Monthly Archive for Dezember, 2004

Allianz, Einheit und professionelles Management

Wichtige Worte von Peter Strauch, Präses der Evangelischen Allianz Deutschland, auf der idea-Website:

Deutschland ist heute mehr denn je Missionsland und bleibt hinter dem Wachstum afrikanischer und asiatischer Gemeinden weit zurück. Afrikanische und asiatische Christen zeigten uns in diesem Jahr: Weder ein traditioneller noch ein moderner Verkündigungsstil ist der Schlüssel zum Herzen der Menschen. Die Liebe zu Jesus und zu allen, denen seine Liebe gilt, ist das ganze Geheimnis. Diese Liebe würde uns helfen, endlich zu begreifen, worauf es ankommt, und evangelikale Grabenkämpfe aufzugeben. Abgrenzungsgefechte sind in den seltensten Fällen geistlich motiviert, meist werden sie trotz aller frommen Worte aus einem egozentrischen Machtgehabe gespeist. Dies voreinander zuzugeben, wäre eine Buße, die wir so dringend brauchen und ohne die Gott nach meiner Überzeugung in unserem Land nicht wirklich Neues beginnen wird. Zur Bilanz gehört auch das Eingeständnis, daß wir als evangelikale Christen weniger die Welt prägen als die Welt uns.

Als Teil von Xpansion und aufgrund meiner Prägung bin ich ein großer Fan von Einheit und der Allianz. Mauern sprengen und über den Tellerrand blicken ist für mich selbstverständlicher Bestandteil meiner Beziehung zu Jesus und seinen Nachfolgern.
Strauch stellt in dem Artikel die Impulstour der Allianz, die dieses Jahr durch mehrere Städte in Deutschland zog, als Pleite dar, was ich gut nachvollziehen kann. Als Xpansionteam haben wir in Frankfurt das Jugend-Event der Tour mit organisiert. Dabei hatten wir tiefen Einblick in die Organisation. Für uns war das Problem klar erkennbar. Es lag nicht in der fehlenden Motivation, sondern in chaotischem Management. Wenn verstanden wird, dass für einen erfolgreichen Event die richtige Mischung aus Feuer für Jesus und professionellem Management nötig ist, dann lassen sich solche Fehler in Zukunft relativ leicht vermeiden. Wäre übrigens eine gute Gelegenheit in junge Leiter und Berater zu investieren…zwinker, zwinker

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Führen Blogs zu Realitätsverschiebung?

Mir ist in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, wie Blogs dazu führen, dass ich Dinge viel intensiver wahr nehme und sich dadurch meine Auffassung von den realen Verhältnissen verschiebt. Bestes Beispiel: emerging churches. Die ganze Thematik hat meine Bloggerfreunde und mich die letzten Monate intensiv begleitet. Wir haben viel nachgedacht und diskutiert. EC scheint the next big thing zu sein. Für viele von uns hatte das Thema einen gewichtigen Stellenwert in unserem Alltag (dazu einfach mal Joshas Fazits lesen). Und so stellt sich schnell das Gefühl ein, dass EC die Gemeindewelt erschüttert.
Aber das Gegenteil ist der Fall. In Deutschland haben wir zwei handvoll Blogger, die über das Thema nachdenken und eine emerging church sowie ein paar Aktionen, die in die Richtung gehen. Weltweit würde ich die Anzahl der richtigen emerging churches auf nicht mehr als 30-40 schätzen und dazu vielleicht 100-120 Blogger. Das ist verglichen mit der weltweiten evangelischen/charismatischen-Bewegung überhaupt nichts. Und deswegen muss ich Jo Recht geben, der vor ein paar Wochen in einem Kommentar schrieb, dass EC weit davon entfernt ist, eine Revolution zu sein. Derzeit ist es eine neue Idee von Kirche im Umfeld von cultural creatives wie Andrew so gerne sagt. Mal sehen, ob mehr draus wird.
Diese Feststellung ist für mich wichtig, weil ich aus einem anderen Thema, an dem ich meine Realitätsverschiebung festgestellt habe, gemerkt habe, dass ich Dinge bei der Allgemeinheit voraus setze, die bei weitem nicht so verbreitet sind. Ohne RSS-Feeds kann ich mir meinen Alltag kaum noch vorstellen (und ich nutze die nicht nur zum Bloglesen). Aber das geht 99,9% Deutschlands nicht so. Die haben nicht den leisendsten Schimmer, dass so etwas existiert.
Mein Fazit aus dieser Beobachtung ist, dass ich mir immer wieder Zeit nehme, Dinge zu erklären und verständlicher zu machen. Außerdem empfinde ich es als sehr wichtig, mich nicht nur ständig mit den gleichen Leute zu umgeben. Wenn ich z.B. nur noch EC-Blogs lesen, über die Thematik diskutieren und in eine emerging church gehen würde, würde ich sehr schnell das Bewusstsein für 99.9% der anderen Christen in Deutschland verlieren und in mein eigenes Ghetto abtauchen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ab und zu mal ein Realitycheck hat noch niemandem geschadet.

