideen und Gedanken gestoßen, denen ich gerne nachgehen würde. Wann bist Du denn fertig? ;-)

    Noch was zu der Textlastigkeit der Folien: Das war bei meinen ja extrem und mir auch (als Manko) bewusst. Ich hätte aber noch viel mehr Zeit gebraucht, um sie wenigstens rudimentär zu verbildlichen. Denn _mein_ Hirn denkt in Worten. Ich lese auch schneller Text als Bilder. Mir waren schon als Kind Comics zu anstrengend.

    Bei Dir ist es offensichtlich genau umgekehrt. Womit wir wieder bei der Problematik der Informationsarchitektur wären, wenn sie versucht, _eine_ Darstellung für alle zu finden.

  4. 4 Johannes

    Meine Diplomarbeit startet erst im September. Ich entwerfe ein System für eine Abteilung eines Forschungsunternehmen.

    Ach ja, angesichts der Uhrzeit zu der du deinen Vortrag gehalten hast und zu der ich das obige geschrieben habe, bitte nicht alles zu ernst nehmen ;-)

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