Dezember, 2004


29
Dez 04

Allianz, Einheit und professionelles Management

Wichtige Worte von Peter Strauch, Präses der Evangelischen Allianz Deutschland, auf der idea-Website:

Deutschland ist heute mehr denn je Missionsland und bleibt hinter dem Wachstum afrikanischer und asiatischer Gemeinden weit zurück. Afrikanische und asiatische Christen zeigten uns in diesem Jahr: Weder ein traditioneller noch ein moderner Verkündigungsstil ist der Schlüssel zum Herzen der Menschen. Die Liebe zu Jesus und zu allen, denen seine Liebe gilt, ist das ganze Geheimnis. Diese Liebe würde uns helfen, endlich zu begreifen, worauf es ankommt, und evangelikale Grabenkämpfe aufzugeben. Abgrenzungsgefechte sind in den seltensten Fällen geistlich motiviert, meist werden sie trotz aller frommen Worte aus einem egozentrischen Machtgehabe gespeist. Dies voreinander zuzugeben, wäre eine Buße, die wir so dringend brauchen und ohne die Gott nach meiner Überzeugung in unserem Land nicht wirklich Neues beginnen wird. Zur Bilanz gehört auch das Eingeständnis, daß wir als evangelikale Christen weniger die Welt prägen als die Welt uns.

Als Teil von Xpansion und aufgrund meiner Prägung bin ich ein großer Fan von Einheit und der Allianz. Mauern sprengen und über den Tellerrand blicken ist für mich selbstverständlicher Bestandteil meiner Beziehung zu Jesus und seinen Nachfolgern.
Strauch stellt in dem Artikel die Impulstour der Allianz, die dieses Jahr durch mehrere Städte in Deutschland zog, als Pleite dar, was ich gut nachvollziehen kann. Als Xpansionteam haben wir in Frankfurt das Jugend-Event der Tour mit organisiert. Dabei hatten wir tiefen Einblick in die Organisation. Für uns war das Problem klar erkennbar. Es lag nicht in der fehlenden Motivation, sondern in chaotischem Management. Wenn verstanden wird, dass für einen erfolgreichen Event die richtige Mischung aus Feuer für Jesus und professionellem Management nötig ist, dann lassen sich solche Fehler in Zukunft relativ leicht vermeiden. Wäre übrigens eine gute Gelegenheit in junge Leiter und Berater zu investieren…zwinker, zwinker


28
Dez 04

Führen Blogs zu Realitätsverschiebung?

Mir ist in letzter Zeit vermehrt aufgefallen, wie Blogs dazu führen, dass ich Dinge viel intensiver wahr nehme und sich dadurch meine Auffassung von den realen Verhältnissen verschiebt. Bestes Beispiel: emerging churches. Die ganze Thematik hat meine Bloggerfreunde und mich die letzten Monate intensiv begleitet. Wir haben viel nachgedacht und diskutiert. EC scheint the next big thing zu sein. Für viele von uns hatte das Thema einen gewichtigen Stellenwert in unserem Alltag (dazu einfach mal Joshas Fazits lesen). Und so stellt sich schnell das Gefühl ein, dass EC die Gemeindewelt erschüttert.
Aber das Gegenteil ist der Fall. In Deutschland haben wir zwei handvoll Blogger, die über das Thema nachdenken und eine emerging church sowie ein paar Aktionen, die in die Richtung gehen. Weltweit würde ich die Anzahl der richtigen emerging churches auf nicht mehr als 30-40 schätzen und dazu vielleicht 100-120 Blogger. Das ist verglichen mit der weltweiten evangelischen/charismatischen-Bewegung überhaupt nichts. Und deswegen muss ich Jo Recht geben, der vor ein paar Wochen in einem Kommentar schrieb, dass EC weit davon entfernt ist, eine Revolution zu sein. Derzeit ist es eine neue Idee von Kirche im Umfeld von cultural creatives wie Andrew so gerne sagt. Mal sehen, ob mehr draus wird.
Diese Feststellung ist für mich wichtig, weil ich aus einem anderen Thema, an dem ich meine Realitätsverschiebung festgestellt habe, gemerkt habe, dass ich Dinge bei der Allgemeinheit voraus setze, die bei weitem nicht so verbreitet sind. Ohne RSS-Feeds kann ich mir meinen Alltag kaum noch vorstellen (und ich nutze die nicht nur zum Bloglesen). Aber das geht 99,9% Deutschlands nicht so. Die haben nicht den leisendsten Schimmer, dass so etwas existiert.
Mein Fazit aus dieser Beobachtung ist, dass ich mir immer wieder Zeit nehme, Dinge zu erklären und verständlicher zu machen. Außerdem empfinde ich es als sehr wichtig, mich nicht nur ständig mit den gleichen Leute zu umgeben. Wenn ich z.B. nur noch EC-Blogs lesen, über die Thematik diskutieren und in eine emerging church gehen würde, würde ich sehr schnell das Bewusstsein für 99.9% der anderen Christen in Deutschland verlieren und in mein eigenes Ghetto abtauchen.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ab und zu mal ein Realitycheck hat noch niemandem geschadet.

Ich höre gerade: Empty Bottles Of Water from the album “O.S.T.” by People Under The Stairs


28
Dez 04

just do it

Aktion Deutschland hilft (mit Online-Spenden)


28
Dez 04

21c3

Derzeit treffen sich Hacker und Geeks in Berlin, um den 21. Chaos Communication Congress zu begehen. Dort werden die meisten Themen, die die Netzwelt gerade interessieren, angegangen. Wer sich informieren will, was so läuft schaut am besten bei Planet 21c3 vorbei, wo die Einträge von verschiedenen Bloggern, die den Kongress besuchen, gesammelt werden.
Langezeit habe ich ja versucht den Geek in mir zu unterdrücken und einfach nur ein braver Anwender von Technologie zu sein. Aber in der letzten Zeit, in der ich mich damit beschäftige, was meine wirklichen Stärken sind, bricht er immer häufiger wieder hervor. Vielleicht sollte ich mir das Datum für den Kongress im nächsten Jahr schon mal vormerken…


27
Dez 04

Christen und Umweltschutz?!

Was die wenigsten von euch wahrscheinlich über mich wissen, ich war früher ein richtiger Öko, eingetragenes und aktives Mitglied im Nabu usw. Irgendwann tut man das als uncool ab. Als Christ habe ich immer gedacht, dass ich all meine Kraft für Menschen einsetzen möchte. Wenn mich jemand fragt, ob ich für den Tierschutz spenden möchte, antworte ich “Nein, so lange noch ein Mensch auf der Welt Hunger leidet, gebe ich keinen Cent für die Tiere aus.”
Das interessante ist, dass Umweltschutz für mich immer mehr wieder neu ein wichtiges Thema wird. Lenoard Sweet schreibt in seinem Buch ein Kapitel über die Beziehung zu Gottes Schöpfung und beschreibt darin, dass Brian McLaren hinter seinem Haus eine Schildkrötenzüchtung hat u.ä. Umweltschutz taucht gerade im emerging church Umfeld immer häufiger als Thema auf.
Mich würde interessieren, was ihr dazu denkt. Wie wichtig ist Umweltschutz? Wie sollten wir als Christen dazu stehen? In welchem Verhältnis stehen Mensch und Natur in unsrer Prioritätenliste? Sollte ich als Christ den Umweltstrom kaufen oder das Geld lieber ins Opfer tun? usw.
Ich fange gerade erst an, darüber nachzudenken.