Ich höre gerade: Empty Bottles Of Water from the album “O.S.T.” by People Under The Stairs

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just do it

Aktion Deutschland hilft (mit Online-Spenden)

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21c3

Derzeit treffen sich Hacker und Geeks in Berlin, um den 21. Chaos Communication Congress zu begehen. Dort werden die meisten Themen, die die Netzwelt gerade interessieren, angegangen. Wer sich informieren will, was so läuft schaut am besten bei Planet 21c3 vorbei, wo die Einträge von verschiedenen Bloggern, die den Kongress besuchen, gesammelt werden.
Langezeit habe ich ja versucht den Geek in mir zu unterdrücken und einfach nur ein braver Anwender von Technologie zu sein. Aber in der letzten Zeit, in der ich mich damit beschäftige, was meine wirklichen Stärken sind, bricht er immer häufiger wieder hervor. Vielleicht sollte ich mir das Datum für den Kongress im nächsten Jahr schon mal vormerken…

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Christen und Umweltschutz?!

Was die wenigsten von euch wahrscheinlich über mich wissen, ich war früher ein richtiger Öko, eingetragenes und aktives Mitglied im Nabu usw. Irgendwann tut man das als uncool ab. Als Christ habe ich immer gedacht, dass ich all meine Kraft für Menschen einsetzen möchte. Wenn mich jemand fragt, ob ich für den Tierschutz spenden möchte, antworte ich “Nein, so lange noch ein Mensch auf der Welt Hunger leidet, gebe ich keinen Cent für die Tiere aus.”
Das interessante ist, dass Umweltschutz für mich immer mehr wieder neu ein wichtiges Thema wird. Lenoard Sweet schreibt in seinem Buch ein Kapitel über die Beziehung zu Gottes Schöpfung und beschreibt darin, dass Brian McLaren hinter seinem Haus eine Schildkrötenzüchtung hat u.ä. Umweltschutz taucht gerade im emerging church Umfeld immer häufiger als Thema auf.
Mich würde interessieren, was ihr dazu denkt. Wie wichtig ist Umweltschutz? Wie sollten wir als Christen dazu stehen? In welchem Verhältnis stehen Mensch und Natur in unsrer Prioritätenliste? Sollte ich als Christ den Umweltstrom kaufen oder das Geld lieber ins Opfer tun? usw.
Ich fange gerade erst an, darüber nachzudenken.

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Weinachten

So wenig wie dieses Jahr war ich noch nie in Weihnachtsstimmung. Jedes Jahr geht mir der Weihnachtskitch und -kommerz mehr auf die Nerven. Und trotzdem wurde es das beste Weihnachten bisher. Warum könnt ihr bei meinen Freunden hier, hier, hier und hier nachlesen und das an sich ist schon die Erklärung… Ach ja, mein persönliches Highlight war die Justin Timberlake-Karaoke mit meinen Geschwistern.

