SmartExchange Abend 1

Nach sechs einhalb Stunden Autofahrt und dem Eindruck, dass alle deutsche Autobahnen heute nur einspurig waren, bin ich am späten Nachmittag mit Horst Schäfer, dem Vater von David Schäfer von der dran, hier in Cuxhaven im Dühnenhof angekommen. Bis zum Abendessen konnte man nen Tee in einem Kaminzimmer trinken und so habe ich direkt mal ein paar Leute kennen gelernt. Nach dem Abendessen ging die erste Veranstaltung los, bei der erstmal festgestellt wurde, wer denn so alles da sei. 80% der Leute hier sind Baptisten oder FeGler. 10% kommen aus der Landeskirche und weitere 10% aus icf Gemeinden oder vergleichbarem. Scheine hier der einzige Pfingstler zu sein. Bin das ja inzwischen gewohnt. Mir ist dadurch aber mal wieder aufgefallen, wie wir Christen scheinbar nicht nur häufig insgesamt in einem christlichen Ghetto leben, sondern es noch lauter kleine Unterghettos für die verschiedenen Denominationen gibt. Ich müsste es inzwischen ja mal gelernt haben, aber irgendwie schockiert es mich einfach immer noch, wie sehr man sich abschotten und keine Ahnung davon haben kann, was woanders passiert.
Trotzdem finde ich es gar nicht so schlimm, mal wieder aus einem anderen Hintergrund als der Rest zu sein. Bin es ja so langsam schon gewohnt. Da ich ja auch nicht gerade der militante Pfingstler bin und sowie so Bock auf Einheit habe, fühle ich mich auch hier ganz wohl.
Dazu ist es auch immer wieder interessant, alleine auf solche Events zu gehen. Ich habe übrigens keine Ahnung, warum ich immer alleine auf solche Events bin. Aber so habe ich wenigstens keine Hindernisse, ohne Ende Leute kennen zu lernen. Denn das ist doch einfach anders, wenn man in der Gruppe unterwegs ist.
Zurück zum Programm. Nachdem dann festgestellt wurde, dass eine Gruppe da ist, die aus einer frischen Gemeindegründung kommt und dann auch mit schmunzeln zur Kenntnis genommen wurde, dass sie die einzigen sind, die aus einer Stadt mit einem Starbucks-Kaffeehaus kommen (Ich bin mir sicher, dass es da einen Zusammenhang gibt!), gab David eine Einführung in das Thema. Dabei erwähnte er unter anderem das Buch “Shaping of the things to come”, das in letzter Zeit für ziemlich kontroverse Diskussion sorgte. Alles in allem aber nichts neues oder aufregendes.
Zum Abschluss gab es eine Talkrunde mit ein paar “VIP”-Gästen. Dabei waren Babsi Hahnemann, die die FeG Reebland gegründet hat. Markus Roll von icf Bonn, Karsten Wolff vom Kraftwerk Dresden (den ich schon ne halbe Ewigkeit nicht mehr gesehen habe), Anne Albers aus Hamburg, Ulli Eggers von Aufatmen und Neil Cole aus LA.
Was mir mal wieder aufgefallen ist, dass bei dieser Talkrunde, bei dieser Konferenz für junge Leiter, nur zwei der sechs Gesprächspartner unter dreißig waren (soweit ich das einschätzen konnte). Nichts gegen die Weisheit und Erfahrung von gestandenen Leitern. Aber ich warte seit Jahren darauf, dass man sich mal traut wirklich nur junge Leiter auf die Bühne zu lassen. Der Nachwuchs lernt vor allem durch Herausforderung, nicht nur durch Vorbild.
Auf jeden Fall haben die sechs alle ein bisschen von sich und von ihrer Arbeit erzählt. Besonders positiv ist mir dabei Markus Roll aufgefallen, der sich in einer sehr angenehmen Art selber nicht zu ernst nimmt und in die ganze icf-Gründung auch mehr von Gott geprügelt wurde. Insgesamt wurde ein bisschen viel gelabert, was die Sache sehr lang werden ließ. Neil Cole scheint ein interessanter Typ zu sein. Bin sehr gespannt auf seine beiden Vorträge morgen. Hier noch ein paar Zitate von ihm von diesem Abend: „Man soll nicht das Leben verlassen, um zur Gemeinde zu gehen. Gemeinde soll da statt finden, wo das Leben ist.“, „Wir wollen die Hürde senken, wie man Gemeinde macht.“ und „Wir haben die Idee umgekehrt, dass wir Gemeinden gründen, um Menschen zu erreichen. Wir erreichen Menschen, um Gemeinde zu gründen.“

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