Im Moment arbeite ich haupts�chlich an der Fertigstellung der n�chsten Dokumentation f�r mein Semesterprojekt, wo am Sonntag mittag Abgabe ist. Gestern habe ich mir aber eine Auszeit genommen als ich h�rte, dass Uwe Sch�fer bei einem “Jesus erleben”-Abend bei mir in der Gemeinde predigt.
Eigentlich halte ich ja nicht viel davon geistlichen Heavies nachzurennen, aber Uwe Sch�fer… Er ist wohl mit meinem Pastor Hartmut Knorr zusammen der genialste Prediger, den ich so kenne.
Und so unterbrach ich meine Arbeit und fuhr nach Darmstadt zum Gottesdienst. Die Lobpreiszeit wurde von Siggi Koch geleitet, was bedeutet, dass er sehr lebendig und meist qualitativ sehr gut ist. Allerdings tue ich mich zurzeit mit dem Standardlobpreis, wie er in unseren Gemeinden praktiziert wird, etwas schwer. Die Musik und die Art ist meist soweit von dem Weg, wie ich lebe und was meine Art ist. Die Texte der Lieder, die bei uns gesungen werden, dr�cken nur selten das aus, was ich f�hle. Z.B. das Lied “Wenn der K�nig kommt”. Was hat das f�r mich f�r eine Bedeutung, wenn alles toll ist, weil der K�nig kommt. Heutzutage haben K�nige meist nur noch eine repr�sentative Aufgabe in ihrem Land. Die wichtigen Entscheidungen werden von anderen getroffen. Zur Zeit der Bibel sah das ganz anders aus und deswegen hatte es f�r die Leute damals eine ganz andere Bedeutung, wenn sie von Jesus als dem K�nig sprachen. Wieso m�ssen wir dann heute noch so sprechen, wie damals. Hab dazu gerade einen tollen Satz im aktuellen Relevant Magazine gelesen: “Relevance: Using what is cultural to say what is timeless.” That’s it!
Zum Gl�ck hat Siggi auch ein paar Lieder gebracht, die wesentlich mehr das ausdr�ckten, was ich empfinde.
Von der Predigt von Uwe Sch�fer war ich etwas entt�uscht f�r mich pers�nlich. Die Predigt war absolut gut. Aber sie drehte sich darum, dass es das wichtigste ist, Gott zu lieben und dass seine Liebe das Entscheidende in unserem Leben ist. Dieses Thema war das wichtigste in meinem Leben in den letzten zwei Jahren und so bekam ich nicht gerade eine Offenbarung an diesem Abend. War sicherlich trotzdem gut, dass er so gepredigt hat, denn wenn ich mir �berlege, wie gut es mir geht seit dem ich in dieser Beziehung zu Gott lebe, kann ich es anderen nur w�nschen, dass sie das selbe erleben.
Was mir mal wieder aufgefallen ist, wie sehr in unseren Gemeinden die Ehe glorifiziert wird und wie Schei�e man sich als Single dabei vorkommt. Gerade beim Thema “Gottes Liebe” kommt das immer sehr krass raus. Da fallen dann so S�tze wie “Wir kennen das ja alle aus der Ehe.” �h, nein, und ich hoffe, man kann das auch verstehen, wenn man nicht verheiratet ist. Ehe mag ja ne tolle Sache sein, sehe ich ja auch an den frischen Ehen um mich rum.
Aber in der Welt l�uft der Trend ganz anders. Da ist es keinesfallls so, dass man mit 30 auf jeden Fall unter der Haube ist oder verzweifelt sucht. Die meisten kommen aus kaputten und geschiedenen Ehen und wollen sich nicht zu leichtfertig in eine solche geben. Und die Gemeinde verpasst diese Entwicklung komplett. Wenn so ein Endzwanziger in unsere Gemeinden kommt und Anschluss sucht, findet er meist nur noch junge Paare in seinem Alter, die gerade auf dem Weg zum ersten oder zweiten Kind sind und komplett andere Interessen haben als er. Alle anderen sind meist l�ngst abgefallen. Wenn ich mir �berlege, wieviel Singles zwischen 25 und 30 es in unserer Gemeinde gibt… Da wird eine Generation komplett vergessen. Wobei das bei unserer Gemeinde auch etwas mit der Gemeindegeschichte zu tun hat, dass soviele nicht mehr da sind. Aber was ist mit denen, die neu kommen w�rden?
Ich w�rde mir w�nschen, dass in meiner Gemeinde man als Single sich nicht immer als unvollst�ndiger Mensch f�hlt, wenn es zum Thema Ehe kommt. Man h�lt immer Paulus Anweisungen zur Ehe hoch. Aber warum wird seine Aussage, dass man am besten Single bleibt, immer unter den Teppich gekehrt. Angst?
Ich genie�e im Moment mein Single-Dasein in vollen Z�gen. So kann ich wunderbar an meiner Vision und der Umsetzung arbeiten ohne R�cksicht zu nehmen oder Kompromisse eingehen zu m�ssen. Ich kann mit einfach so entscheiden f�r ein halbes Jahr nach Hamburg zu gehen. Ich habe mich entschieden, den Weg zu verfolgen, denn Gott mir gezeigt hat. Wenn er irgendwann auf die Idee kommt, das mit einer Frau zu durchkreuzen, aber hallo, dann werde ich nicht n� sagen.
Es gibt einen Trend in der Gesellschaft der twentysomethings. Der nennt sich “Urban Family”. Was das ist sieht man am besten an Fernsehserien wie ‘friends’ oder ‘Sex and the city’. In sehr enger Kreis von Freunden wird zur Familie und f�llt die Sehns�chte in diesem Bereich. Daran will ich gerne arbeiten, mir einen engen Freundeskreis aufzubauen. Leute, mit denen ich zusammen leben und wachsen kann.
Ich bin Johannes Kleske, 29, Dipl. Media System Designer (FH) und lebe zurzeit in Karlsruhe. Ich arbeite als Informationsarchitekt und Konzepter bei Neue Digitale in Frankfurt. Mein Spezialgebiet ist Social Media. 