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Standpunkt…

Standpunkt heißt der Blog des Wirtschaftswoche-Chefredakteur Stefan Braun. Und in seinem ersten Posting geht’s gleich mal gut zur Sache. Mit Nietzsche ist tot holt er sich direkt die Abfuhr ab, die heute jeder bekommt, der sich zu Glaube und Moral bekennt. So langsam scheint sich durchzusetzen, dass jeder Christ direkt mit George Bush gleich gesetzt wird. Ok, bei uns wird das wohl noch ein bisschen dauern. Zum Glück brauchen Trends von Übersee ja immer ein bisschen, bis sie bei uns ankommen. Aber dafür geht’s bei uns gleich viel krasser ab. Irgendwann werden wir uns noch zu Tode tolerieren oder zumindest alle töten, die wir auf Grund ihrer Intoleranz nicht tolerieren können. Aber bevor ich nun in geistliche Auslegung über Humanismus und den Geist von Europa verfalle (mein charismatisches Erbe) mache ich lieber Schluss und genieße das vorletze Kinderzimmer Productions-Album, das ich gerade im iTMS erstanden habe.

Update: Ok, dieser Eintrag ist wirklich etwas übertrieben. Aber ich wollte unbedingt den Spruch mit der Toleranz bringen. Also, alles bitte nicht zu ernst nehmen. Und zu den Kommentaren hier kann ich nicht viel erwidern, weil ich für dieses Diskussionsniveau einfach zu dumm bin. Bin nur ein kleiner Jesus-Freak.

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Das TV-Event des Jahres

Harald Schmidt ist dieses Jahr der Weinachtsmann
Wenn man dem derzeitigen Hype glauben darf, erwartet uns genau das heute abend ab 21:45 bei der Rückkehr von Harald Schmidt. Wer sich entsprechend vorbereiten will, tut das am besten hier.
Ich freue mich, dass er wieder kommt. Habe seine Show immer gerne gesehen. Aber die Rettung des deutschen TVs ist wohl auch für ihn ein zu großer Brocken. Das schafft niemand mehr.

Update: 5.16 Millionen haben das bärtige Comeback von Harald gesehen und die meisten scheinen sehr zufrieden zu sein, mich eingeschlossen. So kann das weitergehen.

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Hauskreis-Futterorgie


Housegroup
Originally uploaded by jonee.

Am Dienstag haben wir uns haben wir uns ganz besinnlich den Bauch mit Fondue in fast allen bekannten Formen zu gehauen. Weiterhin habe ich mich an diesem Tag an der DILO-Aktion (Day in the lie of) von flickr beteiligt. Deswegen kann man auf meiner flickr-Seite Bilder aus einem Tag meines Lebens sehen.

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Nina Hagen über Weinachten

Ungewohnte Worte aus ungewohntem Mund in Weihnachten ganz prominent:

Nina Hagen freut sich sehr darauf Weihnachten mit ihrer Familie zu verbringen. Gemeinsam studieren sie ein Weihnachtsstück ein über das Leben von Jesus, seine Taten und Botschaften. [...] Es werde viel von Geschenken gesprochen und viel “gefuttert”. “Aber mein Wunsch jedes Weihnachten ist, dass wir Christus’ Gegenwart deutlich spüren können. Denn Christus in sich leben zu wissen, bedeutet höchstes Liebesglück”, schrieb Nina Hagen. “Wenn wir uns selbst lieben wie unseren Nächsten, dann hat Christus Geburtstag - jeden Tag.”

Sind wir bereits soweit wie in den USA, wo jeder seinen Glauben aus PR-Zwecken vor sich her trägt oder steckt da doch mehr dahinter? (Bei Nina Hagen bin ich mir da echt unsicher.)

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Deutschland braucht Mission

Jetzt kann ich schon bei Yahoo nachlesen, dass der Fokus von Mission für uns unsere Haustür und Umgebung sein sollte. Missionare bekehren nicht gern:

Doch während sich Wiedergeborene, Adventisten und Pfingstler in vielen Staaten Osteuropas fest eingerichtet haben, sind ihre Erfolge in Deutschland bescheiden. Die Kirchen verlieren weiterhin Mitglieder und in Ostdeutschland beträgt der Anteil derjenigen, die sich zu einer organisierten Religion bekennen, sogar vielerorts weniger als zehn Prozent.

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Delirious? sind ne Worshipband

Am Freitag war ich bei Delirious? in Mainz, wie ihr schon bei Mirko erfahren habt. Ich hab Delirious? schon ein paar mal gesehen. Und entgegen der Erwartungen der Zuschauer waren sie immer ne extreme Performance-Band, die ne gute Show spielen wollten, während das Publikum Anbetung wollte. Deswegen waren meine Erwartungen an das Konzert auch eher niedrig. Umso überraschter war ich von dem besten Konzert, das ich jemals von Delirious? gesehen habe. Musikalisch waren sie ja immer schon ne Wucht. Naja, bis auf den Drummer, der einfach nur prügelt, was mich bei meiner derzeitigen Begeisterung für komplexe Beats, derbe gelangweilt hat. Aber was wirklich bemerkenswert war, ist die neue (alte) Ausrichtung der Band auf Anbetung. Zum ersten Mal kam ich bei einem Konzert von ihnen in den Genuss der legendären spontaneous sections, wo sie am Ende eines Liedes einfach weiterspielen und das Publikum in tiefe Anbetung führen. Martin Smith betete und laß aus seiner Bibel vor.
Teile des Xpansionteams haben sich vor dem Konzert noch mit der Band und dem Manager getroffen, weil die Überlegung im Raum steht, im nächsten Jahr einen Lobpreisevent mit der Band auf die Beine zu stellen. In dem Treffen hat die Band erzählt, dass sie von Gott ein klares Wort hat, Teil eines Aufbruchs in Deutschland zu sein. Und dieses Bewusstsein hat man ihnen extrem abgespürt.
Sehr schade nur, dass viele Fans zu Hause blieben, weil die Karten mit über 20 Euro pro Stück extrem teuer waren. Es ist einfach immer wieder erschütternd, mit welchem Unvermögen und fehlendem Feingefühl manche Agenturen und Veranstalter arbeiten.

Das schreibt die Allgemeine Zeitung.

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MTV Exit

Human Trafficking oder zu deutsch moderner Menschenhandel war dieses Jahr schon häufiger Thema, besonders in der Emerging church Bloggerszene (Die Engländer sind mal wieder allen anderen voraus). Nun hat sich eine prominente Stelle der Sache angenommen. Die MTV Europe Foundation ist eine von MTV gegründete aber rechtlich unabhängige Wohltätigkeitsorganisation. MTV Exit ist die erste große Kampagne der Foundation und richtet sich direkt gegen den Menschenhandel von vorwiegend Frauen zur sexuellen Ausbeutung.
Ich finde es echt beeindruckend, wie MTV sich immer wieder sozialer Themen annimmt und seine Macht über Kids und Jugendliche ausnutzt, um über wichtige Themen zu informieren. Da können wir uns als Christen noch ne dicke Scheibe abschneiden, Bono ausgenommen. Also, schaut auf die Website, informiert euch und informiert andere. Sklavenhandel ist kein Phänomen der Vergangenheit, sondern geht gerade erst richtig los. Derzeit bekommt’s nur noch keiner mit.

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Zitat in der NEWS

Schon lustig mit was für Einträgen man Promo machen kann. In der NEWS (ne Frankfurter Tageszeitung) steht heute ein Zitat aus diesem Eintrag von mir. Gruß an die NEWS-Leser, die hier vorbei schauen.

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Top5 2004 Blogeinträge

Angeregt durch das hier habe ich mal durch das Archiv meiner Blogeinträge in diesem Jahr gestöbert. Schon interessant, was man da so alles verzapft hat. Manchmal auch ein bisschen ernüchternd, wie wenig eigenes und wertvolles man geschrieben hat. Hier aber nun meine Top5, der für mich wichtigsten Einträge:

  1. SmartExchange der Samstagvormittag
  2. Relevanz vs. Inhalt
  3. 12 Werte in emerging churches
  4. Mein Beitrag zu Miri und Christian’s Hochzeit
  5. Networking mit Blogs

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